Nuklearer GAU: Risiko in Westeuropa am größten

Das Risiko einer Nuklearkatastrophe wurde bisher um mindestens den Faktor 200 unterschätzt. Das zeigen Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie http://mpic.de in der Zeitschrift “Atmospheric Chemistry and Physics”. Alle zehn bis 20 Jahre kommt es laut ihren Berechnungen zu einer Kernschmelze in einem der heute aktiven Reaktoren. Betrachtet man die einzelnen Regionen, lebt es sich in Westeuropa – allen voran in Süddeutschland – am gefährlichsten: Alle 50 Jahre ist hier den Mainzer Abschätzungen zufolge mit einer radioaktiven Kontamination zu rechnen.Rechnen mit UnberechenbarkeitDie Methode der Forscher provoziert mit Einfachheit: Zunächst wurde die Laufzeit der zivilen Kernreaktoren von der ersten Inbetriebnahme bis heute ermittelt. Derzeit sind 440 in Betrieb und 60 weitere in Planung, was 14.500 Jahre Gesamtlaufzeit ergibt. Dividiert wurde diese Zahl durch jene der Kernschmelzen, derer es bisher vier gab: eine in Tschernobyl und drei in Fukushima. Das Ergebnis: Alle 3.625 Reaktorjahre kommt es zu einem größten anzunehmenden Unfall GAU laut der internationalen Bewertungsskala INES – womit man auf eine Katastrophe in irgendeinem Reaktor alle zehn bis 20 Jahre kommt.Alter, Typ und Verortung der Reaktoren bleiben in dieser Berechnung unberücksichtigt – durchaus mit Absicht, wie Studienleiter Jos Lelieveld gegenüber pressetext darlegt: “Auch in vermeintlich sicheren Reaktoren kann es zu einer Kernschmelze kommen, da sich nicht alle Ursachen vorhersehen lassen – und auch in Japan rechnete zuvor niemand mit dem GAU. Menschliches Versagen kann es immer geben, ebenso Terroranschläge, Sabotage oder Naturkatastrophen, zudem werden Laufzeiten meist überzogen. Diese Risikofaktoren kann man nicht quantifizieren, weshalb wir uns an den Erfahrungswerten orientiert haben.”GAU beträfe 28 Mio. MenschenRisikoabschätzungen in öffentlich-zugänglicher Literatur sind bisher Rarität. Verfügbar ist einzig eine Arbeit der US-Zulassungskommission für Kernreaktoren aus dem Jahr 1990, die jedoch ein 200-mal geringeres Risiko als das nun ermittelte ergeben hatte. “Bereits die Beobachtung der Geschichte widerlegt die damaligen Zahlen”, kommentiert Lilieveld. Dass er Fukushima statt als eine Katastrophe als drei Einzelvorfälle wertete, sei vertretbar: “Wenngleich die Ursache nicht unabhängig war, sollten dies die Sicherheitssysteme sein.”Die Mainzer Forscher modellierten darüber hinaus, wie sich radioaktive Gase und Partikel – als Beispiel diente das radioaktive Cäsium-137 – rund um mögliche Unglücksstellen verteilen. Nur acht Prozent der radioaktiven Emission geht innerhalb von 50 Kilometern um ein havariertes AKW nieder, 50 Prozent innerhalb von 1.000 Kilometern und 25 Prozent in mehr als 2.000 Kilometer Entfernung, so das Ergebnis. Angesichts seiner hohen Reaktordichte muss Westeuropa alle 50 Jahre mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktiver Kontamination pro Quadratmeter rechnen, wobei hier jede Kernschmelze im Schnitt 28 Mio. Menschen betrifft.Optimismus ist passéDie Forderung der Studienautoren: Die Risiken, die von Atomkraftwerken ausgehen, sollten tiefgehend analysiert und neu betrachtet werden. “Unsere Studie gibt nicht die letzte Antwort und die Ergebnisse sollen trotz ihrer Beschränkungen ein Beitrag der Debatte sein. Dringend nötig ist es, den völlig überzogen Optimismus aus der Bauzeit der meisten heutigen Reaktoren abzulegen”, betont Lilieveld.

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Wegen fehlerhafter Teile an Brennelementen: Kernkraftwerk Brokdorf nach Inspektion vom Netz genommen

Das teilte das Justizministerium in Kiel und der Betreiber, der Energiekonzern Eon , mit. Es bleibe voraussichtlich bis Freitag abgeschaltet, sagte eine Eon-Sprecherin auf Anfrage.

Bei der Inspektion von Brennelementen aus dem Lagerbecken seien einzelne gebrochene Niederhaltefedern entdeckt worden. Die Brennelemente verfügten über jeweils acht Niederhaltefedern. Sie sollen ein Abheben von Brennelementen beim Betrieb der Anlage verhindern.

Die Brennelemente würden hauptsächlich durch ein unteres und ein oberes Gerüst gehalten, erläuterte die Eon-Sprecherin. Die Federn würden vor allem die Ausdehnung der Brennelemente bei Wärmeentwickung auffangen.

Die Aufsichtsbehörde sei über das meldepflichtige Ereignis der Kategorie N am Mittwoch informiert worden. Die Atomaufsicht habe Sachverständige zur Klärung hinzugezogen.

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Ein Jahr nach Fukushima: EU für mehr Sicherheit

Ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima gedenkt die EU der Opfer und pocht auf die Sicherheit der europäischen Atomkraftwerke.

Als Reaktion auf den Unfall in Japan finden in der EU gegenwärtig erstmals “Stresstests” für die europäischen AKW statt. Ergebnisse der dreistufigen Prüfungen werden spätestens im Sommer dieses Jahres vorliegen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte heute (Dienstag) in Brüssel: “Die EU-Stresstests sind streng, objektiv und gründlich. Wir prüfen die Sicherheit von Kernkraftwerken bei Naturkatastrophen genauso wie bei Flugzeugabstürzen und Managementfehlern.” Europa habe aus der Katastrophe in Japan gelernt. “In der Vergangenheit wäre es undenkbar gewesen, dass multinationalen Prüfer-Teams Einlass in die AKWs gewährt wird.”

Einen umfassenden Überblick über die Stresstests und über EU-Forschungsprojekte zum Bereich der nuklearen Sicherheit in diesem Hintergrundmemo.

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Französisches AKW Cattenom nach Störfall teils vom Netz

Im französischen Atomkraftwerk Cattenom hat es erneut einem Störfall gegeben. Wegen eines technischen Defekts an einem Generator sei der Reaktorblock 2 vom Netz genommen worden, teilte das Umweltministerium in Saarbrücken mit. Dieser Block war bereits am 10. Februar wegen eines technischen Fehlers automatisch abgeschaltet worden.

Der Vorfall habe aber nach Angaben des Betreibers EDF keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen, auf das Personal und die Umwelt gehabt, so das Ministerium weiter. Der Vorfall habe sich im nicht-nuklearen Bereich der Anlage ereignet. Block 2 war den Angaben zufolge nach einem Störfall am 10. Februar erst am Montag wieder angefahren worden.

750 sicherheitsrelevante Ereignisse seit 1986

Insgesamt wurden in Cattenom seit der Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks 1986 rund 750 sicherheitsrelevante Ereignisse registriert. Die Anlage ist nur wenige Kilometer Luftlinie von den Grenzen zu Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt. In der Vergangenheit hatten der saarländische Landtag und die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke sich für eine Abschaltung ausgesprochen. Auch der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker dringt auf eine dauerhafte Stilllegung der Anlage.

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Zwischenfall in Illinois: US-Atomreaktor muss heruntergefahren werden

Geringe Menge des radioaktiven Stoffes Tritium sind aus einem Atomkraftwerk im US-Bundesstaat Illinois entwichen. Der Reaktor wurde nach dem Zwischenfall heruntergefahren. Für die Bevölkerung soll keine Gefahr bestehen.

Nach Problemen mit der Energieversorgung ist ein Atomreaktor im US-Staat Illinois am Montag heruntergefahren worden. Nach Angaben der Betreiber der Anlage im westlich von Chicago gelegenen Byron wurde Tritium-haltiger Dampf abgelassen, um den Druck zu senken und für Kühlung zu sorgen. Dieser stamme nicht aus dem Inneren des Reaktors, sondern von dort, wo Turbinen Strom produzierten. Zudem seien Dieselgeneratoren eingesetzt worden, um den Reaktor weiter mit Energie zu versorgen.

Die US-Behörden bezeichneten den Vorfall als „ungewöhnliches Ereignis“ mit der niedrigsten von vier Gefahrenstufen. Es sei erwartet worden, dass geringe Mengen des radioaktiven Tritiums freigesetzt würden. Für Anwohner und Mitarbeiter der Anlage habe aber keine Gefahr bestanden, hieß es. Der Betreiber teilte mit, ein defektes Teil einer Schaltanlage habe den Zwischenfall verursacht. Die Schaltanlage versorgt den Reaktor mit Energie, nimmt aber auch den produzierten Strom des Meilers auf.

Eine Sprecherin der Atomaufsichtsbehörde sagte, es sei zunächst unklar, wie viel Tritium freigesetzt wurde. Die Menge sei jedoch klein, da die Überwachungsgeräte um den Atomreaktor keine erhöhten Strahlenwerte anzeigten. Der abgelassene Dampf „nimmt einen Teil der Energie weg, die immer noch durch die Kernreaktion produziert wird, und die sonst nirgendwo mehr hin kann“.

Tritiummoleküle sind so klein, dass geringe Mengen aus dem Dampf in das Wasser übergehen könnten, das zur Kühlung der Turbinen und anderer Geräte außerhalb des Reaktors verwendet wird. Tritium hat eine relativ kurze Halbwertszeit und kann durch die Luft in den menschlichen Körper eindringen. Die zuständige Bezirk betonte, die öffentliche Sicherheit sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

viaZwischenfall in Illinois: US-Atomreaktor muss heruntergefahren werden – International – Politik – Handelsblatt.

Japan will Tepco über Aktienkauf verstaatlichen

Die japanische Regierung will einem Medienbericht zufolge den Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima über den Kauf von Stammaktien verstaatlichen.

Japan sei bereit, umgerechnet rund zehn Milliarden Euro für den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Tokyo Electric Power (Tepco) auf den Tisch zu legen, berichtet die Nachrichtenagentur JiJi am Sonntag.

Tepco sieht sich mit enormen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verseuchter Gebiete konfrontiert.

viaAgentur – Japan will Tepco über Aktienkauf verstaatlichen | Unternehmen | Reuters.

Woher kommen die Riesenwelse? Biologen stehen vor einem Rätsel!

Mehr als zwei Meter lang sind die Welse, die Forscher in der Rhône nahe der französischen Stadt Lyon aufgespürt haben – doch vor allem sind sie sehr gesellig: Bis zu 40 Tiere ballen sich zu Gruppen zusammen. Und niemand weiß, warum.

Es soll Menschen geben, die schwimmen nicht gern in Seen oder Flüssen. Schließlich könnten sie dort von einem Fisch gestreift werden. Selbst die kurzzeitige Berührung mit einem Wasserbewohner empfinden diese Menschen als unangenehm. Wenn man einen Blick auf die Bilder wirft, die französische Forscher in der Rhône nahe der Stadt Lyon gemacht haben, kann man das möglicherweise (noch) besser verstehen.

Zwischen Mai 2009 und Februar 2011 haben Wissenschaftler um Frédéric Santoul von der Université de Toulouse eine Invasion von Flusswelsen in der Rhône beobachtet. Jetzt berichten sie im Fachmagazin “PLoS ONE”, dass sich die Fische dort zudem in großen Gruppen aufgehalten haben. Eine außergewöhnliche Beobachtung, denn normalerweise sind die Welse eher Einzelgänger. Die Biologen aber zählten bis zu 44 Tiere in einer Gruppe. Und: Die ohnehin großen Fische waren auffällig groß. Eine Länge von bis zu 2,10 Meter erreichten manche Welse. Dadurch habe sich eine Biomassedichte von bis 40 Kilogramm pro Quadratmeter Flussgrund ergeben, schreiben die Forscher.

Warum sich die Tiere derart dicht drängen, können die Wissenschaftler sich jedoch nicht erklären. Sie schließen aber aus, dass es den Fischen um Fortpflanzung, Futtersuche oder den Schutz vor Angreifern gegangen sein könnte. Im Gegensatz zu einem klassischen Fischschwarm hätten sich die Welse alle in verschiedene Richtungen bewegt und seien manchmal sogar kollidiert – keine Spur von koordinierten Bewegungen.

Die Flusswelse sind nach Angaben der Biologen aus Osteuropa in die Rhône gekommen. Vor rund 150 Jahren wurden sie vom Menschen dort angesiedelt. Deswegen sei es besonders interessant, wie die Tiere das Ökosystem des Flusses beeinflussen. Dass sie es tun, steht außer Frage – schon allein durch die großen Mengen Phosphor und Stickstoff in den Ausscheidungen der Fische. Die Flusswelse sind etwa fünf Mal so schwer wie die anderen Bewohner der Rhône in diesem Bereich. Und sie scheiden auch dementsprechend viele Fäkalien aus.

Santoul und seine Kollegen schreiben, dass die Welse bis zu 286 mal mehr Phosphor und bis zu 56 mal mehr Stickstoff in das Flusswasser abgeben als bisher bekannte Fischvorkommen im Süßwasser. Sie sprechen von einem biogeochemischen Hotspot, also einen Bereich, in dem weit mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen als genutzt werden können. Vielleicht ist das auch ein Grund, mit dem Baden in der Rhône in Zukunft etwas zurückhaltender zu sein. Andererseits durchfließen den betrachteten Flussabschnitt nach Angaben der Wissenschaftler etwa 150.000 Liter Wasser – pro Sekunde.

viaRätselhaftes Schwarmverhalten: Riesenfisch-Plage in der Rhône verblüfft Biologen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft.

Tricastin – ein allein französisches Problem?

An der malerischen Rhône im südlichen Frankreich gelegen, steht die weltweit größte Kernkraftanlage Tricastin mit vier riesigen Meilern, die jährlich eine Nettogesamtleistung von etwa 3,66 Gigawattstunden erbringen. (Anm. Reaktoren sind heute stillgelegt. Man betreibt hier eine Urananreicherungsanlage http://de.wikipedia.org/wiki/Eurodif)

Zusätzlich werden an der Rhône weitere 13 Atomkraftwerke betrieben, der Fluss speist die Anlagen mit Kühlwasser. Dabei gerät immer wieder Treibholz in die Ansauganlagen, was entsprechend zu Störfällen führt. Doch damit ist es noch nicht getan:

Tricastin ist über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt für eine ganze Reihe von Pannen, Störfällen und Beinahe-GAUs seit der Inbetriebnahme 1980. Kurz nach der Inbetriebnahme ereignete sich bereits der erste gravierende Unfall, als ein Leitungsrohr mit radioaktivem Abwasser platzte. Das Wasser der Rhône wird dabei von den Kernkraftwerken so intensiv genutzt, dass die natürliche Temperatur von 15-20 Grad mitunter auf über 30 Grad Celsius ansteigt. Zudem weist das Wasser der Rhône heute eine hundertfach höhere Konzentration an Uran auf, als zugelassen. Die Anzahl deformierter Amphibien und anderer Tiere ist an der Rhône ebenso verdächtig häufig wie die Anzahl der multiplen Krebsarten bei Anwohnern und Leukämiefällen bei Kindern.

Dabei werden zwei Drittel der produzierten Energie allein von der Urananreicherungsanlage Eurodif verbraucht. Und auch Eurodif ist für gefährliche Störfälle bekannt: So traten im Juli 2008 große Mengen einer radioaktiven Flüssigkeit in die Umgebung aus. Umweltschützer haben Messungen in ganz Südfrankreich angestrengt und damit nachweisen können, dass weite Teile des Umlandes der Rhône praktisch für unbewohnbar erklärt werden müssten.

viaAtomenergie; Teil 4: Recycling der besonderen Art – Uran, Rhône, Trinkwasser, Bericht, Störfälle, Dabei – Erneuerbare Energie Nachrichten.

Am 1. September 1980 musste ein Reaktorblock heruntergefahren werden, nachdem ein Rohr mit radioaktivem Abwasser geborsten war. Nach offiziellen Angaben konnte das ausgelaufene Abwasser aufgefangen werden.[4]

1999 erhielt ein Arbeiter in einem der Reaktorblöcke von einem Strahlenschutzbeauftragten die Erlaubnis, eine kurze Arbeit unter dem Reaktorbehälter zu erledigen. Er erhielt eine als krebserzeugend geltende Dosis von rund 300 Millisievert binnen drei Minuten. Der Strahlenschützer hatte zuvor abgeschätzt, die Dosis betrage nur 70 Millisievert. Der Fall hatte ein juristisches Nachspiel.[5]

Vom 12. bis zum 22. Juli 2003 überschritt die Wassertemperatur des Kanals Donzère-Mondragon durch Kühlwassereinleitung des Kernkraftwerks Tricastin wiederholt die erlaubte Grenze von 27 °C. Insgesamt dauerte die Überschreitung über 44 Stunden, wobei die Temperatur bis zu 28,8 °C erreichte. Die Behörde für nukleare Sicherheit veröffentlichte diesen Zwischenfall am 1. August 2003 auf ihrer Internetseite. [6]

Eine am 2. Juli 2004 durchgeführte Inspektion der französischen Behörde für nukleare Sicherheit zum Thema Brandgefahr förderte mangelnde Erfahrung der Angestellten zutage. So habe man 37 Minuten gebraucht, um effektiv gegen einen eventuellen Brand vorzugehen. Während dieses Zeitraums nähme das ausgebrochene Feuer schon ein zu großes Ausmaß an.[7]

In der Urananreicherungsanlage Eurodif, die sich auf dem gleichen Gelände wie das Kernkraftwerk befindet, kam es 2008 zu einem Störfall, der am 8. Juli bekannt wurde. Dabei trat radioaktive Flüssigkeit in die Umgebung aus.[8][9] Die im Zuge des Zwischenfalles stattfindenden Wasseranalysen am Kraftwerk ergaben eine 100fache Überschreitung des genehmigten jährlichen Belastungsgrenzwertes. Laut IRSN-Direktor Jean-Christophe Gariel ist die erhöhte Strahlenbelastung vermutlich auf einen früheren Störfall zurückzuführen. Die Wissenschaftlerkommission CRIIRAD vermutet hingegen, dass die Verseuchung von einer nicht abgedeckten militärischen Uranmüllhalde stammt. [10] 10 Tage nach dem Unfall wurde eine sofortige Grundwasserüberprüfung in der Umgebung aller französischen Atomkraftwerke angeordnet. Der französische Zweig von Greenpeace fordert inzwischen die generelle Ausweitung der Grundwasseranalysen auf die Kraftwerksgelände, anstatt wie bisher nur Messungen bei den Kernkraftwerken selbst vorzunehmen.[11]

Zwei Wochen später wurden am 23. Juli rund 100 Menschen durch radioaktive Partikel „leicht kontaminiert“.[12] Die Partikel waren aus der Abzugsleitung eines abgeschalteten Reaktors ausgetreten. Der Zwischenfall wurde auf Stufe 0 auf der achtstufigen Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse eingeordnet. Da sich im Juli 2008 jedoch weitere Störfälle ereigneten und diese zu Ermittlungen am Kraftwerksgelände führten, fand dieser neuerliche Unfall ein überdurchschnittliches Medienecho.

Um herauszufinden, ob sich der Betreiber an die geltenden Sicherheitsbestimmungen gehalten hat, durchsuchten Polizeikräfte das Büro des Direktors.[13]

Am 16. Februar 2011 wurde festgestellt, dass in mehr als der Hälfte der Notstrom-Dieselgeneratoren der Blöcke 3 und 4 einige vor zwei Jahren zwecks Erneuerung eingesetzte Einzelteile bei etwas längerer Laufzeit des Diesels vorzeitig versagen können. Diese Qualitätsmängel erwiesen sich bei einem Test in einem anderen KKW als Totalausfalls-Ursache der Diesel, die aber dort nur zum kleineren Teil damit ausgestattet waren. Bei Ausfall des externen Stromnetzes und des Reservenetzes (Notstromfall) wäre damit bei Tricastin 3/4 die Stromversorgung zur Abfuhr der Nachzerfallswärme im Reaktorkern nicht gesichert gewesen, es hätte schlimmstenfalls sogar in beiden Blöcken zu einer Kernschmelze führen können. INES 2.[14][15]

Am 2. Juli 2011 kam es zu einem Brand in einem Transformator.[16]

viaKernkraftwerk Tricastin – Wikipedia.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2009 wurde Block 4 des Kernkraftwerks aufgrund einer Störung des Kühlsystems abgeschaltet und der interne Notfallplan ausgelöst. Ursache dafür waren laut Betreiber pflanzliche Abfälle in der Rhône, welche durch starke Niederschläge hervorgerufen wurden und die Kühlwasserzufuhr verstopften.[3] Der Vorfall wurde von der französischen Atomaufsichtsbehörde Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN) als Störfall in der INES-Kategorie 2 eingestuft.

viaKernkraftwerk Cruas – Wikipedia.

Unfall in Belgien: Arbeiter in Wiederaufbereitungsanlage verstrahlt

In einer Wiederaufbereitungsanlage in Belgien sind drei Menschen verstrahlt worden. Bei einer routinemäßigen Inspektion sei es zu einem Unfall mit einem Plutonium-Behälter gekommen, heißt es vom Betreiber der Anlage Belgoprocess nahe der niederländischen Grenze. “Der Behälter ist auf den Boden gefallen“, sagte ein Belgoprocess-Sprecher. Dabei sei aber nur eine “extrem kleine Menge” freigesetzt worden.Bei dem Vorfall am Dienstag sei aber keine Radioaktivität aus der Anlage ausgetreten. Weder für die Menschen in der Nachbarschaft noch für die Umwelt bestünde eine Gefahr, teilte der Betreiber mit. Bei den drei Personen, die kontaminiert wurden, handelt es sich um Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA und Euratom, sowie um einen Mitarbeiter der Anlage. Sie würden nun untersucht.

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USA and Russia commit to expand nuclear power

Energy leaders from Russia and America have made a “commitment to supporting the safe and secure expansion of civil nuclear energy” on the sidelines of the International Atomic Energy Agency’s General Conference. Officials from the US Department of Energy and Russia’s Rosatom signed what the US side called a “joint statement on strategic direction of US-Russia nuclear cooperation.” US energy secretary Stephen Chu said it was a milestone for the two nuclear energy pioneers. They were long separated by their opposition during the Cold War, but now share a leading role in nuclear security and disarmament.Russian nuclear energy chief Sergei Kiriyenko focused comments on his country’s efforts to help new nations enjoy the benefits of nuclear energy. Kiriyenko noted Russia’s cooperation towards nuclear build with Bangladesh, Belarus, Nigeria and Vietnam.The nuclear project in Turkey was said to be the first example of this mode of cooperation: Russia will build, own and operate a four-unit power plant at Akkuyu, supplying the state utility with electricity at a fixed price for at least 15 years. Rosatom will initially own 100% of the project and it intends to retain at least 51% in the long term.New approaches to the fuel cycle are on the US agenda and Chu’s speech highlighted the US stance, which has changed markedly since President George Bush launched the Global Nuclear Energy Partnership in 2005. Chu said America will “encourage commercial nuclear companies to join together, under appropriate laws and regulations, to provide secure, reliable access to both front and back-end fuel services to any country with nuclear reactors.”Chu’s statement contained a message from President Barack Obama: “The tragic events at Fukushima make clear that nuclear energy, which holds great promise for global development and as a carbon-free source of power, also brings significant challenges to our collective safety and security… We must aim for a future in which peaceful nuclear energy is not only safe, but also accessible by all nations that abide by their obligations.”

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Uran-Exporte: Prüfer werfen US-Atombehörden Schlamperei vor

Eine Atombombe in den Händen von Terroristen ist der ultimative Alptraum von Sicherheitsexperten. Berichte über Kernmaterial, das aus schlecht gesicherten Beständen verschwunden ist oder noch verschwinden könnte, kamen allerdings bisher meist aus Staaten wie Pakistan oder einigen ehemaligen Sowjetrepubliken. Jetzt aber hat eine amerikanische Behörde einen Bericht veröffentlicht, der für die US-Regierung peinlich werden könnte.

Das Government Accountability Office (GOA) – in etwa vergleichbar mit dem deutschen Bundesrechnungshof – listet darin penibel auf, welche Mengen an hochangereichertem Uran die USA bisher exportiert haben, und vor allem: wie viel davon die Amerikaner vermissen.

Damit bleiben unter dem Strich 2700 Kilogramm hochangereichertes Uran, deren Verbleib offenbar bestenfalls lückenhaft bekannt ist. Wo genau man sie vermutet, wird in dem GAO-Bericht nicht erwähnt. Wie das US-Magazin “Wired” auf seiner Website berichtet, wurden diese Informationen als zu brisant eingestuft und dem Kongress in einem vertraulicher Bericht gemeldet.

Der GAO-Bericht enthält teils haarsträubende Details über die Organisation des Energieministeriums und des NRC, die für die Sicherheit des Atommaterials verantwortlich sind.Unabhängige Experten äußerten sich erstaunt über den GAO-Bericht. “Es ist erstaunlich, wie völlig ungezwungen das Energieministerium bei der Verfolgung des Materials ist”, sagte Atomwaffenexperte Jeffrey Lewis vom Monterey Institute of International Studies zu “Wired”. “Es gibt dort niemanden, der sich darum kümmert.”

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