Die europäische Aussenpolitik ist zu moralisch

«Man kann mit Putin sehr viel machen»

Der einzige Kandidat, der einem jungen, aufstrebenden Russland im Ansatz eine Stimme hätte geben können, sei Michael Prochorow. Doch der Multimilliardär verfügt selbst nicht über einen lupenreinen Leumund, da er seinen Reichtum in den 90er-Jahren aus etwas dubiosen, nicht leicht zu durchschauenden Quellen anhäufte. Gemäss Hochrechnungen erreichte Prochorow einen Stimmenanteil von immerhin fast 10 Prozent.

Rahr betrachtet die Wahl von Putin auch als Chance: Denn der neue und ehemalige Präsident versuche sich durchaus dem Westen anzunähern und zeige sich kooperativer, als in den Medien vielfach hingestellt. «Die europäische Aussenpolitik ist zu moralisch», kritisiert Rahr, und sehe die Vorteile eines Bündnisses mit Russland nicht. Stattdessen werde versucht, Russland die eigenen Werte «überzupflanzen». Solche Belehrungen funktionierten aber weder in Russland noch in China. In Russland rufe dies vielmehr Erinnerungen an die zahlreichen europäischen Überfälle wach. Statt Belehrungen solle der Westen vielmehr auf eine «pragmatische Interessenspolitik» setzen.

Gross: Putin ist «ein Quell von Instabilität»

Für Wahlbeobachter Gross ist Putin nichts mehr als «ein Quell von Instabilität». Seine Anhänger würden nicht begreifen, dass Stabilität aus einer funktionierenden Demokratie entspringe und eine solche lasse Putin nicht zu. Gross rechnet damit, dass es in den nächsten 2 bis 3 Tagen zu grossen Demonstrationen gegen die Regierung kommen wird. Es sei gar möglich, dass diese blutig enden. Das hinge im Wesentlichen davon ab, ob die Regierung Putin eine Gegenbewegung überhaupt zulasse oder diese gleich von Beginn weg unterdrücke. «Wenn die Wahlbeobachter und zahlreichen Journalisten aus dem Ausland wieder abreisen, kann es gefährlich werden», sagt Gross.

viaHintergrund: «Die europäische Aussenpolitik ist zu moralisch» – News Ausland: Europa – tagesanzeiger.ch.

EU-Land mit Amtssprache Russisch? – Heikle Abstimmung in Lettland

Zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion bewegt in Lettland eine Volksbefragung über Russisch als zweite Amtssprache die Gemüter. Die Erfolgsaussichten des Referendums sind eher gering – doch es zeigt die Gräben zwischen den Bevölkerungsgruppen im EU-Land.

viaEU-Info.Deutschland – EU-Land mit Amtssprache Russisch? – Heikle Abstimmung in Lettland Von Alexander Welscher, dpa.

Russland plant Atommülllager vor “Haustür” der EU

Russland plant sein erstes Endlager für Atommüll quasi vor der „Haustür“ der EU. Laut einem Bericht des finnischen Rundfunks YLE vom Wochenende soll die definitive Lagerstätte für verbrauchte Brennstäbe im Bereich des AKW-Komplexes Sosnowy Bor an der Südküste des finnischen Meerbusens bei Sankt Petersburg entstehen.

Die Zwischenlager des Atomkraftwerks von Sosnowy Bor, in dem derzeit vier Strom erzeugende Blöcke sowie fünf Forschungsreaktoren in Betrieb stehen, sind bereits voll. Zuletzt veröffentlichte der russische Staatskonzern Rosatom Pläne, wonach der in Sosnowy Bor anfallende Atommüll künftig in ein über 4.000 Kilometer entferntes, erst vor kurzem eröffnetes Zwischenlager in Sibirien verfrachtet werden soll.

Auch Finnland plant Endlager an der Ostsee

Letzteres Vorhaben stieß auf heftige Kritik von Umweltschutzorganisationen. Diese befürchten unter anderem eine Gefährdung von 15 an der Transportstrecke liegenden Großstädten, darunter die Hauptstadt Moskau.

Die finnische Strahlensicherheitsbehörde STUK beurteilte die Pläne für ein echtes Endlager für den russischen Atommüll als grundsätzlich positiv. Finnland will seinen Atommüll ebenfalls an der Ostsee, im Bereich des AKW Olkiluoto an der finnischen Westküste, für die nächsten 200.000 Jahre im Granit versenken.

viaRussland plant Atommülllager vor “Haustür” der EU – news.ORF.at.

Russland will mit neuen Leitungen mehr Gas in die EU liefern

Als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa feierten Deutsche und Russen die neue Ostsee-Pipeline Nord Stream im November. Doch nun beklagen Energieunternehmen, dass mitten in der Extremkälte nicht genug russisches Gas ankomme. Für Moskau ist die Schuldfrage geklärt.

Moskau (dpa) – Für Russlands «obersten Gasmanager» Wladimir Putin liegt die Ursache für die Probleme bei den Energielieferungen an Deutschland und andere EU-Länder auf der Hand. Ja, die Energiegroßmacht müsse in der Extremkälte zuerst an den gestiegenen Eigenbedarf denken und erst dann an die Kunden im Westen. Das betont der Regierungschef bei einem Treffen mit der Spitze des Staatskonzerns Gazprom. Aber dass Versorger in der EU Lieferkürzungen bis zu 30 Prozent bei russischem Gas beklagen, zeige nur, wie nötig neue Gasleitungen von Russland nach Westen seien, sagt Putin.

Die Gazprom-Führung gibt bei dem Treffen mit Putin erstmals zu, nicht im gewünschten Umfang an den Westen liefern zu können. Betroffen ist auch Deutschland als größer Gas-Abnehmer in der EU. Eine Notlage bestehe allerdings nicht, weil die Speicher gut gefüllt seien, betonen die Energieversorger. Tagelang hatte Gazprom jede Schuld für die Kürzungen von sich gewiesen. Nun bestätigt die Konzernleitung, dass die Lieferungen nur zeitweise um etwa zehn Prozent gedrosselt worden und jetzt wieder auf Vertragsniveau seien.

Schuld an der Lage hätten diejenigen, die sich lange gegen die Ostseepipeline Nord Stream gewehrt hätten, meint Putin. Die Inbetriebnahme des ersten Strangs der Leitung feierten Deutsche und Russen im vergangenen November in Lubmin als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa. Putin fehlte bei dem Festakt. Hätte es keine Verzögerungen gegeben, sagt er nun, wäre längst schon der zweite Strang der 1224 Kilometer langen Pipeline zwischen Russland und Deutschland am Netz.

«Gazprom könnte schon neue Förderstätten erschlossen haben, darunter auch in Bowanenkowskoje. Auch auf dem Stockman-Feld in der Barentssee könnte das Unternehmen aktiver arbeiten. Ich bin sicher, dass es dann solche Probleme nicht gegeben hätte», sagt Putin. Er hatte unlängst vorgeschlagen, entlang der Nord-Stream-Leitung weitere  Stränge verlegen zu lassen. Im Dezember soll drei Monate früher als geplant die South-Stream-Leitung in den Bau gehen.

Russland will bei Bedarf seinen Gasexport in die EU von derzeit etwa 125 Milliarden Kubikmeter bis 2020 auf 200 Milliarden Kubikmeter erhöhen können. Doch vorerst muss der größte  Gasförderer und -Exporteur der Welt passen. Es gebe technische Grenzen, teilt die Gazprom-Spitze beim Treffen mit Putin mit. Allein die Gasförderung von Gazprom sei auf ein Maximum von 1,6 Milliarden Kubikmeter am Tag gestiegen. Zudem würden noch die Speicher angezapft.

Der Grund ist der seit Tagen herrschende Extremfrost mit bisweilen um die minus 50 Grad in Sibirien und im äußersten Osten. Deshalb ist der Gasverbrauch im größten Land der Erde erstmals überhaupt auf mehr als zwei Milliarden Kubikmeter am Tag gestiegen. Das seien 300 bis 400 Millionen Kubikmeter mehr als normal, heißt es.

Wegen des Megafrosts sei die Gasförderung gestiegen, hatte Konzernvize Alexander Medwedew mehrfach erklärt, als der Westen Kürzungen beklagte. Einmal mehr lenkte er den Blick auf die Ukraine, das wichtigste Transitland in die EU. Die Ex-Sowjetrepublik sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, illegal russisches Gas abzuzapfen. Auch die Ukraine, die stets zu hohe Preise für russisches Gas kritisiert, hat angesichts von Temperaturen von gebietsweise um die minus 30 Grad Celsius einen Rekordverbrauch.

Doch auch am Wochenende weisen der ukrainischen Energieversorger Naftogas sowie die Regierung in Kiew Vorwürfe zurück, sie würden mehr entnehmen als vereinbart. Die Ukraine sei sogar bereit, aus eigenen Speichern die russischen Lieferzusagen an den Westen abzusichern. Das sind ungewohnt freundliche Worte, nachdem Kiew und Moskau zuletzt 2009 einen «Gas-Krieg» ausgefochten hatten. Damals blieben auch in der EU viele Wohnungen kalt, als Russland den Gashahn im Streit um den Preis ganz abgedreht hatte.

Und am Rande der Sicherheitskonferenz in München spricht sich Kiews Präsident Viktor Janukowitsch russischen Agenturen zufolge dafür aus, das nur zu zwei Dritteln genutzte Pipelinenetz der Ukraine für den Transit zu modernisieren. An einem Pipeline-Konsortium, um das marode Transitnetz auf Vordermann zu bringen, hat auch Putin immer wieder Interesse gezeigt.

viaEU-Info.Deutschland – Russland will mit neuen Leitungen mehr Gas in die EU liefern Von Ulf Mauder, dpa.

Clinton: Europa “unvollständig und unsicher”

Die US-Außenministerin fordert bei der Sicherheitskonferenz in München mehr Vertrauen zwischen dem Westen und Russland.

US-Außenministerin Hillary Clinton verlangt mehr Vertrauen zwischen dem Westen und Russland. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte sie am Samstag: “Gemeinsam mit Europa haben wir daran gearbeitet, unsere strategischen Beziehungen zu Russland zu verbessern”. Das Bemühen habe Ergebnisse gebracht, “aber wir müssen noch weiter daran arbeiten.” Dies sei jedoch “nicht der einzige Bereich, wo wir gegen Misstrauen kämpfen müssen”. Solange es wichtige ungelöste Konflikte in Osteuropa, auf dem Balkan, im Kaukasus und im Mittelmeer gebe, bleibe Europa “unvollständig und unsicher.”

Die US-Außenministerin forderte: “Wir müssen mehr tun, um ein Gefühl des Vertrauens zu schaffen und das Misstrauen zwischen uns zu überwinden. Das muss eines unserer strategischen Ziele sein, wenn wir die vor uns liegenden Herausforderungen bewältigen wollen.”

Rakten: Russland will mit USA verhandeln

Im Streit zwischen der NATO und Russland über ein Raketenabwehrsystem in Europa rechnet der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière nicht mit Fortschritten vor der russischen Präsidentenwahl im März. Doch erwarte er, dass es anschließend zwischen den USA und Russland auf Spitzenebene zu einer Einigung kommen könnte. “Das ist eine Frage, (…) die will Russland mit Amerika sozusagen auf gleicher Augenhöhe verhandeln und nicht in irgendwelchen NATO-Gremien.”

Den Vorwurf Moskaus an die NATO, wonach das geplante System auch gegen Russland gerichtet sei, wies de Maizière zurück. Die NATO will bis 2020 ein Raketenabwehrsystem in Europa aufbauen, das vom pfälzischen Ramstein aus gesteuert werden soll. Es soll vor allem gegen Angriffe von Staaten wie dem Iran schützen. Moskaus Verlangen nach einer Mitentscheidung beim Einsatz wird von der NATO bisher abgelehnt. Trotzdem hofft das transatlantische Bündnis, das System im Einvernehmen mit Russland aufbauen zu können. Die Allianz strebt einen Durchbruch noch vor dem NATO-Gipfel im Mai in Chicago an.

“Partner der ersten Wahl”

Clinton rief Europa auch auf, im Kampf gegen die Schuldenkrise mehr für wirtschaftliches Wachstum zu tun, und versicherte: “Europa ist für uns der Partner der ersten Wahl.” Sicherheit und Wohlstand seien untrennbar. “Wir brauchen eine gemeinsame Agenda für Wirtschaftsaufschwung und Wachstum. Das ist ebenso zwingend wie unsere globale Sicherheitszusammenarbeit.” Europa kämpfe gegen die Finanzkrise. “Wir bleiben zuversichtlich, dass Europa den Willen und die Mittel hat, nicht nur die Schulden zu reduzieren und die nötigen Brandmauern zu bauen, sondern auch Wachstum zu schaffen, die Liquidität und das Vertrauen der Märkte wieder herzustellen.”

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sprach sich seinerseits für einen Abzug aller US-Atomwaffen aus Europa nach dem Aufbau eines Raketenabwehrschilds ausgesprochen. “Reduzierung und schließlich Abzug all dieser taktischen Nuklearwaffen wären ein wichtiger Beitrag zu mehr gesamteuropäischer Sicherheit”, sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die NATO will bis 2020 ein Raketenabwehrsystem in Europa aufbauen, das vom pfälzischen Ramstein aus gesteuert werden soll. Damit werde eine neue strategische Realität geschaffen, mit der man sich der Vision von US-Präsident Barack Obama von einer nuklearwaffenfreien Welt annähere, sagte Westerwelle. Dabei denke er auch an die in Europa stationierten taktischen Nuklearwaffen. “Sie gehören zu den Altlasten der Blockpolitik.”

Wie viele US-Sprengköpfe noch in Europa stationiert sind, ist unklar. Experten gehen davon aus, dass noch 10 bis 20 auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz gelagert werden.

2.000 Menschen demonstrierten

Rund 2.000 Menschen haben am Samstag in München gegen die Sicherheitskonferenz demonstriert. Unter dem Motto “Kein Frieden mit der NATO – Kein Frieden mit dem Kriegsgeschäft” versammelten sie sich in der Innenstadt und zogen mit lauter Musik durch die Straßen. Auf Schildern und Transparenten forderten die Demonstranten “Geld für Bildung statt für Rüstung” und “Bundeswehr abschaffen”.

viaClinton: Europa “unvollständig und unsicher” « DiePresse.com.

Noch keine Lösung beim Raketenschild in Sicht

Noch keine Lösung beim Raketenschild in Sicht

Im Streit zwischen der NATO und Russland über die geplante Raketenabwehr in Europa ist nach wie vor keine Lösung in Sicht. Der russische Außenminister Sergej Lawrow meldete auf der Münchner Sicherheitskonferenz erneut massive Bedenken an.

Er warnte die NATO eindringlich vor einem Alleingang. Die USA versuchten zu beschwichtigen. “Das Thema Raketenabwehr in Europa lässt die Alarmglocken läuten”, sagte Lawrow in seiner Rede vor den gut 350 Spitzenpolitikern, Militärs und Managern aus aller Welt. Russland wolle die Situation zwar nicht überdramatisieren. Lawrow betonte aber: “Ich sehe keine Möglichkeit, Fortschritte zu erzielen, so lange unsere berechtigten Bedenken einfach ignoriert werden. Ich sehe noch kein Licht am Ende des Tunnels.”

US-Außenministerin Hillary Clinton betonte, es gehe den USA um eine “nach vorn gerichtete Agenda”. Das bedeute im militärischen Bereich ein verstärktes Engagement in die Raketenabwehr. US-Verteidigungsminister Leon Panetta versicherte, die Raketenabwehr solle der Sicherheit Europas und anderer Staaten dienen und sich nicht gegen Russland richten. Er hoffe, dass die russischen Bedenken zerstreut werden könnten.

Westerwelle: Schnittmengen finden, statt rote Linien ziehen

Die 48. Münchner Sicherheitskonferenz. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes Außenminister Westerwelle: Schnittmengen bestimmen, statt rote Linien ziehen. Außenminister Guido Westerwelle warnte vor einer weiteren Zuspitzung des Streits. “Statt rote Linien zu ziehen, sollten wir jetzt gemeinsam die Schnittmengen bestimmen”, mahnte er. Bis zum NATO-Gipfel in Chicago im Mai müsse mit Nachdruck an einer gemeinsamen Lösung gearbeitet werden. Er sprach sich zudem für einen Abzug aller US-Atomwaffen aus Europa nach dem Aufbau des Raketenabwehrschilds aus.

Die NATO will bis 2020 ein Raketenabwehrsystem in Europa aufbauen, das vom pfälzischen Ramstein aus gesteuert werden soll. Es soll vor allem gegen Angriffe von Staaten wie dem Iran schützen. Russland befürchtet, dass das System auch gegen seine eigenen Raketen gerichtet werden könnte. Moskaus Verlangen nach einer Mitentscheidung beim Einsatz wird von der NATO abgelehnt. Lawrow betonte, Russland werde kein System unterstützen, das zu Konfrontation führe.

USA betonen enge Freundschaft mit Europa

Clinton und Panetta beschworen den engen Schulterschluss zwischen den USA und Europa. “Europa ist und bleibt für uns der Partner der ersten Wahl”, betonte Clinton. Panetta versicherte, der Abzug von US-Truppen vor allem aus Deutschland bedeute nicht, dass Europa an Bedeutung verliere. “Unser militärischer Fußabdruck in Europa wird auch in Zukunft größer sein als in allen anderen Teilen der Welt.”

Clinton mahnte weiter: “Amerika und Europa brauchen eine nach vorne gerichtete Agenda, um den Herausforderungen, vor denen wir stehen, gerecht zu werden.” Dazu gehöre auch die Schuldenkrise, mit der sich Europa derzeit hauptsächlich beschäftige. Sicherheit und Wohlstand seien untrennbar. “Wir brauchen eine gemeinsame Agenda für Wirtschaftsaufschwung und Wachstum. Das ist ebenso zwingend wie unsere globale Sicherheits-Zusammenarbeit.”

viaNoch keine Lösung beim Raketenschild in Sicht | tagesschau.de.

Lieferausfälle: Gazprom weist alle Vorwürfe von sich

“Aufgrund des strengen Winters in Russland und Temperaturen von bis zu minus 35 Grad kommt es derzeit zu Einschränkungen in der Anlieferung von Erdgas aus Russland. Dies hat auch Auswirkungen auf den Gastransport nach Europa”, teilte der österreichische Öffnet externen Link in neuem FensterEnergiekonzern OMV am Donnerstag mit. In Österreich kämen derzeit 30 Prozent weniger Erdgas an als sonst. Fast 50 Prozent des österreichischen Gasbedarfs wird normalerweise von Russland gedeckt.

Italien warf Russland nach Angaben der Agentur Interfax vor, 20 Prozent weniger Gas geliefert zu haben. Ähnliche Vorwürfe kamen auch aus Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei. Die Gasflüsse von Russland nach Italien, Polen und die Slowakei seien am Mittwoch zwischen 8 und 10 Prozent unter die üblichen Werte gefallen, bestätigte die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Am Freitag teilte Brüssel mit, dass auch Bulgarien, Griechenland, Ungarn und Rumänien betroffen seien.

Die RWE-Tochter Supply & Trading, die für den Gasimport zuständig ist, bekommt derzeit 30 Prozent weniger Gas als üblich, erklärte eine RWE-Sprecherin gegenüber Öffnet externen Link in neuem FensterDow Jones. Die Versorgung der Kunden sei aber sichergestellt.

Der russische Energieriese ließ hingegen mitteilen, das Unternehmen habe in den kalten Tagen seine Gaslieferungen auf ein Maximum herauf geschraubt: “Gazprom pumpt derzeit täglich Gasmengen nach Europa, die in der Jahresauswertung 180 Milliarden Kubikmetern gleichkommen”, teilte der Konzern am Donnerstag unter Berufung auf Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedew mit. Angesichts des kalten Wetters laufe die Gasversorgung auf vollen Touren. Im vergangenen Jahr seien etwa 150 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa geflossen.

Allerdings beziehe die Ukraine, die in diesem Jahr die Gaseinfuhr aus Russland stark reduzieren will, momentan Gas in deutlich höheren Mengen als im Vertrag vorgesehen, so Medwedew. Die derzeitige Menge, die die Ukraine beziehe, entspreche aufs Jahr gerechnet 60 Milliarden Kubikmeter, was deutlich höher als vertraglich festgesetzt sei.

Ukraine: “reibungsloser Transit”

Die Ukraine wies auf den “reibungslosen Transit” von russischem Gas in den Westen gemäß Lieferverträgen von Gazprom. “Zusätzliche Gasmengen, die die Ukraine jetzt wegen extremer Kälte verbraucht, stammen aus ukrainischen Untergrundgasspeichern”, teilte der nationale Versorger Öffnet externen Link in neuem FensterNaftogaz am Donnerstag in Kiew mit. Durch ukrainisches Territorium werden jährlich im Durchschnitt rund 100 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland gepumpt.

Medwedew zufolge wurden die Gaslieferungen auch in Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) erhöht, darunter in die Ukraine und nach Weißrussland. Deutlich mehr Gas werde Gasspeichern entnommen. Allein aus seinen europäischen Speichern pumpe der Gazprom-Konzern in der letzten Woche fast 300 Prozent mehr Gas als sonst, sagte Medwedew.

viaLieferausfälle: Gazprom weist alle Vorwürfe von sich | Energie und Klimaschutz | EurActiv.de – Portal: EU-Informationen, EU-Nachrichten, EU-Debatten mit News, Hintergrund und Politikpositionen – Europa und Europe, EU-Kommission, EU-Parlament, EU-Rat und EU-Stakeholder.

Arktis-Klima kurz vor Kippe

- Nirgendwo auf dem Planeten tritt die Erderwärmung deutlicher in Erscheinung als in der Arktis. Die Anzeichen dafür häufen sich, dass in dieser Region bereits ein “gefährlicher Klimawandel” vor sich geht, wenn man die Definition des Weltklimarates IPCC heranzieht. Kritische Punkte seien hier bereits in Reichweite, bei denen kleine Veränderungen das gesamte System verändern können, schreiben spanische Polforscher vom Consejo Superior de Investigaciones Científicas http://csic.es in der Zeitschrift “Nature Climate Change”.

Viele Domino-Effekte möglich

Oft verlieren sich Forscher und Medien in der Frage, ob das schmelzende Meereis der Arktis wieder ein neues Minimum erreicht hat, kritisiert Studienleiter Carlos Duarte im pressetext-Interview. “Die Meereseis-Fläche ist jedoch kein absoluter Indikator für den Zustand der Arktis, da sich die Widerstandskraft der Region höchstens aus der Dicke des Eises ergibt.” In weniger als 20 Jahren könnte der arktische Ozean im Sommer völlig eisfrei sein, so der Experte. Die absehbaren Folgen: Das freigesetzte Süßwasser verändert die Ozeanzirkulation, von der wiederum vielerorts das Regionalklima und die Fähigkeit des Ozeans zur CO2-Speicherung abhängt.

Dabei gibt es in der Arktis jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Kippelemente. “Das Auftauen der Permafrost-Böden gehört etwa dazu, da es große Vorkommen des Klimagases Methan in die Atmosphäre freisetzen könnte, oder die Rückgänge der Taiga-Nadelwälder, einem wichtigen CO2-Speicher. Das Schwinden des Grönlandgletschers lässt die Meere steigen, das Trocknen der Torfböden erleichtert unkontrollierte Flächenbrände wie in Russland 2010 und die steigende Meerestemperatur lässt Methanhydrate freikommen”, zählt Duarte auf.

Klima schneller als Anpassung

Grundsätzlich rechnet die Forschung damit, dass Kippelemente ab einer Erwärmung von zwei Grad über dem Temperaturniveau von 1990 in Bewegung kommen. In der Arktis dürfte dies wesentlich früher der Fall sein, erhitzt sie sich doch schneller – um ein Grad pro Jahrzehnt. Die natürliche Anpassung der Ökosysteme der Region ist deutlich langsamer als die Klimaerwärmung.

“Wichtig ist es deshalb, jene Alarmsignale zu identifizieren, die Anhaltspunkte über die genaue Situation dieser Kippelemente geben. Dadurch erst kann auch die Politik bessere Präventiv- und Anpassungsmaßnahmen einleiten”, so Duarte. Denn die Reaktion des Menschen auf den arktischen Klimawandel ist bisher kontraproduktiv: Man beschränkt sich weitgehend darauf, Vorteile der Eisschmelze für Transport, Schiffverkehr und Erdöl- sowie Gasgewinnung auszubeuten, weshalb Fachleute die Region bereits als neuen “Wilden Westen” bezeichnen

viaArktis-Klima kurz vor Kippe – Arktis-Klima kurz vor Kippe.

Kälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa

Der Kälteeinbruch in Russland hat nun auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland. Um den gestiegenen Bedarf im eigenen Land zu decken, drosselt der russische Staatskonzern Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen.

Die klirrende Kälte in Osteuropa hat den Energiebedarf der Region deutlich erhöht. Um die gestiegene heimische Nachfrage zu bedienen, verringert der russische Staatskonzern Gazprom nun offenbar seine Lieferungen nach Europa deutlich.

 

Wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Industriekreise berichtet, seien etwa durch die Yamal-Europe-Pipeline, die von Russland über Weißrussland und Polennach Deutschland führt, am Dienstag zehn Prozent weniger Gas geflossen als in den vergangenen Tagen. Zudem hätten acht Prozent der Bestellungen aus Italien nicht bedient werden können.

Mit den Vorräten müsse zunächst der Bedarf der russischen Kunden gedeckt werden, hieß es. Wegen des auch für russische Verhältnisse ungewöhnlich starken Frosts ist im größten Land der Erde der Gasverbrauch erstmals auf zwei Milliarden Kubikmeter pro Tag gestiegen. Das entspricht nach russischen Angaben etwa dem Jahresverbrauch von EU-Mitglied Bulgarien. Schon 2006 hatte Gazprom seine Gaslieferungen nach Westen wegen des tiefen Winters kurzzeitig reduziert.

Deutsche Verbraucher müssen aber nicht fürchten, bald in kalten Wohnungen zu sitzen. Schließlich liefert Gazprom noch weiter. Zudem gibt es in Deutschland mehr als 40 unterirdische Gasspeicher, die Versorgungsschwankungen ausgleichen können.

Im Zuge der Kältewelle sind in den vergangenen Tagen in ganz Osteuropa bereits mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. In der Ukraine sank die Temperatur auf Minus 33 Grad, den kältesten Wert seit sechs Jahren.

viaKälteeinbruch: Gazprom drosselt Lieferungen nach Westeuropa – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft.

Frachtschiff “Vera” sinkt vor türkischer Küste

Unglücksursache ist vermutlich der extreme Wellengang: Nach der Havarie eines Frachtschiffs vor der türkischen Küste werden offenbar neun Mitglieder der elfköpfigen Besatzung vermisst. Die “Vera” ist im Schwarzen Meer gesunken.

Vor der türkischen Küste ist bei stürmischer See ein Frachtschiff untergegangen. Die türkische Küstenwache suche nach neun mutmaßlich ukrainischen Besatzungsmitgliedern, teilten die Behörden mit. Zunächst hatte es geheißen, es würden zehn polnische Seeleute vermisst. Die Zahl der Vermissten wurde später jedoch revidiert. Zwei Mannschaftsmitglieder konnten gerettet werden und wurden ins Krankenhaus gebracht.Der Frachter “Vera” unter kambodschanischer Flagge war von Russland aus auf dem Weg nach Aliaga, als er im Schwarzen Meer vor Eregli kenterte. Als die Küstenwache nach Erhalt des Notrufs eintraf, war das Schiff schon gesunken”, sagte der Leiter der Handelskammer für die Region, Irfan Erdem, dem türkischen Fernsehsender NTV. Vermutlich sei die Ladung bei dem stürmischen Wellengang verrutscht. Das Schiff hatte offenbar Metallschrott geladen.In der Türkei herrschen seit der vergangenen Woche extreme Wetterbedingungen mit heftigen Schneestürmen. Für Dienstag galten Sturmwarnungen für Teile des Marmarameers, des Schwarzen Meers und der Ägäis. Die Bosporus-Meerenge, eine wichtige Route für den Schiffsverkehr durch Istanbul, war am Dienstag wegen schlechter Sichtverhältnisse komplett geschlossen worden.

viaSchwarzes Meer: Frachtschiff “Vera” sinkt vor türkischer Küste – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama.

Aliağa ist eine Stadt und ein Landkreis etwa 50 km nördlich von İzmir an der türkischen Ägäisküste in der Provinz İzmir.

Eine Öl-Raffinerie, mehrere Schiffsabbruchbetriebe und der Tourismus sind die wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine Aliağas.

viaAliağa – Wikipedia.