Wildleaks: Whistleblower gegen Wilderer

Der Handel mit illegal erlegten Wildtieren ist zum Milliardengeschäft einer internationalen Mafia geworden. Nun formieren sich die Gegner im Netz. In Zukunft sollen Whistleblower Wilderei und illegalen Handel mit gefährdeten Tieren enthüllen. Dazu ruft die Plattform „Wildleaks“ auf.

„Deutlich über 20.000 Elefanten“ werden jährlich gewildert, sagt Franz Böhmer vom Fachbereich Artenschutzvollzug des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Massenschlachtungen sind dabei vor allem in Afrika keine Seltenheit. Für ein Paar Stoßzähne kassieren Wilderer mitunter vierstellige Dollarbeträge. Die Hintermänner der Wildererszene schicken – etwa im Krüger-Nationalpark in Südafrika – ganze Hundertschaften von illegalen Jägern los. Oft sind sie besser ausgerüstet als ihre Gegner, haben Nachtsichtgeräte und exzellente Waffen.

Whistleblower gegen Wilderer

Doch nun formieren sich die Gegner: Mit der Bitte um Dokumente und Fotos in anonymsiertem Format und dem Versprechen von Sicherheit und Vertraulichkeit ist eine neue Whistleblower-Plattform gegen Wilderer an den Start gegangen. Unter Wildleaks werden künftig Informationen gesammelt, ausgewertet und veröffentlicht, die zur Aufklärung von Verbrechen beitragen.

„Unsere erste Priorität ist es, die Identifizierung, Festnahme und Verfolgung von Straftätern zu erleichtern“, sagt die Organisation. Dazu zählen Menschenhändler, Geschäftsleute und korrupte Regierungsbeamte, die oftmals hinter der Wilderei von gefährdeten Arten und dem illegalen Handel mit Wildtieren und Produkten wie Elfenbein und Nashorn stecken.

Das Wikileaks der Tierschützer

Die Seite verspricht im Stile von Wikileaks, dem Schutz der Informanten oberste Priorität einzuräumen. Dazu wird nach Angaben der Betreiber ein besonders hoher technischer Aufwand betrieben. Zugleich wird auf eine To-Do-Liste verwiesen, die dem Whistleblower zusätzliche Sicherheit gewähren soll.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte in den vergangenen Jahren mehrfach geheime Dokumente der, vor allem der US-Regierung, veröffentlicht und für weltweites Aufsehen gesorgt.

Wildleaks versteht sich als „nicht-profitorientiertes Kooperationsprojekt“, das von Spendengeldern und der Elephant Action-League (EAL) finanziert wird. Die EAL hatte der Wildleaks-Projektleiter Andrea Crosta 2013 im US-Bundesstaat California gegründet, ehe er sich mit vier weiteren- nach eigenen Angaben – profilierten Umweltaktivisten für die Aktion zusammenschloss.

Wildtierhandel profitabler als illegaler Waffenhandel

Illegale Wildtierhandel gilt nach Informationen der Umweltschutzorganisation WWF inzwischen als weltweit viertgrößter illegaler Markt – nach Drogen- und Menschenhandel sowie Produktpiraterie und noch vor dem illegalen Waffenhandel. Das Volumen wird auf bis zu 26,5 Milliarden US-Dollar geschätzt – einschließlich Fischwilderei und dem Einschlag geschützter Hölzer.

Speziell der Elfenbeinhandel boomt: Im Jahr 2013 gab es insgesamt 18 Großbeschlagnahmungen, bei denen knapp 42 Tonnen Elfenbein sichergestellt wurden, sagt Sylvia Ratzlaff von der Tierschutzorganisation WWF. Die Dunkelziffer läge jedoch weit höher.

viaWildleaks: Whistleblower gegen Wilderer – heute-Nachrichten.

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