US-Armee: Obama-Kritik auf Facebook – Soldat entlassen

Nach kritischen Kommentaren über US-Präsident Barack Obama auf Facebook hat ein amerikanischer Unteroffizier seinen Posten im Militär verloren. Der Soldat Gary Stein werde “anders als ehrenhaft” aus der Marineinfanterie entlassen, weil er sich auf seiner Seite in dem sozialen Netzwerk mehrfach negativ über den Präsidenten ausgelassen habe. Stein nannte Obama einen “Lügner” und signalisierte, sich nicht an “illegale” Anweisungen des Oberbefehlshabers im Weißen Haus halten zu wollen.

Die Entlassung war vor mehreren Wochen eingeleitet und nun von einem Untersuchausschuss bestätigt worden.

Der 26-Jährige, der im Irak-Krieg war, hatte Obama im sozialen Netzwerk Facebook als “Feigling” und “Feind” von Wirtschaft und Religion bezeichnet. Zudem verkaufte er Autoaufkleber mit der Aufschrift “NOBAMA 2012″ und schuf die Internetseite “Tea Party der Streitkräfte” in Anlehnung an die erzkonservative Republikaner-Bewegung Tea Party. Er drohte gar, Befehle Obamas zu verweigern.

Der US-Präsident, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, ist Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte.

Meinungsfreiheit oder Gehorsam?

Die Anwälte des 26-Jährigen hatten bei der Anhörung argumentiert, ihr Mandant habe seine Kommentare, die durch das Verfassungsrecht auf Meinungsfreiheit geschützt seien, außerhalb des Dienstes abgegeben. Doch die Bezirksrichterin Marilyn Huff urteilte, nicht in das Entlassungsverfahren einzuschreiten, da das Militär das Recht habe, den Soldaten zu disziplinieren.

Der 26-Jährige, der als Meteorologe im Camp Pendleton im Bundesstaat Kalifornien stationiert ist, erläuterte in der Lokalzeitung “San Diego Union Tribune” seine Facebook-Kommentare. Zur Hölle mit Obama, habe er geschrieben, er würde keine Befehle von ihm entgegennehmen. Zwar entfernte er diesen Kommentar später und sagte, er hätte nur Befehle gemeint, die gegen das Gesetz verstießen. Doch dies hatte auf die Entscheidung des Gerichts keinen Einfluss.

Während der Prüfungsphase war Kritik an der Behandlung des Soldaten laut geworden. Unterstützer beriefen sich auf seine verfassungsmäßige Meinungsfreiheit. Das Militär meint hingegen, Stein habe Regeln verletzt, die politische Aktivitäten von Mitgliedern der Streitkräfte limitieren. Er sei zudem mehrfach von Vorgesetzten gewarnt worden. Sobald die Entlassung rechtskräftig wird, dürfte der Soldat seine Versorgungsansprüche verlieren.

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Facebook-Forscher sezieren Userdaten

Das Data Team, eine von Facebooks internen Forschungsgruppen, hat den Auftrag die riesigen Mengen von Nutzerdaten nach Mustern zu durchforsten, die das Verständnis von sozialen Interaktionen zwischen Menschen verbessern sollen. Die beinahe 850 Mio. Mitglieder, die ihren Alltag auf Facebook dokumentieren, liefern die größte Ansammlung von Aufzeichnungen über menschliches Verhalten, die es je gegeben hat. Die Forschungsergebnisse der Daten-Truppe aus Sozialwissenschaftlern und Informatikern werden sogar teilweise publiziert und der Forschergemeinde zur Verfügung gestellt.”Derzeit bietet Facebook nur begrenzte Möglichkeiten für die Wissenschaft, da Stichproben hier problematisch sind. Die Facebook-Nutzer bilden keinen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung. Facebook-Nutzer sind tendenziell jünger und besser gebildet. Viele Datensätze allein sind keine Lösung. Zudem ist der Datenschutz bei solchen Untersuchungen ein heikles Thema”, sagt Max Haller von der Universität Graz http://www.uni-graz.at gegenüber pressetext.Nicht nur EigeninteresseFür Facebook liegt die Hauptmotivation jedoch nicht im Finden neuer Erkenntnisse, sondern in der genaueren Anpassung der eigenen Produkte auf die Bedürfnisse der Nutzer. “Wir führen wissenschaftliche Untersuchungen zu unseren Produkten durch. Welchen Mehrwert ziehen Nutzer aus Facebook? Was bringt Interaktion? Wie ändert sich das Verhalten mit der Zeit? – Das sind die Fragen, die wir hauptsächlich untersuchen”, sagt Cameron Marlow, Chef des Data Teams, gegenüber technology review. Diese Ergebnisse sind für Facebooks künftige Strategie entscheidend und gelangen nicht an die Öffentlichkeit,Eine Studie über neue Produkte und die Gründe für deren Akzeptanz wurde kürzlich in “Proceedings of the National Academy of Sciences” publiziert. Ergebnis: Wenn ein neues Produkt von Freunden aus verschiedenen Bereichen des Lebens verwendet wird, führt das eher zu Akzeptanz als wenn einfach eine sehr große Zahl von Freunden ein Produkt verwendt. “Durch die Veröffentlichung unserer Ergebnisse können wir andere Forscher auf Probleme aufmerksam machen, an denen wir arbeiten”, sagt Marlow.Kein Spiegelbild der WirklichkeitMomentan beschäftigt sich das Data Team mit dem Einfluss von Facebook-Freunden auf die Interaktion mit Werbung und Marken im sozialen Netzwerk. Durch die Einführung der Timeline vergrößert sich der Datenschatz, der den Forschern zur Verfügung steht. Jetzt können sie auch Entwicklungen über einen längeren Zeitraum verfolgen, etwa den Einfluss verschiedener Regierungen auf die Zahl der Studenten, die ins Ausland gehen.Allgemeingültige Aussagen sind auf Facebook nicht immer zu bekommen. Das liegt daran, dass Facebook kein repräsentatives Bild der Realität liefert. Zumindest für die Untersuchung der Beziehungen im Netzwerk selbst eignet sich Facebook aber sehr wohl. “Das geht, aber ebenfalls nur für bestimmte Arten von Untersuchungen”, erklärt Haller.Bessere Aussagen möglichAus den Ergebnissen können laut Marlow sogar einige Rückschlüsse auf analoge soziale Beziehungen gezogen werden. “Facebook hat versucht ein Netzwerk zu erschaffen, das sozialen Beziehungen in der echten Welt so ähnlich wie möglich ist. Eine “Pew Internet and American Life”-Studie zeigt, dass durchschnittlich über 93 Prozent der Facebook-Freundschaften einer Person schon vorher in der Realität existiert haben”, so Marlow.Längerfristig kann sich der wissenschaftliche Wert der Facebook-Daten erhöhen. “Es ist denkbar, dass längerfristig allgemeingültige Aussagen möglich werden. Wenn beispielsweise über 90 Prozent der Menschheit im Netzwerk vertreten wären. Im Moment sehe ich das aber nicht”, so Haller.

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Vorratsdatenspeicherung: EU-Kommission setzt Deutschland Frist

Die EU-Kommission erhöht den Druck auf Deutschland, ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung auf den Weg zu bringen. An diesem Donnerstag werde die Behörde der Bundesrepublik ein Mahnschreiben schicken und eine Frist von vier Wochen setzen, um die entsprechende EU-Richtlinie über die Speicherung der Daten von Telefon- und Internetverbindungen zur Terrorabwehr umzusetzen, verlautete am Dienstag aus der EU-Kommission. Brüssel droht mit rechtlichen Schritten und einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, wenn Berlin nicht handelt. Mitgliedsstaaten müssten den Regeln folgen, hatte die zuständige EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström mehrfach gesagt. Wenn nötig, werde man ein Verfahren wegen Verletzung des EU-Vertrags einleiten. Das Schreiben sei der letzte Schritt vor einem juristischen Vorgehen. In letzter Konsequenz droht Deutschland in dem Prozess ein Bußgeld. Eine EU-Richtlinie verpflichtet Telekom-Unternehmen seit 2006 dazu, die Daten von Telefongesprächen, Internetverbindungen und Mails auf Vorrat zu speichern. Nach Ansicht der EU-Behörde dient das dem Schutz der Bürger – zum Beispiel vor Terroristen.

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Android-Apps schicken Userdaten in die USA

Eine Studie der Infosecurity http://www.mwrinfosecurity.com in Großbritannien hat ergeben, dass eine signifikante Anzahl der Gratis-Anwendungen unter den Top-50-Android-Apps Userdaten an ein US-amerikanisches Werbenetzwerk schickt, das die Anzeige von Reklame in Apps abwickelt. Die Untersuchung im Auftrag eines britischen Fernsehsenders kommt zum Schluss, dass Adressbuch, Kalender und Aufenthaltsort routinemäßig an MobClix http://www.mobclix.com weitergeleitet werden, wie der Guardian berichtet. Die EU-Kommission kritisiert die Vorgehensweise scharf und verspricht Besserung.

“Das bestätigt unsere Befürchtung, dass Smartphone-Nutzer keinerlei Kontrolle darüber haben, welche Daten von Apps ausgelesen und weiterverwendet werden. Die User wissen oft nicht, was im Hintergrund geschieht. Eine Kontrolle der Apps, verpflichtende Kennzeichnungspflicht und Entscheidungsmöglichkeit für User fehlt komplett”, sagt Christian Jeitler von Quintessenz http://www.quintessenz.at gegenüber pressetext. Außerdem müsse für europäische Nutzer auch europäisches Datenschutzrecht gelten, einschließlich einer Möglichkeit gegen Verletzungen vorzugehen, ohne in Kalifornien klagen zu müssen.

Gierige Apps

Nicht nur Android-Nutzer laufen Gefahr, die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass auch Apple-Telefone Dritten Zugriff auf Adressbuch und Fotos ermöglichen. “Die Tendenz gibt es schon länger. Anwendungen haben viele Möglichkeiten an Daten zu gelangen, etwa durch das Einschmuggeln von neuen Funktionen via Updates. User müssten theoretisch jeder Änderung zustimmen”, so Jeitler. Im aktuellen Fall erhält MobClix bei der Installation automatisch dieselben Berechtigungen, wie die App, für die es Werbung schaltet.

MobClix hat sich bisher nicht zu den Ergebnissen geäußert. Das Unternehmen gehört zu Velti http://www.velti.com , dem nach eigenen Angaben größten Mobile-Marketing-und-Advertising-Unternehmen der Welt. Android-Hauptproponent Google verweist in solchen Fällen wie gewohnt auf den Datenschutzleitfaden, den es für App-Entwickler gibt. Eine Kontrolle der Anwendungen findet nicht statt. “Privatsphäre hat bei der Entwicklung keine hohe Priorität”, erklärt Jeitler. Allerdings formiert sich zunehmend politischer Widerstand gegen diesen laxen Umgang mit dem Thema Datenschutz.

Im Visier der EU

EU-Kommissarin Viviane Redding, die jüngst auch schon Google Konsequenzen für die neuen Datenschutzbestimmungen des Konzerns angedroht hat, zeigt sich besorgt über die Studienergebnisse. “Das ist sicher nicht, was die User wollen, wenn sie eine kostenlose App herunterladen. Das müssen wir ändern”, so Redding. Auch der Vorschlag zu einer neuen EU-Datenschutzrichtlinie ist vorerst überraschend strikt gegenüber Datensammlern. “Die Kommission ist auf dem richtigen Weg. Noch ist nichts umgesetzt, aber die Politik scheint das Problem erkannt zu haben”, so Jeitler.

Längerfristig wünscht sich der Experte ein Datenschutzrecht, das Nutzern ähnliche Rechte einräumt, wie das Konsumentenschutzgesetz. “Derzeit gibt es kaum Möglichkeiten, Anliegen durchzusetzen, da es keine angemessenen Strafen und Sanktionen für Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen gibt”, erklärt Jeitler.

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Datenschutz-Kritik: Verbraucherschützer mahnen Google ab

Googles neue Nutzungsbedingungen sorgen nicht nur für Kritik, sondern haben juristische Konsequenzen: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat den Suchmaschinisten eine Abmahnung zustellen lassen. Die neuen Nutzungsregeln verstießen gegen deutsches Recht.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat Google aufgrund der neu aufgelegten Datenschutzregeln des Konzerns abgemahnt. Die neuen Nutzungsbedingungen verstießen gegen deutsches Recht, teilte der Verband mit. Viele Klauseln seien unbestimmt formuliert oder benachteiligten die Verbraucher. Google habe nun bis zum 23. März Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

 

Der Verband ist die Dachorganisation der Verbraucherzentralen der Länder und von mehr als zwei Dutzend Organisationen, die die Rechte der Konsumenten vertreten. Die neue Datenschutzerklärung des Internetkonzerns sei gespickt mit Begriffen wie “möglicherweise”, “gegebenenfalls” oder “unter Umständen”,teilten die Verbraucherschützer mit. Google erfasse etwa “möglicherweise gerätespezifische Informationen und Standortdaten”, “unter Umständen werden die personenbezogenen Daten aus den verschiedenen Google-Diensten miteinander verknüpft”. Dem Nutzer sei es nicht möglich, zu erfahren, wozu er seine Zustimmung genau erteilen solle. Zudem würden personenbezogene Daten erfasst, ausgewertet und weiterverarbeitet, ohne dass der Nutzer einwilligen müsse. Eine Stellungnahme Googles zu der Abmahnung steht noch aus.

Die europäischen Datenschützer hatten schon in der vergangenen Woche darum gebeten, die Einführung der neuen Nutzungsbedingungen zu verschieben, weil man sie für potentiell rechtswidrig halte, dies aber noch genauer prüfen müsse. Google weigerte sich jedoch, die Einführung zu verzögern.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat in der Vergangenheit wiederholt den Datenschutz großer Internetkonzerne als unzureichend kritisiert. Insbesondere Facebook hatte sie kritisiert. Aigner fordert EU-weite Vorschriften, denen sich die internationalen Konzerne anders als nationalen Vorschriften nicht entziehen könnten. Auf EU-Ebene wird derzeit eine neue Datenschutzrichtlinie beraten. Die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding will den Datenschutz europäisch vereinheitlichen.

Eine Anleitung, wie Sie im Rahmen der Möglichkeiten die Beobachtung durch Google einschränken können, finden Sie hier.

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Google gefährdet freien Wissenszugang

Im Zuge der jährlichen Fachtagung Domain Pulse http://domainpulse.de befassen sich Experten mit aktuellen Fragen und Trends zu Domains und der Weiterentwicklung des Internets. Im Mittelpunkt steht unter anderem “Internet-Monopoly” und was dagegen zu tun ist.

“Alternative Suchmaschinen müssen gefördert werden, um nicht von Amerika abhängig zu sein. Faktische Monopole müssen reguliert werden, um eventuelle Machtmissbräuche zu unterbinden”, erklärt Wolfgang Sander-Beuermann, Leiter des Suchmaschinenlabors der Leibniz Universität Hannover http://rrzn.uni-hannover.de , gegenüber pressetext.

97 Prozent aller Webseiten bedeutungslos

In der Vergangenheit waren Anbieter wie AltaVista oder Lycos erfolgreiche Suchmaschinen. Heute gibt es in dem Bereich kaum noch einen Wettbewerb. Durch zunehmende Vernetzung der Google-Dienste versucht das Unternehmen seine Monopolstellung immer weiter auszubauen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20120123017 ). Experten befürchten auf kurz oder lang sogar eine Kartellklage.

“Weltweit gibt es cirka 175 Mio. Webseiten. Die Top-500 haben eine Reichweite von etwa 51 Prozent. Rund 170 Mio. Webserver sind insgesamt gesehen bedeutungslos”, so Sander-Beuermann. Durch Suchmaschinen werden diese Webseiten überschaubar. Nur etwa die ersten 20 werden wahrgenommen. So hat Google durch seine Quasi-Monopolstellung Einfluss darauf, was im Internet existiert und was nicht.

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Neue Probleme: Wenn aus der Finanzkrise eine Sicherheitskrise wird

Wird aus der Finanzkrise eine Sicherheitskrise? Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt genau davor. Speziell der reduzierte Verteidigungsetat der USA dürfte für Europa Folgen haben.

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt unmittelbar vor Beginn der 48. Tagung am Freitag davor, dass auch die Finanzkrise zum Sicherheitsrisiko werden könnte. Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die Sicherheit „sollte niemand unterschätzen“, sagte Ischinger der „Passauer Neuen Presse“.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht deutsche Regierungsstellen zunehmend durch staatliche Cyberangriffe bedroht. „Wir müssen davon ausgehen, dass eine Reihe von Staaten Cyber-Angriffe als Mittel zur Informationsbeschaffung aus Politik und Wirtschaft einsetzen“, sagte Friedrich vor der Sicherheitskonferenz dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Deutschland poche auf die Einhaltung internationaler Gepflogenheiten. „Allerdings brauchen wir noch internationale Abkommen, die festlegen, wie Staaten angemessen auf Angriffe aus dem Cyber-Raum reagieren können“, sagte Friedrich.

Unternehmen, die von Hackerangriffen im Internet betroffen sind, forderte Friedrich zu einer engeren Kooperation auf. „Viele Unternehmen sind überzeugt: Das kriegen wir mit unseren eigenen Bordmitteln hin, das muss niemand wissen“, sagte Friedrich . Die Angst vor Imageschäden sei aber einer Aufklärung hinderlich.

Ischinger sagte zugleich, Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert bedeute nicht mehr primär Landesverteidigung, sondern vor allem Export von Stabilität. Dazu gehöre Entwicklungspolitik, manchmal auch militärische Präsenz im Ausland, was allerdings Geld koste. „Wenn der Westen von den USA angefangen bis zur EU an der eigenen Verschuldung so sehr krankt, dass er sich den Export von Stabilität nicht mehr leisten kann, dann kommt es zum Import von Instabilität. Das ist die Gefahr.“

Ischinger geht davon aus, dass die USA trotz Kürzungen im Verteidigungsetat auch weiterhin „eine fast monopolartige Weltmachtrolle“ haben werden. Doch es gebe eine wesentliche Veränderung, so der Sicherheitsexperte und frühere deutsche Botschafter in den USA: „Amerika wird nicht länger bereit sein, den reichen Europäern jedes Mal militärisch zu helfen, wenn es mal irgendwo brennt.”

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Twitter gefährlicher als Zigaretten und Alkohol

Auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten ist leichter, als dem Twittern oder E-Mails-Checken zu entsagen. Zu diesem Fazit kommt eine Studie der Chicago Booth School of Business http://chicagobooth.edu .

“Methodisch gesehen würde ich sehr vorsichtig sein, das Verlangen nach sozialen Netzwerken mit Suchterkrankungen gleichzustellen, da sonst die Gefahr einer Verniedlichung solcher komplexen Krankheitsbilder besteht”, erklärt Michael Musalek vom Anton Proksch Institut http://api.or.at im Gespräch mit pressetext.

Selektierte Population

Wilhelm Hofmann und sein Team haben im Zuge der Studie die täglichen Wünsche von 205 Personen im Alter zwischen 18 und 55 Menschen in und um Würzburg analysiert. Zudem wollten sie wissen, wie weit die Probanten ihrem Verlangen widerstehen können. Schlaf und Sex waren die größten Bedürfnisse der Teilnehmer. Dennoch war es für die Betroffenen schwieriger dem Wunsch zu widerstehen, online zu gehen.

“Mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren und 73 Prozent an Studierenden handelt es sich bei den Probanten um eine selektierte Population. Man darf das digitale Verhalten nicht pathologisieren. Es stellt lediglich den gesellschaftlichen Wandel dar, keine Sucht”, meint auch Gabriele Fischer, Leiterin der Suchtforschung und -therapie an der Medizinischen Universität Wien http://gabrielefischer.info , gegenüber pressetext.

Widerstand erhöht Risiko nachzugeben

“Einen Drang zu widerstehen, ist für Menschen kaum standzuhalten”, so Hofmann. Im Laufe der Studie trugen die Teilnehmer Geräte, die insgesamt 7.827 Verhaltensberichte über ihre täglichen Wünsche erfasst haben. Obwohl Alkohol und Tabak die Suchtprodukte schlechthin sind, fiel das Verlangen nach ihnen überraschend geringer aus, als der Drang, sich in ein soziales Netzwerk einzuloggen.

“Mit Fortschreiten des Tages nimmt unsere Willenskraft ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Selbstbeherrschung versagt, steigt”, meint Hofman. Zudem stellte sich heraus, dass einem Drang häufig kurzzeitig zu widerstehen das Risiko erhöht, ihm später doch nachzugeben.

Dennoch warnen Experten davor, sozialen Netzwerken ein Suchtpotenzial zu unterstellen, da die exzessive Verwendung lediglich die gesellschaftliche Entwicklung widerspiegelt. “Heutzutage befriedigt eine Vielzahl der Menschen ihr Wissen über das Internet, anstelle von Zeitungen. Das ist das neue Medium und hat nichts mit krankhaftem Verhalten zu tun”, so Fischer.

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Jeder Facebook-Nutzer bringt 3,3 Euro Umsatz

Facebook hat gestern, Mittwoch, um einen Börsengang angesucht. Vorerst sollen Anteile im Wert von fünf Mrd. Dollar ausgegeben werden. Der Wert des Unternehmens wird auf 75 bis 100 Mrd. Dollar geschätzt. Im Jahr 2011 hat jeder der 845 Mio. monatlich aktiven Nutzer 3,30 Euro zum Jahresumsatz von 3,7 Mrd. Dollar beigetragen. Durch den Börsengang wird sich für das Ökosystem Facebook einiges ändern. Neues Kapital, gestiegene Erwartungen, schärfere Konkurrenz und reiche Beteiligte sind nur einige der Konsequenzen.

“Die gestiegenen Gewinnerwartungen werden vermutlich schon bald zu weiteren Preissteigerungen für Geschäftskunden mit Unternehmensseiten führen. Privatnutzer werden eher nicht betroffen, da sie sich bei negativen Auswirkungen von der Plattform zurückziehen können”, sagt Bianca Brendel von ser Social Media Agency http://www.socialmediaagency.de im Gespräch mit pressetext

Bono casht ab

Durch den Börsengang von Facebook, der der größte ist, den es für eine Internetfirma je gab, verdienen viele Investoren eine Menge Geld. Bei einer angenommenen Bewertung des Unternehmens mit 100 Mrd. Dollar sind die Anteile von Gründer Marc Zuckerberg beispielsweise 28,4 Mrd. Dollar wert. Aber auch viele Angestellte halten Anteile. Der Maler, der das erste Facebook-Hauptquartier mit seinen Werken verschönert hat, erhielt für seine Arbeit eine kleine Beteiligung, die nach dem Börsengang etwa 200 Mio. Dollar wert sein dürfte. Auch viele andere Menschen haben als sogenannte “Berater” Anteile in der Größenordnung von 0,1 bis 0,25 Prozent an Facebook erhalten.

Berühmtheiten wie Bono von U2 verdienen mit ihren Investitionen in das soziale Netzwerk ebenfalls ein Vermögen. Investmentbanken werden allein mit für den Börsengang fälligen Gebühren etwa 500 Mio. Dollar einnehmen. Der Staat Kalifornien wird über Kapitalertragssteuern ebenfalls am Börsengang verdienen. Der Wert eines einzelnen Users für das Unternehmen wird sich ebenfalls erhöhen. Der Otto-Normal-Investor kann derzeit noch keine Anteile an Facebook erwerben. Lediglich institutionelle Investoren und ausgesuchte Privatanleger haben im Moment Zugriff.

Steigender Druck

Einige US-Experten erwarten, dass die Facebook-Aktien für Privatanleger keine gute Investition sein werden. Billige Anteile werden zum Zeitpunkt der Öffnung für alle kaum mehr zu haben sein. Außerdem erwarten Analysten stagnierende Mitgliedszahlen beim sozialen Netzwerk. Auch Facebook selber weiß, dass der Druck auf das Unternehmen durch den Börsengang wachsen wird. Im Zuge des Ansuchens um eine öffentliche Listung hat das Unternehmen eine Liste mit möglichen Gefahren für die Zukunft veröffentlicht.

Neben der Konkurrenz durch Google hat Facebook ein Problem mit der Abhängigkeit von Spieleentwickler Zynga. Ein Absturz des wertvollen Partners oder gar dessen Rückzug auf eine andere Plattform wäre ein herber Rückschlag. Auch das fehlende Geschäftsmodell im mobilen Bereich macht dem Management Sorgen. Derzeit wird beim Aufruf von Facebook via mobilen Endgeräten keine Werbung angezeigt. Da der mobile Markt rasant wächst, ist das ein großes Manko. “Das Unternehmen arbeitet bestimmt schon an einer Lösung. Facebook wird weiterhin florieren”, sagt Brendel.

Auch vor der zunehmenden Häufigkeit von Betrugsversuchen, Phishing-Attacken und Hacker-Angriffen hat Facebook Respekt. Schon die schiere Größe des Internet-Unternehmens macht es zu einem attraktiven Ziel für kriminelle Machenschaften.

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