Wenige Langzeitarbeitslose finden Job

Die Wirtschaft brummt, trotzdem haben Langzeitarbeitslose in Deutschland nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein Trick schönt die Statistik.

Trotz der guten Konjunktur haben Langzeitarbeitslose in Deutschland nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Lediglich 13 Prozent der Langzeitarbeitslosen, die im vergangenen Jahr ihre Arbeitslosigkeit beendeten, hätten tatsächlich eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden, zitierten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben) aus einer Antwort der Bundesagentur der Arbeit auf eine Anfrage der Linksfraktion. Der überwiegende Teil dieser Langzeitarbeitslosen sei einfach aus der Statistik gestrichen worden.

Danach wechselten im vergangenen Jahr 54 Prozent jener Langzeitarbeitslosen, die nicht mehr als arbeitslos erfasst wurden, offiziell in die Nichterwerbstätigkeit: 36 Prozent wurden als erwerbsunfähig eingestuft, elf Prozent wurden wegen fehlender Verfügbarkeit oder Mitwirkung gestrichen, hinzu kamen Sonderregelungen etwa zum Vorruhestand.

Den zitierten Angaben der Bundesagentur zufolge verharrt die Langzeitarbeitslosigkeit seit Jahren trotz des Aufschwungs auf hohem Niveau: Seit 2011 habe die Zahl der Arbeitslosen, die mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung sind, nur um 2,7 Prozent abgenommen. Sie liege bei 1,04 Millionen.

„Erfolglosigkeit der Regierung“

Die Anfrage an die Bundesagentur hatte die Vizefraktionschefin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, gestellt. Zimmermann sagte den Funke-Zeitungen, die Zahlen belegten „die Erfolglosigkeit und Untätigkeit der Bundesregierung“. Zimmermann forderte eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik, um mehr für Langzeitarbeitslose zu tun: „Es müssen ausreichend Gelder für Weiterbildung und gute öffentlich geförderte Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden.“

Zudem müsse über Verpflichtungen für Arbeitgeber nachgedacht werden. Sie dürften nicht wie bisher aus Vorurteilen Langzeiterwerbslose bei Stellenbesetzungen nicht berücksichtigen. Die Arbeitsmarktexpertin warnte, eine Konzentration der Politik nur auf leichter vermittelbare Arbeitslose, die den Rest seinem Schicksal überlasse, sei „mehr als unsozial“.

Quelle: Wenige Langzeitarbeitslose finden Job

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Eurozone: Arbeitslosigkeit auf 21-Monats-Tief

Die Arbeitslosigkeit im Euroraum hat sich überraschend abgeschwächt. Im Juni sei die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent gesunken, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Obwohl sie sie damit den niedrigsten Wert seit September 2012 erreichte, liegt die Arbeitslosigkeit weiter auf einem hohen Niveau.

Volkswirte hatten für Juni eine unveränderte Quote erwartet. Verglichen mit einem Jahr zuvor ergibt sich ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte. Die absolute Zahl der Arbeitslosen ging laut Eurostat ebenfalls zurück. Im Juni waren demnach 152.000 Menschen weniger ohne Arbeit als im Vormonat. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Rückgang um 783.000. Die geringste Arbeitslosigkeit gibt es zurzeit in Österreich, Deutschland und Malta. Am schwierigsten ist die Lage nach wie vor in Griechenland und Spanien, wo jeweils etwa ein viertel der Menschen im erwerbsfähigen Alter keine Arbeit hat.

viaEurozone: Arbeitslosigkeit auf 21-Monats-Tief – Arbeitsmarkt – derStandard.at › Wirtschaft.

Arbeitsagentur manipuliert laut Rechnungshof Vermittlungs-Statistik

Vermittelt wird nur, wer leicht vermittelbar ist: Der Bundesrechnungshof wirft der Agentur für Arbeit nach Informationen des SPIEGEL vor, nach diesem Prinzip eine bessere Erfolgsbilanz vorzutäuschen. Besonders Langzeitarbeitslose würden schlecht betreut

In einem seit Monaten unter Verschluss gehaltenen Prüfbericht hat der Bundesrechnungshof der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgeworfen, sich vorrangig um leicht vermittelbare Arbeitslose zu kümmern, die anderen dagegen weitgehend zu ignorieren.

In dem Papier ist nach Informationen des SPIEGEL die Rede von „Fehlsteuerungen“ und „Entwicklungen, die dem gesetzlichen Auftrag zuwiderlaufen“, die Prüfer prangerten zudem „Manipulationen“ zur Verbesserung der Erfolgsbilanz an und hielten es für nötig, alle Agenturen auf geschönte Statistiken überprüfen zu lassen. Dabei legten sie gegebenenfalls auch „personalrechtliche“ und „strafrechtliche Konsequenzen“ nahe.

Der Rechnungshof hatte in einer Stichprobe sieben der 156 Arbeitsagenturen sowie sieben Regionaldirektionen drei Monate lang untersucht. „Die Tatsache, dass wir in allen geprüften Agenturen Fehlsteuerungen festgestellt haben, zeigt, dass es sich um ein grundsätzliches Problem handelt“, heißt es im Fazit.

Kern der Vorwürfe ist, dass die Agenturen sich auf die Kunden konzentrierten, die am ehesten auch ohne Hilfe auf dem Arbeitsmarkt unterkämen. Weil jede Vermittlung im internen Zählsystem gleich viel wert sei, versuchten die Agenturen so, die hohen Vorgaben aus der Zentrale zu erfüllen. Dagegen würden Arbeitslose mit Vermittlungshemmnissen schlechter betreut, da es schwerer sei, mit ihnen die Ziele zu schaffen.

„Diskriminierende Vorgehensweise“

Die Prüfer hatten festgestellt, dass die Arbeitsvermittler in den drei Monaten für mehr als 50 Prozent der Langzeitarbeitslosen keinen Stellensuchlauf gemacht und zu 45 Prozent keinen ernstzunehmenden Kontakt aufgenommen hatten.

Dieselbe Fehlsteuerung äußert sich laut Rechnungshofbericht in internen Weisungen, wonach nur aussichtsreiche Bewerber sofort einen Termin beim Vermittler bekommen sollten. Die Prüfer warfen der BA eine „diskriminierende Vorgehensweise“ vor.

Um die Ziele zu erfüllen, kam es zudem laut Rechnungshof zu erheblichen Manipulationen. So stieß er auf die Praxis, dass Lehrlinge, die ohnehin von ihrer Firma übernommen werden sollten, später als erfolgreich vermittelt gezählt wurden. „Die bloße Erfassung von sicheren Übertritten mit dem Ziel einer Zählung stellt aus unserer Sicht eine Manipulation dar“, heißt es in dem Bericht.

Die BA teilte mit, sie nehme den Bericht sehr ernst, befinde sich dazu in konstruktiven Gesprächen mit dem Rechnungshof und dem eigenen Verwaltungsrat. Schon jetzt sei als Konsequenz das Zielsystem weiterentwickelt worden. Bei den Manipulationsvorwürfen folge „die BA der Kritik des Rechnungshofs“, allerdings gebe es „keine systematischen Manipulationen“; sie seien auch nicht im System der BA angelegt.

viaArbeitsagentur manipuliert laut Rechnungshof Vermittlungs-Statistik – SPIEGEL ONLINE.

Schulden und Gewinn

Die Arbeitslosenquote in Deutschland betrug im November 2012: 6,5 Prozent oder 2,751 Millionen Arbeitssuchende (29.11.2012). Es hat 82 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in Deutschland   42,3 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 82 Millionen Menschen lediglich 51,6 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 40 Millionen, bzw. 48,8 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 3.577 Milliarden Mrd. USD. Das bedeutet 90.000 USD pro Arbeiter oder 44.000 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag 2012 bei 2,011 Billionen Euro oder 25.000 Euro pro Einwohner.

Täglich kommen rund 2 Euro pro Arbeitnehmer als Neuverschuldung hinzu. Würden wir die Staatsschulden mit 3 Prozent aufgenommen haben, kommen noch mal rund 4 Euro pro Tag und Arbeitnehmer hinzu. Würden wir die Staatsverschuldung zurückzahlen wollen, hier auf 50 Jahre, kämen noch mal rund 3 Euro pro Tag hinzu. Ein Arbeitnehmer muss also 50 Jahre lang täglich 9 Euro, bzw. monatlich 270 Euro dafür bezahlen. Hinzu kommen dann die laufenden Kosten (Beispielsweise  127 Milliarden Euro für den Etat des Arbeitsministeriums = 9 Euro pro Tag und Arbeitnehmer). Der Staatshaushalt umfasste 2011 Ausgaben von 1,164 Billionen Euro oder 29100 Euro pro Arbeitnehmer/Jahr, bzw. 80 Euro pro Tag und 2400 Euro pro Monat. Addiert mit den Schulden: rund 2700 Euro pro Monat/Arbeiter für die Staatsverwaltung. Da jeder Arbeiter 5750 Euro pro Monat erwirtschaftet, bleibt ein Überschuss von 3050 Euro/Arbeiter/Monat oder 1600 Euro pro Einwohner/Monat – also rund 50 Prozent – für die Investoren übrig.

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Die Arbeitslosenquote in Frankreich betrug im August 2012: 10,8 Prozent oder 3,103 Millionen Arbeitssuchende (27.11.2012). Es hat 66 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in der Frankreich  28,7 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 66 Millionen Menschen lediglich 43,5 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 25 Millionen, bzw. 38 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 2.776 Mrd. USD. Das bedeutet 111.040 USD pro Arbeiter oder 42.000 USD pro Einwohner.  Die Staatsverschuldung lag 2011 bei 1,7 Billionen Euro oder 26.000 Euro pro Einwohner.

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Die Arbeitslosenquote in Portugal betrug im August 2012: 14,9 Prozent oder 819.000 Arbeitssuchende (24.05.2012). Es hat 11 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in Portugal 5,5 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 11 Millionen Menschen lediglich 50 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 4,6 Millionen, bzw. 42 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 238,8 Milliarden Mrd. USD. Das bedeutet 52.000 USD pro Arbeiter oder 21.700 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag 2011 bei 184,3 Milliarden Euro oder 17.000 Euro pro Einwohner.

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Die Arbeitslosenquote in Spanien betrug im August 2012: 25,1 Prozent oder 4,833 Millionen Arbeitssuchende (05.11.2012). Es hat 47 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in Spanien 19,6 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 47 Millionen Menschen lediglich 42 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 15 Millionen, bzw. 32 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 1.493 Milliarden Mrd. USD. Das bedeutet 100.000 USD pro Arbeiter oder 32.000 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag 2011 bei 735 Milliarden Euro oder 16.000 Euro pro Einwohner.

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Die Arbeitslosenquote in Griechenland betrug im November 2012: 24,4 Prozent oder 1,2 Millionen Arbeitssuchende (01.06.2012). Es hat 10 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in Griechenland 4,92 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 10 Millionen Menschen lediglich 49,2 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 3,7 Millionen, bzw. 37 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 303,0 Milliarden Mrd. USD. Das bedeutet 82.000 USD pro Arbeiter oder 30.000 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag 2011 bei 356 Milliarden Euro oder 36.000 Euro pro Einwohner.

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Die Arbeitslosenquote in USA betrug im November 2012: 7,8 Prozent oder 12,2 Millionen Arbeitssuchende (04.01.2013). Es hat 315 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in USA 156,5 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 315 Millionen Menschen lediglich 50 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 144 Millionen, bzw. 45,7 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 15.094 Mrd. USD. Das bedeutet 105.000 USD pro Arbeiter oder 48.000 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag Ende November 2012 bei 16,4 Billionen US-Dollar oder 53.000 Dollar pro Einwohner.

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Die Arbeitslosenquote in der EU betrug im November 2012: 11,7 Prozent oder 18,7 Millionen Arbeitssuchende (04.01.2013). Es hat 502,5 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in EU 160 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 502,5 Millionen Menschen lediglich 32 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 141 Millionen, bzw. 28 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 15.247 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet 108.000 USD pro Arbeiter oder 30.300 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag Ende Dezember 2011 bei 10,5 Billionen Euro oder 21.000 Euro pro Einwohner.

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Die Arbeitslosenquote in Somalia (Daten von April 2006) betrug: 62 Prozent oder 2,294 Millionen Arbeitssuchende. Es hat 8,3 Millionen Einwohner. Das bedeutet, dass in Somalia 3,7 Millionen Menschen arbeiten könnten. Und das bedeutet, dass auf eine Einwohnerzahl von 8,3 Millionen Menschen lediglich 45 Prozent arbeiten könnten. Derzeit sind es allerdings aufgrund der Arbeitslosigkeit nur 1,5 Millionen, bzw. 18 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2006 bei 1,246 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet 830 USD pro Arbeiter oder 150 USD pro Einwohner. Die Staatsverschuldung lag bei 2,6 Milliarden oder 313 Dollar pro Einwohner.

Ernst & Young prognostiziert 20 Millionen Arbeitslose in Euro-Zone

Düstere Prognose der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young: Den Experten zufolge wird sich die Jobkrise in der Euro-Zone 2013 verschärfen. In der zweiten Jahreshälfte werde die Zahl der Arbeitslosen mit knapp 20 Millionen einen Rekordwert erreichen. 2010 waren 15,9 Millionen Menschen betroffen.

Bereits im Oktober 2012 hatte die Schuldenkrise die Zahl der Arbeitslosen in der Euro-Zone auf einen Rekordwert getrieben. Damals waren in den 17 Euro-Ländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job – so viele wie noch nie seit Einführung des Euro. Das entsprach einer Quote von 11,7 Prozent.

Die Experten von Ernst & Young gehen angesichts der schwachen Konjunktur für 2013 von einem weiteren Anstieg aus. Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone wird der Prognose zufolge um 0,2 Prozent schrumpfen. Im vergangenen Jahr betrug das Minus 0,4 Prozent. „Ein weiteres schwieriges Jahr liegt vor der Euro-Zone“, schreiben die Autoren der Studie.

Besonders düster sind die Prognosen für Griechenland. Die Wirtschaft dürfte um 4,3 Prozent einbrechen und erst 2015 wieder wachsen. Die Arbeitslosenquote soll dort deshalb im laufenden Jahr auf 28 Prozent nach oben schnellen. Kaum besser sieht die Lage in Spanien aus. Hier rechnet Ernst & Young mit einer Arbeitslosenquote von 27 Prozent. Im dritten Quartal 2012 war die Quote auf den Rekordwert von 25 Prozent gestiegen.

Zwar meldeten sich Ende 2012 erstmals seit dem Sommer wieder weniger Spanier arbeitslos, doch Politiker warnten vor Euphorie. In Spanien hellt sich traditionell zum Jahresende die Lage am Arbeitsmarkt etwas auf, da Saisonkräfte für das Weihnachtsgeschäft gebraucht werden. Dieser Effekt wirkte sich im Dezember fast flächendeckend aus: In 13 der 17 autonomen Regionen des Landes sank die Arbeitslosenzahl. Insgesamt waren 59.094 weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im November.

Opposition kritisiert „falsche Medizin“ der Bundesregierung

Für den deutschen Arbeitsmarkt sind die Aussichten weiter positiv. So lässt die Schuldenkrise immer mehr Griechen, Spanier, Portugiesen und Italiener nach einer Arbeit in Deutschland suchen. Die Zahl der Beschäftigten aus den vier Euro-Krisenstaaten legte binnen Jahresfrist um 33.000 oder 7,6 Prozent zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Beschäftigung von Spaniern legte um 15,8 Prozent auf rund 49.400 im Oktober 2012 zu, für Griechen kletterte sie um 10,8 Prozent auf 123.300.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, rechnet 2013 nicht mit einem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. 2012 hat der deutsche Jobmarkt sein bestes Jahr seit mehr als 20 Jahren erlebt. Im Schnitt war die Arbeitslosigkeit so niedrig wie zuletzt 1991. Zum Jahresende stieg die Zahl um 88.000 auf 2,84 Millionen. Die Arbeitslosenquote lag demnach bei 6,7 Prozent.

Die BA schloss das Jahr mit einem Überschuss von voraussichtlich rund 2,6 Milliarden Euro ab. Mit dem Geld soll eine Rücklage gebildet werden, die laut Weise voraussichtlich 2013 in Anspruch genommen wird.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, die BA verfüge über „einen guten Puffer an Mitteln, um Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen und Unternehmen in Schwächephasen bei Kurzarbeit zu unterstützen“. Für das schwieriger werdende Umfeld sei man gut gewappnet.

Die Opposition warf der schwarz-gelben Regierung dagegen Fehler vor. Die steigende Arbeitslosigkeit sei das Ergebnis „falscher Politik“, erklärte SPD-Vizechef Hubertus Heil. „Statt Arbeit finanziert Schwarz-Gelb Arbeitslosigkeit.“ Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Sabine Zimmermann, kritisierte die von der Bundesregierung „gepredigte Sparpolitik“ für Europa als „falsche Medizin“.

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Arbeitsmarkt: Jugendliche in aller Welt fürchten Zukunft ohne Job

Amerika und Europa leiden unter Schuldenkrisen, Chinas Wachstum droht sich abzukühlen – und die Zukunftsängste der Jugendlichen steigen. Laut einer Uno-Studie bangen immer mehr junge Menschen um ihren Job. Viele fürchten, dass ihre Ausbildung sie für den Arbeitsmarkt nicht fit genug macht.

Es ist eine bedrückende Zahl. 75,8 Millionen Jugendliche waren 2011 arbeitslos. Das berichtet die Uno in einer aktuellen Studie, dem World Youth Report. Und immer mehr junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren machen sich Sorgen um ihre Zukunft.

Viele fürchten demnach, ihre Ausbildung gebe ihnen nicht das richtige Rüstzeug für den Arbeitsmarkt. Junge Leute stellten sich die Frage, inwieweit ihre Schulbildung ihnen bei der Suche nach Arbeitsplätzen helfe und was sie ihnen langfristig bringe, hieß es in dem Bericht, für den rund 1000 junge Menschen befragt wurden.

In Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs seien gerade unerfahrene Arbeitnehmer häufig die letzten, die eingestellt. Und die ersten, die entlassen würden. Die Uno kritisiert, dass jungen Menschen häufig beim Einstieg in den Arbeitsmarkt nur schlechte Arbeitsverträge mit geringen Löhnen bekämen.

Jugendliche müssen laut der Uno-Studie zudem besonders lange Perioden der Arbeitslosigkeit ertragen. Manche würden die Suche irgendwann aufgeben, andere länger studieren oder sich für freiwillige Sozialarbeit bewerben. Viele versuchten zudem, sich Fachwissen anzueignen und neue Fertigkeiten zu erlernen, während sie auf einen Job warteten. Andere würden gleich mehrere Teilzeitjobs annehmen, um ein Einkommen zusammenzubekommen, von dem sie leben können.

Angst vor dem Abschwung

Jugendarbeitslosigkeit ist generell höher als die durchschnittliche Arbeitslosigkeit. 2010 lag die Jugendarbeitslosigkeit laut der International Labour Organization zum Beispiel bei 12,6 Prozent, die von Erwachsenen dagegen nur bei 4,8 Prozent. In Ländern wie Spanien ist die Lage besonders dramatisch. Dort findet derzeit jeder zweite Jugendliche keine Arbeit.

Der globale wirtschaftliche Abschwung verstärkt das Problem. Europa leidet massiv unter der Schuldenkrise, in den USA ist der Schuldenberg auf mehr als 15 Billionen Dollar angestiegen. Und in China droht sich das Wachstum nach Angaben des IWF abzukühlen, wenn sich nicht bald eine Lösung für die Euro-Krise findet.

Jugendarbeitslosigkeit kann zu gesellschaftlichen Spannungen führen. In Spanien blockierte die Jugendbewegung Indignados wochenlang öffentliche Plätze. In Nordafrika und im Nahen Osten gilt die hohe Arbeitslosenquote als eine der Hauptursachen für die Revolutionen des Arabischen Frühlings.

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Weniger Hartz-IV-Kinder: Kinderschutzbund warnt vor trügerischer Statistik

Es ist ein Lichtblick, mehr aber auch nicht: Laut Bundesagentur ist die Zahl der Kinder in Hartz-IV-Familien deutlich gesunken. Doch Experten warnen, die Statistik schönzureden. Die Zahl der Problemfälle geht demnach weit langsamer zurück als es scheint.

Für Ursula von der Leyen ist es ein gutes Zeichen: „Die Kinderarmut sinkt“, sagt die Bundesarbeitsministerin – und freut sich an den neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Die weisen eine deutlich gesunkene Zahl an Kindern im Hartz-IV-System aus. So bezogen im September 2006 noch 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren Hartz-IV-Leistungen, genau fünf Jahre später waren es noch knapp 1,64 Millionen – ein Rückgang um etwa 257.000 oder 13,5 Prozent.

Was auf den ersten Blick so positiv wirkt, relativiert sich aber, wenn man die offizielle Arbeitslosenstatistik mit der Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen und den Hartz-IV-Kindern vergleicht. So ging die Zahl der Arbeitssuchenden in jenem Zeitraum um 34 Prozent zurück, also um gut ein Drittel. Bei den erwerbsfähigen Hartz-IV-Beziehern lässt sich aus den BA-Zahlen zwischen September 2006 und September 2011 nur ein Minus von knapp 16 Prozent herauslesen.

Dies zeigt: Der Rückgang bei den Hartz-IV-Beziehern fiel deutlich schwächer aus als jener bei der allgemeinen Arbeitslosigkeit. Der Rückgang bei den Hartz-IV-Kindern war – mit minus 13,5 – noch einmal schwächer. Die Sprösslinge kommen jedenfalls nur dann aus dem Hartz-System heraus, wenn dies auch die langzeitarbeitslosen Eltern schaffen. Hartz-IV-Bezieher gelten häufig aber als schwer vermittelbar.

Mit besonderem Argwohn reagierte der Deutsche Kinderschutzbund auf die am Donnerstag bekannt gewordenen Erfolgszahlen. Seit 2006 sei die Zahl der unter 15-Jährigen um fast 750.000 zurückgegangen, teilte der Verband mit. „Wenn es also immer weniger Kinder gibt, so ist es keine Überraschung, dass in absoluten Zahlen betrachtet auch immer weniger Kinder von Sozialleistungen leben.“

Zudem sei die Quote der Kinder, die von Hartz IV leben, zwischen September 2006 und September 2011 um lediglich 1,5 Prozentpunkte gesunken. 2006 seien 16,6 Prozent hilfebedürftig gewesen, derzeit seien es noch immer 15,1 Prozent. „Der Jubel von Arbeitsministerin von der Leyen ist völlig unangebracht“, sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers SPIEGEL ONLINE. „Kinder sind vom Arbeitsmarkt völlig abgekoppelt. Das sollte die Politik wachmachen.“

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