Schweden: Erneut Dutzende sexuelle Übergriffe auf Musikfestivals

Auf Musikfestivals in Schweden sollen erneut mehrere Männer junge Frauen begrapscht haben. Es gab Dutzende Anzeigen, auch Vergewaltigungen wurden gemeldet.

Die Übergriffe erinnern an die Kölner Silvesternacht: Auf mehreren Musikfestivals in Schweden hat es laut schwedischen Medienberichten sexuelle Übergriffe auf Mädchen und Frauen gegeben. Allein nach dem Festival „Putte i Parken“ am Wochenende in Karlstad habe es bislang rund 25 entsprechende Anzeigen gegeben. Das jüngste Opfer ist demnach gerade einmal 12 Jahre alt.

Im Gedränge vor der Bühne hätten junge Männer sie aus einer Gruppe heraus am Hintern betatscht, berichtete etwa eine 17-Jährige der Zeitung „Göteborgs Posten“. Als sie sich umdrehte, habe sie nicht sicher sagen können, wer sie belästigt habe. Dann habe sie begonnen zu schreien. Der Vater eines Mädchens schilderte Sveriges Radio, wie er mitbekam, dass ein Mann seiner Tochter in den Schritt packte.

Bei zwei Festivals nahe Norrköping und Växjö soll es in den vergangenen Tagen zudem nicht bei Belästigungen geblieben sein. Wie unter anderem die schwedische Zeitung „Svenska Dagbladet“ berichtet, wurden auf dem Bråvalla Festival fünf Vergewaltigungen angezeigt, zudem soll eine 19-Jährige auf dem Säljerydsfestival vergewaltigt worden sein.

Ähnliche Übergriffe hatte es bereits in vergangenen Jahren auf Festivals gegeben. Erst zu Beginn des Jahres hatte die schwedische Polizei einräumen müssen, mehrere sexuelle Übergriffe durch mutmaßlich ausländische junge Männer bei Musikfestivals heruntergespielt zu haben. Polizeichef Dan Eliasson argumentierte damals in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE: „Es ist egal, ob die Täter Afghanen waren oder nicht.“

Ein Polizeisprecher mutmaßte laut „Svenska Dagbladet“ zu den nun angezeigten Übergriffen, dass inzwischen mehr Mädchen und Frauen die Übergriffe auch meldeten. „Früher hat man es vielleicht nicht gewagt“, sagte er demnach. Das „Peace and Love“-Festival in Borlänge, das am Donnerstag startet, hat nach den jüngsten Vorfällen im schwedischen Staatsfernsehen jedenfalls nun angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken.

Quelle: Schweden: Erneut Dutzende sexuelle Übergriffe auf Musikfestivals – SPIEGEL ONLINE

Musikfestivals in Stockholm: Schwedens Polizei vertuschte sexuelle Übergriffe

„Wir hätten die Informationen veröffentlichen müssen“: Die Polizei in Schweden hat eingeräumt, mehrere sexuelle Übergriffe durch mutmaßlich ausländische junge Männer bei Musikfestivals heruntergespielt zu haben. Ministerpräsident Stefan Löfven spricht von einem „doppelten Betrug an jungen Frauen“.

Die schwedische Polizei hat eine Vertuschung von sexuellen Übergriffen durch mutmaßlich ausländische junge Männer eingeräumt. Bei Musikfestivals in Stockholm im August 2014 und 2015 habe es insgesamt 38 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gegeben, in zwei Fällen wurden Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht, gaben die Behörden am Montag bekannt.

„Wir hätten die Informationen veröffentlichen müssen“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Doch tatsächlich hatte die Polizei nach den Festivals jeweils nur mitgeteilt, es habe „angesichts der vielen Teilnehmer relativ wenige Delikte und Festnahmen gegeben“. Wie viele Verdächtige tatsächlich festgenommen wurden, sei nie festgehalten worden. Es ist zu keiner Verurteilung gekommen.

Die Zeitung „Dagens Nyheter“ zitierte aus einem Polizeibericht, der Verdacht habe sich gegen eine Gruppe von rund 50 jungen Asylbewerbern aus Afghanistan gerichtet. Wegen der großen Menschendichte seien die Ermittlungen schwierig gewesen.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven reagierte erbost auf die Enthüllung. Er empfinde eine „große Wut“, dass junge Frauen nicht auf ein Musikfestival gehen können, „ohne belästigt oder angegriffen zu werden“. Dass die Polizei die Vorfälle unter den Teppich gekehrt habe, sei „ein Problem der Demokratie für unser Land“.

Es handle sich „um einen doppelten Betrug an diesen jungen Frauen“, sagte er der Zeitung „Expressen“. Zum einen seien die Übergriffe nicht angemessen verfolgt worden. Zum anderen habe die Polizei nicht über diese Probleme informiert.

Laut „Guardian“ waren rund 170.000 Besucher auf dem fünftägigen Festival, sie sollen hauptsächlich zwischen 13 und 19 Jahren alt gewesen sein. Polizeichef Dan Eliasson versprach auf einer Pressekonferenz eine vollständige Untersuchung. In dem Bericht wird auch ein Sprecher der Polizei in Stockholm zitiert: „Natürlich war das ernst“, sagte demnach Varg Gyllander. Es seien zu viele Fälle gewesen – aber gemessen an der Anzahl der Besucher des Festivals auch nicht übermäßig viele. Dass die Übergriffe nicht öffentlich gemacht wurden, sei keine geplante Vertuschung gewesen, sondern „Selbstzensur“ einzelner Beamter. „Es gibt Polizeimitarbeiter, die aufgrund der aktuellen Flüchtlingsdebatte Sorgen davor haben, über diese Dinge zu sprechen.“

Der Fall aus Schweden erinnert an die sexuellen Übergriffe in Köln Ende Dezember: Dort hatte die Polizei noch in der Silvesternacht zunächst von einem ruhigen Abend gesprochen. Inzwischen sind bei der Polizei mehr als 500 Anzeigen eingegangen, Polizeipräsident Wolfgang Albers wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zuletzt warf Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger der Kölner Polizei schwere Fehler vor. Dabei verwies er unter anderem auf die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit von der Polizei über die Ermittlungen informiert wurde.

Quelle: Spiegel online

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Amnesty International: Syrische US-Verbündete an Kriegsverbrechen beteiligt

Amnesty International hat den Rebellengruppen in Syrien brutale Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die regierungsunabhängige Organisation legte einen Bericht vor, in dem sie Fälle von Entführungen, Folterungen und Hinrichtungen dokumentierte. Syrische Zivilisten seien unter der Herrschaft der Rebellen einer „erschreckenden Welle“ von Gewalttaten ausgesetzt, heißt es darin.

Unter den Oppositionsgruppen seien auch einige Milizen, die von den USA oder Regionalmächten unterstützt würden, berichtete Amnesty. Die Organisation rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Unterstützung jener Rebellengruppen einzustellen, die sich der Verletzung von Menschenrechten schuldig gemacht hätten.

In den von Rebellen kontrollierten Stadtgebieten in Aleppo und Idlib hätten „bewaffnete Gruppierungen freie Hand, ohne Furcht vor Strafe Kriegsverbrechen und andere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu begehen“, kritisierte der Leiter des Nahost-Programms von Amnesty International, Philip Luther. Die Gruppierungen nähmen willkürlich Zivilisten fest, die kritisch eingestellt seien, die gegen moralische Gebote verstießen oder Minderheiten angehörten.

Übergriffe gegen Medienaktivisten

Amnesty International dokumentiert in seinem Bericht Menschenrechtsverletzungen durch insgesamt fünf Gruppierungen, die im Norden Syriens aktiv sind: Al-Nusra-Front, Ahrar al-Scham, Nureddin Sinki, Levante-Front und Division 16. Untersucht wurden Vorfälle aus den Jahren 2012 bis 2016. Auch Menschenrechtsverletzungen der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad waren von Amnesty bereits dokumentiert und kritisiert worden.

Der aktuelle Bericht fußt auf Interviews mit etwa 70 Personen in den von den Aufständischen gehaltenen Gebieten. Der Report dokumentiert mindestens 24 Entführungen von Aktivisten und Vertretern ethnischer oder religiöser Minderheiten. Auch drei Kinder seien verschleppt worden, von denen zwei bis vergangene Woche noch vermisst gewesen seien. Einige Betroffene seien wegen ihrer Kritik an den Milizen oder einfach nur wegen Abspielens von Musik entführt worden.

Leben in ständiger Angst

In der Öffentlichkeit sei es teils zu standrechtlichen Erschießungen von Soldaten der Regierungstruppen gekommen. Dabei handele es sich laut Amnesty um ein Kriegsverbrechen. Übergriffe gab es den Angaben zufolge auch gegen Medienaktivisten. Einige Betroffene berichteten Amnesty, sie seien an ihren Handgelenken aufgehängt oder mit verbundenen Händen in einen Reifen gezwängt worden. Zu diesen Foltermethoden soll auch die syrische Regierung greifen.

Radikalislamische Gruppierungen hätten in ihrem Herrschaftsbereich außerdem Religionsgerichte installiert, die etwa bei Ehebruch oder beim Verdacht auf Abfall vom Glauben die Todesstrafe verhängten, heißt es in dem Bericht. „Viele Zivilisten leben in anhaltender Furcht vor Entführung, wenn sie das Verhalten der herrschenden bewaffneten Gruppen kritisieren oder gegen die strengen Regeln verstoßen, die manche Gruppen verhängt haben“, erklärte Philip Luther.

Quelle: Amnesty International: Syrische US-Verbündete an Kriegsverbrechen beteiligt | ZEIT ONLINE

EU-Parlament stellt Weichen für Websperren gegen Terror

Der Innenausschuss des EU-Parlaments drängt darauf, terroristische Webseiten zu löschen und notfalls auch zu sperren. Entwickler von Malware für Terrorakte sollen sich strafbar machen. Wenn Anschläge befürwortet werden, soll auch das strafbar sein.

EU-Abgeordnete fordern, dass Provider deutlich schärfer gegen extremistische Propaganda im Internet vorgehen. Als „wirksamstes Mittel“ gegen illegale terroristische Inhalte empfiehlt der federführende Innenausschuss, diese „an der Quelle“ zu entfernen. Die Mitgliedsstaaten sollten daher „alles in ihrer Macht Stehende unternehmen“, um darauf auch gemeinsam mit Drittländern hinzuarbeiten. Lässt sich der inkriminierte Content nicht löschen, sollen die EU-Nationen aber auch Maßnahmen treffen können, mit denen der Zugang dazu blockiert wird.

„Nicht-legislative“Maßnahmen

Die Ausschussmitglieder skizzieren in ihren mehrheitlich befürworteten Änderungsanträgen für eine neue Richtlinie zur Terrorismusbekämpfung einen ähnlichen Kompromiss, wie in der Richtlinie zum schärferen Vorgehen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern von 2011. Als zulässig erachtet werden sollen dieses Mal aber auch „nicht-legislative“ Maßnahmen, was Kritikern zufolge den Anforderungen an ein rechtsstaatliches transparentes Verfahren kaum genügen dürfte, auch wenn diese dem Beschluss nach prinzipiell eingehalten werden sollen.

Strafbar macht sich künftig den Innenpolitikern zufolge, wer „Schadprogramme“ entwickelt oder bereitstellt, mit denen terroristische Akte begangen oder gefördert werden können. Auch Malware-Programmierer, die es ermöglichen, sich an den Handlungen einer terroristischen Gruppe zu beteiligen, will der Ausschuss kriminalisieren.

Befürwortung strafbar

Die Mitgliedsstaaten sollen laut dem Votum generell verhindern, dass online Botschaften verbreitet werden, die zu Terrorismus anstiften oder terroristische Delikte verherrlichen. Dies soll schon dann strafbar sein, wenn etwa Anschläge „unmittelbar oder indirekt befürwortet“ werden und davon eine „eindeutige und erhebliche Gefahr“ ausgeht.

Die Mehrheit der Volksvertreter folgte mit dem Beschluss zum Teil einem Vorschlag der Berichterstatterin Monika Hohlmeier (CSU). Die Tochter des früheren CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß hatte auch gefordert, Anonymisierungssoftware wie Tor und Verschlüsselungsprogramme als Hindernisse für polizeiliche Ermittlungen zu brandmarken. Dafür fand sie aber keine Mehrheit.

Kriminalisierung von Absichten

Die Linksfraktion stimmte gegen die Initiative. Ihre Netzexpertin Cornelia Ernst kritisierte, dass Schlüsselbegriffe wie „Terrorismus“ oder „radikalisierte Personen“ gar nicht klar definiert würden und schon Absichten kriminalisiert werden sollten. Dies sei „ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg in Richtung eines Präventionsstaates, der die eigentliche Handlung nicht mehr voraussetzt, um eine Strafe auszusprechen“. Bürgerrechtsorganisationen wie European Digital Rights (EDRi) oder die „Digitale Gesellschaft“ monierten, dass das unausgegorene Vorhaben ohne Folgenabschätzung durchgeboxt werden solle und in „blindem Aktionismus Freiheiten“ opfere.

Der EU-Rat hatte sich schon im März für den Ansatz „Löschen und Sperren“ von Terror-Webseiten ausgesprochen. Verhandlungsführer der Mitgliedsstaaten, des Parlaments und der Kommission sollen nun im sogenannten Trilogverfahren eine gemeinsame Linie festzurren, die die Abgeordneten dann ohne ordentliche 1. Lesung in der Regel im Plenum nur noch durchwinken.

Quelle: EU-Parlament stellt Weichen für Websperren gegen Terror | heise online

„World Wealth Report“: Fast 1,2 Millionen Millionäre in Deutschland

Die Zahl der Millionäre in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 1.198.700 gestiegen. Damit gehört Deutschland neben den Vereinigten Staaten, Japan und China zu den vier Ländern mit den meisten Millionären auf der Welt und hatte auch im globalen Vergleich überdurchschnittliche Zuwächse. Das geht aus dem „World Wealth Report 2016“ hervor, den die Unternehmensberatung Capgemini in Frankfurt vorgelegt hat. Für diesen Bericht werden jährlich seit nunmehr 20 Jahren umfangreiche statistische Daten ausgewertet. Zudem wurden mehr als 5200 Millionäre aus 23 Ländern sowie mehr als 800 Vermögensverwalter befragt.

Als Millionär, genauer als „High Net Worth Individual“ (HNWI) gilt man in dieser Zählweise, wenn man ein investierbares Vermögen von mehr als einer Million Dollar besitzt, selbstgenutzte Immobilien würden dabei nicht mitgerechnet, heißt es. In dieser Zählweise gibt es weltweit ungefähr 15,4 Millionen Millionäre, deren Vermögen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 58,7 Billionen Dollar gewachsen ist. Seit 1996 habe sich hat Vermögen der Millionäre auf der Welt demnach vervierfacht, heißt es in der Studie. Capgemini wagte die Prognose, unter optimistischen Annahmen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werde das Vermögen der Millionäre bis zum Jahr 2025 die Grenze von 100 Billionen Dollar übersteigen.

Als einen wichtigen Grund für die überdurchschnittliche Entwicklung der Millionärszahlen in Deutschland nannte Klaus-Georg Meyer, Vice President  bei Capgemini, den überproportionalen Anstieg der Immobilienpreise. Millionäre, die über ihre selbstgenutzte Immobilie hinaus in diesem Bereich investiert seien, hätten davon profitiert.

Starke Millionärszuwächse in China

Global betrachtet gab es offenbar eine Verschiebung hinsichtlich der Regionen mit den meisten Millionären. Der asiatisch-pazifische Raum hat mittlerweile Nordamerika nicht nur bei der Zahl der Millionäre, sondern auch beim Volumen des Millionärs-Vermögens überholt. In der Asien-Pazifik-Region gab es demnach 2015 rund 5,1 Millionen Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 17,4 Billionen Dollar, in Nordamerika hingegen besaßen 4,8 Millionen Millionäre rund 16,6 Billionen Dollar.

Auffällig starke Zuwächse bei der Zahl der Millionäre gab es in China (plus 16 Prozent auf 1,03 Millionen) und Japan (plus 11 Prozent auf 2,7 Millionen). In den Vereinigten Staaten hingegen hat die Millionärszahl unterdurchschnittlich zugenommen (plus 2 Prozent auf 4,5 Millionen), in Kanada war sie sogar leicht rückläufig (minus 3 Prozent auf 321.000).

Die Krise vor allem in Brasilien machte sich für die Zahl der Millionäre in Lateinamerika bemerkbar, sie ging um 2,2 Prozent zurück. Auch in Afrika nahm die (ohnehin niedrige) Zahl von Millionären ab, um 1,8 Prozent. Russland und Brasilien tauschten in der Rangfolge der Länder mit den meisten Millionären ihren Platz: Russland verlor etwa 3000 Millionäre auf  152.000, Brasilien verlor 12.000 Millionäre auf 149.000 und landete damit hinter Russland. Auch Taiwan und Mexiko tauschten die Plätze, weil Mexiko 2000 Millionäre verlor, während Taiwan 2000 mehr verzeichnete. Indien konnte etwas aufsteigen und hat jetzt 200.000 Millionäre, etwa 2000 mehr als im Vorjahr.

In Spanien (plus 8 Prozent) und  in Frankreich (plus 6 Prozent) hat die Zahl der Millionäre zwar prozentual stärker zugenommen als in Deutschland, insgesamt gibt es der Studie zufolge dort aber deutlich weniger als hierzulande.

Große Ungleichheit auch unter Millionären

Zu der grundsätzlichen Frage, ob sich die Schere zwischen Arm und Reich in der Welt öffnet, hält der „World Wealth Report“ sich bedeckt. Er streicht vor allem heraus, dass sich das Vermögen der Reichen weiter erhöht hat. Zudem differenziert er nochmal zwischen ärmeren, mittelreichen und ganz reichen Millionären. Und zeigt, dass es auch dort keineswegs eine gleichmäßige Verteilung des Vermögens gibt.

Die oberste Gruppe, die „Ultra-HNWI“ mit einem Vermögen von 30 Millionen Dollar oder mehr, machten weltweit zahlenmäßig nur 0,9 Prozent aus, also einen verschwindend kleinen Anteil unter den Reichen insgesamt. Diese Superreichen aber besäßen 34,1 Prozent des gesamten Millionärsvermögens. Die mittlere Gruppe, mit 5 bis 30 Millionen Dollar, machten zahlenmäßig 9 Prozent aller Millionäre aus und besäßen etwa 22,5 Prozent des gesamten Millionärsvermögens. Die unterste Gruppe mit 1 bis 5 Millionen Dollar Vermögen, die „Millionaires Next Door“, die „Millionäre von Nebenan“, wie der Bericht es formuliert, kämen zwar zahlenmäßig auf 90 Prozent aller Reichen – sie besäßen aber „nur“ 43,3 Prozent des gesamten Millionärsvermögens.

Immobilien und Aktien besonders beliebte Geldanlagen

Der Bericht beschäftigt  sich auch damit, wie die Reichen ihr Geld anlegen. Dabei fällt global für 2015 ein hoher Anteil von Aktien (26,8 Prozent), aber auch von Cash (25,6 Prozent) auf. Regional gibt es offenbar noch Unterschiede. Die Millionäre in Nordamerika stecken mehr in Aktien, die in Europa mehr in Immobilien. Auch die Anlage in börsengehandelte Indexfonds (ETF) ist offenbar unter Millionären insgesamt beliebter geworden. Hinsichtlich der Digitalisierung bescheinigt der Report den Millionären noch Nachholbedarf, allerdings äußern sie sich grundsätzlich aufgeschlossen, auch digitalen Instrumenten bei der Vermögensverwaltung zu vertrauen.

In Deutschland sollen die Millionäre ihr Geld zu 26,4 Prozent in Aktien gesteckt haben, zu 22,2 Prozent in Immobilien, zu 16,6 Prozent in Anleihen, zu 15,3 Prozent in alternative Investments wie Private Equity, Hedgefonds oder Rohstoffe und zu 19,5 Prozent in Bar oder in Bargeld entsprechenden Anlagen halten. Damit war der Anleihen-Anteil deutlich kleiner als im weltweiten Durchschnitt und vor allem der Immobilienanteil deutlich größer. Anders als der Durchschnittsdeutsche sind die Millionäre in Deutschland aber offenbar sogar leicht überdurchschnittlich in Aktien investiert.

Für die Zukunft hat Capgemini unterschiedliche Szenarien untersucht und daraus Prognosen abgeleitet. Unter dem optimistischen Wachstumsszenario kämen die Millionäre bis 2025 auf ein Vermögen von zusammen immerhin 106 Billionen Dollar. Damit würde erstmals die Grenze von 100 Billionen Dollar überschritten. Das wäre nahezu eine Verdreifachung des Vermögens der Reichen seit 2006. Starke Zuwächse zwischen 2015 und 2025 hätten nach dieser Prognose vor allem die Millionäre im asiatisch-pazifischen Raum (plus 142 Prozent) und im Mittleren Osten (plus 92 Prozent). In Europa würden die Reichen ihr Vermögen in diesen zehn Jahren um rund 46 Prozent steigern. Als besonders interessante Branchen werden dabei die Finanzindustrie und die High-Tech-Branche eingestuft, als besonders interessante Märkte China, die Vereinigten Staaten und Indien.

Quelle: „World Wealth Report“: Fast 1,2 Millionen Millionäre in Deutschland

Waffenindustrie: Deutsche Rüstungsexporte verdoppeln sich nahezu

Die deutschen Rüstungsexporte haben sich einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr fast verdoppelt. 2015 seien Einzelgenehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt worden, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf den „Rüstungsexportbericht 2015“ des Wirtschaftsministeriums, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will.2014 hat die Regierung lediglich Rüstungsexporten im Wert von 3,97 Milliarden Euro eine Ausfuhrgenehmigung erteilt. Die Rüstungsexporte seien damit auf den höchsten Stand in diesem Jahrhundert gestiegen, schreibt die Zeitung.Mit 7,86 Milliarden Euro habe das Volumen im vergangenen Jahr auch jene 7,5 Milliarden Euro übertroffen, die Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Februar unter Berufung auf vorläufige Zahlen genannt hatte.

Quelle: Waffenindustrie: Deutsche Rüstungsexporte verdoppeln sich nahezu – Wirtschaftspolitik – FAZ

Deutschland war 2015 weltweit drittgrößter Waffenexporteur

Deutschland ist im vergangenen Jahr hinter den Vereinigten Staaten und Russland der drittgrößte Waffenexporteur weltweit gewesen. Wie der Branchendienst „Jane’s“ in seinem jährlichen Rüstungsbericht feststellt, verkauften deutsche Unternehmen 2015 Rüstungsgüter im Wert von rund 4,78 Milliarden Dollar (4,2 Mrd Euro) ins Ausland – Kleinwaffen und Munition nicht mitgerechnet.

Davon ging etwas weniger als ein Drittel (29 Prozent) in den Krisengürtel Nahost-Nordafrika. Wichtigster Abnehmer in dieser Region war im vergangenen Jahr Saudi-Arabien, gefolgt von Algerien, Ägypten und Qatar. Laut „Jane’s“ werden die Lieferungen nach Nordafrika und Nahost 2018 sogar 40 Prozent der deutschen Rüstungsexporte ausmachen. Danach fällt der Anteil voraussichtlich wieder ab, auf 28 Prozent.

 Im Vorjahr hatte Deutschland in der Liste der größten Exporteure noch auf dem fünften Platz gelegen. Dass es 2016 wohl nur für den vierten Platz reichen wird, liegt nach Auskunft des Autors Ben Moores allerdings nicht daran, dass Deutschland seine Rüstungsexporte zurückfährt. Im Gegenteil: Der Gesamtbetrag wird den Berechnungen zufolge sogar noch einmal minimal steigen.

Rüstungs-Großmacht Frankreich

Grund sei vielmehr die Tatsache, dass Frankreich seine Rüstungsindustrie „wiederbelebt“ habe, sagte Moores. Die Gesamtsumme der französischen Rüstungsexporte in diesem Jahr schätzt er auf rund sechs Milliarden Dollar. Seinen Berechnungen zufolge wird Frankreich 2018 sogar Russland überrunden und zum zweitgrößten Exporteur von Rüstungsgütern aufsteigen.

Der weltweit größte Importeur von Waffen und Ausrüstung ist und bleibt Saudi-Arabien. Laut „Jane’s“ wurden im vergangenen Jahr Rüstungsgüter im Wert von rund 9,3 Milliarden Dollar in das islamische Königreich geliefert. In diesem Jahr liegen die saudischen Militär-Importe sogar knapp über zehn Milliarden Dollar.

Indien belegte in der Liste der wichtigsten Importeure in diesem und im vergangenen Jahr jeweils den zweiten Platz. Die Emirate steigern ihre Rüstungsausgaben den Angaben zufolge massiv. In diesem Jahr sollen sie Material im Wert von rund drei Milliarden Dollar erhalten. Damit sind sie aktuell der drittgrößte Importeur von Rüstungsgütern.

Quelle: Deutschland war 2015 weltweit drittgrößter Waffenexporteur

Bilanz von Obamas Drohneneinsätzen

Kein amerikanischer Präsident ordnete je so viele Einsätze gegen Terroristen an wie Barack Obama. Nun hat er erstmals Opferzahlen genannt.

Heikle Informationen werden in Washington gerne veröffentlicht, wenn das Land gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist. Am Freitag war es wieder so weit. Ein langes Wochenende stand bevor, gekrönt von den Barbecues zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli. Nachmittags, als viele Bürger schon auf dem Weg in den Kurzurlaub waren, veröffentlichte der Geheimdienst-Direktor erstmals Zahlen zu den Opfern des geheimen Drohnenriegs gegen Terroristen. Zwischen dem Amtsantritt Barack Obamas im Januar 2009 und dem Jahresende 2015 kamen demnach 64 bis 116 Personen ums Leben, die als „Nicht-Kombattanten“ eingestuft wurden. Die Zahl der getöteten Kombattanten soll hingegen bei 2372 bis 2581 liegen.

Man kann sich die Zahlen leichter vergegenwärtigen, wenn man sie auf die Zahl der Angriffe umrechnet, insgesamt 473: Im Durchschnitt wurden bei jeder Drohnenattacke fünf Terroristen getötet, bei jeder fünften starb ein Zivilist. Die Angaben beziehen sich auf verdeckte Einsätze gegen Al Qaida und ihre Verbündeten in Pakistan, Jemen und Somalia. Die Angriffe werden in der Regel vom Auslandsgeheimdienst CIA geführt, während das amerikanische Militär für Operationen in Kriegsgebieten zuständig ist. Derzeit sind das Afghanistan, der Irak und Syrien. Allerdings lassen sich die Programme nicht exakt auseinander halten. Denn Obama übertrug 2013 Kompetenzen von der CIA an das Militär, und im Jemen operieren beide gemeinsam.

Quelle: Bilanz von Obamas Drohneneinsätzen