19-Milliarden-Euro-Projekt: Frankreich und China bauen Atomkraftwerk in Großbritannien

Artikel vom 21.10.2013

 

Ein französisch-chinesisches Konsortium baut für knapp 19 Milliarden Euro ein Atomkraftwerk in Großbritannien. Die britische Regierung habe ein entsprechendes Abkommen mit dem französischen Versorger EDF unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Die Anlage soll in rund zehn Jahren in Betrieb gehen. Die endgültige Entscheidung über den Bau ist für kommenden Sommer geplant. Premierminister David Cameron sprach in der Mitteilung davon, dass durch den Bau 25.000 Stellen geschaffen würden. „Das markiert die nächste Generation der Atomkraft in Großbritannien, die eine wichtige Rolle in unserer Energieversorgung spielen wird.“

Das Kraftwerk Hinkley Point C mit zwei Druckwasserreaktoren des französischen Herstellers Areva soll in Somerset in Südwest-England entstehen. Es ist der erste Neubau eines Atomkraftwerks in Großbritannien seit rund 20 Jahren.

An dem Konsortium ist den Angaben zufolge EDF mit 45 bis 50 Prozent beteiligt. Die chinesischen EDF-Partner, der Staatskonzern China General Nuclear Power (CGN), und CNNC halten demnach zwischen 30 und 40 Prozent, Areva zehn Prozent. Andere Partner könnten bis zu 15 Prozent erhalten. Für die Chinesen ist die Zusammenarbeit eine Gelegenheit, einen Fuß in den britischen Markt zu bekommen.

Das Abkommen, das der britische Finanzminister George Osborne in der vergangenen Woche bei einem Staatsbesuch in China bereits angekündigt hatte, stellt für die weltweite Atomindustrie einen Lichtblick dar. Seit der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima kämpft sie mit gestiegenen Akzeptanzproblemen.

Deutschland hat sich für den Ausstieg aus der Atomkraft entschieden, Italien ein geplantes Atomprogramm gestrichen und Frankreich strebt eine Verringerung seiner Abhängigkeit vom Atomstrom an.

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