Chinesen kaufen den Flughafen Frankfurt-Hahn

Der Verkauf des Hunsrück-Flughafens Hahn an einen chinesischen Bieter ist unter Dach und Fach. Nach Informationen vom Sonntag ist der Kaufvertrag notariell besiegelt. Bereits Ende Mai war bekannt geworden, dass das Land Rheinland-Pfalz den Regionalflughafen an chinesische Investoren verkaufen will.

Zuletzt hatten die Flughafenbesitzer mit drei chinesischen Unternehmen verhandelt,darunter dem Mischkonzern HNA. Letzterer wollte jedoch nur einen symbolischen Kaufpreis zahlen, verlangte Subventionen und sei deshalb nicht mehr im Rennen. Einer mit den Verhandlungen vertrauten Person zufolge dürfte der Airport in Kürze für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag den Besitzer wechseln.

Kein Erfolgsmodell für Regionalflughäfen

Hahn ist einer der ehemaligen Militärflughäfen in Deutschland, die kein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden haben. Rheinland-Pfalz – mit 82,5 Prozent Haupteigner des Flughafens – musste wiederholt Geld nachschießen. Das Land hatte die Mehrheit an der Betreibergesellschaft Ende vorigen Jahrzehnts von Frankfurter Flughafen übernommen. Zweiter Anteilseigener an dem Airport im Hunsrück ist mit 17,5 Prozent Hessen.

Eines des größten Probleme von Hahn ist, dass Hauptnutzer Ryanair seit Jahren sein Angebot dort schrumpft und seine Flugzeuge lieber an großen Flughäfen wie Köln einsetzt. Voriges Jahre zählte Hahn nur noch 2,7 Millionen Passagiere nach knapp vier Millionen vor zehn Jahren. Zudem liegt Hahn 120 Kilometer von Frankfurt entfernt, die Fahrt dauert zwei Stunden. Im zweiten Geschäftsfeld Luftfracht hat sich Hahn einen festen Platz in der Branche erarbeitet und rangiert in Deutschland an fünfter Stelle. Allerdings kämpfen Cargo-Airlines derzeit weltweit wegen Überkapazitäten mit fallenden Preisen. Nach Aussage eines Branchenbeobachters müsste der neue Flughafeneigner am besten ein eigenes Frachtgeschäft mitbringen, um Hahn besser auszulasten.

Zudem ist unter hiesigen Airports nach einigen prominenten Fehlschlägen mit chinesischen Geldgebern die Vorsicht groß. 2014 etwa hatte ein Investor aus dem Reich der Mitte den insolventen Flughafen Lübeck gekauft und wollte dort den Medizintourismus ausbauen. Die Pläne floppten, ein Jahr später war der Airport erneut Pleite. In den Schlagzeilen war auch die Übernahme des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern 2007 durch einen ansonsten unbekannten chinesischen Geschäftsmann. Der angekündigte Ausbau des alten Militärflughafens in ein Fracht- und Passagierdrehkreuz geht bis heute nur sehr langsam voran.

Quelle: Chinesen kaufen den Flughafen Frankfurt-Hahn

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