USA verärgert über China: Peking baut eigene Investitionsbank

Europäische Staaten helfen China, einen Weltbank-Konkurrenten zu gründen. Die USA versuchen, ihre Verbündeten vom Eintritt abzubringen. Deutschland lässt sich davon nicht aufhalten.

Abseits von Hochgeschwindigkeitszügen und Wolkenkratzern gibt es in manchen Teilen Asiens weder Strom noch fließend Wasser. Die „Asiatische Infrastruktur Investitionsbank“ (AIIB) soll das ändern. Sie könnte Bauprojekte verschiedenster Art schon ab Ende 2015 unterstützen.

Großbritannien sagte als erstes europäisches Land zu, in das von China initiierte Projekt einzusteigen. Vergangen Dienstag kündigten auch Deutschland, Frankreich und Italien an, sich zu beteiligen. In den USA wird das als diplomatischer Rückschritt in den transatlantischen Beziehungen bezeichnet. Ist die Beteiligung von Europäern am Weltbank-Konkurrenten ein Affront gegen die USA?

Schon im Oktober 2014 hatten sich 21 Staaten aus dem asiatisch-pazifischen Raum zusammengeschlossen und die AIIB gegründet, darunter China, Pakistan, Singapur, Thailand und Vietnam. Staaten, die bis 31. März unterzeichnen, werden noch den Status von Gründungsmitgliedern haben und über die Ausrichtung der Investitionsbank mitbestimmen können. Die Bank soll den Ausbau von Wasserversorgung, Stomtrassen und besseren Straßen fördern. Wer investiert, erkauft sich dadurch auch politischen Einfluss – allen voran China.

Die AIIB wird ein Gründungskapital von etwa 100 Milliarden US-Dollar haben, von denen allein 50 Milliarden von der Volksrepublik bereitgestellt werden. Über die Höhe der Mittel aus Deutschland wird noch diskutiert. Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz sagte bei einem Besuch in Peking, er begrüße die europäische Beteiligung. „Wenn noch mehr Mitgliedsländer dem folgten, fände ich das noch besser.“

Und auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht den Beitritt positiv. Stefan Mair aus der Geschäftsführung des BDI betont allerdings, die neue Entwicklungsbank dürfe sich nicht mit anderen bestehenden Institutionen in diesem Bereich, wie der Weltbank oder der Asiatischen Entwicklungsbank ADB, ins Gehege kommen.

In diesen beiden Banken dominieren die Westmächte, insbesondere die USA. Die ADB, die 1965 von den Vereinten Nationen initiiert wurde, gilt als direkter Konkurrent zur chinesischen AIIB. Sie stützt ebenfalls Projekte zur Armutsbekämpfung und für eine nachhaltige Umweltpolitik.

„Neue Bank muss sich unterscheiden“

Der BDI fordert daher, die Programme dieser Institutionen müssten sich ergänzen. Chinas stellvertretender Finanzminister Shi Yaobin trat diesen Befürchtungen entgegen. „Die AIIB wird keine Konkurrenz zur Weltbank. Vielmehr wird die neue Bank eine unterstützende Rolle für die anderen internationalen Institutionen spielen“, sagte Shi dem „Handelsblatt“.

David Dollar, ehemaliger Weltbank-Mitarbeiter in China, nannte die AIIB in der New York Times ein Resultat der Frustration asiatischer Staaten über die existierenden Entwicklungsbanken. Wahrscheinlich sei, dass durch die neue Bank ein gesunder Wettbewerb und ein Zusammenspiel von Konkurrenz und Kooperation entstehe. Bei großen Projekten ergebe es Sinn, dass sich die Banken die Finanzierung teilten. Natürlich werde die AIIB jedoch gleichzeitig versuchen, schlanker und schneller als Weltbank und ADB zu operieren und damit Reformen in den alten Institutionen provozieren.

Britischer Beitritt ist ein „Debakel“

Der amerikanische Thinktank Council on Foreign Relations bezeichnete es als „Debakel“, dass europäische Staaten die Bank mittragen wollen. Nach der öffentlichen Verkündung Chinas, auch nicht-asiatische Länder seien eingeladen, sich zu beteiligen, legte Washington den Europäern Zurückhaltung nahe. Als Großbritannien dennoch den Beitritt verkündete, sagte Patrick Ventrell, der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, lediglich, es handele sich um eine souveräne Entscheidung des Königreichs. Washington hoffe nun darauf, dass Großbritannien seine Stimme nutzt, um ehrgeizige Kriterien zum Umweltschutz und zu Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

Sogar die engen US-Partner Japan und Australien ziehen ein Engagement in Erwägung. Voraussetzungen dafür seien aber Transparenz und ein glaubwürdiges Verfahren der Kreditvergabe, so der japanische Finanzminister Taro Aso.

Elisabeth Economy vom Council for Foreign Relations empfiehlt den USA, sich entweder an der Bank zu beteiligen oder die Sache auf sich beruhen zu lassen. Als Teilhabernation wäre es möglich, direkt Einfluss auf Umweltstandards und Arbeitsbedingungen in der Institution zu nehmen. Alternativ könne man die Sache aber auch von außen beobachten und die neue Rolle Chinas in einem multipolaren Zeitalter annehmen. Die AIIB blockieren zu wollen, sei zu einem Mühlstein im Nacken Washingtons geworden. Nun gelte es, ihn entweder in die eine oder die andere Richtung zu entfernen.

viaUSA verärgert über China: Peking baut eigene Investitionsbank – n-tv.de.

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Russische Börse stürzt wegen Krim-Krise in den Keller

Die Krim-Krise hat die russische Börse heute auf Talfahrt geschickt: Der Moskauer Börsenindex MICEX brach um 5,89 Prozent ein, der Index RTS sackte nach Börsenöffnung um 7,08 Prozent in den Keller. Der Rubel stürzte auf ein historisches Tief gegenüber Euro und Dollar. Ein Euro kostete erstmals mehr als 50 Rubel.

Leitzins überraschend angehoben

Investoren reagierten beunruhigt auf die drohende militärische Intervention Russlands in der Ukraine. Um die Schockwellen für die Wirtschaft zu bremsen, hob die russische Zentralbank den Leitzins überraschend von 5,5 auf sieben Prozent an.

„Die Entscheidung hat das Ziel, Inflationsrisiken und Risiken für die finanzielle Stabilität angesichts der zunehmend volatilen Märkte zu verhindern“, teilte die Notenbank mit, ohne die Ukraine ausdrücklich zu nennen.

Der Kreml hat nach dem Umsturz in Kiew Tausende Soldaten auf die ukrainische Halbinsel Krim verlegt. Russlands Präsident Wladimir Putin ließ sich am Wochenende vom Parlament grünes Licht für eine militärische Intervention geben. Im Westen sorgte Moskaus Vorgehen für große Beunruhigung und scharfe Kritik.

viaRussische Börse stürzt wegen Krim-Krise in den Keller – news.ORF.at.

Schwellenländer unter Druck: Rubel rutscht auf Rekordtief ab

Der russische Rubel verliert weiter an Wert, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Freitag.

Die russische Währung hat gestern an der Moskauer Börse weitere neun Kopeken gegenüber dem US-Dollar verloren. Ein Dollar kostet mittlerweile 36,10 Rubel (Rekordtief seit März 2009). Gegenüber dem Euro und dem Euro-Dollar-Währungskorb stellt der Rubel ständig neue Negativrekorde (49,41 Rubel für einen Euro beziehungsweise 42,03 Rubel für den Euro-Dollar-Korb) auf.

Die Abwertung des Rubels hängt mit geopolitischen Risiken zusammen, die die Währungen der Schwellenländer unter Druck setzen. Ihre Wirtschaften wachsen zwar intensiv, sind aber instabil und können keine Investitionssicherheit gewährleisten. Investoren tendieren nach der Weltwirtschaftskrise 2008 jedoch zu weniger rentablen, aber auch weniger riskanten Aktiva.

„Das ist ein allgemeines Problem für alle Schwellenländer“, so Professor Alexander Abramow von der Moskauer Wirtschaftshochschule. „Das ist der wichtigste Faktor für die Talfahrt des Rubel-Wechselkurses. Eine andere Sache ist, dass der Rubel nicht so schnell an Wert verlieren sollte, aber dabei spielt die unklare Position der russischen Zentralbank eine negative Rolle.“

Das Finanzministerium hatte gestern eingeräumt, dass ein schwacher Rubel gut für den Haushalt ist (durch seine Abwertung darf der Haushalt mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 760 Milliarden Rubel rechnen).

Bemerkenswert ist eine Studie des Meinungsforschungszentrums „Öffentliche Meinung“, der zufolge 53 Prozent der Russen nicht besorgt über die Abwertung des Rubels sind. Nur sieben Prozent der Befragten wollen Dollar und Euro kaufen. Weitere acht Prozent wollen ihr Geld in Immobilien stecken. Drei Prozent werden ihr Geld einfach ausgeben. „Es ist sinnlos, jetzt Währungen zu tauschen. Denn bei Spekulationen zwischen dem Staat und der Bevölkerung gewinnt immer der Staat“, so Experte Abramow. „Wer im Sommer in den Urlaub ins Ausland fährt, der sollte gewisse Euro- bzw. Dollarvorräte anlegen. Außerdem könnte man warten, bis die Banken ihre Sparzinsen erhöhen, und dann sein Geld entsprechend anlegen.“

viaSchwellenländer unter Druck: Rubel rutscht auf Rekordtief ab | Zeitungen | RIA Novosti.

Währungsmanipulation durch Banken?

Weltweit hegen Behörden einen Verdacht: Banken sollen die Wechselkurse von Währungen manipuliert haben. Geht das überhaupt?

Rund um den Globus wird mit Währungen gehandelt, in jeder Sekunde, zwischen Banken und Brokern statt über Börsen, und so ist der Markt für Devisen der größte aller Finanzmärkte. Der Reisende, der für seinen Trip nach Kapstadt südafrikanische Rand braucht, der deutsche Konzern, der amerikanische Dollar benötigt, und die Bank, die mit japanischen Yen jongliert: All ihre Geschäfte summieren sich zu einem Wert von 5345 Milliarden Dollar – nicht im Jahr, nicht im Monat, nein, Tag für Tag. So hat es die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich 2013 ermittelt. Seither soll das Volumen ein wenig gesunken sein, doch die Größenordnungen bleiben unvorstellbar.

Ausgerechnet in diesem riesigen Markt soll es zu Manipulationen durch Banken gekommen sein. Das ist zumindest der Verdacht, dem seit einigen Monaten zahlreiche Behörden in Ländern wie den USA, Großbritannien, Deutschland, der Schweiz oder Hongkong nachgehen. Viele Großbanken ermitteln intern selbst. In den jüngsten Tagen heizten neue Meldungen die Aufregung weiter an. So hat sich nun die Finanzaufsicht des Staates New York in den Fall eingeschaltet. Wie schon zuvor haben zudem Währungshändler ihren Job verloren, offenbar auch bei der Deutschen Bank, sodass die Zahl der Mitarbeiter, die wahrscheinlich in Verbindung mit Ermittlungen suspendiert oder entlassen worden sind, auf rund 20 gestiegen ist. Und dann berichtete Bloomberg auch noch, dass die britische Notenbank 2012 von Absprachen unter Händlern erfahren haben soll – ohne tätig geworden zu sein.

Um es klar zu sagen: Noch handelt es sich um Ermittlungen. Nach bisherigem Wissensstand wird keine Bank, auch kein Händler von Behörden beschuldigt. Noch ist offen, ob – und wenn ja, wie – Händler tatsächlich Wechselkurse manipuliert oder ihr Wissen für die Bank oder zur Bereicherung missbraucht haben. Klar ist aber, dass dieser Fall das Potenzial zum größten Skandal in der Geschichte der Finanzwelt hat, größer noch als die Manipulationen internationaler Zinssätze, die bereits zu Strafzahlungen von mehreren Milliarden Dollar geführt haben und die Behörden veranlassten, sich andere Referenzwerte der Finanzmärkte näher anzuschauen.

Wie aber sind Manipulationen in einem Markt, der so groß ist, überhaupt möglich?

Im Zentrum des Interesses steht ein Schauspiel, das von Montag bis Freitag stets um vier Uhr Nachmittags in London über die Bühne geht, dem bedeutendsten Handelsplatz für Währungen. Dabei ermitteln die beiden Informationsdienstleister World Markets und Thomson Reuters die Wechselkurse der wichtigsten Währungen, und zwar auf Basis aller Transaktionen, die in einem Zeitfenster von 60 Sekunden vollzogen werden. Die bei diesem „Fixing“ ermittelten Kurse dienen vor allem Fonds und Vermögensverwaltern als Zeitpunkt oder Referenzwert für ihre Geschäfte.

Dieser zeitlich fokussierte, bisher kaum bekannte Vorgang lässt Manipulationen doch denkbar erscheinen – zumal der Währungsmarkt in der Abwicklung von ein paar Banken dominiert wird. Größter Akteur mit einem Marktanteil von gut 15 Prozent ist die Deutsche Bank, fast gleichauf folgt die Citigroup aus den USA, knapp dahinter Barclays aus Großbritannien und die Schweizer UBS. Zusammen wickeln die vier die Hälfte des Devisenhandels weltweit ab. Da ihre Händler über den Tag hinweg bis kurz vor 16 Uhr Aufträge zum Kauf oder Verkauf erhalten, können sie ein Gespür dafür entwickeln, wohin sich der Wechselkurs einer Währung während des Fixings entwickeln könnte. Auf dieser Basis lassen sich theoretisch einträgliche Geschäfte abschließen – oder Absprachen mit anderen Händlern treffen. Einige von ihnen sollen sich über Chatrooms im Internet ausgetauscht haben.

Eine Möglichkeit, aus dem Wissen um die Auftragslage Kapital zu schlagen, wäre zum Beispiel, vor dem Fixing selbst die betreffende Währung zu kaufen. Weiß ein Händler, dass seine Bank während des Fixings im Auftrag von Kunden große Summen an Dollar kaufen muss, kann er darauf spekulieren, dass der Dollar wegen der hohen Nachfrage teurer wird. Kauft er schon vor dem Fixing Dollar und verkauft diese dann kurz darauf wieder zum Kurs des Fixings, erhält er mehr Euro, als er zuvor ausgeben musste. Die Differenz ist Gewinn.

Angesichts der Milliarden, um die es auf dem Devisenmarkt geht, reicht beim Wechselkurs schon eine Veränderung auf der dritten oder vierten Stelle hinter dem Komma, um Gewinn zu machen. Noch lukrativer wird das Ganze, wenn Händler sich gegenseitig über ihre Auftragslage informieren, die Entwicklung der Wechselkurse also noch besser absehen können, oder wenn sie Aufträge sogar abgestimmt ausführen. Zudem kann man sich natürlich statt auf Dollar oder Euro auf Nischenwährungen wie den argentinischen Peso konzentrieren. All dies kann zum Vorteil der Bank genutzt werden, aber auch zum Auffüllen der eigenen Taschen.

Während eines Treffens mit der britischen Notenbank im April 2012 sollen Händler führender Banken darauf hingewiesen haben, dass sie sich untereinander über die Auftragslage austauschen – wahrscheinlich aus Sorge, dies könnte ihnen einmal ähnlich negativ ausgelegt werden wie die damals bereits verfolgten Zinsmanipulationen. Die Vertreter der Bank of England sollen diese Praxis aber eher als hilfreich angesehen haben, allzu große Ausschläge im Markt zu vermeiden. Das Thema sei daher nicht hochgereicht worden, heißt es. Wenn dies stimmt, haben auch die Ermittler ein Problem. Bisher bestätigt die Notenbank nur das Treffen, nicht dessen Inhalte.

Was genau ist geschehen? Wo verläuft die Grenze zwischen legalen Gesprächen und illegalen Absprachen? Was haben Einzelne zu verantworten, was die Banken? Sollten auch Währungen künftig nur noch über Börsen gehandelt werden? Vieles ist derzeit noch offen, daher natürlich auch, ob die Banken Strafen zahlen oder für Klagen von Fonds blechen müssen. Die britische Finanzaufsicht fürchtet bereits, dass die Ermittlungen sich bis 2015 hinziehen. Die Deutsche Bank, die in diesem Jahr viele andere alte Problemfälle endlich abschließen will, wird das gar nicht gerne hören.

viaDevisenmarkt: 16 Uhr, London | ZEIT ONLINE.

Offshore-Leaks: Chinesische Politiker verstecken Vermögen in Steueroasen

Bisher unveröffentlichte Daten aus den Offshore-Leaks belegen, dass Chinas Machtelite seit Jahren Geschäfte in Steueroasen macht. Wie Süddeutsche Zeitung und NDR berichten, haben nahe Verwandte chinesischer Top-Funktionäre Transaktionen über anonyme Briefkastenfirmen in der Karibik abgewickelt.

In den Dokumenten taucht demnach der Schwager von Präsident Xi Jinping als Geschäftsführer und Anteilseigner einer auf den Britischen Jungferninseln gegründeten Firma auf. Auch der Sohn, die Tochter und der Schwiegersohn des früheren chinesischen Premierministers Wen Jiabao werden in den Unterlagen geführt. Zudem die Tochter des früheren Premiers Li Peng und ein Neffe des früheren Staatschefs Hu Jintao.

Bei Offshore-Geschäften gilt es den Berichten zufolge als gängige Praxis, dass Politiker Firmen über die Namen von Verwandten laufen lassen, um selbst nicht mit ihnen in Verbindung gebracht zu werden. Die Dokumente zeigten demnach auch, wie aufwendig Parteikader und einflussreiche Geschäftsleute versuchen, ihren Reichtum vor der Öffentlichkeit zu verbergen. In den Unterlagen seien auch zahlreiche Mitglieder des Nationalen Volkskongresses aufgeführt, darüber hinaus einige der reichsten Männer und Frauen Chinas und Führungskräfte staatlicher Unternehmen.

Mithilfe von Deutscher Bank, UBS und Credit Suisse

Darüber hinaus zeigten die Unterlagen, dass die chinesischen Geschäfte auch in Verbindung zu westlichen Banken stehen: Geldinstitute wie die Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die Credit Suisse hätten geholfen in den Steueroasen „verborgene Strukturen“ zu errichten.

Die Offshore-Leaks, ein Datensatz mit Informationen zu Geschäften in Steueroasen, war dem Internationale Konsortium für Investigativen Journalismus ICIJ 2011 von einer anonymen Quelle zugespielt worden. Darin wird dokumentiert, wie mithilfe von Briefkastenfirmen, Offshore-Konten und Trusts Vermögen versteckt werden. Das ICIJ hatte die Daten internationalen Medien zur Auswertung gegeben. In Deutschland erhielten der Norddeutsche Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung Zugang zu den 2,5 Millionen Dokumenten.

Unter den so bekannt gewordenen Steuerflüchtlingen waren auch Politiker und bekannte Unternehmer. Die chinesischen Daten wurden aber nach Angaben von Süddeutscher Zeitung und NDR zunächst bewusst nicht veröffentlicht und erst seit Sommer 2013 mit einem internationalen Rechercheteam ausgewertet.

Quelle der Leaks sollen zwei Firmen sein, die auf die Konstruktion von Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind. Die Dokumente enthalten Daten von 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern.

viaOffshore-Leaks: Chinesische Politiker verstecken Vermögen in Steueroasen | ZEIT ONLINE.

Rätsel um deutsches Gold: Was haben die Amerikaner geliefert?

Teile des Goldes der Bundesbank, das dieses Jahr aus den USA nach Frankfurt geliefert wurde, musste vor dem Transport eingeschmolzen werden. Die ursprünglichen Barren der Bundesbank waren in New York nicht mehr vorhanden. Offenbar nutzen die Amerikaner das Gold der Deutschen für ihre eigenen Zwecke.

Teile des Bundesbank-Goldes wurden vor dem Transport nach Deutschland umgeschmolzen. Offenbar nutzten die Amerikaner das Gold der Deutschen zu anderen Zwecken. Sie konnten die ursprünglichen Barren nicht liefern und mussten daher neue Barren herstellen.

Kurz vor Weihnachten hatte Bundesbank-Chef Jens Weidmann der Bild-Zeitung gesagt, dass „in diesem Jahr knapp 37 Tonnen aus Tresoren in New York und Paris nach Frankfurt transportiert“ worden sind. Im Vergleich zu den mehr als 3.000 Tonnen Gold, die von der Bundesbank im Ausland gelagert werden, ist das sehr wenig.

Interessant an der Meldung ist der folgende Satz: „Eine Sicherheitsfirma ließ einen Teil der Goldbarren (Gewicht: 12,5 kg/Stück) einschmelzen, transportierte sie per Flugzeug und Lkw nach Frankfurt.“ Laut Weidmann war dies eine „große logistische Herausforderung“.

Warum mussten die Goldbarren vor dem Transport eingeschmolzen werden, fragt Peter Boehringer auf dem Goldseitenblog. Offenbar waren die in den 50er und 60er Jahren von der Bundesbank angekauften Barren nicht mehr unangetastet zum Transport nach Deutschland verfügbar. Daher hat die Bundesbank nun neue Barren mit 2013er Nummern erhalten. Boehringer schreibt:

„Das Eingeständnis des Einschmelzens von angeblich vorhandenen Bundesbank-Goldbarren legt nun nahe, dass mit diesen Barren in den vergangenen Jahrzehnten von den Amerikanern ‚gehandelt‘ wurde – was bei einer reinen Verwahrung durch eine passive Verwahrstelle, die gar eine ‚Stückschuld‘ gegenüber dem Auftraggeber hat, selbstredend nicht hätte sein dürfen!“

Die Bundesbank hätte das Gold auch in Frankfurt oder Hanau umschmelzen lassen können. Das nun gewählte Vorgehen sei geeignet, die intransparente und mit hoher Wahrscheinlichkeit veruntreuende und marktmanipulative Verwendung der deutschen Barren zu verschleiern, so Boehringer. Die Federal Reserve habe das Gold offenbar nicht wie behauptet seit 50 Jahren nur passiv verwahrt.

Mehrfach-Entleihungen oder Mehrfach-Eigentümerschaften könnten etwa zur Manipulation des Goldpreises dienen, so Boehringer. „Solche manipulative Verwendung deutschen Eigentums wird nun niemals mehr überprüft werden können, da ja nun die alten Barrennummern der 1950er und 1960er per Umschmelzvorgang unwiderruflich physisch zerstört sind.“

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Nur Guthaben bis 100.000 Euro sicher: EU-Beschluss: Sparer müssen für Pleite-Banken zahlen

Die EU-Staaten haben sich auf neue Regeln zur Bankenrettung geeinigt. Anders als bisher soll der Steuerzahler nur noch im Notfall einspringen und für die Fehler der Banken geradestehen. Zahlen sollen in erster Linie andere.

Vertreter von EU-Kommission, Europaparlament und EU-Ministerrat haben sich auf Regeln zur Rettung angeschlagener Banken geeinigt. Damit solle künftig nicht mehr in erster Linie der Steuerzahler zur Rettung von Geldinstituten herangezogen werden.

Stattdessen müssen zuerst die Aktionäre und die Gläubiger – also auch die Sparer – einspringen, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Die Reihenfolge ist dabei klar geregelt:

Wenn sie in schweres Fahrwasser gerät, soll sich die Bank zunächst selbst Geld am Markt besorgen. Eine Möglichkeit dafür ist eine Kapitalerhöhung, also der Verkauf weiterer Aktien, um das Eigenkapital zu stärken. Auch die Gläubiger sollen ihren Teil beitragen. bestimmte Bankanleihen sollen zum Beispiel in Eigenkapital umgewandelt werden können, so werden aus den Gläubigern Aktionäre. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Gläubiger auf ihre Forderungen ganz oder zum Teil verzichten.

Nur Guthaben bis 100.000 Euro sind sicher

Zur Gruppe der Gläubiger gehören auch die Kunden der Bank: Wenn sie dort Sparkonten unterhalten, leihen sie dem Institut de facto Geld, mit dem die Bank ihr Geschäft betreibt. Nur Guthaben bis 100.000 Euro sind geschützt. Was darüber liegt kann für die Rettung der Bank verwendet werden, wie bereits in Zypern geschehen.

Schließlich steht noch ein Abwicklungsfonds bereit, in den die europäischen Banken in den nächsten zehn Jahren 55 Milliarden Euro einzahlen sollen. Gut zehn Milliarden Euro sollen allein von den deutschen Banken kommen. Im Vergleich zu den 1,6 Billionen Euro, die Europas Staaten nach der Krise bis Ende 2011 für die Rettung der Banken aufgewendet haben, erscheint die geplante Größenordnung allerdings recht klein. Erst am Ende, wenn das alles nicht reicht, springt der Heimatstaat – und damit der Steuerzahler – ein.

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