Rohstoffe werden knapp: Industriekommissar Tajani fordert in Berlin gemeinsames Vorgehen

EU-Industriekommissar Antonio Tajani hat ein gemeinsames Vorgehen in der EU für eine sichere Rohstoffversorgung eingefordert.

In Berlin sagte Tajani heute (Mittwoch), Rohmaterialien seien der Schlüssel zum Erfolg der Industrie. Die weltweit starke Nachfrage sowie protektionistische Maßnahmen hätten jedoch zu Lieferengpässen geführt, sagte Tajani auf dem Kongress der CDU/CSU-Bundestags -Fraktion zum Thema “Werte und Wertschöpfung – Rohstoffsicherheit für Deutschland und Europa” mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

“Wir sind derzeit mit Herausforderungen konfrontiert, die weder schnell noch auf rein nationaler Ebene zu lösen sind” sagte Tajani. Neben der Kooperation mit anderen Staaten, wie Japan und den USA, sowie der effektiven Nutzung der eigenen Ressourcen, sieht der Kommissar die Lösung vor allem in Forschung und Innovation. Tajani betonte, zwischen der deutschen und europäischen Rohstoffstrategie bestünden klare Synergien. Als gute Beispiele lobte er die Gründung der Deutschen Rohstoffagentur und des Ressourcen-Effizienzprogramms.

Der Vizepräsident der Kommission ist noch bis Donnerstag in Berlin. Neben seinem Besuch im Bundestag, trifft er Verkehrsminister Peter Ramsauer und Wirtschaftsminister Philipp Rösler sowie Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverband des deutschen Handwerks, Dieter Hundt, Präsident Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Hans Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutscher Industrie- und Handelskammertag und Peter Meyer, Präsident des ADAC.

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Europas Kampf um Rohstoffe

Der Verteilungskampf um Rohstoffe wird härter. Seitdem der Ressourcen-Hunger neuer Technologien die Märkte leer fegt, suchen die europäischen Industrienationen Wege aus der Krise.

Es sind die Stoffe, die High-Tech-Träume wahr werden lassen: Seltene Rohstoffe wie Rhodium, Tantal, Kobalt oder Coltan stecken in fast allen innovativen Produkten. Ohne diese Metalle und Mineralien gäbe es keine Mobiltelefone, iPads, Flachbildschirme, Katalysatoren oder Elektroautos. Ohne sie wäre die moderne Welt einfach nicht mehr modern. Mit den enormen Möglichkeiten durch ihre Verwertung sind aber auch enorme Abhängigkeiten entstanden – vor allem für die europäische Industrie, die viele dieser Rohstoffe nahezu vollständig importieren muss. Für Brisanz sorgt die rasante Nachfrage, mit der das Angebot kaum Schritt hält. Versorgungsängste werden auch von China geschürt, das seine Exporte gedrosselt hat, um den wachsenden Eigenbedarf zu stillen. Eine bedrohliche Entwicklung für Europa, weil es im besonderen Maße am Tropf Chinas hängt. Bereits jetzt geben die Klagen von Unternehmen über sich abzeichnende Versorgungsengpässe und gestiegene Preise Anlass zur Sorge.

Innovationspartnerschaft für Rohstoffe

Seit Jahren überlegt die EU, wie Europa im globalen Poker um wertvolle Bodenschätze mithalten kann. Im Februar 2011 stellte die EU-Kommission ihre lang erwartete Rohstoffstrategie vor. Vielen Kritikern ging sie aber in wichtigen Details nicht weit genug. Rund ein Jahr später hat die Kommission nun nachgelegt und in ihrem Vorschlag einer “Innovationspartnerschaft für Rohstoffe” einige Punkte ihrer Strategie konkretisiert. Von einem ganzheitlichen Ansatz ausgehend sollen EU-Mitgliedstaaten, Unternehmen sowie private und öffentliche Forscher gemeinsam die Erkundung, Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen voranbringen.”Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um Europas enormes Potenzial an Rohstoffen auszuschöpfen. Darin liegt der Schlüssel für die Fähigkeit Europas, heute die Technologien von morgen zu entwickeln”, schreibt Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, in seiner Presserklärung. In welcher Form dies alles genau geschehen soll, ist noch unklar.

Die Kommission hat dafür konkrete Ziele festgelegt, die spätestens im Jahr 2020 erreicht werden sollen. Innerhalb von ein bis drei Jahren sollen erste Ergebnisse vorliegen. Im Kern geht es darum, eigene Rohstoffquellen anzuzapfen, auch um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Die EU-Kommmission gibt sich optimistisch. Ihr liegen Schätzungen vor, nach denen in Europa Bodenschätze im Wert von rund 100 Milliarden Euro lagern – allerdings in Tiefen von 500 bis 1000 Metern auf dem Festland und im Meeresboden. Der Rohstoff-Experte des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, Hubertus Bardt, bezeichnet den Plan gegenüber der Deutschen Welle als einen wertvollen Schritt: “Er kommt etwas spät, aber wenn gelingt, was man sich vorgenommen hat, ist Europa auf einem richtigen Weg.” Man könne aber nur wettbewerbsfähig sein, wenn die Bodenschätze “zu verträglichen Kosten abbaubar sind”.

Elektroschrott besser recyceln

Dessen ist sich auch die EU-Kommission bewusst. Neue Technologien sollen deshalb helfen, die schwer zugänglichen Materialien günstig und effizient abzubauen. So könnte der Bergbau nach EU-Angaben durch Fernsteuerung und Automatisierung wettbewerbsfähiger und nachhaltiger werden. Zudem sollen Ersatzstoffe für natürliche Ressourcen entwickelt und Rohstoffe in elektronischen Geräten umweltverträglicher wiederverwertet werden. Schon wenige Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit von Recycling: Im Durchschnitt erzeugt jeder EU-Bürger pro Jahr 17 Kilogramm Elektroschrott. Bereits bis 2020 rechnet die EU mit einer Steigerung auf 24 Kilogramm.

Auch deshalb werden wohl alle EU-Staaten einer Innovationspartnerschaft grundsätzlich zustimmen. Konflikte drohen aber, wenn es um die konkrete Umsetzung und um Detailfragen geht. “Es ist leider jetzt schon so, dass nicht alle Länder an einem Strang ziehen”, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Reinhard Bütikofer, der Deutschen Welle. Als Beispiel nennt er den Umgang mit Elektroschrott. Dies sei eigentlich eine großartige Rohstoffquelle, weil darin viele seltene Metalle enthalten seien, die man wiederverwerten könnte: “Und trotzdem wird Elektroschrott in großem Umfang illegal aus der EU exportiert, dann irgendwo verbrannt und entsorgt. Das vergiftet die Böden, zerstört die Gesundheit von Kindern in der Dritten Welt und die Rohstoffe gehen weitgehend verloren.” Dabei käme es nur darauf an, dass die Mitgliedsländer der EU die bestehende Gesetzgebung konsequent umsetzten – doch dies werde in den verschiedenen Staaten noch sehr unterschiedlich gehandhabt.

“China hat kein Rohstoffmonopol”

Bütikofer ist aber zuversichtlich, dass die Innovationspartnerschaft dazu führt, dass Europa nicht so leicht von China erpresst werden kann. Weil die eigenen Rohstoffe aber bei weitem nicht ausreichten, solle die EU mit anderen Förderländern in Afrika oder Südamerika faire Rohstoffpartnerschaften aufbauen. “Bei einigen seltenen Rohstoffen ist China sehr dominant, aber nur deswegen, weil Europa und auch die USA nichts dagegen unternommen haben. Es ist keinesfalls so, dass China ein Monopol hätte”, sagt Bütikofer. Auch der Rohstoffexperte Bardt glaubt, dass sich Europa nur mit ausländischer Hilfe aus der chinesischen Importfalle befreien könne. Die große Herausforderung sei, die Märkte offen zu halten, damit das Gleichgewicht zwischen Import und Export von Rohstoffen nicht gestört wird: “Das ist auch der große Streit mit China, das seine Märkte abschottet und versucht, Produktionen aus Europa und den USA ins Land zu holen.” In der letzten Zeit hatte die Regierung in Peking immer wieder versucht, ausländische Käufer zu zwingen, Rohstoffe bereits in China halbfertig zu verarbeiten. Damit würden die Chinesen eine größere Wertschöpfung in ihr Land holen. Auf Ebene der internationalen Handelsverhandlungen “muss Europa dagegenhalten”, fordert Bardt. Auch deswegen hofft die EU, dass sie durch die Erschließung eigener Rohstoffquellen eine bessere Verhandlungsbasis hat.

viaEuropas Kampf um Rohstoffe | Europa | DW.DE | 06.03.2012.

 

EU setzt auf “Schatzsuche” daheim

Rohstoffimporte werden teurer, die Staatskassen sind eher leer, und die Konjunkturprognosen für die Euro-Zone bzw. in der EU sind für dieses Jahr bescheiden. Brüssel will deshalb künftig verstärkt eigene Quellen anzapfen. Helfen sollen dabei moderne Technologien, die es ermöglichen, tiefer in die Erde vorzudringen, wie die EU-Kommission mitteilte.Laut Brüssel lagern in Europa Rohstoffe im Wert von rund 100 Milliarden Euro in Tiefen zwischen 500 und 1.000 Metern unter der Erde. Automatisierung und ferngesteuerte Maschinen sollen es längerfristig ermöglichen, diese Vorkommen zu erschließen. Außerdem soll die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Elektroschrott forciert werden. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um Europas enormes Potenzial an Rohstoffen auszuschöpfen“, sagte EU-Industriekommissar Antonio Tajani.90 Millionen Euro Förderungen pro JahrEinem Vorschlag der Kommission vom Mittwoch zufolge sollen die EU-Mitgliedsstaaten, Unternehmen und Wissenschaftler in einer Innovationspartnerschaft zusammenarbeiten. Insgesamt stünden für die Initiative ab 2014 insgesamt 90 Millionen Euro pro Jahr bereit, sagte Tajani. Eine solche Partnerschaft könne auch wesentlich die Abhängigkeit Europas von Importen verringern.Fundgrube ElektroschrottUm die Entwicklung zu beschleunigen, schlug die Kommission konkrete Ziele vor, die bis 2020 erreicht sein sollten. Dazu zählen Pilotprojekte etwa in der Rohstoffgewinnung, mehr Effizienz beim Materialeinsatz sowie ein Netz von Forschungszentren. Auch Recycling sei entscheidend: Nach Angaben der Kommission produziert jeder EU-Bürger im Durchschnitt pro Jahr 17 Kilogramm Elektroschrott. Bis 2020 werde diese Zahl auf 24 Kilogramm steigen.Zu den knappen Rohstoffen zählen vor allem die seltenen Erden, die für Elektromobilität, Windenergie, Katalysatoren, Informations- und Kommunikationstechnik unerlässlich sind. China verfügt über ein Drittel der Vorkommen weltweit und versorgt den Weltmarkt zu 97 Prozent. Seit 2009 beschränkt Peking allerdings die Exporte.Deutsche Industrieriesen starten InitiativeVor allem die deutsche Industrie will sich auf den Weltmärkten stärker in Stellung bringen und den Aufbau einer „Allianz zur Rohstoffsicherung“ auf die Beine stellen. Zweck ist die Beteiligung an Rohstoffprojekten im Ausland. Zu den zwölf Gründungsfinanziers gehören die Chemieriesen BASF und Bayer, die Autobauer Daimler und BMW, der Zulieferer Bosch und der Stahlkonzern ThyssenKrupp.Deutschland hat von den 27 EU-Staaten den größten Bedarf an Rohstoffen, zahlreiche unverzichtbare metallische Primärrohstoffe müssen, wie in anderen europäischen Ländern auch, bisher zu 100 Prozent importiert werden.

viaEU setzt auf “Schatzsuche” daheim – news.ORF.at.

Glencore und Xstrata: Rohstoffriesen besiegeln 90-Milliarden-Dollar-Fusion

Es ist eine Konzernehe der Superlative. Der weltgrößte Rohstoffkonzern Glencore vereinigt sich mit dem Bergbaukonzern Xstrata. Der neue Gigant deckt von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Bodenschätzen alles ab und setzt 210 Milliarden Dollar pro Jahr um.

Die Bergbaubranche erlebt die größte Fusion ihrer Geschichte. Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und der Bergbaukonzern Xstrata Chart zeigen schließen sich in einer 90 Milliarden Dollar schweren Fusion zu einem neuen Branchenriesen zusammen.

Durch die Firmenehe entsteht ein Unternehmen, das von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen die gesamte Wertschöpfungskette der Branche abdeckt. Der gemeinsame Jahresumsatz liegt künftig bei fast 210 Milliarden Dollar. Beide Firmen haben ihren Sitz im Schweizer Steuerparadies Zug.

Xstrata-Aktionäre würden im Rahmen des Zusammenschlusses für jedes ihrer Papiere 2,8 neue Glencore-Titel erhalten, teilte Xstrata am Dienstag mit. Den Firmenangaben zufolge enthalten die Bedingungen einen Aufschlag von 15,2 Prozent auf die Xstrata-Titel basierend auf dem Schlusskurs vom 1. Februar.

Glencore war mit einer Beteiligung von 34 Prozent bereits länger der größte Einzelaktionär von Xstrata. Dass die beiden Firmen über einen Zusammenschluss verhandeln war vor wenigen Tagen durchgesickert. Künftig dürfte Glencore 56 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten.

Die personellen Weichen sind laut “Financial Times” schon gestellt. Demnach soll Xstrata-Vorstandschef Mick Davis Chef des fusionierten Unternehmens werden, Glencore-Chef und Hauptaktionär Ivan Glasenberg wolle sich mit der Rolle als Stellvertreter begnügen. Die Spitze des Verwaltungsrats solle John Bond, der bisherige Xstrata-Vorsitzende übernehmen. Branchenexperten sehen die Vorteile eines Zusammenschlusses vor allem bei Glencore. Bei dem Rohstoffhändler sind die Margen kleiner als beim Förderunternehmen Xstrata.

viaGlencore und Xstrata: Rohstoffriesen besiegeln 90-Milliarden-Dollar-Fusion – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft.

Furcht vor Engpässen: Industrie startet “Allianz zur Rohstoffsicherung”

Die deutsche Industrieelite fürchtet Engpässe bei begehrten Rohstoffen, nun geht sie in die Offensive: Bei einem Spitzentreffen wollen Konzerne wie BASF und ThyssenKrupp ein Gemeinschaftsunternehmen gründen – und innerhalb von fünf bis zehn Jahren bis zu eine Milliarde Euro investieren.

Deutsche Top-Konzerne beginnen ihre Aufholjagd im Wettbewerb um Rohstoffe. Auf einem Spitzentreffen in Berlin wollen sie eine “Allianz zur Rohstoffsicherung” gründen, berichtet die “Financial Times Deutschland”. Zunächst wollen sich demnach rund ein Dutzend Firmen an dem Bündnis beteiligen, darunter die Konzerne BASF, ThyssenKrupp und Evonik. Jedes Unternehmen zahle zu Beginn 300.000 Euro ein, hieß es. Insgesamt ist von einer Milliarde Euro Investitionsbedarf über fünf bis zehn Jahre die Rede.

Mit ihrem Bündnis geht die Industrie eines der zentralen Probleme der kommenden Jahre an. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags von Mitte Januar hatte die Hälfte der befragten Unternehmen ihre Rohstoffversorgung als kritisch bezeichnet. Das nun geplante Bündnis fügt sich ein in die Rohstoffstrategie der Bundesregierung.

Im Mittelpunkt der Offensive stehen dem Bericht zufolge seltene Erden, Wolfram und Kokskohle. Das Gemeinschaftsunternehmen soll Rohstoffvorkommen erkunden und Abbauprojekte vorantreiben. Wenn die Projekte ausgereift sind, soll es entweder die Abbaurechte verkaufen – bevorzugt an die Mitglieder oder Co-Investoren – oder beteiligt bleiben und den Betrieb im Auftrag der Investoren verantworten. Auch externe Geldgeber wie andere Industrieunternehmen, Banken, Fonds oder die staatliche KfW-Förderbank sollen sich an den Projekten beteiligen können.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betonte, dass die Allianz auch nach ihrer Gründung offen für Neumitglieder bleibe. Sie soll privatwirtschaftlich organisiert und gewinnorientiert sein. Die Rechtsform soll im ersten Quartal festgelegt werden.

Geschäftsführer des Unternehmens ist seit Jahresbeginn der 50-jährige Dierk Paskert, der von E.on in München kam. Der BDI will sich wie geplant aus der operativen Arbeit zurückziehen und nur im Aufsichtsrat der Allianz vertreten sein. Der Industrieverband hatte im vergangenen Jahr mehr als hundert Gespräche mit Unternehmen, Beratern und der Deutschen Rohstoffagentur in Hannover geführt und das Konzept entwickelt.

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Deutschland sichert sich Seltene Erden aus Kasachstan

Deutschland sichert sich Seltene Erden aus Kasachstan

Deutschland erhält bevorzugt Zugang zu kasachischen Seltenen Erden und anderen Rohstoffen. Beim Besuch des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew am 6. Februar in Berlin wird ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

Seltene Erden, spezielle Metalle und andere Ressourcen, die Deutschland für seine Industrie benötigt, werden Gegenstand eines Abkommens zwischen Deutschland und Kasachstan sein, das in Kürze in Kraft tritt. Am 8. Februar kommt Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew mit einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation nach Berlin, um das bilaterale “Abkommen für die Parnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich” mit den deutschen Gastgebern zu unterzeichnen.

Im Gegenzug zum deutschen Zugang zu Seltenen Erden erhält Kasachstan Unterstützung der deutschen Wirtschaft bei der Modernisierung der Wirtschaft des zentralasiatischen Landes und Hilfe zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dies kündigte Kasachstans Botschafter in Berlin, Nurlan Onzhanov, im Gespräch mit Journalisten an. “Die deutschen Unternehmen werden durch das Abkommen große Vorteile beim Zugang zu den Vorkommen haben.”

viaDeutschland sichert sich Seltene Erden aus Kasachstan | Ressourcen und Umwelt | EurActiv.de – Portal: EU-Informationen, EU-Nachrichten, EU-Debatten mit News, Hintergrund und Politikpositionen – Europa und Europe, EU-Kommission, EU-Parlament, EU-Rat und EU-Stakeholder.

Wladimir Putin weiß was er will

The European Circle:  Die Beziehungen zur EU werden durch die Energieaußenpolitik geprägt bleiben?

Rahr: Aus Putins Sicht ist Russland hier der große Gewinner in der Krise. Die globale Wirtschaft wachse, die Nachfrage an Rohstoffen und Energieträgern steige, an der Struktur des Energieverbrauchs würde sich in Europa langfristig nichts ändern, es gebe keine echte Alternative zum russischen Gas. Da alternative Energiequellen erst in Jahrzehnten erschlossen würden, brauche die EU sichere Gaspipelines aus Russland. Die Nord Stream sei fast fertig, als Nächstes würde die South Stream gebaut. Russland habe gut funktionierende Energieallianzen mit der Türkei, als dem künftig wichtigsten Transitland für Gas von Ost nach West, sowie mit China. An die Realisierung der Nabucco Pipeline glaubt Putin nicht, weil für sie kein Gas zur Verfügung stünde. Das zentralasiatische Gas erreicht die EU heute ausschließlich über Russland. Medwedew denkt übrigens ähnlich. In diesen Fragen gibt es zwischen den Beiden keinen Unterschied.

The European Circle: Putin scheint vom chinesischen Modell fasziniert zu sein.

Rahr: Russland baut gegenwärtig eine neue Verkehrs- und Industrieinfrastruktur in Fernost und möchte sich, so Putin, ab 2012 verstärkt in die Wirtschaftsorganisationen Asiens, wie die APEC, integrieren. Putin will Russland neben China und den USA als Hauptarchitekten der neuen Weltordnung positionieren. Russlands Großmachtstatus soll durch die Wiedergewinnung der verlorenen Einflusssphäre im postsowjetischen Raum hergestellt werden. Die Energieabhängigkeiten der ehemaligen Sowjetrepubliken werden für dieses Ziel instrumentalisiert.

The European Circle: Und wie soll die Wiederaufrichtung des Imperiums von statten gehen?

Rahr: Die russischen Eliten sagen, Moskau solle zu einem Weltfinanzzentrum aufsteigen, der Rubel zu einer globalen Leitwährung werden. Ganz wichtig sei die Gründung der Zollunion aus reintegrationswilligen GUS-Staaten, der alsbald der Aufbau eines “Einheitlichen Wirtschaftsraums” und schließlich eine Währungsunion, vorzugsweise der Länder Russland, Ukraine, Belarus und Kasachstan folgen soll. Mit der EU wünsche sich Russland einen gemeinsamen “nicht einheitlichen” Wirtschaftsraum: eine Freihandelszone ohne Visabarrieren.

The European Circle: Die Beziehungen zur EU werden durch die Energieaußenpolitik geprägt bleiben?

Rahr: Aus Putins Sicht ist Russland hier der große Gewinner in der Krise. Die globale Wirtschaft wachse, die Nachfrage an Rohstoffen und Energieträgern steige, an der Struktur des Energieverbrauchs würde sich in Europa langfristig nichts ändern, es gebe keine echte Alternative zum russischen Gas. Da alternative Energiequellen erst in Jahrzehnten erschlossen würden, brauche die EU sichere Gaspipelines aus Russland. Die Nord Stream sei fast fertig, als Nächstes würde die South Stream gebaut. Russland habe gut funktionierende Energieallianzen mit der Türkei, als dem künftig wichtigsten Transitland für Gas von Ost nach West, sowie mit China. An die Realisierung der Nabucco Pipeline glaubt Putin nicht, weil für sie kein Gas zur Verfügung stünde. Das zentralasiatische Gas erreicht die EU heute ausschließlich über Russland. Medwedew denkt übrigens ähnlich. In diesen Fragen gibt es zwischen den Beiden keinen Unterschied.

The European Circle: Kann Russland seine Modernisierung ohne ausländische Investoren durchführen?

Rahr: Putin glaubt, dass die russische Investitionsgesetzgebung liberaler sei als die westliche. Die Frage der Korruption umgeht er. Der Energiesektor wird immer stärker für ausländische Investoren geöffnet. Doch es gibt immer wieder Rückschritte. Russland behandelt den britischen Großinvestor BP schlecht, Siemens ist, entgegen früherer Pläne, nicht in die russische Atomindustrie eingestiegen. Insgesamt wurde die Privatisierung in Russland verschleppt. Der Beitritt des Landes in die WTO verzögert sich. Russland muss sich steigern, um die Modernisierung erfolgreich zu starten.

Alexander Rahr ist Leiter der Berthold Beitz Zentrums für Russland, Ukraine, Belarus und Zentralasien in der DGAP (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) in Berlin. Das Zentrum wird vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Deutsche Bank AG gefördert.

via“Putin ist bestimmend!” - The European Circle.

Streit um Rohstoffe: Russland gibt sich als Führer der Arktis

Es war ein Akt mit umstrittener Symbolkraft: Seit mehr als vier Jahren steckt am Nordpol auf rund 4200 Metern Tiefe eine weiß-blau-rote Nationalflagge Russlands aus Titan im Meeresboden. Seither nimmt das Tauziehen um die Aufteilung der gewaltigen Bodenschätze in der Arktis kein Ende. Nun verstärkt Russland zudem seine Grenztruppen in der Polarregion.

Als Grund nannte das Außenministerium den Klimawandel. “Früher war unsere Staatsgrenze durch Eis und harsches Klima gesichert”, sagte der Sonderbotschafter Anton Wassiljew in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Agentur Interfax. Doch nun schmelze das Eis, und Tausende Kilometer seien unbewacht.

Am Mittwoch startete eine dreitägige Arktis-Konferenz in der nordrussischen Stadt Archangelsk. Dort will das Gastgeberland seinen Anspruch auf ein 1,2 Millionen Quadratkilometer großes Polargebiet inklusive des Nordpols untermauern.

“Russland spricht von sich selbst als Führer in der Arktis”, sagte Wassiljew. “Aber das kann auch nicht anders sein – denn die Hälfte der Arktis gehört Russland.” In der Region lagern unter anderem riesige Mengen Öl und Gas, die durch die Eisschmelze leichter zugänglich werden. Moskau will beweisen, dass der Meeresboden in der Arktis eine natürliche Verlängerung des russischen Festlandes sei. Dann dürfte Russland nach internationalem Recht dort Rohstoffe abbauen.

Russland müsse auch die Schiffe in der Nordostpassage im Polarmeer schützen können, sagte Wassiljew. Da der Seeweg entlang der Nordküste Europas und Asiens jetzt weitaus häufiger eisfrei sei, nutzten nun auch mehr Schiffe die Strecke. Zugleich lehnte Wassiljew eine Stationierung von Nato-Truppen in der Region scharf ab. “In der Arktis brauchen wir keine Präsenz militärisch-politischer Blöcke.”

Zu der Konferenz “Dialograum Arktis” wird auch Regierungschef Wladimir Putin erwartet. Im Mittelpunkt stünden die Sicherheit und der Ausbau von Transportwegen, kündigte Wassiljew an. Eingeladen seien auch Politiker und Wissenschaftler der Mitglieder des Arktischen Rates – USA, Kanada, Dänemark (Grönland), Norwegen, Schweden, Dänemark und Island.

viaStreit um Rohstoffe: Russland gibt sich als Führer der Arktis – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft.

Panasia Gold Exchange

Mit Barclays hat das siebte ausländische Geldinstitut die Genehmigung erhalten, Mitglied der Shanghai Gold Exchange zu werden. Die Niederlassung von Barclays in Shanghai kann nun auf der Handelsplattform www.sge.com.cn tätig werden.

Eine entsprechende Genehmigung für den Handel besitzen bereits Credit Suisse, HSBC, Standard Chartered, Bank of Nova Scotia und die United Overseas Bank Damit öffnet China weiter seinen streng kontrollierten Goldmarkt.

Vor kurzem hatten die HSBC und die Australia and New Zealand Banking Group die Genehmigung erhalten, Gold-Futures an der Shanghai Gold Exchange zu handeln. Die Shanghai Gold Exchange ist Chinas wichtigste Edelmetalle Börse für Gold Silber und Platin

viaBarclays hat Genehmigung für Goldhandel in China erhalten – shareribs.com: Rohstoffe – Metalle und Minen.

Graham Newall – Senior Vice President

Mr. Newall was formerly Global Head of the Barclays Capital Futures & Derivatives business of Barclays Bank. He was a Director of The London Clearing House where he was part of the team that designed its Swapclear product and was also a Board member of The Futures Industry Association.

viaBoard of Directors & Senior Management_泛亚黄金交易所.

Gold und Silber und die entsprechenden Futures an der Pan Asia werden das Spiel an der CME und LBMA grundlegend ändern! Das ist den westlichen Bullionbanken und vor allem den nackten Shortern und deren Auftraggebern (FED+USA, City of London+UK) gar nicht Recht, denn diese neuen Kontrakte werden mit denen der westlichen Bullionbanken konkurrieren. Mit einem gravierenden Unterschied: die Kontrakte der Bullionbanken sind zu etwa 10% – die der Pan Asia aber zu 100% gedeckt, mit Nachweis der Barrennummern – was bedeutet, dass es kein Gegenpartrisiko gibt, da die Barren dem Eigentümer fest zugeordnet sind (allocated accounts) – und das ohne zusätzliche Kosten!

Bei der LBMA läuft das völlig anders. Wenn zum Beispiel der Manager eines Pensionsfonds 10 Tonnen Gold kaufen möchte, dann kauft er dort das Gold für zB 1700$ die Unze, überweist sein Geld und bekommt von der Bank einen Kaufbeleg. Aber die Bank kauft das Gold nicht am Markt – sie sagt nur dem Manager, dass er jetzt 10 Tonnen Gold besitzt – das ist fractional Banking in Reinkultur – oder sagen wir es auf deutsch: das ist astreiner Betrug. Warum wird das gemacht? Zum Einen, weil kaum ein Fondsmanager sich sein Gold liefern lässt – er wüsste gar nicht, wohin damit. Zum Anderen würde man mit dem Kauf von 10 Tonnen Gold einen Kaufdruck auf den Goldpreis ausüben, was überhaupt nicht gewünscht ist.

Die Panasia Gold Exchange ist gerade dabei, eine eigene Softwareplattform von Grund auf neu zu entwickeln, da die Chinesen der westlichen Software nicht über den Weg trauen. Diese neue Börsensoftware soll im vierten Quartal 2011 eingeführt werden.

Maguire geht davon aus, dass einiges an Geschäft, was aktuell noch an der CME und der LBMA abgewickelt wird, auf die Pan Asia wechseln wird, einfach deshalb, weil sie dort ohne Zusatzkosten allokierte Gold- und Silberkonten bekommen, unter Nachweis der Barrennummern – also voll transparent. Und wenn ich (divo) die Chinesen richtig einschätze, dann werden sie die eingelagerten Barren regelmäßig und transparent kontrollieren lassen – einfach deshalb, um sich von dem zwielichtigen Gebaren der westlichen Börsen abzuheben.

Sollte Maguire Recht behalten und tatsächlich große Teile des Geschäfts von der CME und LBMA an die Pan Asia wechseln, dann werden die Bullionbanken das Gold physisch kaufen müssen. Wie würde das aussehen? Angenommen der oben genannte Pensionsfondsmanager bekommt Wind von der Pan Asia und dass er dort sein Gold tatsächlich zu einhundert Prozent physisch hinterlegt bekommt, dann könnte er bei der LBMA beantragen, dass das Gold an die Pan Asia transferiert wird. (Siehe Chavez) Nun müssen die Banker 10 Tonnen Gold am Markt kaufen – aber zu heutigen Preisen von 1900 Dollar und machen dabei pro Unze 200 Dollar Verlust. Das macht bei 10 Tonnen runde 64 Millionen Dollar. Das waren nur 10 Tonnen – die LBMA hat sehr viel mehr Gold verkauft und behauptet es eingelagert zu haben.

Sagen wir, die LBMA hat 1000 Tonnen Gold verkauft und eingelagert, dann sind das schon 6,4 Milliarden Dollar Verlust – aber auch nur bei der genannten Relation von 1700 zu 1900 Dollar. Es gibt bestimmt Anleger, die ihr Gold schon seit vielen Jahren dort lagern und vielleicht bei 800 Dollar gekauft haben – oder noch günstiger… Diese Käufe werden den Goldpreis nach oben treiben, denn nun müssen die Banken das Gold tatsächlich physisch am Markt kaufen…

Auch, wenn die Halter von unallokiertem LBMA-Gold – also von reinem Papiergold – ihr Gold nicht transferieren, sondern ihre LBMA-Position nur auflösen, verlieren die Banken das gleiche Geld – da sie den Halter ja in Höhe des aktuellen Kurses in Cash auszahlen müssen. Wenn dieser dann an der Pan Asia physisch hinterlegte Gold-Kontrakte erwirbt, muss das zugehörige Gold physisch gekauft und dort hinterlegt – was dann wieder Kaufdruck auf den Goldpreis ausübt. Hierzu ist interessant, dass sechs chinesische Großbanken nun um 8 Uhr chinesischer Zeit einen eigenen Goldpreis festlegen (Fixing).

Sollten die genannten Entwicklungen tatsächlich eintreten, dann wird etwas passieren, was es schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat – das Gold wird langsam aber sicher seinen wahren Marktpreis finden. Wo der liegt – das weiß niemand.In Kürze können also interessierte Anleger an der Pan Asia Gold Exchange Gold- und Silber-Futures kaufen, die zu einhundert Prozent physisch gedeckt sind. Das Gold und Silber kann an dieser Börse in allen Währungen gehandelt werden – auch in Renmimbi. Das ist Chinas Weg, den Renmimbi in den internationalen Markt zu bringen – und später evtl. auch als (edelmetallgedeckte?) Reservewährung zu etablieren.

viaPan Asia Gold Exchange = Game Changer | DER KLARE BLICK.