Zyperns linker Präsident Demetris Christofias will sich dem Urteil einer unabhängigen Untersuchungskommission über die Verantwortung für eine schwere Explosion mit 13 Todesopfern nicht beugen. “Der Präsident der Republik verneint kategorisch, dass er irgendeine persönliche Verantwortung trägt”, sagte Christofias am Montagabend. Einen von der Opposition geforderten Rücktritt lehnte er ab.
Bei der Explosion von auf einer Marinebasis ungeschützt gelagertem Sprengstoff waren vor drei Monaten 13 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurde das größte Elektrizitätskraftwerk der Insel so schwer beschädigt, dass es für Monate ausfällt. Der Sprengstoff stammte aus dem Iran und war im Auftrag der Vereinten Nationen aufgrund des bestehenden Waffenembargos auf hoher See beschlagnahmt worden. Angebote anderer Staaten, bei der Entsorgung behilflich zu sein, schlug die Regierung in Nikosia aus.
viaErmittlungen zur Explosion auf Zypern: Linker Präsident soll schuld sein – taz.de.
Das zypriotische Energiewesen ist nach den Worten des früheren Ministers für Handel, Industrie und Tourismus, C. Xichilos, „klein, isoliert und stark von Rohölimporten abhängig“. Da im Land kaum nutzbare Wasserkräfte vorhanden sind und auch keine abbauwürdigen fossilen Brennstoffe zur Verfügung stehen, wird Elektrizität vorwiegend aus importiertem Erdöl erzeugt. Erdölprodukte decken damit etwa 92% des Gesamtenergiebedarfs ab (2001: 2,6 Mio. Tonnen, wobei 35% der Importe auf die Electricity Authority of Cyprus entfallen); auf Kohle und erneuerbare Energien entfallen jeweils 4 %. Zypern verfügt über eine Erdölraffinerie, deren Produktion etwa 50% des Inlandsbedarfs abdeckt. Der Erdölmarkt befindet sich in den Händen einiger weniger großer Firmen.
Die dem Ministerium für Handel, Industrie und Tourismus unterstehende Electricity Authority of Cyprus (EAC) verfügte noch vor kurzem über das Monopol der Energieerzeugung und -verteilung. Um den EU-Direktiven bezüglich der Liberalisierung der Energiemärkte zu genügen, wurde dieses gesetzliche Monopol abgeschafft. In Zukunft soll eine unabhängige Behörde über den liberalisierten Energiemarkt wachen und Lizenzen vergeben. Das Verteilersystem bleibt allerdings im Eigentum der EAC. Die Liberalisierung wird vorerst auf das von der EUgeforderte Minimum – 33% – beschränkt bleiben; private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen sind davon vorerst nicht betroffen. Um den EU-Kriterien zu genügen, wurden auch die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen zur Entwicklung eines auf Erdgas basierenden komplementären Energiesektors geschaffen. Die notwendigen finanziellen Investitionen werden auf etwa 200 Mio. US$ geschätzt. Derzeit verzeichnet Zypern keinen Erdgasverbrauch und besitzt auch kein Erdgasnetz.
viaTRIANGEL-ZYPERN ENERGIE – www.triangel.wg.am/ – ENERGIE.
Israel und Zypern streben ein Kooperationsabkommen über die gemeinsame Entwicklung möglicher grenzübergreifender Offshore-Vorkommen von Erdöl und Erdgas an. Das hat der Erdöl- und Erdgasbeauftragte des israelischen Infrastrukturministeriums erklärt. Nach Einschätzung des Ministeriums bestehen gute Chancen, dass Israel in seinen Wirtschaftsgewässern weitere Erdgasfunde macht und auch auf Erdöl stößt.
In einem Interview der israelischen Wirtschaftszeitung Globes erklärte der Beauftragte, Dr. Yaakov Mimran, Ende Mai 2011, die Verhandlungen zwischen Israel und Zypern könnten binnen einiger Wochen erfolgreich abgeschlossen werden. Der Grenzverlauf zwischen den Wirtschaftsgewässern beider Länder wurde in einem im Dezember 2010 unterzeichneten Abkommen festgelegt.
Das Kooperationspotenzial beschränkt sich aber nicht nur auf grenzübergreifende Vorkommen. Der israelische Energiekonzern Delek Group hat auch den Bau einer Erdgasverflüssigungsanlage auf Zypern angeregt. Nach diesem Szenario könnte israelisches Erdgas über eine unterseeische Pipeline nach Zypern geliefert, dort verflüssigt und in Drittländer, vor allem nach Europa, exportiert werden.
Israel hat in den letzten Jahren zwei große Erdgasfunde vor seiner Mittelmeerküste gemacht. In diesem Zusammenhang erklärte Mimran, die Chancen weiterer Erdgas- sowie erstmaliger Erdölfunde in israelischen Wirtschaftsgewässern stünden gut. Israel sehe sich einer “Woge des Interesses” seitens potenzieller Investoren gegenüber.
viagtai: Länder und Märkte: Israel: Israel visiert Erdgas-Kooperation mit Zypern an.
Während seines Ägyptenbesuchs soll Erdogan zu einer gemeinsamen Kooperation im Energiesektor gedrängt haben. Ägyptisches Erdgas solle über die Türkei nach Europa über die Nabucco-Pipeline exportiert werden. Der Bau der Nabucco-Pipeline wurde 2009 endgültig beschlossen und soll 2013 beginnen.
Die geplante Pipeline soll zentralasiatisches Erdgas aus dem Irak, Aserbaidschan und Turkmenistan über die Türkei, Bulgarien, Rumänien sowie Ungarn bis an den Verteilerstandort in Österreich leiten. Ägypten liefert bereits Erdgas nach Jordanien und Syrien. Die bestehenden Pipelines mit der Nabucco-Pipeline zu verbinden wäre ein Leichtes.
Israel hat ebenfalls ein Pipeline-Projekt mit Zypern gestartet. Auch diese Kooperation soll, wie das Nabucco-Projekt, Erdgas nach Europa exportieren. Die Energiebranche vermutet, Erdogan wolle nun dem israelischen Projekt mit weiteren Erdgasquellen wie Ägypten entgegentreten.
viaErdogan drängt Ägypten: Gas-Exporte nur via Türkei | Deutsch Türkische Nachrichten.
Türkei erlaubt Rußland die Verlegung von “South Stream” durchs Schwarze Meer
Rußland hat nunmehr auch die Zustimmung der Türkei für den Bau der Gasleitung “South Stream” durch das Schwarze Meer erlangt. Am 6. August unterzeichneten die Regierungschefs Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan in Ankara ein entsprechendes Abkommen. Damit wird es Rußland ermöglicht, die Gaspipeline unter Umgehung der ukrainischen Hoheitsgewässer durchs Schwarze Meer zu führen (siehe Grafik). Vorausgegangen waren ähnliche Abkommen mit Bulgarien, Serbien, Rumänien und Italien (090501). Mit von der Partie war wiederum der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der sogar eigens seinen Urlaub unterbrochen hatte, um an den Gesprächen in Ankara teilnehmen zu können. Der italienische Staatskonzern ENI ist der Hauptpartner der Gazprom bei der Verwirklichung der Pipeline, mit der Rußland seine dominante Rolle als Gasanbieter festigen und das konkurrierende “Nabucco”-Projekt der Europäischen Union aushebeln möchte.
Die EU sieht South Stream inzwischen offiziell nicht mehr als Bedrohung an (090102), sondern hat sich auf die Sprachregelung verständigt, daß alle Pipeline-Neubauten als Vermehrung der Zahl der Transportwege zu begrüßen seien (090201, 090402). Die Türkei, die erst im Juli ein Regierungsabkommen über den Bau von “Nabucco” unterzeichnet hatte (090703), kann sich damit ebenso wie die EU-Staaten Italien, Rumänien und Bulgarien darauf berufen, nicht gegen erklärte Interessen der Gemeinschaft zu handeln. “Man sollte Nabucco und South Stream nicht als Konkurrenten betrachten, sondern als Vielfalt”, sagte der türkische Premier Erdogan bei einer Pressekonferenz. “Nabucco wird in der Zukunft den Bedarf Europas nicht decken können.”
Die Türkei will ihre Beteiligung an den beiden Projekten “Nabucco” und “South Stream” anscheinend für eine Schaukelpolitik nutzen, um ihre angestrebte Aufnahme in die EU voranzutreiben und auch sonst den politischen Druck auf die Gemeinschaft erhöhen zu können. Nach Fertigstellung besäße sie als Transitland für die Versorgung Europas mit Erdgas eine ähnliche Schlüsselstellung wie heute die Ukraine, die mit den beiden Leitungen umgangen werden soll, weil sie sowohl den Russen wie der EU als Unsicherheitsfaktor gilt.
Russen bauen erstes türkisches Kernkraftwerk
Neben der South-Stream-Vereinbarung unterzeichneten Rußland und die Türkei 19 weitere Abkommen, die größtenteils ebenfalls energiepolitischer Art sind. Dazu gehört der Bau des ersten türkischen Kernkraftwerks, das schon seit vielen Jahren in Akkuyu nahe dem Mittelmeerhafen Mersin geplant ist (000718) und für das der neuerdings mit Siemens verbündete russische Staatskonzern Atomenergoprom zusammen mit türkischen Partnern den Auftrag erhalten soll (090104). Wie Putin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan sagte, sind noch weitere Berechnungen zur wirtschaftlichen Durchführbarkeit des Projekts erforderlich. Der mit russischen Reaktoren erzeugte Strom sei aber annähernd so billig wie der aus Wasserkraftwerken, während sonst die Kosten von Atomstrom weltweit über denen von Wasserkraftwerken lägen.
“Blue-Stream” soll bis Israel und Zypern verlängert werden
Die bereits bestehende Gasleitung “Blue-Stream”, die von Rußland durchs Schwarze Meer nach Ankara führt, soll bis nach Syrien, Libanon, Israel und Zypern verlängert werden. Die Pipeline ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und ENI. Rußland beteiligt sich auf türkischen Wunsch am Bau einer Ölleitung, die vom Schwarzen Meer durch die Türkei zum Mittelmeer führen soll (“Samsun-Ceyhan-Projekt”). Ferner stellte Putin den Abschluß eines neuen langfristigen Gasliefervertrags mit der Türkei in Aussicht, der eine erhöhte Bezugsmenge vorsieht. Die Türkei bezieht schon bisher etwa zwei Drittel ihres Gasbedarfs aus Rußland.
viaTürkei erlaubt Rußland die Verlegung von “South Stream” durchs Schwarze Meer.
Das Nabucco-Pipeline-Projekt sieht den Bau einer Erdgas-Pipeline vor, beginnend in der Türkei bis in das österreichische Baumgarten an der March, wo das zentrale Verteilerzentrum der OMV für Erdgas liegt. Am 13. Juli 2009 wurde ein Rahmenabkommmen von den fünf beteiligten Transitstaaten (Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich) unterzeichnet. Der endgültige Baubeschluss wird im Jahr 2011 erwartet.[1] Die Pipeline soll zirka 14 Milliarden Euro kosten[2][3], die zu einem Drittel durch das Betreiberkonsortium selbst, zu zwei Drittel durch Kredite aufgebracht werden soll.
Der Baubeginn wurde schon mehrfach verschoben und ist derzeit für 2013 vorgesehen. Die erste Ausbaustufe soll bis 2017 fertiggestellt sein.[4] Die Pipeline selbst soll die EU mit den kaspischen Erdgasvorkommen verbinden (möglicherweise auch mit iranischen, ägyptischen und irakischen) und so neue Gasquellen für Europa erschließen. Im EU-Programm Transeuropäische Netze gilt die Pipeline als eines der fünf wichtigsten Vorhaben beim Ausbau des europäischen Energieleitungsnetzes.
Initiator des Projektes ist die österreichische OMV AG. Eigentümer sind neben der OMV Gas International GmbH die MOL aus Ungarn, S.N.T.G.N. Transgaz S.A. aus Rumänien, Bulgargaz-Holding EAD aus Bulgarien und BOTAŞ Petroleum Pipeline Corporation aus der Türkei. Die Entscheidung für einen weiteren sechsten Partner ist im Februar 2008 auf RWE aus Deutschland gefallen. Der entsprechende Vertrag wurde am 5. Februar 2008 in Wien unterzeichnet. Bis dahin hielt jeder der Beteiligten einen Anteil von 20 % an der Nabucco Gas Pipeline International GmbH; seither sind es gleichmäßig 16,67 % je Anteilseigner.[9]
An den Kosten beteiligen wird sich auch die Europäische Investitionsbank (EIB). Zur Absicherung der Finanzierung des Projektes streben die beteiligten Unternehmen ein Regierungsabkommen zwischen den betroffenen fünf Staaten an. Die endgültige Bauentscheidung wird im Jahre 2010 fallen.
Der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer ist als politischer Berater für die Anteilseigner RWE und OMV für das Projekt tätig.[10]
Ein weiteres Pipelineprojekt zur Versorgung Europas mit Erdgas wird voraussichtlich die Gaspipeline South Stream. Sie soll von Russland durch das Schwarze Meer zunächst nach Bulgarien führen. Der südliche Strang wird über Griechenland nach Italien geführt, der mit Nabucco direkt konkurrierende nördliche über Serbien nach Ungarn.[11]
Die große Schwachstelle der Nabucco-Pipeline, die Investoren verunsichert, ist die fehlende Garantie der Kapazitätsauslastung und somit der Rentabilität. Staaten, die für die nötigen Gasmengen sorgen könnten, sind Aserbaidschan, Turkmenistan oder der Iran, überwiegend politisch instabile Regime, bzw. mit denen, wie im Falle des Irans, eine Kooperation zur Zeit aus politischen Gründen kaum möglich erscheint. Hinzu kommt, dass Turkmenistan bereits große Mengen seiner künftigen Förderung Russland und China[15] vertraglich zugesichert hat. Obwohl Turkmenistans Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow die Reserven seines Landes als groß genug für alle Abnehmer bezeichnet, gilt dies unter Experten als nicht sicher. Auch dürfte die benötigte transkaspische unterseeische Pipeline nach Aserbaidschan wegen des ungünstigen Meeresprofils extrem hohe Investitionen erfordern. Erschwert wird ein solches Projekt auch durch den immer noch nicht geklärten rechtlichen Status des Kaspischen Meeres und seiner Aufteilung. Unter den Anrainern, die am langjährigen Verhandlungsprozess teilnehmen, befinden sich auch Russland und der Iran.
Nachdem auch Aserbaidschan Ende Juni 2009 einen Teil seiner Gasreserven (speziell aus dem größten Schah-Deniz-Gasfeld) an Russland verkauft hat, sind die Chancen der Realisierung Nabuccos noch weiter gesunken.[16] Nach Meinung der Experten kann Aserbaidschan nur noch 4 Milliarden der zirka 30 Milliarden Kubikmeter beisteuern, die benötigt werden.[17]
Es ist auch fraglich, ob ein Projekt in der Größenordnung von Nabucco nicht die Umsetzung von kleiner dimensionierten, aber deutlich realistischeren Pipeline-Projekten im “Südlichen Gaskorridor” behindert. Dazu zählen etwa die Pipelines Interconnector Turkey-Greece-Italy (ITGI) und Trans Adriatic Pipeline (TAP), mit denen europäische Energieversorger Gas aus Aserbaidschan bzw. Iran nach Italien bringen wollen, unter Nutzung der bestehenden Gasnetze in der Türkei und in Griechenland.
Die Türkei sieht in Nabucco ein willkommenes Instrument, um ihre EU-Mitgliedschaft zu forcieren. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan forderte im Januar 2009 die Beschleunigung der EU-Beitrittsverhandlungen und brachte diese erstmals direkt mit Nabucco in Verbindung. Im Falle des Scheiterns der Verhandlungen betrachte die Türkei das Projekt Nabucco als „gefährdet“.[20]
Ferner besteht unter den „Nabucco”-Partnern Uneinigkeit über die Verteilung des Gases. Die rohstoffarme Türkei fordert 15 Prozent des „Nabucco”-Gases zum Eigenverbrauch oder Weiterverkauf auf dem Weltmarkt, was die Europäer ablehnen.
viaNabucco-Pipeline – Wikipedia.