Der wichtige Handelspartner China zeigt sich zunehmend besorgt über die Schuldenkrise in der Euro-Zone. Regierungschef Wen Jiabao bekräftigte die Bereitschaft seines Landes, den Europäern zu helfen: “Wir werden unseren Worten auch Taten folgen lassen”, sagte Wen am Dienstag auf dem EU-China-Gipfel in Peking.
Details, wie die Hilfe konkret aussehen könnte, nannte Wen jedoch nicht. Anfang Februar hatte er eine Beteiligung Chinas über den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder an Rettungspaketen in Aussicht gestellt. “Wir stehen vor enormen Herausforderungen”, sagte Wen. China und Europa seien zunehmend voneinander abhängig. China wünsche sich daher ein erfolgreiches Europa.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte bei dem Treffen, die EU werde weiterhin alles tun, um das Vertrauen wiederherzustellen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy begrüßte die “positive Haltung” Chinas. “Es ist Sache Chinas, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, wie es zur Stabilität der Euro-Zone beiträgt.” Beide Seiten hätten vereinbart, die Konsultationen zu intensivieren.
Van Rompuy forderte zudem einen verbesserten Zugang für europäische Unternehmen zum chinesischen Markt, da ausländische Firmen in China häufig eine Bevorzugung nationaler Unternehmen und die Verdrängung von bestimmten Märkten beklagen. Zudem forderte er einen stärkeren Schutz von Urheberrechten in dem Land.
Seit Beginn der Schuldenkrise hat China wiederholt Hilfen angekündigt, etwa durch den Kauf griechischer Staatsanleihen. Die Zusagen blieben jedoch meist unkonkret. Hilfen für Europa sind in China umstritten. Das Land hat Währungsreserven von mehr als drei Billionen Dollar aufgebaut. Doch die sozialen Spannungen in dem Land sind groß, trotz des rasanten Wachstums leben noch immer Hunderte Millionen Menschen in Armut. Innenpolitisch werden Geldanlagen in als unsicher geltende europäische Staatsanleihen daher kritisch gesehen.
In deutschen Regierungskreisen war in den vergangenen Monaten immer wieder das Argument genannt worden, dass China den Euro am Ende auch deshalb unterstützen werde, weil es aus strategischen Gründen an einer zweiten Weltwährung neben dem Dollar interessiert sei.
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