USA verärgert über China: Peking baut eigene Investitionsbank

Europäische Staaten helfen China, einen Weltbank-Konkurrenten zu gründen. Die USA versuchen, ihre Verbündeten vom Eintritt abzubringen. Deutschland lässt sich davon nicht aufhalten.

Abseits von Hochgeschwindigkeitszügen und Wolkenkratzern gibt es in manchen Teilen Asiens weder Strom noch fließend Wasser. Die „Asiatische Infrastruktur Investitionsbank“ (AIIB) soll das ändern. Sie könnte Bauprojekte verschiedenster Art schon ab Ende 2015 unterstützen.

Großbritannien sagte als erstes europäisches Land zu, in das von China initiierte Projekt einzusteigen. Vergangen Dienstag kündigten auch Deutschland, Frankreich und Italien an, sich zu beteiligen. In den USA wird das als diplomatischer Rückschritt in den transatlantischen Beziehungen bezeichnet. Ist die Beteiligung von Europäern am Weltbank-Konkurrenten ein Affront gegen die USA?

Schon im Oktober 2014 hatten sich 21 Staaten aus dem asiatisch-pazifischen Raum zusammengeschlossen und die AIIB gegründet, darunter China, Pakistan, Singapur, Thailand und Vietnam. Staaten, die bis 31. März unterzeichnen, werden noch den Status von Gründungsmitgliedern haben und über die Ausrichtung der Investitionsbank mitbestimmen können. Die Bank soll den Ausbau von Wasserversorgung, Stomtrassen und besseren Straßen fördern. Wer investiert, erkauft sich dadurch auch politischen Einfluss – allen voran China.

Die AIIB wird ein Gründungskapital von etwa 100 Milliarden US-Dollar haben, von denen allein 50 Milliarden von der Volksrepublik bereitgestellt werden. Über die Höhe der Mittel aus Deutschland wird noch diskutiert. Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz sagte bei einem Besuch in Peking, er begrüße die europäische Beteiligung. „Wenn noch mehr Mitgliedsländer dem folgten, fände ich das noch besser.“

Und auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht den Beitritt positiv. Stefan Mair aus der Geschäftsführung des BDI betont allerdings, die neue Entwicklungsbank dürfe sich nicht mit anderen bestehenden Institutionen in diesem Bereich, wie der Weltbank oder der Asiatischen Entwicklungsbank ADB, ins Gehege kommen.

In diesen beiden Banken dominieren die Westmächte, insbesondere die USA. Die ADB, die 1965 von den Vereinten Nationen initiiert wurde, gilt als direkter Konkurrent zur chinesischen AIIB. Sie stützt ebenfalls Projekte zur Armutsbekämpfung und für eine nachhaltige Umweltpolitik.

„Neue Bank muss sich unterscheiden“

Der BDI fordert daher, die Programme dieser Institutionen müssten sich ergänzen. Chinas stellvertretender Finanzminister Shi Yaobin trat diesen Befürchtungen entgegen. „Die AIIB wird keine Konkurrenz zur Weltbank. Vielmehr wird die neue Bank eine unterstützende Rolle für die anderen internationalen Institutionen spielen“, sagte Shi dem „Handelsblatt“.

David Dollar, ehemaliger Weltbank-Mitarbeiter in China, nannte die AIIB in der New York Times ein Resultat der Frustration asiatischer Staaten über die existierenden Entwicklungsbanken. Wahrscheinlich sei, dass durch die neue Bank ein gesunder Wettbewerb und ein Zusammenspiel von Konkurrenz und Kooperation entstehe. Bei großen Projekten ergebe es Sinn, dass sich die Banken die Finanzierung teilten. Natürlich werde die AIIB jedoch gleichzeitig versuchen, schlanker und schneller als Weltbank und ADB zu operieren und damit Reformen in den alten Institutionen provozieren.

Britischer Beitritt ist ein „Debakel“

Der amerikanische Thinktank Council on Foreign Relations bezeichnete es als „Debakel“, dass europäische Staaten die Bank mittragen wollen. Nach der öffentlichen Verkündung Chinas, auch nicht-asiatische Länder seien eingeladen, sich zu beteiligen, legte Washington den Europäern Zurückhaltung nahe. Als Großbritannien dennoch den Beitritt verkündete, sagte Patrick Ventrell, der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, lediglich, es handele sich um eine souveräne Entscheidung des Königreichs. Washington hoffe nun darauf, dass Großbritannien seine Stimme nutzt, um ehrgeizige Kriterien zum Umweltschutz und zu Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

Sogar die engen US-Partner Japan und Australien ziehen ein Engagement in Erwägung. Voraussetzungen dafür seien aber Transparenz und ein glaubwürdiges Verfahren der Kreditvergabe, so der japanische Finanzminister Taro Aso.

Elisabeth Economy vom Council for Foreign Relations empfiehlt den USA, sich entweder an der Bank zu beteiligen oder die Sache auf sich beruhen zu lassen. Als Teilhabernation wäre es möglich, direkt Einfluss auf Umweltstandards und Arbeitsbedingungen in der Institution zu nehmen. Alternativ könne man die Sache aber auch von außen beobachten und die neue Rolle Chinas in einem multipolaren Zeitalter annehmen. Die AIIB blockieren zu wollen, sei zu einem Mühlstein im Nacken Washingtons geworden. Nun gelte es, ihn entweder in die eine oder die andere Richtung zu entfernen.

viaUSA verärgert über China: Peking baut eigene Investitionsbank – n-tv.de.

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Tourismus: Die Asiaten sind die neuen Reiseweltmeister

Die Asiaten dominieren zunehmend die Weltwirtschaft, werden dadurch reicher und reisen immer mehr ins Ausland. Der Weltwährungsfonds IWF hat ausgerechnet, dass in den dortigen Schwellenländern die Wirtschaftsleistung je Kopf in nur fünf Jahren um 50 Prozent steigen wird – welch eindrucksvoller Wohlstandszugewinn!

Das beste Beispiel dafür liefert China. 2012 verdrängten die Chinesen erstmals die Deutschen als Reiseweltmeister. Sie gaben außerhalb ihrer Grenzen 102 Milliarden Dollar aus. Das waren fast 10 Prozent des Gesamtmarkts – und doppelt so viel wie zwei Jahre zuvor.

Am liebsten machen die Asiaten in ihrem eigenen Erdteil Urlaub. Davon profitiert derzeit vor allem das schöne Japan. Trotz der Feindschaft zwischen den beiden führenden Mächten der Region zieht der Inselstaat auch besonders viele reiselustige Chinesen an.

Japans Tourismus fasst nach Fukushima wieder Tritt

Im zurückliegenden Jahr wurde das Ziel der Regierung in Tokio, 10 Millionen Reisende aus aller Welt ins Land zu locken, klar übertroffen. Zwar gingen die Ausgaben je Kopf etwas zurück. Angesichts des steilen Anstiegs in der Zahl der Ankünfte waren die Gesamteinnahmen aber so hoch wie nie zuvor. Das war ein willkommener warmer Regen für die Fremdenverkehrsbranche, welche die Erdbeben- und Nuklearkatastrophe von Fukushima so stark gebeutelt hatte.

Der Touristenansturm nach Japan könnte noch lange weitergehen, erwarten Asien-Fachleute wie die Analysten von Capital Economics in London. Dafür sprächen neben dem steigenden Wohlstand der Nachbarländer auch der schwache Yen, die fallenden Flugpreise sowie die Visumserleichterungen für Gäste aus Südostasien. Bis 2030, heißt es, könnte sich die Zahl der Auslandstouristen auf 30 Millionen im Jahr fast verdreifachen.

Für Japans Hotellerie, Gastronomie und die anderen Branchen des Fremdenverkehrs sind die Ausländer von wachsender Bedeutung. Sie steuern bereits 9 Prozent zu den Gesamtumsätzen bei. Allerdings – und das ist der Wermutstropfen in dem schönen Urlaubscocktail – spielt der Geschäftszweig für die Gesamtwirtschaft kaum eine Rolle. Die Bank of Japan hat ausgerechnet, dass die Bruttowertschöpfung des Sektors nur etwa 0,3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt.

Selbst die Immobilieninvestitionen sind ziemlich irrelevant. Zwar erwartet man angesichts der stark steigenden Besuchernachfrage neue Restaurant- und Hotel-Komplexe. Aber deren Anteil an allen Neubauten beträgt nicht einmal ein Prozent.

viaTourismus: Die Asiaten sind die neuen Reiseweltmeister – Frühaufsteher – FAZ.

Jeder vierte Mann in Asien ist ein Vergewaltiger

In einer UN-Studie sagten die Befragen aus, sie hätten „Recht auf Sex“. 10.000 Männer bis 50 Jahre wurden befragt.

Etwa jeder vierte Mann hat in Asien schon einmal eine Frau vergewaltigt. Das geht aus einer in der Medizinzeitschrift „The Lancet“ publizierten Studie hervor, die im Auftrag der UNO entstanden ist. Dafür wurden insgesamt 10.000 Männer bis 50 Jahre in Bangladesch, Kambodscha, China, Indonesien, Papua-Neuguinea und Sri Lanka befragt.

Insgesamt sagten 24 Prozent, schon einmal eine Frau zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Jeder zehnte Mann gab zu, eine Frau vergewaltigt zu haben, die nicht seine Partnerin war. Fast die Hälfte dieser Männer, die eine Vergewaltigung zugegeben hatten, bekannten sich als Mehrfachtäter. Männliche Interviewer befragten in Städten oder ländlichen Gebieten in Vieraugengesprächen Männer, denen Anonymität zugesichert wurde. Bei den Fragen wurde nicht das Wort Vergewaltigung benutzt, doch wurde der Zwang zum Sex klar benannt.

Gefragt wurde auch nach den Gründen für die Vergewaltigung. Fast drei Viertel machten deutlich, sie hätten in ihren Augen so etwas wie ein Recht auf Sex. Sie sagten etwa „Ich wollte sie“ oder „Ich wollte Sex haben“. 38 Prozent sagten, sie hätten die Frauen vergewaltigt, um sie zu bestrafen. Männer, die als Kind missbraucht worden waren oder Gewalt gegenüber ihrer Mutter miterlebt hatten, gaben in der Umfrage häufiger an, eine Frau vergewaltigt zu haben.

viaJeder vierte Mann in Asien ist ein Vergewaltiger « DiePresse.com.

Indien: Der mörderische Makel Frau

Auszug aus Artikel:

Massenabtreibungen und Mädchen, die sterben müssen – das ist die Schattenseite des asiatischen Wirtschaftsbooms.

Massenabtreibungen und Mädchen, die sterben müssen – das ist die Schattenseite des asiatischen Wirtschaftsbooms.

Eines Tages wird man Meetu Khurana vielleicht den Friedensnobelpreis verleihen. Sie ist die erste Inderin, die ihren eigenen Ehemann vor Gericht angezeigt hat, weil er ihre ungeborenen Töchter töten wollte. Und sie will die Aufmerksamkeit der Welt auf ein Unheil lenken, das im Schatten des asiatischen Wirtschaftsbooms seinen Lauf nimmt: einen massenhaften Geschlechtermord aus ökonomischem Kalkül.

 

Ein Drama, das jedes Jahr Millionen von ungeborenen Mädchen im Krankenhausmüll enden lässt und eine unbekannte Zahl von Säuglingen und Kleinkindern zu Mordopfern ihrer eigenen Familien macht.

 

Meetu Khurana ist Ärztin in einer Klinik in Delhi. Ihre Zwillinge sind heute sechs Jahre alt und wohlauf. Vor acht Jahren hatte sie in eine wohlhabende Delhier Familie eingeheiratet. Auch ihr Mann war Arzt, und eine Weile verstanden sie sich gut. Doch als sich ihre Schwangerschaft ankündigte, begann für Khurana ein Horrortrip. Die Familie ihres Mannes wollte unbedingt einen Sohn als Stammhalter. Khurana aber wollte nicht wissen, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen im Bauch trug, zumal das Gesetz in Indien es verbietet, das Geschlecht während der Schwangerschaft zu bestimmen. Als moderne, berufstätige Frau wollte sie einfach ein Kind.

Der Demografieexperte Christopher Guilmoto vom Pariser Forschungsinstitut für Entwicklung (IRD) hat ausgerechnet, dass selektive Abtreibungen und Kindesmorde allein in Asien 117 Millionen Frauenleben gekostet hätten. Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2010 macht allein China und Indien für 85 Millionen verhinderte Frauenleben verantwortlich, mitten im dortigen Wirtschaftsboom. Indische und chinesische Forscher räumen, nachdem sie lange geschwiegen haben, diese Entwicklung mittlerweile selbst ein. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften ließ errechnen, dass im Jahr 2020 in China 30 bis 40 Millionen Frauen im Alter von 10 bis 29 Jahren fehlen würden. Indische Forscher entnahmen den Volkszählungen der letzten 20 Jahre, dass in Indien bis zu zwölf Millionen ungeborene Mädchen zwischen 1991 und 2011 durch selektive Abtreibung getötet wurden.

 

Dieses Wissen aber führte bisher weder in China und Indien noch im Westen zu einem Aufschrei. »Über unsere Mädchen fegt ein tödlicher Tsunami, wir erleben einen ethischen Zusammenbruch unserer Gesellschaft, aber niemand regt sich auf«, sagt die Kommissionsvorsitzende Sinha. Sie verlangt deshalb mehr Kritik, auch internationale.

 

Als Folge droht nach Ansicht einiger Experten noch in diesem Jahrhundert das größte Geschlechterungleichgewicht der Menschheitsgeschichte. Demografieforscher Christopher Guilmoto spricht von einer alarmierenden Maskulinisierung der Welt. Weil es damit langfristig an Frauenarbeitskraft fehlen wird, sieht die Ökonomin Jayati Ghosh von der Jawaharlal-Nehru-Universität in Delhi das Wachstum in den dynamischsten Volkswirtschaften der Welt in Asien bedroht. Soziologen sehen im Frauenmangel gar eine zukünftige Ursache für soziale Gewalt und Krieg – Männerplus und

Kapitalakkumulation könnten eine verstärkte Militarisierung zur Folge haben.

Früher dachte man, dass wirtschaftlicher Fortschritt und umfassendere Bildung den Gesellschaften die Gewalt austreiben würden. Man führte alte, patriarchalische Gesellschaften wie die in Südchina oder Nordindien als Beispiele für die Unterdrückung von Frauen und Töchtern an. Westliche Medien berichteten von der Gewalt gegen Frauen als exotische Exzesse. Gewalt, diesen Eindruck gewinnt man dann, verübten immer die anderen. Doch diese Gewalt findet in der Mitte der asiatischen Gesellschaft statt. Sie schreitet mit der Modernisierung voran. In China ist der Frauenanteil in den vergangenen 20 Jahren flächendeckend und vor allem auch in den prosperierenden Küstenregionen dramatisch zurückgegangen. Ein Hauptgrund dafür ist die offiziell immer noch gültige Ein-Kind-Politik. In Indien läuft die gleiche Entwicklung um zehn Jahre zeitversetzt. Seit der Jahrtausendwende breitet sich der Frauenschwund im reichen Süden, in den großen Städten und sogar im liberalen Kerala aus. Für die Ökonomin Ghosh verstärkt dabei der hohe Anteil von unterbezahlten Heimarbeiterinnen in Indien die Verachtung des weiblichen Geschlechts. Sie nähen, ziehen Schnürbänder in Schuhe oder drehen Zigaretten, aber finden als Brotverdiener keine gesellschaftliche Anerkennung.

Ausgerechnet das moderne, schnell wachsende Delhi ist eine Hochburg der Tötung ungeborener Mädchen. Hier wurden zuletzt nur noch 860 Mädchen pro 1.000 Jungen geboren.

viaIndien: Der mörderische Makel Frau | Wirtschaft | ZEIT ONLINE.

Weltbank: Teure Lebensmittel verschärfen Hunger

Die Weltbank schlägt wegen der anhaltend hohen Nahrungsmittelpreise Alarm.

In den ärmsten Regionen drohten eine Ausweitung des Hungers und der Unterernährung, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Kreditgebers. Zwar sei eine weltweite Preiskrise wie vor vier Jahren offenbar abgewendet worden. Es bilde sich aber mittlerweile eine „neue Norm“ heraus, dass Lebensmittel teuer sind. „Die Welt kann es sich nicht leisten, sich an hohe und schwankende Nahrungspreise zu gewöhnen oder gar damit zufrieden zu geben“, warnten die Autoren.

Ihren Angaben zufolge haben sich die Nahrungspreise seit den Spitzenständen im Juli mittlerweile zwar stabilisiert. Sie liegen aber noch immer sieben Prozent höher als vor einem Jahr. Bei den Getreidepreisen beträgt das Plus sogar zwölf Prozent. Sie sind damit nicht weit entfernt von ihrem Rekordniveau im Jahr 2008, als es wegen der massiven Verteuerung zu Unruhen in Asien und Afrika kam. Nach Auskunft der Vereinten Nationen leiden schätzungsweise weltweit 870 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung.

viaWeltbank: Teure Lebensmittel verschärfen Hunger | Ausland | Reuters.

Höchste Menge seit 1980: Saudi-Arabien fördert mehr öl

Saudi-Arabien fördert so viel Öl wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gut eine Woche vor einem Treffen der Organisation Erdöl Exportierender Länder (Opec) werteten Analysten dies als Zeichen, dass der größte Öl-Lieferant der Welt entschlossen ist, die hohe Nachfrage nach dem Rohstoff durch höhere Fördermengen auch zu bedienen. Eigentlich ist Saudi-Arabien als Opec-Mitglied an die Förderquoten des Kartells gebunden.

Einem hochrangigen saudischen Manager aus der Ölbranche zufolge produzierte das Königreich im November mehr als zehn Millionen Barrel pro Tag (bdp). Das ist mehr als die 9,45 bpd, die bei einer Reuters-Studie geschätzt wurden. „Das ist die höchste Fördermenge seit 1980“, sagte Analyst Michael Poulsen von Global Risk Management am Mittwoch.

„Das zusätzliche Öl wird entweder im Nahen Osten verbraucht oder nach Osten verschifft, um die brüllenden Drachen in Asien zu füttern.“

Andere Analysten meinten, dass dies nur zu dem üblichen Geschacher um Quoten vor dem nächsten Opec-Treffen am 14. Dezember gehört. Es könnte den Druck erhöhen, Fördermengen nicht zu begrenzen zumal die Europäische Union erwägt, Öl aus dem Opec-Land Iran zu verbieten.

viaHöchste Menge seit 1980: Saudi-Arabien fördert mehr Öl – Rohstoffe + Devisen – Finanzen – Handelsblatt.

Alternative Finanzarchitektur: Asien untergräbt die Macht von Dollar und Euro

Europa und die USA kämpfen gegen den Schuldenstrudel, dem atlantischen Finanzsystem droht deshalb eine chronische Belastungsprobe. Eilig bauen führende Länder entlang des Pazifiks eine alternative Finanzarchitektur auf: Dollar und Euro werden dort nur noch Nebenrollen spielen.

In Europa und Nordamerika wird zu Beginn des neuen Jahres eine große Zukunft beschworen. Finanzexperten im Wirtschaftssender CNBC sagen den USA ein blühendes Jahrzehnt vorher – dank einer Renaissance des verarbeitenden Gewerbes und dank sinkender Abhängigkeit von Energieimporten.

 

In Europa sieht derweil EZB-Ratsmitglied Christian Noyer den Euro binnen zehn Jahren zur globalen Leitwährung aufsteigen. Voraussetzung sei freilich, dass die Beschlüsse des EU-Gipfels vom 9. Dezember eingehalten werden. Barack Obama schließlich hat vor Weihnachten neun Tage lang Hawaii, Australien und Indonesien besucht. Er will die USAwieder als Führungsmacht in den Staaten entlang des Pazifiks verankern.

In dieser Region verliert Amerika seit Jahren in einem Land nach dem anderen den Status als größter Handelspartner. Eine Position, die immer öfter China übernimmt.

3. Teil: Neuer 1500 Kilometer langer Industriekorridor

Das Abkommen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens ist indes kein Einzelfall, sondern nur ein Schritt in einer wachsenden Serie ähnlicher Vereinbarungen. China hat mit Russland im vergangenen Jahr ein vergleichbares Abkommen geschlossen. Japan hat im Oktober mit Südkorea ein Swap-Abkommen vereinbart.

Und Japans Premier Noda flog nach seinem Besuch in Peking weiter zu Gesprächen in Indien. Dabei wurde ein Swap-Abkommen mit einem Volumen von 15 Milliarden Dollar geschlossen. In diesem Umfang kann Japan den Indern kurzfristig zu Hilfe eilen, wenn die Rupie weiter unter Druck gerät und Indien zusätzliche Devisen braucht, um zu intervenieren. Die Rupie war im vergangenen Jahr die schwächste Währung in Asien, sie verlor gegenüber dem Greenback 16 Prozent an Wert.

Bei einem globalen Devisenmarkt, der täglich laut der BIZ bis zu 4000 Milliarden Dollar umsetzt, sind 15 Milliarden kein großer Akt. Aber das Volumen der Währungsvereinbarung zwischen Tokio und Delhi entspricht dem Umfang des Außenhandels zwischen beiden Ländern im Jahr 2010.

Mehr noch: Ein umfangreiches Wirtschaftsabkommen zwischen beiden Ländern flankiert den Swap-Deal. Japan wird umgerechnet 4,5 Milliarden Dollar in einen fast 1500 Kilometer langen Industriekorridor investieren. Er wird sich von Delhi bis ins Finanzzentrum Mumbai erstrecken. Teil des Korridors sind 24 neue Städte, in die laut Indiens Handelsminister Anand Sharma 100 Milliarden Dollar investiert werden sollen. Japan hat zudem zwei große Kredite im Umfang von 1,7 Milliarden Dollar zugesagt.

Die Vereinbarungen erstrecken sich aber nicht nur auf die drei großen Volkswirtschaften China, Japan und Indien. Teil der neuen Finanzarchitektur, die in Asien-Pazifik entsteht, ist auch eine stärkere Abwicklung des umfangreichen Ölhandels über russische Banken. Japan, Indien und China sind enorm energiehungrig und müssen ihren Bedarf durch erhebliche Einfuhren decken. So haben Indiens staatseigene Ölgesellschaften Ende 2011 Abkommen unter anderem mit der Gazprombank abgeschlossen, um den Zahlungsverkehr für Erdöl aus dem Iran abzuwickeln. Damit wollen sie die ihnen immer lästiger werdenden US-Sanktionen umgehen.

Kurzfristig hat der Greenback durch die Serie pazifischer Abkommen wenig zu befürchten, im Gegenteil. Laut der neuesten „Cofer“-Statistik des Internationalen Währungsfonds (IWF)hat der US-Dollar im dritten Quartal 2011 seine Position als Weltleitwährung mit einem Zuwachs um zwei Prozentpunkte auf 61,7 Prozent aller Devisenreserven sogar ausgebaut.

Euro-Schwäche hilft dem Dollar – zumindest kurzfristig

Im Jahresvergleich konnte der Greenback seine Position um 7,5 Prozent festigen. Und das trotz des wachsenden Schuldenbergs in den USA, trotz einer erneuten Anhebung der Schuldengrenze sowie dem Unvermögen des Sparausschusses im Kongress, einschneidende Kürzungen für die nächsten zehn Jahre zu vereinbaren. Doch die Schwäche des Euro, dessen Anteil an allen Devisenreserven im dritten Quartal 2011 um 3,5 Prozent sank, hat dem Greenback diesmal geholfen.

Der Renminbi wird bei seinem Vormarsch, zunächst als Handelswährung vorübergehend gebremst werden. Denn nachlassende ausländische Direktinvestitionen – vor allem sinkende Handelsüberschüsse wegen der Schwäche des wichtigen europäischen Absatzmarktes – werden eine weitere Aufwertung des Renminbi zunächst zügeln. Doch Chinas Notenbankgouverneur Zhou Xiaochuan verriet Ende 2011, „das Band, in dem der Renminbi schwanken darf, wird erweitert“.

Im Herbst hatte er einer EU-Delegation volle Konvertibilität bis 2015 in Aussicht gestellt. Der nächste Schritt steht also bereits fest. Und die Spuren der rasanten Ausbreitung des Yuan sind weltweit gut sichtbar. Die Chicago Mercantile Exchange hat will künftig als Sicherheit für den Handel mit Rohstoffkontrakten auch Renminbi akzeptieren. Und der britische Einzelhandel meldete bereits, wer seine Klientel mit dem größten prozentualen Umsatzzuwachs im vergangenen Jahr war. Chinesische Shopping-Touristen, deren Zahl um 23 Prozent auf 110.000 zunahm. Jeder von ihnen hat im Schnitt doppelt so viel ausgegeben wie im Vorjahr. Einige britische Einzelhändler akzeptieren daher schon Chinas populärste Bankkarte „Unionpay“.

China kommt mit seinem Zweifrontenkrieg gegen den Dollar – Aufwertung und Internationalisierung im Großformat – dank den Schuldendramen in Europa und den USA plangerecht voran. Längst wird die Infrastruktur dafür geschaffen, mit Offshore-Zentren in Hongkong, Singapur und nun auch London. Wie schnell der Renminbi zu einer wichtigen globalen Währung neben dem Dollar aufsteigen kann, ist indes umstritten. Optimisten wie Arvind Subramanian, ein Senior Fellow beim Peterson Institute für Internationale Wirtschaft in Washington, schätzen zehn Jahre. „Die wirtschaftliche Dominanz der Chinesen, inklusive Fertigung, Handel und Währung, kommt schneller als erwartet“, sagt er.

Barry Eichengreen weist darauf hin, dass der Greenback innerhalb von zehn Jahren das Pfund Sterling ablöste. Noch viel schneller könnte der Renminbi so weit sein, wenn es nach Alicia Garcia-Herrero, der Schwellenmarkt-Spezialistin der spanischen Bank BBVA in Hongkong geht: „Wenn China massive spekulative Kapitalzuflüsse vermeiden kann, könnte das binnen fünf Jahren passieren“, vermutet sie. Doch bevor der Renminbi einen Durchbruch erzielen kann, muss er frei konvertierbar werden. Peking muss aufhören, Zinsen, Kapitalbewegungen und Wechselkurse streng zu kontrollieren. Es muss seine Finanzmärkte weit für ausländische Teilnehmer öffnen und den Umlauf seiner Währung an wichtigen Finanzzentren noch deutlich erhöhen.

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