Bienenvölker wegen Faulbrut vernichtet – Zentralschweiz

Der letzte Faulbrut-Fall in den Urkantonen liegt bereits einige Zeit zurück. Gemäss dem Bieneninspektor des Kantons Schwyz Bruno Reihl ist 1998 im Raum Immensee die Tierseuche letztmals aufgetreten: «Bei der Faulbrut handelt es sich um ein sehr aggressives Bakterium, das die Brut angreift.» Dabei zerfällt die gesamte Körperstruktur der Larve. Würden die betroffenen Völker nicht sofort vernichtet, hätte dies verheerende Folgen: «Die Krankheit würde sich schlagartig in der ganzen Schweiz verbreiten und zu riesigen Verlusten von Bienenvölkern führen», sagt Reihl.

Um die Ausbreitung der Faulbrut zu bekämpfen, wurden die Bienenvölker am betroffenen Standort in Schwyz vernichtet. Gleichzeitig musste ein Sperrgebiet von zwei Kilometer Radius um den Bienenstand errichtet werden. «Das Ein- und Ausführen von Bienen ist in diesem Gebiet verboten», so Reihl. Zudem dürfen jegliche Gerätschaften, die mit der Imkerei zu tun haben, nicht mit anderen Bienenständen in Kontakt geraten.

Personen, die sich nicht an die Vorschriften halten, können nach Tierseuchengesetz angezeigt werden – ihnen droht dabei eine Busse von bis zu 20’000 Franken. Die Schwyzer Bieneninspektoren kontrollierten alle Bienenstände im Sperrgebiet sehr genau. «Bei den insgesamt 18 kontrollierten Bienenständen waren alle Bienen gesund», sagt Reihl.

Höhere Bienendichte, höheres Risiko

Doch worin liegt die Ursache dieser Tierseuche? Der stellvertretende Kantonstierarzt der Urkantone Toni Linggi erklärt: «Grundsätzlich ist dieses Bakterium weit verbreitet.» Absolute Präventivmassnahmen, die vor einer Ansteckung schützen, gäbe es dabei keine. Ob ein Volk befallen wird, sei oft eine Frage des Zufalls. Laut Linggi werde die Faulbrut in den Urkantonen seit 10 Jahren rigoros bekämpft. «Wir führen konsequent Kontrollen durch, um solche meldepflichtigen Tierseuchen schon in frühem Stadium zu erkennen.» Er ist nicht der Ansicht, dass die Faulbrut durch den Imker-Boom der vergangenen Jahre vermehrt auftreten könnte: «Es ist aber natürlich so, dass sich bei einer höheren Bienendichte solche Krankheiten eher ausbreiten können.»

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Viel Raps, kaum Bestäubung: Europa gehen die Bienen aus

Eine Studie beweist: Europa hat mit einem dramatischen Mangel an Honig-Bienen zu kämpfen. Das Problem schlägt sich voll auf die Wirtschaft durch. So gibt es zu wenige Bienen, um den massenhaft benötigte Pflanzen für Biotreibstoffe zu bestäuben.

Insbesondere der Produktionszuwachs bei Biotreibstoff verschärft das Problem. In mehr als der Hälfte der 41 untersuchten Länder gebe es nicht ausreichend viele Bienen, um die Pflanzungen \“korrekt zu bestäuben\“, so die im Magazin \“Plos one\“ veröffentlichte Studie der Universität Reading. Dies gelte insbesondere für Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.

\“Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in der Zukunft eine Katastrophe erleben\“, erklärte Forschungsleiter Simon Potts. Den schlimmsten Mangel an Bienen gebe es derzeit auf dem Baltikum und in Großbritannien, wo nur ein Viertel der erforderlichen Insekten vorhanden seien. Besser stelle sich die Lage in der Türkei, in Griechenland und auf dem Balkan dar, wo es eine fest verwurzelte Kultur der Imkerei gebe.

Raps, Sonnenblumen und Soja sind schuld

Der Bedarf an Bienen ist insbesondere durch den verstärkten Anbau von ölhaltigen Pflanzen angestiegen, die wie Raps, Sonnenblumen und Soja zur Produktion von Biotreibstoffen verwendet werden. Innerhalb von wenigen Jahren sei daher der Bedarf an Bienen um 38 Prozent gestiegen, die Zahl der Bienenvölker aber nur um sieben Prozent, resümierten die Forscher.

viaViel Raps, kaum Bestäubung: Europa gehen die Bienen aus – Natur – FOCUS Online – Nachrichten.

USA: Immer mehr Bienen sterben durch Pestizide

In den USA sterben immer mehr Bienenvölker. Als Hauptursache gelten Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Wegen der starken Agrarlobby ist ein Verbot der Stoffe jedoch unwahrscheinlich. Doch irgendwann werden auch die Landwirte die Auswirkungen zu spüren bekommen. Dr. Jay Evans hat einen idyllischen Arbeitsplatz. Eine halbe Autostunde von der Hauptstadt Washington entfernt arbeitet er im ländlichen Beltsville in Maryland für das US-Landwirtschaftsministerium – und zwar im Bienenforschungslabor.Auf den bewaldeten Hügeln einer ehemaligen Tabaksfarm betreiben er und seine Mitarbeiter Ursachenforschung für ein Problem, das immer dramatischer wird: Seit 2006 sind jeden Winter 25 bis 30 Prozent der Bienenvölker in Amerika gestorben. „In diesem Winter war es sogar noch schlimmer“, sagt Evans. „Teilweise starben 40 Prozent. Die Situation verbessert sich einfach nicht.“Ursache für Bienensterben sind vermutlich PestizideDas Bienenforschungslabor der US-Regierung sieht mehrere Gefahren für die Bienen. Die immer größeren Monokulturen aus Soja- und Maisfeldern sind für Bienen eine Wüste, in der kaum Klee oder sonstige Blüten zu finden sind. Geschwächte Bienen sind außerdem leichter angreifbar für Parasiten wie die Varroa-Milbe.Doch die Hauptursache für das Bienensterben vermuten die Forscher in bestimmten Pestiziden, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, vor allem sogenannte Neonicotinoide, mit denen das Saatgut gegen Schädlinge gebeizt wird. Obwohl die Aussaat im Boden verschwindet, sind die „neonics“, wie sie in Amerika heißen, auch später in den Pflanzen nachweisbar.Mit dem Nektar sammeln die Bienen auch Spuren dieser Pestizide ein. „Bienen hatten über Millionen von Jahren eine wunderbare Nahrung, die genau ihre Ansprüche erfüllt“, so Bienenforscher Evans. „Mit zusätzlichen Chemikalien kommen sie deshalb nicht klar.““Wer den Bienen schadet, schadet sich selbst“Evans und seine Kollegen wollen es genau wissen: Über 100 Bienenvölker in den umliegenden Wäldern werden unterschiedlichen Mengen an Pestiziden ausgesetzt. Auch wenn Hersteller der Neonicotinoide – wie der deutsche Bayer-Konzern – an andere Ursachen für das Bienensterben glauben, weiß Evans: selbst kleinste Mengen von Chemikalien sammeln sich im Körper der Bienen an.Ein Verbot bestimmter Pestizide hält er in Amerika jedoch für kaum durchsetzbar. Dagegen würden die Farmer Sturm laufen. Dennoch erkennt Bienenforscher Evans auch bei Amerikas Landwirten ein Umdenken: „Wenn die Profi-Imker die Hälfte ihrer Völker verlieren, gibt es nicht mehr genügend Bienen, um die Mandel- und Obstbäume zu bestäuben. Das ist schlecht für ihre Ernte.“Die Mandel-Farmer in Kalifornien haben dies im Frühjahr zu spüren bekommen. Weil das Angebot an Bienenvölkern so knapp war, mussten sie den dreifachen Preis für die Bestäubung ihrer Mandelblüte zahlen: „Wenn die Entwicklung so weitergeht“, prophezeit Evans, „dann werden viele Farmer wirtschaftliche Probleme bekommen.“ Wer den Bienen schadet – so Evans – schadet am Ende sich selbst.

viaUSA: Immer mehr Bienen sterben durch Pestizide | tagesschau.de.