Hoher Ölpreis: BP scheffelt wieder Milliarden

Der britische Ölkonzern BP hat das Jahr 2011 wieder mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Am Jahresende habe ein Gewinn von 23,9 Milliarden Dollar gestanden, teilte BP am Dienstag in London mit. Das Ergebnis wurde vor Bestandswertveränderungen ausgewiesen.

Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen Verlust von 4,9 Milliarden Dollar wegen der von ihm verursachten Ölpest im Golf von Mexiko gemacht. Ende 2011 saß der Ölkonzern auf einem Schuldenberg von 29 Milliarden Dollar.

Im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres betrug der Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten 7,6 Milliarden Dollar, nach 4,6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

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Ohne Iran geht es nicht – oder vielleicht doch?

Rohöl: Die Lage an den internationalen Ölmärkten ist angespannt – Kein Land kann einen Ausfall Irans ersetzen – Saudi-Arabien hebt Preisziel auf 100 $ an

Rohöl ist der wichtigste Rohstoff der Welt – für die globale Wirtschaft ebenso wie in Bezug auf Umsatz und Liquidität an den internationalen Rohwarenmärkten. Rohöl hält die Weltwirtschaft am Laufen, sein Preis ist Konjunkturbarometer und Alarmsignal gleichermassen. Die magische Grenze liegt zurzeit bei 100 $ pro Fass der US-Sorte WTI. Analysten, Ökonomen und Staatschefs sind sich für einmal einig: Einen höheren Ölpreis können weder die in eine Rezession abgleitenden europäischen Länder noch die sich zögerlich erholenden USA verkraften.

Das Angebot in Rohöl ist zwar strukturell knapp, aber die Nachfrage ist im kühlen Konjunkturumfeld auch nicht überwältigend. Diese Fundamentalfaktoren würden Preise zwischen 80 und 90 $ nahelegen, die Marke von 100 $ wäre also kein Problem – wenn sich nicht die geopolitische Risikoprämie hartnäckig immer mehr in den Vordergrund drängte.

Handelsfinanzierung stockt

Der arabische Frühling mit einhergehenden Produktionsausfällen in Libyen hatte die Märkte im Frühjahr aufgeschreckt, die Notierungen haben sich in der Folge trotz genügend hoher Ölförderung nicht entspannt. Aber so richtig brenzlig wurde die Situation erst durch das atomare Säbelrasseln Irans und die Drohung einer Blockade der Strasse von Hormus, durch die 32% des weltweit auf dem Seeweg verschifften Öls sowie fast 30% des Flüssigerdgases transportiert werden. Gegendrohungen der USA, Sanktionen anderer Länder sowie Diskussionen um Embargos folgten umgehend. Dazu gesellte sich in den letzten zwei Wochen die Eruption von Problemen in Nigeria, das ebenfalls zu den Top Ten der Ölproduzenten gehört. Wahrlich keine angenehme Situation.

Die sich wegen anhaltender Krise und Misstrauen an den internationalen Finanzmärkten verknappende Handelsfinanzierung ist der Sache auch nicht dienlich. Französische Banken, traditionell wichtige Protagonisten der Handelsfinanzierung, leiden unter dem Vertrauensverlust der Investoren. Es fliessen ihnen deutlich weniger Mittel bspw. amerikanischer Geldmarktfonds zu. Sie müssen ihre Bilanzen entschlacken und fahren demzufolge auch ihre risikoreicheren Kreditengagements herunter.

Die Lage rund um die Versorgung der Weltwirtschaft mit Rohöl ist so angespannt wie schon lange nicht mehr. Die alte Feindschaft der zwei Opec-Giganten Iran und Saudi-Arabien ist aufgeflackert. Für Teheran sind die USA der «grosse Satan», Riad hingegen ist der wichtigste Verbündete Washingtons in der arabischen Welt. Iran warnt das Ölkartell allgemein und Saudi-Arabien im Besonderen davor, den Förderausstoss zu erhöhen, um die für den Westen schmerzhaften Folgen der Sanktionen gegen Teheran – sprich drastisch tiefere Ölexporte – zu lindern.

Seitens der Europäischen Union werden die Aussenminister nächste Woche nochmals über ein Embargo diskutieren und dessen Ausgestaltung festlegen, abgesegnet ist es im Prinzip. Die EU ist nach China der grösste Abnehmer iranischen Öls. Manche Stimmen fordern einen Aufschub um sechs Monate, um Zeit zu haben, alternative Öllieferanten zu finden.

Kapazitätsgrenze ist nah

Und genau dort liegt das Problem: Iran ist mit zurzeit noch rund 3,5 Mio. Fass pro Tag der fünftgrösste Ölproduzent (nach Saudi-Arabien, Russland, den USA und China) und die Nummer zwei der Opec sowie drittgrösster Exporteur weltweit. Kein Land kann einen Produktionsausfall Irans ersetzen – auch Saudi-Arabien nicht, das eifrig bekräftigt, seine Reservekapazitäten bei Bedarf auszuschöpfen und allenfalls gar 12,5 Mio. Fass pro Tag zu fördern, 2,5 Mio. Fass mehr als heute. Dann gäbe es allerdings keine freien Kapazitäten mehr, was die Ölmärkte in höchste Alarmbereitschaft versetzen würde.

Neben Saudi-Arabien verfügt kein anderes Land, zumindest nicht mittelfristig, über Reservekapazitäten. Zudem sind die Angaben zu Produktionsmenge und Kapazitäten nicht gesichert, manche Experten werfen den Saudis diesbezüglich Übertreibungen vor. Das Land gab am Montag an, den Ölpreis um 100 $ halten zu wollen, was deutlich höher ist als das letzte offizielle Preisziel um 75 $.

All diese Faktoren scheinen jedoch von den Märkten noch nicht vollumfänglich wahrgenommen zu werden. Dazu kommt die Unbekannte Israel: das Land will nicht in Reichweite nuklearer iranischer Waffen liegen und könnte präventiv agieren. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.

Ölmultis dürften mehr ausschütten

Die Aktionäre der grossen multinationalen Öl- und Gaskonzerne können sich dieses Jahr wahrscheinlich freuen. Anhaltend hohe Ölpreise werden viel Geld in die Kassen der Unternehmen spülen, was diese wiederum veranlassen dürfte, die Ausschüttungen an die Anteilseigner zu erhöhen.

Im laufenden Jahr könnten sich zwar die Gaspreise angesichts des Booms beim Schiefergas in den USA und anderswo etwas abkühlen. Dagegen dürften die Ölpreise wegen der Spannungen zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten sowie der Nachschubprobleme in Nigeria hoch bleiben.

Da hohe Preise derzeit auch hohe Geldschöpfung bedeuten, werden die Öl- und Gasmultis nach Ansicht der Analysten das Geld an die Aktionäre weitergeben. «Ein solider Cashflow sollte Spielräume geben, die Anleger mit Dividenden oder Rückkäufen zu belohnen», heisst es etwa bei Credit Suisse. Nach Ansicht der Deutschen Bank gibt es noch «viel Luft nach oben». Die Dividenden könnten im Branchendurchschnitt 5% steigen.

Der Konzern, der mittelfristig mit der höchsten Wahrscheinlichkeit die Dividenden erhöhen wird, ist nach Meinung der Analysten von Nomura Royal Dutch Shell. Das niederländisch-britische Unternehmen profitiere von seinen langfristigen Investitionen in Grossprojekte in Kanada und Katar. Für 2012 erwarten die Analysten für Shell eine Dividendenrendite von 5%.

Auch andere Öl- und Gasmultis wie Eni (6,3%), Total (5,9%) oder ConocoPhillips (4%) dürften im laufenden Jahr mit attraktiven Renditen glänzen. Selbst von BP wird erwartet, dass sie die nach der Katastrophe im Golf von Mexiko zeitweilig ausgesetzte Dividende erhöhen wird, weil die Folgekosten des Unglücks jetzt klarer bezifferbar werden. 2012 sollte nach Meinung der Analysten beim britischen Konzern eine Dividendenrendite von 4,2% drinliegen.

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Allianz-Chef: Finanztransaktionssteuer auf Computerhandel beschränken

Die Allianz hat der Bundesregierung damit gedroht, ihre Kapitalanlagen künftig nicht mehr über den Finanzplatz Deutschland abzuwickeln, wenn die Finanztransaktionssteuer kommt.

Der Finanzkonzern, einer der größten Anleger der Welt, werde seine Geschäfte dann über London laufen lassen, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann dem in Berlin erscheinenden “Tagesspiegel” (Samstagsausgabe). Er verstehe sehr gut, dass die Politik dem Computerhandel nicht traue, bei dem Transaktionen in Millisekunden erfolgen und der damit negative Entwicklungen auf den Kapitalmärkten beschleunige. “Aber dann sollten Frau Merkel und Herr Sarkozy die Steuer auf den Computerhandel beschränken”, sagte Diekmann.

Allianz-Chef: Finanztransaktionssteuer auf Computerhandel beschränken +++ derNewsticker.de +++.

Nach Herabstufung von Euro-Ländern: „Attacken auf den Euro“

Nach der Herabstufung einiger Euro-Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor’s denkt die Bundesregierung über eine Lockerung der Anlage-Vorschriften für Staatsanleihen nach. In Frankreich heizt die Nachricht von der Herabstufung der „Grande Nation“ den Wahlkampf an.

Politiker von Koalition und Opposition haben die Herabstufung wichtiger Euro-Länder durch die Rating-Agentur Standard&Poor‘s (S&P) als Angriff gegen den Euro bewertet. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs sprach gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) von „Attacken auf den Euro“. Der Europa-Politiker Elmar Brok (CDU) sagte, die Herabstufung käme in der Konsequenz „fast einem Währungskrieg“ gleich. Der Vorsitzende der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament Martin Schulz nannte die Herabstufung gegenüber der F.A.S. einen „gezielten Angriff auf die Stabilität des europäischen Rettungsschirms“.

Brok äußerte den Verdacht, dass die Agenturen „anglo-amerikanische Interessenpolitik“ betreiben. Fuchs sagte, man lenke „mit solchen Attacken auf den Euro von der schlechten Haushaltssituation in den Vereinigten Staaten ab“. Er verwies darauf, dass die Agenturen den angelsächsischen Raum offenbar mit anderen Kriterien bewerteten als den Euro-Raum.

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Aus Mangel an Beweisen: Staatsanwalt lässt Foltervorwürfe gegen britische Agenten fallen

Die Foltervorwürfe ehemaliger Terrorverdächtiger gegen die britischen Geheimdienste MI5 und MI6 sind nicht zu beweisen, daher sieht die Staatsanwaltschaft von einer Anklage ab. Aufatmen können die Dienste jedoch nicht: Die Ermittler gehen nun neuen Vorwürfen nach.

Die betroffenen Agenten von MI5 und MI6 können aufatmen, strafrechtliche Konsequenzen bleiben ihnen vorerst erspart. Es bleibt jedoch ein übler Nachgeschmack. Dass während des Kampfs gegen den Terror nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, zeigen schon die Schadenersatzzahlungen der britischen Regierung: 14 Millionen Pfund hat sie an 16 Staatsbürger und Männer mit britischem Wohnsitz gezahlt, die in Guantanamo saßen. Das Geld sei geflossen, um langwierige Prozesse zu verhindern, in denen geheime Akten auf den Tisch kämen, lautete die offizielle Begründung. Ein Schuldeingeständnis sei damit nicht verbunden. Doch spricht die Geste für sich.

Die Geheimdienst-Saga ist auch noch lange nicht zu Ende. Polizei und Staatsanwaltschaft kündigten am Donnerstag gleich ihre nächsten Ermittlungen an. Nun sollen die Vorwürfe von zwei libyschen Gaddafi-Gegnern untersucht werden, die behaupten, im Ausland unter Mithilfe des MI6 verschleppt und in die Foltergefängnisse Libyens gebracht worden zu sein.

Einer heißt Sami al-Saadi, auch bekannt als Abu Munthir. Er soll im März 2004 mit seiner Familie in einer britisch-libyschen Gemeinschaftsaktion aus Hongkong nach Tripolis geflogen worden sein. Das legt ein altes Fax des US-Auslandsgeheimdiensts CIA nahe, das im September nach dem Fall von Tripolis im Büro des libyschen Auslandsgeheimdienstes gefunden worden war.

Der zweite ist Abdel Hakim Belhadsch, Kommandeur der libyschen Rebellen. Er wurde in Bangkok festgenommen und saß dann unter Diktator Gaddafi sieben Jahre im berüchtigten Abu-Salim-Gefängnis. Er sagt, er sei dort gefoltert und von britischen Agenten verhört worden.

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Cameron weiter strikt gegen EU-Finanztransaktionssteuer

Der britische Premierminister David Cameron hat seine Ablehnung einer europäischen Finanztransaktionssteuer bekräftigt.

Wenn die Abgabe nicht auch in anderen Regionen verlangt werde, werde er die Einführung der Steuer verhindern, sagte der konservative Politiker am Sonntag in einem BBC-Interview. Frankreich sei es aber freigestellt, einer derartige Steuer einzuführen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte am Freitag versprochen, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer auch ohne die Mitwirkung von EU-Partner voranzutreiben. Die britische Regierung fürchtet negative Auswirkungen auf die für das Land wichtige Finanzbranche.

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Größte Volkswirtschaften: Brasilien überholt Großbritannien

Brasilien hat Großbritannien als sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt überholt – und nimmt schon Kurs auf den fünften Platz. Finanzminister Guido Mantega rechnet damit, bald auch Frankreich hinter sich zu lassen, danach sei Deutschland im Visier.

São Paulo – Brasilien gehört zu den am schnellsten wachsenden Schwellenländern – und rechnet damit, die europäischen Staaten bald hinter sich zu lassen. Schon in diesem Jahr hat das lateinamerikanische Land Großbritannien vom sechsten auf den siebten Platz der größten Volkswirtschaften verdrängt.

Am Montag hatte der britische Sender BBC unter Berufung auf das Wirtschaftsinstitut “Center for Economics and Business Research” berichtet, dass Brasilien an Großbritannien vorbeigezogen ist. Finanzminister Guido Mantega bestätigte diese Zahlen jetzt in São Paulo und gab sich zuversichtlich, dass die Aufholjagd weitergehen werde.Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Brasilien im Jahr 2015 Frankreichs Platz als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt einnehmen wird – Mantega rechnet damit allerdings schon deutlich früher.

Europäischer Lebensstandard in weiter Ferne

Brasiliens Wirtschaft wachse doppelt so schnell wie die in den europäischen Ländern, sagte der Finanzminister. “Deshalb ist es unaufhaltsam, dass wir Frankreich in Zukunft überholen, und wer weiß, vielleicht auch Deutschland.” Mantega räumte aber auch ein, dass Brasilien beim Pro-Kopf-Einkommen noch weit vom Niveau der reichsten Länder entfernt sei. Zehn bis zwanzig Jahre werde es wohl noch dauern, bis die Brasilianer den europäischen Lebensstandard erreicht hätten.

Tatsächlich musste Brasilien seine Wachstumsprognose in diesem Jahr senken. 2011 wird die Wirtschaft voraussichtlich nur um 3,0 Prozent statt prognostizierter 3,8 Prozent wachsen. Noch im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt um 7,5 Prozent zugelegt. Die Regierungsprognosen für 2012 sind mit vier bis fünf Prozent allerdings schon wieder deutlich optimistischer.

nck/dpa

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Globale Atomwaffen-Arsenale

Globale Atomwaffen-Arsenale

Land                         Bestand

Russland                 8.000*

USA                          5.000**

Frankreich              rund 300

China                       240

Großbritannien     225

Israel                       80

Pakistan                 90-110

Indien                    80-100

Nordkorea            weniger als 10

Gesamt                 14.035

*einsatzfähig 1900

**einsatzfähig 2150

Quelle: FAS; Stand: 19. Februar 2011

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