Mit der Flugbereitschaft: Ministerin Schavan fliegt für 150.000 Euro zum Papst

Trotz engen Terminplans wollte die Forschungsministerin eine Audienz beim Papst nicht verpassen – und ließ sich von der Flugbereitschaft bringen. Kostenpunkt: 150.000 Euro.

Für eine Romreise aus Anlass einer Audienz beim Papst hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach einen Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” die Flugbereitschaft des Bundes genutzt und damit Kosten von 150.000 Euro verursacht.

Die Reise habe Ende März stattgefunden und drei Tage gedauert. Mit drei Begleitern sei die CDU-Politikerin am Vorabend des Termins angereist und am Tag nach der Audienz bei Benedikt XVI. wieder mit einem Kleinjet abgeholt worden, der sie zum Flughafen Münster/Osnabrück brachte.

Dabei sind Minister nach den Richtlinien der Flugbereitschaft nur dann berechtigt, auf die Flugbereitschaft zurückzugreifen, “wenn der Zweck der Reise bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder von Kraftfahrzeugen nicht erreicht werden kann oder wenn andere zwingende Amtsgeschäfte ohne Benutzung des Luftfahrzeugs der Flugbereitschaft nicht erledigt werden können”.

An den betreffenden Tagen hätte es mehrere Linienflüge zwischen Berlin und Rom gegeben. Schavans Ministerium wies darauf hin, es habe sich um einen Arbeitsbesuch gehandelt. Neben der Begegnung mit dem Papst habe sie zahlreiche weitere Gespräche auf Ministerebene und mit hochrangigen Vertretern von Bildung, Wissenschaft und Kultur auf dem Programm gehabt.

“Für solche dienstlichen Reisen dürfen Bundesminister unter bestimmten Bedingungen die Flugbereitschaft nutzen. Die Bedingungen waren in diesem Fall erfüllt, da die Termine mit Linienflügen nicht erreichbar gewesen wären.”

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Geschützt: Wortlaut der Papst-Ansprache vor Vertretern des ZdK (Zentralkomitee der dt. Katholiken) am 24.09.2011. Passwort, “ist geschuetzt”

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Messe im Berliner Olympiastadion: Papst ruft Gläubige zu Kirchentreue auf

61.000 Gläubige, 800 Priester und Helfer, 1500 Ministranten – beim ersten Besuch in der Hauptstadt seines Heimatlandes hat Benedikt XVI. einen Gottesdienst der Superlative gefeiert. Im Berliner Olympiastadion rief der Papst die Katholiken dazu auf, trotz Negativschlagzeilen zu ihrer Kirche zu stehen. Mit der Messe beendete Benedikt offiziell den ersten Tag seines Deutschland-Besuchs. Von den Protesten Tausender Demonstranten in der Stadt bekam er nichts mit.

Das Kirchenoberhaupt wurde beim Einzug ins Stadionrund mit dem offenen Papamobil beinahe wie ein Popstar gefeiert. Die Gläubigen schwenkten Fahnen in den Kirchenfarben, der Papst segnete kleine Kinder, die ihm ins Fenster gereicht wurden. Vor der Messe empfing Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit den Papst im Stadion. Benedikt XVI. trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

“Die Kirche ist das schönste Geschenk Gottes”, sagte der Pontifex in seiner theologisch geprägten Ansprache. Die Christen sollten sich ermutigen: “Wir halten gemeinsam stand gegen den Sturm und geben einander Schutz.” Die Kirche dürfe nicht nur nach den Maßstäben und Gesetzen der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft beurteilt und behandelt werden. Wer tiefer sehe, könne erkennen, dass die Kirche als “universales Heilssakrament” die Gläubigen mit Jesus Christus verbinde.

Überraschend hielt Benedikt einen Teil der Liturgie in lateinischer Sprache. In Deutschland ist das heute nur noch in konservativen Kreisen üblich. Zwei Chöre mit 140 und 620 Mitgliedern, unterstützt von einem Bläserensemble und einer modernen Band, sorgten für die Kirchenmusik.

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