Russland will mit neuen Leitungen mehr Gas in die EU liefern

Als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa feierten Deutsche und Russen die neue Ostsee-Pipeline Nord Stream im November. Doch nun beklagen Energieunternehmen, dass mitten in der Extremkälte nicht genug russisches Gas ankomme. Für Moskau ist die Schuldfrage geklärt.

Moskau (dpa) – Für Russlands «obersten Gasmanager» Wladimir Putin liegt die Ursache für die Probleme bei den Energielieferungen an Deutschland und andere EU-Länder auf der Hand. Ja, die Energiegroßmacht müsse in der Extremkälte zuerst an den gestiegenen Eigenbedarf denken und erst dann an die Kunden im Westen. Das betont der Regierungschef bei einem Treffen mit der Spitze des Staatskonzerns Gazprom. Aber dass Versorger in der EU Lieferkürzungen bis zu 30 Prozent bei russischem Gas beklagen, zeige nur, wie nötig neue Gasleitungen von Russland nach Westen seien, sagt Putin.

Die Gazprom-Führung gibt bei dem Treffen mit Putin erstmals zu, nicht im gewünschten Umfang an den Westen liefern zu können. Betroffen ist auch Deutschland als größer Gas-Abnehmer in der EU. Eine Notlage bestehe allerdings nicht, weil die Speicher gut gefüllt seien, betonen die Energieversorger. Tagelang hatte Gazprom jede Schuld für die Kürzungen von sich gewiesen. Nun bestätigt die Konzernleitung, dass die Lieferungen nur zeitweise um etwa zehn Prozent gedrosselt worden und jetzt wieder auf Vertragsniveau seien.

Schuld an der Lage hätten diejenigen, die sich lange gegen die Ostseepipeline Nord Stream gewehrt hätten, meint Putin. Die Inbetriebnahme des ersten Strangs der Leitung feierten Deutsche und Russen im vergangenen November in Lubmin als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa. Putin fehlte bei dem Festakt. Hätte es keine Verzögerungen gegeben, sagt er nun, wäre längst schon der zweite Strang der 1224 Kilometer langen Pipeline zwischen Russland und Deutschland am Netz.

«Gazprom könnte schon neue Förderstätten erschlossen haben, darunter auch in Bowanenkowskoje. Auch auf dem Stockman-Feld in der Barentssee könnte das Unternehmen aktiver arbeiten. Ich bin sicher, dass es dann solche Probleme nicht gegeben hätte», sagt Putin. Er hatte unlängst vorgeschlagen, entlang der Nord-Stream-Leitung weitere  Stränge verlegen zu lassen. Im Dezember soll drei Monate früher als geplant die South-Stream-Leitung in den Bau gehen.

Russland will bei Bedarf seinen Gasexport in die EU von derzeit etwa 125 Milliarden Kubikmeter bis 2020 auf 200 Milliarden Kubikmeter erhöhen können. Doch vorerst muss der größte  Gasförderer und -Exporteur der Welt passen. Es gebe technische Grenzen, teilt die Gazprom-Spitze beim Treffen mit Putin mit. Allein die Gasförderung von Gazprom sei auf ein Maximum von 1,6 Milliarden Kubikmeter am Tag gestiegen. Zudem würden noch die Speicher angezapft.

Der Grund ist der seit Tagen herrschende Extremfrost mit bisweilen um die minus 50 Grad in Sibirien und im äußersten Osten. Deshalb ist der Gasverbrauch im größten Land der Erde erstmals überhaupt auf mehr als zwei Milliarden Kubikmeter am Tag gestiegen. Das seien 300 bis 400 Millionen Kubikmeter mehr als normal, heißt es.

Wegen des Megafrosts sei die Gasförderung gestiegen, hatte Konzernvize Alexander Medwedew mehrfach erklärt, als der Westen Kürzungen beklagte. Einmal mehr lenkte er den Blick auf die Ukraine, das wichtigste Transitland in die EU. Die Ex-Sowjetrepublik sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, illegal russisches Gas abzuzapfen. Auch die Ukraine, die stets zu hohe Preise für russisches Gas kritisiert, hat angesichts von Temperaturen von gebietsweise um die minus 30 Grad Celsius einen Rekordverbrauch.

Doch auch am Wochenende weisen der ukrainischen Energieversorger Naftogas sowie die Regierung in Kiew Vorwürfe zurück, sie würden mehr entnehmen als vereinbart. Die Ukraine sei sogar bereit, aus eigenen Speichern die russischen Lieferzusagen an den Westen abzusichern. Das sind ungewohnt freundliche Worte, nachdem Kiew und Moskau zuletzt 2009 einen «Gas-Krieg» ausgefochten hatten. Damals blieben auch in der EU viele Wohnungen kalt, als Russland den Gashahn im Streit um den Preis ganz abgedreht hatte.

Und am Rande der Sicherheitskonferenz in München spricht sich Kiews Präsident Viktor Janukowitsch russischen Agenturen zufolge dafür aus, das nur zu zwei Dritteln genutzte Pipelinenetz der Ukraine für den Transit zu modernisieren. An einem Pipeline-Konsortium, um das marode Transitnetz auf Vordermann zu bringen, hat auch Putin immer wieder Interesse gezeigt.

viaEU-Info.Deutschland – Russland will mit neuen Leitungen mehr Gas in die EU liefern Von Ulf Mauder, dpa.

Lieferausfälle: Gazprom weist alle Vorwürfe von sich

“Aufgrund des strengen Winters in Russland und Temperaturen von bis zu minus 35 Grad kommt es derzeit zu Einschränkungen in der Anlieferung von Erdgas aus Russland. Dies hat auch Auswirkungen auf den Gastransport nach Europa”, teilte der österreichische Öffnet externen Link in neuem FensterEnergiekonzern OMV am Donnerstag mit. In Österreich kämen derzeit 30 Prozent weniger Erdgas an als sonst. Fast 50 Prozent des österreichischen Gasbedarfs wird normalerweise von Russland gedeckt.

Italien warf Russland nach Angaben der Agentur Interfax vor, 20 Prozent weniger Gas geliefert zu haben. Ähnliche Vorwürfe kamen auch aus Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei. Die Gasflüsse von Russland nach Italien, Polen und die Slowakei seien am Mittwoch zwischen 8 und 10 Prozent unter die üblichen Werte gefallen, bestätigte die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Am Freitag teilte Brüssel mit, dass auch Bulgarien, Griechenland, Ungarn und Rumänien betroffen seien.

Die RWE-Tochter Supply & Trading, die für den Gasimport zuständig ist, bekommt derzeit 30 Prozent weniger Gas als üblich, erklärte eine RWE-Sprecherin gegenüber Öffnet externen Link in neuem FensterDow Jones. Die Versorgung der Kunden sei aber sichergestellt.

Der russische Energieriese ließ hingegen mitteilen, das Unternehmen habe in den kalten Tagen seine Gaslieferungen auf ein Maximum herauf geschraubt: “Gazprom pumpt derzeit täglich Gasmengen nach Europa, die in der Jahresauswertung 180 Milliarden Kubikmetern gleichkommen”, teilte der Konzern am Donnerstag unter Berufung auf Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedew mit. Angesichts des kalten Wetters laufe die Gasversorgung auf vollen Touren. Im vergangenen Jahr seien etwa 150 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa geflossen.

Allerdings beziehe die Ukraine, die in diesem Jahr die Gaseinfuhr aus Russland stark reduzieren will, momentan Gas in deutlich höheren Mengen als im Vertrag vorgesehen, so Medwedew. Die derzeitige Menge, die die Ukraine beziehe, entspreche aufs Jahr gerechnet 60 Milliarden Kubikmeter, was deutlich höher als vertraglich festgesetzt sei.

Ukraine: “reibungsloser Transit”

Die Ukraine wies auf den “reibungslosen Transit” von russischem Gas in den Westen gemäß Lieferverträgen von Gazprom. “Zusätzliche Gasmengen, die die Ukraine jetzt wegen extremer Kälte verbraucht, stammen aus ukrainischen Untergrundgasspeichern”, teilte der nationale Versorger Öffnet externen Link in neuem FensterNaftogaz am Donnerstag in Kiew mit. Durch ukrainisches Territorium werden jährlich im Durchschnitt rund 100 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland gepumpt.

Medwedew zufolge wurden die Gaslieferungen auch in Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) erhöht, darunter in die Ukraine und nach Weißrussland. Deutlich mehr Gas werde Gasspeichern entnommen. Allein aus seinen europäischen Speichern pumpe der Gazprom-Konzern in der letzten Woche fast 300 Prozent mehr Gas als sonst, sagte Medwedew.

viaLieferausfälle: Gazprom weist alle Vorwürfe von sich | Energie und Klimaschutz | EurActiv.de – Portal: EU-Informationen, EU-Nachrichten, EU-Debatten mit News, Hintergrund und Politikpositionen – Europa und Europe, EU-Kommission, EU-Parlament, EU-Rat und EU-Stakeholder.

Kälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa

Der Kälteeinbruch in Russland hat nun auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland. Um den gestiegenen Bedarf im eigenen Land zu decken, drosselt der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen.

Die klirrende Kälte in Osteuropa hat den Energiebedarf der Region deutlich erhöht. Um die gestiegene heimische Nachfrage zu bedienen, verringert der russische Staatskonzern Gazprom nun offenbar seine Lieferungen nach Europa deutlich.

 

Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Industriekreise berichtet, seien etwa durch die Yamal-Europe-Pipeline, die von Russland über Weißrussland und Polennach Deutschland führt, am Dienstag zehn Prozent weniger Gas geflossen als in den vergangenen Tagen. Zudem hätten acht Prozent der Bestellungen aus Italien nicht bedient werden können.

Mit den Vorräten müsse zunächst der Bedarf der russischen Kunden gedeckt werden, hieß es. Wegen des auch für russische Verhältnisse ungewöhnlich starken Frosts ist im größten Land der Erde der Gasverbrauch erstmals auf zwei Milliarden Kubikmeter pro Tag gestiegen. Das entspricht nach russischen Angaben etwa dem Jahresverbrauch von EU-Mitglied Bulgarien. Schon 2006 hatte Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen wegen des tiefen Winters kurzzeitig reduziert.

Deutsche Verbraucher müssen aber nicht fürchten, bald in kalten Wohnungen zu sitzen. Schließlich liefert Gazprom noch weiter. Zudem gibt es in Deutschland mehr als 40 unterirdische Gasspeicher, die Versorgungsschwankungen ausgleichen können.

Im Zuge der Kältewelle sind in den vergangenen Tagen in ganz Osteuropa bereits mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. In der Ukraine sank die Temperatur auf Minus 33 Grad, den kältesten Wert seit sechs Jahren.

viaKälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft.

Ostsee-Pipeline: Gazprom-Tochter bekommt Milliardenhilfe von Deutschland

Artikel vom 18.12.2009 – Gegen das Vergessen!

Die Ostsee-Pipeline soll russisches Erdgas nach Westeuropa transportieren – doch ohne Staatshilfe kommt das Projekt offenbar nicht aus: Die Betreiberfirma Nord Stream, eine Tochter des Energiegiganten Gazprom, bekommt nun von der Bundesregierung eine Milliardenbürgschaft.

Es ist ein Mammutprojekt für die europäische Energieversorgung: Die Ostsee-Pipeline soll eines Tages russisches Erdgas nach Westeuropa transportieren – auf direktem Weg von Russland nach Deutschland, ohne Transit über andere Länder wie die Ukraine. Doch bei der Finanzierung ist der Betreiber offenbar auf öffentliche Hilfe angewiesen: Im März hat das Konsortium Nord Stream in Deutschland Staatsgarantien beantragt, nun hat die Bundesregierung die Bürgschaften bestätigt.

Nord Stream gehört mehrheitlich dem russischen Energieriesen Gazprom Chart zeigen. Der Konzern wiederum ist mehrheitlich in Staatsbesitz und befindet sich unter Kontrolle des Kreml. Vorsitzender des Aktionärsausschusses von Nord Stream ist Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Weitere Anteilseigner sind neben Gazprom die beiden deutschen Konzern E.on Chart zeigen und BASF Chart zeigen sowie der niederländische Energieversorger Gasunie Chart zeigen.

Nord-Stream-Sprecher Jens Müller erklärte am Freitag, bei den Staatshilfen gehe es lediglich um Bürgschaften. Kredite seien nicht angefragt worden. Damit widersprach Müller einem Bericht des “Focus”. Der Pipelinebau sei und bleibe das größte privatfinanzierte Konjunkturprogramm Europas.

Insgesamt geht es um 2,6 Milliarden Euro

Allerdings machte Müller deutlich, dass Nord Stream sehr wohl staatliche Hilfe angefragt habe. Er erklärte, Nord Stream habe bei der Regierung in Berlin Hermes-Garantien im Umfang von 1,6 Milliarden Euro beantragt. Darüber hinaus gebe es einen Antrag im Umfang von einer Milliarde Euro auf sogenannte ungebundene Finanzkredite. Auch hierbei handle es sich – ungeachtet des Namens – nicht um Kredite sondern um Garantien. Diese würden für solche Projekte vergeben, die im staatlichen Interesse lägen. Dies sei bei der Ostsee-Pipeline, die die Energieversorgung Deutschlands sichern soll, der Fall.

Im Dezember habe die Regierung die Bürgschaften bestätigt, sagte Müller. Am Mittwoch dieser Woche sei der Haushaltsausschuss des Bundestags darüber informiert worden.

Müller betonte, dass Nord Stream in erheblichem Umfang Aufträge an deutsche Firmen vergeben habe. Namentlich nannte er das Unternehmen Europipe, das einen großen Teil der Stahlrohre für die Ostsee-Pipeline liefert. “Das Engagement des deutschen Steuerzahlers kommt deutschen Firmen zugute”, sagte Müller mit Blick auf die beantragte Hermes-Bürgschaft.

Das Konsortium habe bis Mitte Oktober Angebote von Banken weltweit eingeholt und dabei Offerten im Umfang von mehr als sechs Milliarden Euro erhalten. Es gebe ein “sehr hohes Interesse” an Beteiligungen an dem Projekt.

Die Pipeline soll eine Länge von 1220 Kilometer haben. Die Gesamtkosten werden mit 7,4 Milliarden Euro veranschlagt. Nach ihrer kompletten Fertigstellung soll die Leitung jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Westeuropa liefern.

viaOstsee-Pipeline: Gazprom-Tochter bekommt Milliardenhilfe von Deutschland – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft.

Gazprom in der Arktis

Heutzutage ist fast nichts von der Meinung geblieben, die in den 90er Jahren weit verbreitet war, nämlich: Es ist ungünstig, die Arktis zu erschließen. Dabei wurden die wissenschaftlichen Angaben nicht berücksichtigt, die bestätigten, dass die russische Arktische Zone reich an Bodenschätzen ist, die zurzeit nur teilweise erkundet sind. Nun werden Akzente anders gesetzt und die russischen Gas- und Ölriesen haben bereits mit der Erschließung der Arktis angefangen.

Vor kurzem wurde es bekannt, dass das Unternehmen „Gazprom dobytscha schelf“ bereits Anfang des kommenden Jahres das Vorkommen Prilaslomnoje im östlichen Teil der Petschorasee zu erschließen beginnt. Dieses Projekt ist das erste in der russischen Praxis, das die Erschließung eines Vorkommens auf dem Festlandsockel bedeuten würde.

Die eisfeste Plattform „Prilaslomnaja“ ist für ihre Inbetriebnahme bereit und befindet sich nun auf dem Wege zu ihrem Einsatzort in der Petschorasee. Es ist auch bekannt, dass das Schiffsbauunternehmen „Sowkomflot“ zwei Tankschiffe speziell für dieses Projekt vom Stapel gelassen hat. Das Vorkommen umfasst Vorräte von insgesamt 41 Mio. Tonnen mit einer maximalen jährlichen Gewinnung von 6 Mio. Tonnen. Bis zu 2019 sollen 36 Bohrlöcher in Betrieb genommen werden. Die Plattform wird ihre volle Kapazität das ganze Jahr lang entfalten.

Zwei weitere Plattformen desselben Unternehmens – „Poljarnaja swesda“ und „Severnoje Sijanie“ sind für die rauen Verhältnisse des Hohen Nordens ausgelegt. Sie sollen den Wellen mit einer Höhe von bis zu 32 m standhalten und sind im Stande, Erkundungen in einer Tiefe bis zu 500 m durchzuführen. Diese Plattformen sollen bei der Erschließung des weltweit größten Schtockman-Vorkommen eingesetzt werden. Bis zum Jahre 2020 wird die Förderung ihren Höhepunkt von 40 bis 45 Mrd. Kubikmeter Gas erreichen. Dieses Vorkommen wird zu einer Ressourcenbasis für russische Gaslieferungen auf den atlantischen Markt.

Investitionslösungen zur ersten Phase des Schtokman-Projektes sollen im März des kommenden Jahres bewilligt werden.

Der Gazprom-Chef Alexej Miller nannte dieses Projekt eines der vorrangigen Ziele des Konzerns. Das Projekt ist in technologischer Hinsicht einmalig sowohl in der russischen, als auch der weltweiten Praxis.

Die Erschließung des Schtokman-Vorkommens und anderer Felder ermöglicht eine heftige Entwicklung des nördlichen Verkehrsknotens und des nördlichen Weges insbesondere. In der Stadt Murmansk soll eine große Hafenzone geschaffen werden, um die Beförderung der Güter für das Vorkommen zu bewältigen. Das Gebiet Archangelsk ist bereit, ein Logistikzentrum und ein Versorgungslager für das Schtockman-Feld zu eröffnen.

Ein weiteres Versorgungslager soll auf dem Archipel Nowaja Semlja errichtet werden. Es wird verschiedene Risiken bei der Arbeit in rauen Klimaverhältnissen minimieren und die Effizienz des Projektes im Allgemeinen zu steigern. Von der festen Absicht Russlands, sich in der Arktis zu behaupten, zeugt auch eine weitere Tatsache: Die Ausgaben für den Bau der Plattformen, Schiffe und Pipelines werden in der nächsten Zukunft 4,9 Billionen Rubel betragen. Der größte Teil dieser Mittel wird für die Erschließung der Arktis bereitgestellt.

viaGazprom in der Arktis: Stimme Russlands.

Gazprom, Iran und Katar planen Mega-Projekt

Der russische Energiekonzern Gazprom, die Qatar Liquefied Gas Company Ltd. und die National Iranian Oil Company planen die Gründung eines Joint Ventures, das Gas in Iran fördern und in Katar verflüssigen wird.

Die drei Partner wollen sich mit jeweils 30 Prozent daran beteiligen, die restlichen zehn Prozent könnte die chinesische CNPC oder die südkoreanische Firma Kogas bekommen, schreibt die Tageszeitung “Kommersant” am Mittwoch.

Das Joint-Venture-Projekt sieht die Errichtung der Förderinfrastruktur auf dem iranischen Ölvorkommen Süd-Pars (geschätzte Vorräte: 14 Billionen Kubikmeter) und die Verlegung einer Pipeline auf dem Grund des Persischen Golfs bis nach Katar vor, wo eine Gasverflüssigungsfabrik gebaut werden soll.

“Der vierte Teilnehmer des Joint Ventures wird je nach Absatzmarkt gewählt”, erfuhr die Zeitung bei Gazprom.

Wie das Blatt berichtet, hatte Katar im vergangenen Jahr 38,5 Milliarden Kubikmeter Gas verkauft. Die Hauptabnehmer waren Japan, Südkorea, Indien, Spanien und Belgien. Vor kurzem schloss Katar einen Vertrag mit China über die Lieferung von sieben Millionen Tonnen verflüssigtes Gas im Jahr.

Die Nachfrage nach verflüssigtem Gas wächst derzeit auch in Südkorea. Insofern kommen CNPC bzw. Kogas als möglicher vierter Teilnehmer in Frage.

Das Projekt wird auf mindestens vier Milliarden US-Dollar geschätzt.

Auf Russland, Iran und Katar entfallen rund 60 Prozent der globalen Erdgasvorräte. Am Mittwoch soll in Doha (Katar) die erste Sitzung des Obersten Technischen Komitees der “Gas-Troika” stattfinden, deren Bildung Ende Oktober verkündet wurde. Zum Vorsitzenden des Komitees wurde Sayed Reza Kazaizade, geschäftsführender Direktor der National Iranian Gas Export Company (NIGEC, Tochterunternehmen der National Iranian Gas Company), gewählt.

viaIran-Now Network – Zeitung: Gazprom, Iran und Katar planen Mega-Projekt.

Warum ist der Iran im Westen nicht sonderlich beliebt?

Artikel vom 07.01.2010

Erst China, jetzt Iran: Turkmenistan leitet Gas um

Aschchabad. Zwischen Turkmenistan und dem Iran ist eine neue Erdgas-Pipeline in Betrieb genommen worden. Die gasreiche GUS-Republik hat damit innerhalb eines Monats zwei Alternativen zum Export via Russland bekommen.

Turkmeniens Staatschef Gurbanguly Berdimuhamedow demonstriert, dass er keine Berührungsängste mit Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat – im Gegenteil: Am Mittwoch drehten die beiden gemeinsam ein Ventil der neuen Rohrleitung auf.

Bei der neuen Pipeline von nur 30 Kilometer Länge handelt es sich die zweite Gas-Leitung auf das Gebiet des international schlecht gelittenen südlichen Nachbarn Iran. Dessen Abnahmekapazität für turkmenisches Gas wächst dadurch von bisher 8 auf 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Iran will Gas-Transit ausbauen

Damit wird der Iran zu einem nennenswerten Konkurrenten im internationalen Gerangel zwischen Russland, der EU und China um den Zugang zu den turkmenischen Gasvorkommen. Beide Staatschefs bekundeten, dafür sorgen zu wollen, dass das Gas alsbald auch quer durch den Iran zu den Häfen am Persischen Golf fließen kann.

viaRussland-Aktuell – Erst China, jetzt Iran: Turkmenistan leitet Gas um.

Artikel vom 14.07.2010

Atomstreit: Russland und Iran vereinbaren Energie-Kooperation

Beide Staaten haben einen Vertrag über Öl- und Gashandel unterschrieben. Russland billigte kürzlich UN-Sanktionen gegen Iran, verhinderte aber Strafen im Energiesektor.

Die Sanktionen gegen Iran seien kein Hinderungsgrund für eine Zusammenarbeit im Energiesektor, sagte der russische Energieminister Sergej Schmatko. Auch sehe er keine Hürden für russische Firmen, Ölprodukte nach Iran zu liefern. Einen umfassenden Kooperationsvertrag wollen die russische und iranische Regierung noch in diesem Jahr unterzeichnen, wie die Energieminister nach einem Treffen in Moskau weiter mitteilten.

Zu den geplanten Vorhaben gehört die Gründung einer gemeinsamen Bank zur Finanzierung bilateraler Energieprojekte. Zudem soll die Zusammenarbeit beim Gas-Transit, Marketing und bei Swap-Geschäften verstärkt werden. Auch beim Verkauf von Ölprodukten und Petrochemikalien wollen Russland und Iran künftig enger zusammenarbeiten.

Die russischen Gas- und Ölkonzerne Gazprom, Gazprom Neft und Lukoil haben mit Iran bereits Vereinbarungen über mehrere Milliarden Dollar unterzeichnet, um an der Entwicklung dessen Öl- und Erdgasfelder teilzuhaben. Allerdings sind die meisten Projekte wegen der internationalen Sanktionen gegen die Islamische Republik gestoppt.

viaAtomstreit: Russland und Iran vereinbaren Energie-Kooperation | Politik | ZEIT ONLINE.

Artikel vom 08.06.2011

Erdgas vom Kaspischen Meer: Wettlauf zwischen Nabucco- und South-Stream-Pipeline

Der Wettlauf um das Gas aus dem Raum um das Kaspische Meer hat längst begonnen. Während die EU mit der Nabucco-Pipeline mehr Unabhängigkeit vom russischen Gas erreichen möchte, will Russland mit dem Bau der South-Stream-Pipeline die Vormachtstellung in Europa untermauern.

Obwohl es sich letztendlich um zwei verschiedenen angelegte Bauprojekte handelt, wetteifern Nabucco-Pipeline und South-Stream-Pipeline im Prinzip um das gleiche Gasvorkommen in Aserbaidschan und Turkmenistan. Aktuell kann Russland seine Exportverpflichtungen noch aus den eigenen Vorkommen aus den Feldern in Nordwestsibirien bedienen, jedoch sind diese Vorräte nur noch zeitlich begrenzt. Deshalb muss auch Russland in den kommenden Jahren verstärkt auf Importgas bauen, dass am Kaspischen Meer im Prinzip vor der Haustür gelegen ist.

Erdgas vom Kaspischen Meer: Wettlauf zwischen Nabucco- und South-Stream-Pipeline

Allerdings handelt es sich hierbei genau um jene Vorkommen, die auch den Bau der Nabucco-Pipeline so reizvoll machen für die EU. Bislang kommt man allerdings nur mühsam mit den Verhandlungen der potenziellen Partner wie Aserbaidschan und Turkmenistan voran, lediglich mit dem Irak konnte man bislang eine Einigung erzielen. Selbst wenn man weitere Verhandlungen positiv gestalten kann, sind vor allem die Kosten immer noch ein entscheidender Punkt.

Sollte Russland allerdings eine Einigung mit Aserbaidschan oder Turkmenistan erzielen können, würde die South-Stream-Pipeline durch das Schwarze Meer die Vormachtstellung des russischen Gases in Europa weiter untermauern. Zudem würde auch der wirtschaftliche Sinn der Nabucco-Pipeline in Frage gestellt. Ein Wettlauf um das Gas mit einem vollkommen offenen Ende.

viaErdgas vom Kaspischen Meer: Wettlauf zwischen Nabucco- und South-Stream-Pipeline – idealo.de.

Artikel vom 12.12.2011

Iran: Gasfund im Kaspischen Meer mit 5 Billionen Kubikmeter

Der Iran gehört zu den Ländern mit einem großen Vorkommen an Energiequellen, allerdings gestalten sich wirtschaftliche Partnerschaften aufgrund der politischen Lage äußerst schwierig. Erst am Wochenende konnte das Land den Fund eines Gasvorkommens mit einem Volumen von fünf Billionen Kubikmeter vermelden.

Gas ist mittlerweile zu einem begehrten Rohstoff geworden, zumal sich die Einsatzgebietung dank der Forschung immer weiter erhöhen. In Europa hat sich Russland dank seiner Gasvorkommen schon eine Vormachtstellung gesichert und profitiert dank der hervorragenden wirtschaftlichen Beziehung enorm von seinem kostbaren Rohstoff.

Dies kann der Iran nicht von sich behaupten, denn aufgrund der politischen Führung ist das Land zumindest aus wirtschaftlicher Sicht isoliert. Dabei gehört Iran zu den Ländern mit den größten Energievorkommen auf dieser Erde. Allein beim Gas verfügt das Land aus dem Nahen Osten über die zweitgrößten Vorkommen weltweit und seit diesem Wochenende hat sich dies noch erheblich erweitert. Grund hierfür ist der Fund eines Gasfeldes im Kaspischen Meer mit einem Volumen von fünf Billionen Kubikmeter in einer Tiefe von 700 Metern. In welcher Form der Fund in den kommenden Jahren genutzt werden soll, ließ man allerdings noch offen.

viaIran: Gasfund im Kaspischen Meer mit 5 Billionen Kubikmeter – idealo.de.

Artikel vom 28.12.2011

Gasleitung South Stream: Türkei genehmigt russische Mega-Pipeline

Im Pipeline-Wettrennen mit dem EU-Projekt Nabucco hat Russland wieder die Nase vorn: Die Türkei hat dem russischen Energiekonzern Gazprom erlaubt, die Erdgasleitung South Stream durchs Schwarze Meer zu legen – im Tausch gegen langfristige Gaslieferungen.

Moskau/Ankara – Der Deal gilt als großer Fortschritt für das Projekt: Die Türkei und Russland haben sich über die Baugenehmigung für die South-Stream-Pipeline geeinigt. Die 15 Milliarden Euro teure Rohrleitung soll Ende 2015 in Betrieb gehen und russisches Erdgas nach Europa transportieren. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin bedankte sich für die Genehmigung, nachdem Vertreter des russischen Energiekonzerns Gazprom die Übereinkunft mit dem türkischen Energieminister unterzeichnet hatten.

“Die Baugenehmigung ist der ernsthafteste Beweis, dass das Projekt strikt nach Zeitplan gebaut wird”, sagte Gazprom Chart zeigen-Chef Alexej Miller. Der erste Leitungsstrang solle bis Ende Dezember 2015 fertig sein, dann seien auch die ersten Lieferungen geplant, sagte Miller. Im Gegenzug sicherte Russland der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zu. “Wie immer in solchen Fällen ist die finale Übereinkunft das Ergebnis eines Kompromisses, der für beide Seiten akzeptabel und von Vorteil ist”, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Jetzt hängt der South-Stream-Bau nur noch von der Zustimmung der Ukraine ab. Gerade die frühere Sowjetrepublik wehrt sich aber gegen das Vorhaben, denn Russland will mit der Pipeline gerade unsichere Transitländer wie die Ukraine umgehen. Kiew wünscht sich, dass die Pipeline quer über ukrainisches Festland gelegt wird, um weiter Transitgebühren kassieren zu können. Außerdem verlangt die finanziell angeschlagene Ukraine niedrigere Preise für russische Gaslieferungen.

South Stream konkurriert mit der Nabucco-Pipeline, die von der Europäischen Union unterstützt wird und deren Anteilseigner vom früheren Bundesaußenminister Joschka Fischer beraten werden.

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Energiewende: Russland bietet Deutschen milliardenschweren Pakt an

München – Mitten in der Energiewende bekommt die deutsche Regierung ein Angebot aus Moskau: Russland will in der Energiepolitik eng mit Deutschland zusammenarbeiten. Sein Land sei bereit, mit deutschen Partnern im großen Stil Kraftwerke zu bauen und zu betreiben, sagte der russische Energieminister Sergej Schmatko der “Süddeutschen Zeitung”. Dazu wolle Russland ein bilaterales Abkommen mit Berlin schließen.

Die Regierung in Moskau hat offenbar die Konsequenzen des deutschen Atomausstiegs genau durchgerechnet. Die Bundesrepublik brauche infolge des AKW-Aus neue Kraftwerke mit einer Kapazität von zehn bis zwölf Gigawatt, sagte Schmatko. Das entspreche der Leistung von zehn bis 15 Großkraftwerken. “Wir sind bereit, Projekte in dieser Größenordnung zu finanzieren.” Branchenschätzungen zufolge könnten solche Pläne bis zu 15 Milliarden Euro kosten.

Binnen sechs Monaten könne seine Regierung gemeinsam mit der russischen Energiewirtschaft und deutschen Technologieanbietern wie Siemens ein Konzept ausarbeiten, sagte Schmatko. In vier Jahren könnten die ersten Kraftwerke stehen. Erste Gespräche mit deutschen Politikern habe es bereits gegeben. “Es muss zu einer Annäherung kommen. Das ist im Interesse beider Seiten”, sagte Schmatko mit Blick auf den Kampf um Rohstoffe.

Russische Konzerne drängen auf den deutschen Markt

Russland hat den deutschen Energiemarkt bereits seit längerem als lukratives Ziel im Auge und ist Deutschlands wichtigster Lieferant von Rohöl und Erdgas. Der russische Einfluss auf die Energieversorgung in Deutschland wird dabei immer größer. So kaufte sich die staatliche russische Ölgesellschaft Rosneft Chart zeigen mit einem 50-Prozent-Anteil an der Ruhr Oel GmbH in den deutschen Raffineriemarkt ein.

Auch der russische Energiekonzern Gazprom drängt auf den deutschen Markt und hat das hessische Unternehmen Envacom übernommen. Dieser Versorger ist auf dem deutschen Energiemarkt zwar kein großer Player, doch Gazprom hat damit zum ersten Mal in Deutschland Zugang zum Endkundenmarkt.

Der russische Konzern hat bereits eine Partnerschaft mit dem deutschen Stromriesen RWE Chart zeigen geschlossen. Es geht dabei unter anderem um günstigere Gaslieferverträge. Angepeilt ist aber auch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für Gas- und Kohlekraftwerke. Mit dem RWE-Konkurrenten E.on baute Gazprom Chart zeigen die Ostsee-Pipeline, die Gas von Sibirien nach Deutschland bringt.

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Razzien bei Gasfirmen: Wettbewerbshüter wollen Gazprom-Monopol brechen

Offiziell will die EU-Kommission das Ziel ihrer Ermittlungen nicht nennen, doch nach SPIEGEL-Informationen richten sich die Razzien gegen Gazprom: Mit ihrer konzertierten Durchsuchungsaktion in mehreren west- und osteuropäischen Ländern will die EU-Wettbewerbskommission die Marktmacht des russischen Energie-Multis brechen. Das geht aus Schreiben und Unterlagen hervor, die von den Ermittlern im Rahmen ihrer Razzia vergangenen Dienstag beschlagnahmt wurden.

So suchten die Beamten bei den deutschen Energiekonzernen RWE und E.on Ruhrgas gezielt nach Gaslieferverträgen ihrer mittel- und osteuropäischen Tochterunternehmen. Bei denen war es in der Vergangenheit durchaus üblich, dass Gazprom problematische Konditionen in die Verträge diktierte, wie Energiemanager bestätigen.

So sollen Gaslieferungen in osteuropäische Länder in zahlreichen Fällen an die Bedingung geknüpft worden sein, dass der wertvolle Rohstoff nicht in andere Länder weiterverkauft, sondern nur für den heimischen Markt genutzt werden dürfe. Damit wollte Gazprom offenbar seine Monopolstellung auf vielen osteuropäischen Energiemärkten sichern.

Allerdings, beteuern RWE und E.on unisono, seien solche Verträge – falls bekannt – nach der EU-Marktliberalisierung bereinigt und nicht mehr abgeschlossen worden. Sollten die Wettbewerbshüter dennoch auf derartige Klauseln stoßen, könnten sie die Vormachtstellung von Gazprom mit milliardenschweren Strafen und harten Auflagen ein Stück weit eingrenzen.

Damit spitzt sich ein Streit zu, der schon länger schwelt: Die Europäer stören sich an der Marktmacht der Russen. Diese liefern 25 Prozent des europäischen Gases und halten sich bei Verhandlungen nicht unbedingt an die strengen europäischen Standards.

Die Russen müssen sich in Europa nun aber offenbar auf härtere Bedingungen einstellen: “Wir wollen den Binnenmarkt für Gas und Strom vollenden”, sagt EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Im Gas- und Strommarkt regiere teilweise noch die alte Welt. “Wir brauchen Wettbewerbsregeln, die für alle gleich gelten. Wenn es Verdachtsmomente gibt, muss die EU-Kommission dem objektiv nachgehen, egal, ob es sich um kleine oder große Marktteilnehmer handelt.”

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Russland und Türkei unterzeichnen Gasabkommen

Die drei europäischen Energiekonzerne Wintershall aus Deutschland, Eni aus Italien und EDF aus Frankreich haben einen Aktionärsvertrag mit dem russischen Gasriesen Gazprom zum Bau der Pipeline South Stream unterzeichnet. Die Konzernvertreter unterschrieben eine entsprechende Vereinbarung in Anwesenheit von Regierungschef Wladimir Putin im Schwarzmeerort Sotschi. South Stream gilt als Konkurrenzprojekt zum EU-Vorhaben Nabucco, das Russland umgehen und die Europäische Union mit Erdgas etwa aus Aserbaidschan, Kasachstan oder Turkmenistan versorgen soll, um unabhängiger von russischem Gas zu werden. Russland will mit der neuen Gasleitung seinerseits unsichere Transitländer wie die Ukraine umgehen. South Stream soll frühestens von 2015 an jährlich bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland quer durch das Schwarze Meer nach Südeuropa pumpen. Der erste Strang solle spätestens 2015 in Betrieb genommen werden. Die Kosten werden auf bis zu 25 Milliarden Euro geschätzt. via Abkommen über Gaspipeline South Stream unterzeichnet | tagesschau.de.

(06.08.2009) Russlands Ministerpräsident Putin und sein türkischer Amtskollege Erdogan haben ein Abkommen zum Bau des Gaspipeline-Projektes South Stream unterzeichnet. Die Pipeline soll Westeuropa über die Türkei und den Balkan mit russischem Gas versorgen. Die Ukraine wird dabei umgangen.

Für Wladimir Putin war das heutige Treffen ein Erfolg. Denn die Türkei und Russland haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf den Bau einer Gas-Pipeline durch das Schwarze Meer geeinigt. Die South-Stream-Leitung soll russisches Erdgas unter Umgehung der Ukraine nach Bulgarien und dann weiter nach Zentraleuropa bringen. Da das Projekt auch den Status Ankaras als wichtiges Energie-Transit-Land stärkt, betonte Ministerpräsident Tayyip Erdogan: “Entsprechend dem guten Klima der Freundschaft und Zusammenarbeit beider Länder hat die Türkei Russland auf die Anfrage hin die Erlaubnis erteilt, in den türkischen Gewässern des Schwarzen Meeres eine Machbarkeits-Studie für die geplante Erdgaspipeline South-Stream vorzunehmen.”Ab 2011, so heißt es, soll bereits mit dem Bau der Pipeline begonnen werden. An der heutigen Vertragsunterzeichnung nahm auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi teil, denn der italienische Energiekonzern ENI arbeitet mit dem russischen Gasriesen Gazprom zusammen. Das von Moskau geförderte South-Stream-Projekt ist gegen die geplante Nabucco-Pipeline gerichtet, mit der Europa seine Abhängigkeit von russischem Gas verringern will. Die Leitung, auf deren Bau sich die Türkei und die EU vor knapp einem Monat in Ankara einigten, soll Gas vom Kaspischen Meer und Irak via Türkei nach Europa liefern.Neben dem Bau von South-Stream wurde ein Abkommen besiegelt, mit dem russisches Erdöl ins nordtürkische Samsun geliefert werden soll. Von dort geht es in eine Pipeline nach Ceyhan am Mittelmeer. Durch diese Maßnahme soll der Verkehr von Tanker durch den Bosporus und die Dardanellen gedrosselt werden.Abschließend betonten Erdogan und Putin, die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien heute besser denn je. Russland ist mit einem Handelsvolumen von 40 Milliarden Dollar der größte Handelspartner der Türkei, die Türkei der fünfgrößte Russlands.

viaRussland und Türkei unterzeichnen Gasabkommen | tagesschau.de.