Szenario : Wie die Polizei künftig Raser stoppen will

Bald könnte die Polizei Verkehrsrowdys auf Knopfdruck den Motor abschalten. Im Bundestag werden entsprechende Pläne diskutiert. Die Technik ist fast einsatzbereit. Aber es gibt rechtliche Probleme.

Elektronik macht das Autofahren sicherer, komfortabler und sparsamer. Doch die Technik ermöglicht weit mehr, als dem Nutzer vielleicht lieb ist. Denkbar ist zum Beispiel, dass die Polizei die elektronische Abhängigkeit von Fahrzeugen nutzt, um Autos aus der Ferne außer Betrieb zu setzen.

Wobei „denkbar“ zu wenig gesagt ist, denn es gibt konkrete Pläne. Auf Anfrage der Linken im Bundestag hat die Bundesregierung nun einen Überblick über aktuelle Forschungsprojekte geliefert. Im Behörden-Jargon lautet das Ziel „Anhalten nicht kooperativer Fahrzeuge“. Konkreter heißt das: Die Polizei von morgen stoppt Autos von Kriminellen und Rasern auf Knopfdruck. Der Motor des Autos wird dann heruntergefahren wie sonst ein Computer.

Schon 2015 sollen laut Bundesregierung Geräte einsatzbereit sein, die mit künstlich erzeugten elektromagnetischen Impulsen oder Mikrowellen die in der Nähe befindliche Elektronik von Fahrzeugen blockieren oder zerstören. Bisher verfügte nur das Militär über derartige Technik.

Für den Polizeieinsatz ist sie aktuell noch zu sperrig. Das will die EU nun jedoch bald ändern. Die Vereinbarung der Anwendung derartiger Methoden mit deutschem und europäischem Recht ist laut Bundesregierung aber noch nicht geprüft.

Modul zum Anhalten als Pflichtausstattung

Politik und Polizei arbeiten allerdings auch an einer Alternative. Das europäische Netzwerk Enlets, in Deutschland vertreten durch die Polizeihochschule Münster, prüft zurzeit unter anderem, ob künftig ein Modul zum ferngesteuerten Anhalten als Pflichtausstattung für alle Neuwagen in der EU eingebaut werden soll.

Die Bundesregierung bestätigt ein grundsätzliches Interesse, entsprechende Systeme für die Polizei entwickeln zu lassen. Auch das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und das Bundesverteidigungsministerium hätten sich seit 2005 mit Techniken zum ferngesteuerten Anhalten von Fahrzeugen befasst.

Denkbar ist auch, dass die Technik beispielsweise zum Stoppen eines Geisterfahrers angewandt wird.

Nicht beteiligt ist Deutschland an der Entwicklung von Drohnen zum Stoppen von Fahrzeugen. Diese Technik wird aktuell von der EU-Kommission innerhalb des Projekts Aeroceptor entwickelt. Derartige Drohnen wären die ersten unbemannten Flugkörper im Polizeieinsatz, die nicht mehr ausschließlich der Überwachung dienen.

viaSzenario : Wie die Polizei künftig Raser stoppen will – NachrichtenMotor – DIE WELT.

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US-Drohnen töten 76 Kinder statt diesen Mann

Der Ägypter Aiman al-Zawahiri gilt seit dem Tod von Osama Bin Laden als Nummer eins der Terrorgruppe Al Kaida. Seit Jahren versucht das US-Militär, den Mann zu töten, unter anderem mit zwei Drohnenangriffen im Jahr 2006. Zawahiri überlebte – im Gegensatz zu 76 Kindern und 29 Erwachsenen, die bei den Attacken starben.

Auch der Taliban-Führer Qari Hussain sollte durch Drohnen getötet werden: Sechs Versuche waren nötig, bis er tödlich verletzt wurde – neben insgesamt 115 Erwachsenen und 13 Kindern.

41 Terroristen im Visier – 1147 Menschen tot

Das sind zwei Ergebnisse, die die Menschenrechtsorganisation Reprieve in einer neuen Studie vorlegt. Die Organisation wertete Berichte aus, welche das Bureau of Investigative Journalism gesammelt hatte. Untersucht wurden Angriffe in Jemen und Pakistan zwischen November 2002 und November 2014.

Die Bilanz ist bitter: Für 41 Männer, die im Visier der Drohnenangriffe waren, verloren mindestens 1147 Menschen das Leben. In Jemen sorgten Angriffe gegen 17 Terroristen für 273 Tote, in Pakisten starben 874 Menschen (darunter 142 Kinder) bei Attacken auf 24 Terroristen.

Alles streng geheim

Das Resultat steht in krassem Gegensatz zu den Angaben der USA zu ihren Drohnenangriffen. Als «hochpräzis» bezeichnen US-Regierungsmitglieder, die Nachrichtendienste und die Armee diese. «Wir feuern Drohnen nur gegen eindeutig identifizierte, hochrangige Terroristen, und das auch nur nach gründlichen Abklärungen», sagte etwa Aussenminister John Kerry vergangenes Jahr laut «The Guardian». Drohnenangriffe gelten denn auch als das bevorzugte Mittel von Präsident Barack Obama im Kampf gegen Terroristen.

Die Drohnenangriffe werden von den US-Behörden unter Verschluss gehalten. Die Regierung veröffentlicht nur vereinzelte Erfolgsmeldungen. Menschenrechtsorganisationen und Investigativjournalisten stützen sich bei ihren Recherchen auf Berichte von Menschen vor Ort, wie « The Guardian» weiter berichtet.

via20 Minuten – US-Drohnen töten 76 Kinder statt diesen Mann – News.

Verteidigungsministerium: Von der Leyen entlässt Staatssekretär

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den für Rüstung zuständigen Staatssekretär Stéphane Beemelmans und Abteilungsleiter Detlef Selhausen entlassen. Die Ministerin teilte ihre Entscheidung den Verteidigungspolitikern des Bundestags mit, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Am Mittwochabend hatte im Ministerium ein Gremium zur Überprüfung der 15 wichtigsten Rüstungsprojekte der Bundeswehr getagt. Über die Entlassungen hatte zuvor Spiegel Onlineberichtet.

Beemelmans und Selhausen waren Schlüsselfiguren in der Affäre um das Drohnenprojekt Eurohawk im vergangenen Jahr. Der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte seinen Mitarbeitern vorgeworfen, ihn unzureichend über die Zulassungsprobleme und eine drohende Kostenexplosion bei dem Prestigeprojekt informiert zu haben. Bis zu seinem Wechsel ins Innenministerium hatte sich de Maizière personelle Konsequenzen vorbehalten, die jetzt von der Leyen gezogen hat.

Die Ministerin war nach Angaben von Teilnehmern der Sitzung unzufrieden mit der Umsetzung der Konsequenzen aus der Eurohawk-Affäre. Erst am Mittwoch hatte Beemelmans den Verteidigungsausschuss des Bundestags verärgert, weil er eine Ausgleichszahlung von 55 Millionen Euro an den Turbinenhersteller MTU erst nachträglich dem Parlament gemeldet hatte.

viaVerteidigungsministerium: Von der Leyen entlässt Staatssekretär | ZEIT ONLINE.

Cassidian Air Systems (CA) (bis 17. September 2010: Military Air Systems, MAS) ist ein integrierter Geschäftsbereich (Business Unit) der Division Cassidian (bis 17. September 2010: Defence & Security, DS) des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Hauptsitz von CA ist Manching bei Ingolstadt, CEO ist Bernhard Gerwert.

via http://de.wikipedia.org/wiki/Cassidian_Air_Systems

Artikel vom 08.03.2011

Stéphane Beemelmans, früherer Büro- und Abteilungsleiter von Neu-Verteidigungsminister Thomas de Maizière, wird neuer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Beemelmans wird damit Nachfolger des von de Maizière entlassenen Staatssekretärs und Architekten der Bundeswehrreform Walther Otremba. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag und beruft sich dabei auf Informationen aus Regierungskreisen. Die Personalentscheidung muss noch in der kommenden Woche vom Kabinett gebilligt werden.

 

Beemelmans zählte schon zu de Maizières engsten Mitarbeitern als dieser noch in der sächsischen Staatskanzlei, später dann im Finanz- und im Innenministerium tätig war. Als de Maizière 2005 Chef des Bundeskanzleramts wurde, nahm er seinen Vertrauten mit nach Berlin. In der Regierungszentrale leitete Beemelmans vier Jahre lang das Büro de Maizières. Anfang 2010 wurde der Jurist unter de Maizière Leiter der Abteilung Grundsatzfragen im Bundesinnenministerium. Dort war er für EU- und internationale Angelegenheiten sowie für die neuen Bundesländer zuständig.

Für die Entlassung Otrembas hatte de Maizière keine Gründe angegeben. Der 59 Jahre alte Otremba war vom zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit der Konzeption der zweiten Stufe der Bundeswehrreform beauftragt worden. Der andere verbeamteten Staatssekretär Rüdiger Wolf sowie die beiden Parlamentarischen Staatssekretäre Christian Schmidt (CSU) und Thomas Kossendey (CDU) sollen im Amt bleiben.

via http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beemelmans-folgt-auf-otremba-de-maiziere-macht-engen-vertrauten-zum-staatssekretaer-1609345.html

Artikel vom 12.06.2013

Auftritt des weniger ratlosen Staatssekretärs und seines Intimus: Stellen de Maizière und Beemelmans sozusagen das hohe Paar in der Euro-Hawk-Farce dar, so sind Staatssekretär Rüdiger Wolf und Detlef Selhausen, Leiter der Abteilung Ausrüstung, Nutzung und Informationstechnik, das niedere Paar. Beide bilden seit Jahrzehnten eine Seilschaft im Ministerium. Sie kennen sich mit den Belangen der Rüstung viel besser aus als das andere Paar. Und sie haben enge Verbindungen zu den Rüstungsfirmen. Am Projekt Euro Hawk waren sie immer beteiligt. Sie scheinen früher gemerkt zu haben als der Rest, dass sie etwas tun müssen, um ihre Köpfe zu retten – also Verantwortung delegieren.

 

Beinahe blindes Vertrauen in beteiligte Firmen

 

Am 8. Mai 2013 entschied Wolf, dass der Euro Hawk keine Zukunft habe. Am 7. Mai sagte er bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik, dass es eigentlich der Abteilungsleiter Politik – besagter Ulrich Schlie – sei, der die rüstungspolitischen Vorgaben für den Rüstungsdirektor – Selhausen – und den Generalinspekteur mache. Heißt: Wir waren’s nicht! Der war’s! Armer Schlie.

 

Selhausen bekannte im Verteidigungsausschuss, dass man von irrigen Annahmen ausgegangen sei. Der Hawk habe nie für den allgemeinen Luftraum zugelassen werden sollen, sondern nur für dünn besiedelte Gebiete. „Es habe zum Zeitpunkt des Vertagsschlusses kein Grund bestanden anzunehmen, dass dies nicht gelingen sollte, zumal man das entsprechende Musterprüfprogramm vereinbart habe.“

 

Hier offenbart sich ein beinahe blindes Vertrauen in die beteiligten Firmen, die sich verpflichtet hatten, die Zulassung zu garantieren – dass sie dabei zu scheitern drohten, war Selhausen und Wolf zumindest seit Anfang 2012 bekannt. Sie warteten dennoch ab. Allerdings urteilte der Präsident des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Harald Stein, im Ausschuss: Die Amerikaner seien mit ihren Global Hawks nie aus ihrem „Experimentalstadium“ herausgekommen.

via http://www.welt.de/politik/deutschland/article117074645/Die-Laienschauspieler-vom-Verteidigungsministerium.html

Artikel vom 25.07.2013

 

Der umstrittene amerikanische Geheimdienst NSA hat für die Aufklärungsdrohne Euro Hawk sensible Bestandteile geliefert.

Aus einem Reuters vorliegenden Dokument des Verteidigungsministeriums vom Dezember 2012 geht hervor, dass die NSA für die Verzögerungen an dem Projekt mitverantwortlich gemacht wird. Die Linkspartei erhob den Vorwurf, offenbar sei eine massive Datenweitergabe beim Einsatz der Aufklärungsdrohne an die USA geplant gewesen.

In der Vorlage für Verteidigungsminister Thomas de Maiziere für einen Besuch bei der Hersteller-Firma Cassidian am 10. Dezember 2012 werden die Gründe für die 35-monatige Verzögerung bei der Entwicklung des Euro Hawk aufgelistet. Verwiesen wird nicht nur auf die bekannten technischen Probleme oder witterungsbedingten Verzögerungen. Als Begründung wird auch die „verspätete Beistellung von Geräten und Komponenten durch die US Air Force und die National Security Agency (NSA)“ angeführt. Der Abteilungsleiter für Rüstung im Verteidigungsministerium, Detlef Selhausen, hatte auf entsprechende Hinweise aus seiner Abteilung verwiesen und betont, er selbst wisse nicht, um welche Bauteile es sich dabei handele.

VERTEIDIGUNGSMINISTERIUM – VERTRÄGE FÜR TRÄGERSYSTEM

Das Verteidigungsministerium bestätigte am Donnerstag, dass es bei den NSA-Zulieferungen um einzelne Komponenten für das aus den USA gelieferte Trägersystem gegangen sei. Dabei handele es sich um die Nutzung von Erprobungseinrichtungen, Kommunikations- und Kryptogeräten sowie Personal. Für den Euro Hawk wird eine vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman entwickelte Drohne als Träger genutzt. Die Aufklärungssoftware selbst wird dagegen von der EADS-Tochter Cassidian entwickelt.

Dafür sei neben dem Entwicklungsvertrag mit der Euro Hawk Gmbh ein ergänzender Vertrag mit der US Air Force und der NSA geschlossen worden, teilte das Ministerium mit. Der Haushaltsausschuss des Bundestages sei im Dezember 2006 über diesen Vertrag unterrichtet worden. Das Ministerium hatte zudem in einem Bericht an den Verteidigungsausschuss vom 5. Juni 2013 aufgelistet, dass am 13. Februar 2007 ein Vertrag mit der NSA über die Lieferung „diverser Verschlüsselungsgeräte“ über 230.000 Euro und am 17. Mai 2010 ein weiterer Vertrag über die Lieferung von Verschlüsselungsgeräten in Höhe von 460.000 Euro geschlossen worden seien.

„Damit scheint klar, dass offenbar eine Vorbedingung für den Euro Hawk war, dass die NSA Daten aus der Euro-Hawk-Aufklärung bekommen sollte“, sagte der Linkspartei-Abgeordnete Jan van Aken zu Reuters. Anders sei die Lieferung von Verschlüsselungsgeräten durch die NSA nicht zu erklären. Van Aken hatte in der Sitzung des Euro-Hawk-Untersuchungsausschusses am Mittwoch nach einer Verbindung der NSA zu dem Drohnen-Projekt gefragt.

Die NSA steht wegen ihres Spionageprogramms PRISM und der umfassenden Datensammlung auch in Deutschland und anderen Ländern weltweit in der Kritik. Am Mittag informierten Kanzleramtschef Ronald Pofalla und die Chefs der deutschen Geheimdienste BND, MAD und Verfassungsschutz den PKG über die Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst.

via http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE96O02T20130725

 

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, bis vor kurzem noch EADS, soll eine schwarze Kasse besessen haben, um dem Verkauf des Eurofighter auf die Sprünge zu helfen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ). Dabei taucht eine ominöse Lobbyistenfirma aus London auf, die vermutlich nur zum Schein existierte.

An die Firma, eine Agentur namens City Chambers, sollen von September 2003 bis September 2009 acht Millionen Euro geflossen sein, berichtet die Zeitung. Dafür sollten die Lobbyisten bei österreichischen Politikern dafür werben, dass das Land Eurofighter-Kampfjets bestellt.

 

Weiter heißt es, Staatsanwälte aus Deutschland und Österreich gingen dem Verdacht nach, EADS habe den Verkauf von 15 Fliegern zum Preis von 1,7 Milliarden Euro mit Schmiergeld vorangetrieben. Mehr als 100 Millionen Euro seien dadurch geflossen – unter anderem an City Chambers. Deren Gegenleistung scheine aber fraglich.

Aus Wolfgang Schüssel wurde „W. Lüssel“

120 Treffen in Wien seien für 2002 und 2003 abgerechnet worden, wobei als Gesprächspartner viele Militärs mit Allerweltsnamen wie Fuchs und Kunz auftauchen, berichtet die „SZ“. Andere Namen entpuppen sich als Schreibfehler – etwa „W. Lüssel“ als damaliger Kanzler Wolfgang Schüssel oder „J. Laider“ als der durch einen Unfall verstorbene Jörg Haider.

 

Bei EADS habe sich über solche Fehler niemand gewundert, auch sonst sei der Kontakt zur mittlerweile aufgelösten Londoner Firma spärlich gewesen sein. Deswegen mutmaßt die Zeitung, es könne eigentlich nur darum gegangen sein, Geld aus dem Konzern in schwarze Kassen zu leiten.

Selbst wenn sich nicht beweisen lasse, dass die acht Millionen Euro als Schmiergeld benutzt wurden, sei eine Anklage gegen EADS-Manager möglich. Denn ein Abfluss in dieser Größenordnung ohne klaren Zweck kann den Tatbestand der Untreue erfüllen.

via http://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/aktien/id_68155256/eads-zahlte-millionen-an-scheinfirma-schwarze-kassen-fuer-eurofighter-.html

Thomas Enders (* 21. Dezember 1958 in Neuschlade) ist ein deutscher Manager. Er war von Mai 2004 bis August 2007 Vorstandsvorsitzender der EADS. Am 27. August 2007 wurde er zum Unternehmensleiter des europäischen Flugzeugherstellers Airbus ernannt. Seit 1. Juni 2012 ist er Chief Executive Officer (CEO) von EADS.

Enders war von 2005 bis 2012 Präsident des BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie – deutscher Interessenverband der führenden Unternehmen und Institutionen der Luft- und Raumfahrttechnik).

Enders war Mitglied der CSU (Ortsverband Tegernsee). Im März 2011 trat er aus der Partei aus, was er mit der Politik der Koalition im Bund zu Libyen wie dem Atom-Moratorium begründete.

via http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Enders

Artikel vom 30.03.2012

Der Streit zwischen Bayern und dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS über die Verlegung der deutschen Konzernzentrale nach Toulouse ist vollständig ausgeräumt.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der designierte EADS-Vorstandschef Thomas Enders haben am Freitag gemeinsam den Startschuss für ein bayerisches Luftfahrt-Forschungszentrum bei EADS in Ottobrunn bei München gegeben. Seehofer dankte Enders für „dieses starke Bekenntnis zum Standort“ und „das ausgezeichnete Zusammenwirken“.

Er sei zwar weiterhin dafür, „dass das Headquarter in Ottobrunn bleibt“, sagte Seehofer. Aber EADS dürfe auch nicht an vernünftigen Strukturveränderungen gehindert werden. Das wichtigste sei, „dass wir Forschung und Entwicklung haben, dass wir Arbeitsplätze haben“, betonte der Ministerpräsident und CSU-Chef. Er sei an einer weiterhin guten und engen Partnerschaft interessiert.

Airbus-Chef Enders wird im Juni an die Spitze des Mutterkonzerns EADS wechseln und will dann den Finanz- und Personalvorstand von Ottobrunn nach Toulouse holen. Vom Umzug seien aber „eher ein paar Dutzend als ein paar hundert Leute betroffen“, sagte er. Auf der anderen Seite werde EADS 60 Millionen Euro in den Forschungs-Campus und den Standort Ottobrunn mit derzeit 2200 Beschäftigten investieren.

EADS wolle Bayern, „unser fünftes Heimatland“, weiter stärken. „Sorgen machen mir die großen Wehrtechnik-Standorte Manching, Donauwörth und Schrobenhausen“, sagte Enders mit Blick auf gekürzte Verteidigungshaushalte. Dort baut EADS Eurofighter-Kampfflugzeuge und Hubschrauber.

Auf dem bei EADS angesiedelten Ottobrunner Campus wollen Industrie, die Technische Universität München, die Bundeswehr-Universität, das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) gemeinsam forschen und neue Produkte entwickeln. EADS will 60 Millionen, das Prüfunternehmen IABG weitere 30 Millionen Euro investieren, Bayern hat Fördermittel zugesagt.

Seehofer hatte nach Bekanntwerden der Umzugspläne im Februar noch mit seinem Veto gegen die geplante Übernahme eines EADS-Anteils durch den Bund gedroht. „Erbost war ich nie“, beteuerte Seehofer dagegen am Freitag:„Ich habe diesen angeblichen Konflikt nie als Konflikt erlebt“. Der neue Campus bei EADS sei „ein Leuchtfeuer der Luft- und Raumfahrt, ein Meilenstein für den Hochtechnologie-Standort Ottobrunn“.

via http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/roundup-seehofer-und-eads-ziehen-schlussstrich-unter-umzugs-streit_aid_730528.html

Artikel vom 09.12.2013

EADS will nach Gewerkschaftsangaben bis 2016 5.800 Stellen streichen. Die meisten davon sollen in Deutschland, Spanien und Großbritannien wegfallen, teilte die französische Gewerkschaft Force Ouvrière mit. Von dem Abbau seien 4.500 unbefristete Stellen und 1.300 befristete Jobs betroffen, teilte die Gewerkschaft mit.

Der Konzern plant überdies den Verkauf seines Standortes im bayerischen Unterschleißheim. In Deutschland sollen bis zu 2.600 Stellen abgebaut werden. In Frankreich fallen nach Angaben der Gewerkschaft Force Ouvrière 1.000 Stellen weg. Das Unternehmen bestätigte die Streichung der Stellen.

 

Der EADS-Chef Tom Enders hatte zuvor bereits harte Einschnitte in der Rüstungssparte angekündigt. Zudem will sich EADS neu strukturieren. Im kommenden Jahr will EADS sich in Airbus umbenennen und die Rüstungssparte mit der Raumfahrttochter Astrium zusammenlegen.

 

Die Beschäftigten in den deutschen Standorten hatten gefordert, EADS solle auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. An einem Aktionstag beteiligten sich Ende November über 20.000 der insgesamt 50.000 Beschäftigten in Deutschland. Enders war vorgeworfen worden, er habe nur die Aktienmärkte bei seinem Streben nach Rentabilität des Unternehmens im Blick.

via http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-12/dads-stellenabbau

 

Erste Drohnen-Zulassung in Europa

Die europäische Luftfahrtbehörde AESA hat dem spanischen vollautonomen Kleinflugzeug Altea-Eko die Flugerlaubnis erteilt. Vorerst darf es nur außerhalb von Städten fliegen und soll zum Beispiel Waldbrände erkennen sowie Pipelines überwachen.

Die Drohne Altea-Eko hat als erster Flugapparat seiner Art in Europa die Zulassung von der Luftfahrtbehörde (AESA) erhalten, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe (hier bestellen). Entwickler des unbemannten und vollautonomen Kleinflugzeugs ist die spanischen Flightech Systems. Unter der Nummer EC-LYG hat Altea-Eko die Erlaubnis, Tag und Nacht im spanischen Luftraum zu operieren. Zu welchen Bedingungen genau, das steht allerdings noch nicht ganz fest. Denn eine Reform des spanischen Gesetzes, um auch unbemannte Flugzeuge zuzulassen, wird erst Ende des ersten Quartals 2014 in Kraft treten. „Über Städten werden wir sicher nicht fliegen dürfen“, sagt Javier Gimeno, Anwalt und Gründungsmitglied von Flightech Systems.

Doch das stört sein Unternehmen nicht weiter. Denn die Hauptanwendung von Altea-Eko ist die Verhinderung und Früherkennung von Waldbränden sowie die Überwachung von Infrastrukturen, von Straßen und Industriegebieten über Ölförderanlagen, Pipelines bis hin zu Plantagen oder Viehweiden – um sie beispielsweise vor Eindringlingen und Dieben zu schützen. Dafür besitzt das Fluggerät als Standardausrüstung hoch auflösende Kameras, Wärme- und Infrarot- sowie CO2-Sensoren. Das Flugzeug gibt die Daten in Echtzeit an die Leitstelle weiter. Dort kann dann umgehend die Feuerwehr verständigt werden. Der Flug wird mittels GPS vorprogrammiert. Doch das Personal in der Leitzentrale – zwei ausgebildete Piloten – kann zu jedem Zeitpunkt manuell eingreifen. So ist es etwa möglich, einem Brandstifter hinterherzufliegen, um sein Auto und damit das Nummernschild zu filmen.

Das Propeller-Flugzeug besteht hauptsächlich aus Kohlefaser-Werkstoffen und wiegt lediglich 80 Kilogramm. Die Algorithmen des Autopiloten ermöglichen sogar eine automatische Landung. Nur starten müssen die Menschen die Drohne noch. Mit einer Tankfüllung kann Altea-Eko bis zu fünf Stunden in der Luft bleiben. Für Start und Landung braucht das Flugzeug eine 100 Meter lange Bahn. Sie kommuniziert automatisch mit dem Kontrollturm des nächstgelegenen Flugplatzes. Für den Nachtflug ist Altea-Eko mit Positionslampen ausgerüstet. Ein Fallschirm sorgt für Sicherheit, der automatisch ausgelöst wird, sollte die Maschine wegen einer technischen Panne abzustürzen drohen.

Die Entwicklungskosten der Drohne betragen neun Millionen Euro. Sie wurde mit Geldern von insgesamt 24 Aktionären sowie günstigen Krediten zur Unterstützung der Forschung von öffentlicher Seite ermöglicht. Noch dieses Jahr will Flightech Systems die Drohne zum Kauf anbieten. Die Grundausrüstung besteht aus drei Flugzeugen sowie einer Leitstelle und soll zwei Millionen Euro kosten. Rund 45 Tage braucht das junge Unternehmen, um dieses Paket fertigzustellen. „Wir haben bereits mehrere Interessenten“, erklärt Gimeno, der für die Geschäftsstrategie des Unternehmens zuständig ist. Es lägen Anfragen von Regionalregierungen vor. Darüber hinaus hätten sich bereits auch mehrere große Unternehmen sowie internationale Hilfsorganisationen für Altea-Eko interessiert.

viaErste Drohnen-Zulassung in Europa | heise online.

Pentagon-Bericht : Chinas neue Hyperschall-Waffe bereitet USA Sorgen

China ist mit einem Praxistest in das weltweite Wettrennen von Hyperschall-Waffen eingestiegen. Nach Pentagon-Quellen testeten die Chinesen am 9. Januar einen superschnellen und manövrierbaren Flugkörper, der von einer Rakete beschleunigt wurde. Das Flugobjekt hat angeblich Hyperschalltempo erreicht. Er ist also mehr als fünffache Schallgeschwindigkeit geflogen.

In Pentagon-Kreisen wird befürchtet, dass der als WU-14 bezeichnete Flugkörper als superschnelle Angriffswaffe genutzt werden kann und die US-Abwehrsysteme knacken könnte.

Hyperschallschnelle, lenkbare Flugkörper gelten als Zukunftswerkzeuge der Militärs. Durch die hohe Geschwindigkeit des Angreifers verringert sich die Reaktionszeit zur Abwehr, falls die Waffe überhaupt noch vorher erkannt wird. Durch hyperschnellen Waffen lassen sich in kürzerer Zeit auch entfernte Ziele schnell angreifen. Die USA wollen im Projekt \“Prompt Global Strike\“ erreichen, dass jeder Ort der Erde binnen einer Stunde angegriffen werden kann.

Bis zu 20.900 Stundenkilometer

Neben den USA und Russland forschen auch Indien und China intensiv an hyperschnellen Angriffsflugkörpern. Die USA testen derzeit beispielsweise im Falcon-Projekt einen Flugkörper, der zwanzigfache Schallgeschwindigkeit erreicht. Im Herbst 2011 flog das von Lockheed gebaute Falcon-Experimentiervehikel kurzzeitig mit 20.900 Stundenkilometer. In neun Minuten wurden bei der Gesamtmission 6400 Kilometer zurückgelegt. Die Außentemperatur erreichte über 1900 Grad Celsius. Stahl wäre also geschmolzen.

Zu den Test für hyperschnelle Waffen der USA gehört auch das Boeing X-51-Projekt. Dabei flog eine gut sieben Meter lange Testdrohne mit einem Triebwerk aus eigener Kraft im Frühjahr 2013 fast vier Minuten lang mit über fünffacher Schallgeschwindigkeit.

Wie es bei Experten heißt, könnten Mitte des nächsten Jahrzehnts hyperschnelle Waffen im praktischen Einsatz sein. Die Flugkörper würden dann zunächst wie eine Interkontinentalrakete in den Weltraum steigen und von dort auf die Ziele gelenkt werden. Geplant sind auch hyperschnelle Drohnen, die mit eigenem Antrieb von U-Booten oder Flugzeugen starten.

Bislang sind nur wenige Details über den jüngsten Test der Chinesen bekannt. Ein Pentagon-Vertreter sprach sich dafür aus, dass China mehr Transparenz bei seinen Rüstungsinvestitionen schaffen sollte, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Extreme Temperaturen zu bewältigen

Branchenkenner verweisen darauf, dass Hyperschallgeschwindigkeiten bei Interkontinentalraketen üblich sind, weil die Raketen durch den luftleeren Weltraum auf ihr Ziel zufliegen. Die eigentliche technische Herausforderung ist dann der Eintritt in die Erdatmosphäre. Dabei müssen extreme Temperaturen bewältigt werden und das Vehikel muss auf Kurs bleiben.

Der von Pentagon-Stellen bestätigte Versuch der Chinesen könnte mit politischen oder wirtschaftlichen Interessen der Amerikaner verknüpft sein. Erste Berichte über den Test der Chinesen erschienen auf der Webseite \“The Washington Free Beacon\“, die von konservativen Kräften unterstützt wird. So könnte die US-Rüstungsindustrie die steigenden militärischen Fähigkeiten der Chinesen dazu nutzen, um Aufträge zum weiteren Ausbau des Frühwarn- und Abwehrsystems Amerikas zu erhalten.

Branchenexperten berichten von aktuell zwei Hyperschallwaffenprogrammen der Chinesen. Während der jüngste Versuch sich auf einen Flugkörper bezieht, der sich von einer Raketenspitze löste, arbeite China auch an Hyperschall-Flugkörpern mit einem eigenen Antrieb. Die Flugkörper könnten acht bis zwölffache Schallgeschwindigkeit erreichen und wären damit eine Bedrohung für das Raketenabwehrsystem der USA, heißt es.

Von Europa nach Australien in 90 Minuten

Auch Deutschland arbeitet an Flugkörpern, die Hyperschallgeschwindigkeit bewältigen sollen. Allerdings offiziell nicht für den Einsatz als Waffe, sondern eventuell als künftiges superschnelles Transportsystem. So arbeitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Shefex-Projekt. Im Juni 2012 wurde bei einem Testflug in Norwegen an einem zwei Meter langen Raumgleiter neuartige Technologien für ein Hitzeschutzschild und die Steuerung erprobt. Die Gesamtmission einschließlich Aufstieg mit der Rakete dauerte rund zehn Minuten. Die Mission verlief erfolgreich, allerdings versank der Flugkörper im Meer.

Mit dem Shefex-Programm sollen Technologien für ein künftiges hyperschallschnelles Passagier-Transportsystem mit dem Namen SpaceLiner erprobt werden. Mit dem schnellen Gleiter könnten dann Passagiere beispielsweise die Distanz zwischen Europa und Australien in nur 90 Minuten zurücklegen.

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Kleinste militärische Aufklärungsdrohne ist so klein wie ein Singvogel

Nesbru (Norwegen) – Während in den Medien vornehmlich Finanzierungsskandale um kleinflugzeuggroße Aufklärungs- und Kampfdrohnen für Schlagzeilen sorgen, läuft eine vielleicht noch weitreichendere Entwicklung auf diesem Gebiet eher leise in genau die entgegengesetzte Richtung. Das kleinste leistungsfähig mit Kameras ausgerüstete und dennoch effektiv einsatzfähige unbemannte Fluggerät, hat einen Maximaldurchmesser von gerade einmal 12 Zentimetern, wiegt mit 16 Gramm gerade einmal so viel wie drei Blatt Schreibmaschinenpapier und ist dennoch zu einer beachtlichen und effektiven Leistung fähig. Dabei ist es aufgrund seiner geringen Größe im Einsatz selbst kaum auszumachen.

Entwickelt und hergestellt wurde die Hubschrauberdrohne \“PD-100 Black Hornet\“ von der norwegischen Firma \“Prox Dynamics\“, die ursprünglich einmal durch den ersten flugfähigen ferngesteuerten Indoor-Spielzeughelikopter \“BladeRunner\“ bekannt wurde.

Im Gegensatz dazu ist die \“Schwarze Hornisse\“ nun jedoch alles andere als ein Spielzeug. Sie wurde primär für den militärischen Aufklärungseinsatz entwickelt und kam bereits in Krisengebieten wie Afghanistan erfolgreich zum Einsatz. Der Systemstückpreis liegt laut Herstellervideo derzeit bei über 10.000 Dollar.

Im vergangenen Sommer absolvierte die \“Black Hornet\“ einen öffentlichen und eindrucksvollen Extremtest, bei dem die Mini-Drohne an die Grenzen ihrer bisherigen Leistungsfähigkeit gebracht wurde, als sie sich mit Maximalgeschwindigkeit rund 1300 Metern und bis auf 350 Meter Höhe vom Operateur entfernte und mit Hilfe ihrer drei Kamerasysteme eine versteckte Zielperson in bewaldetem Gelände erfolgreich ausfindig machte. Nachdem die Aufgabe gelöst ist, kehrt das \“fliegende Fernglas\“ via GPS selbstständig zum Operateur zurück und landet buchstäblich in dessen Hand.

Die \“Black Hornet\“ fällt unter das Norwegische Waffengesetz und wird folglich nur an Regierungen und Militärs verkauft…

viagrenz|wissenschaft-aktuell: Video: Kleinste militärische Aufklärungsdrohne ist so klein wie ein Singvogel.

Drohnen-Teststrecke in Bayern bleibt noch geschlossen

Die Bundesregierung bestätigt, dass über bayerischen Dörfern für den ferngesteuerten Krieg geübt wird. Bewaffnungsfähige Drohnen der US-Streitkräfte dürfen aber weiterhin nicht zwischen einzelnen Standorten verkehren

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums dürfen keine Drohnen außerhalb von US-Basen geflogen werden. Dies teilte der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt auf eine Kleine Anfrage der bayerischen Abgeordneten Eva Bulling-Schröter mit. Demnach hat die Bundesregierung noch keine Genehmigung für Flüge der Kategorie 2 erteilt. Dadurch wäre es möglich, unbemannte Luftfahrzeuge in Bayern auch außerhalb permanent gesperrter Lufträume zu betreiben.

Die USA haben von der Bundeswehr bereits 2005 eine offizielle Zulassung für den Betrieb von 57 Aufklärungsdrohnen erhalten. Es handelt sich dabei um die Typen „Raven“, „Hunter“ und „Shadow“. Zugestanden wurden Flüge der Kategorie 1, also lediglich in gesperrten Lufträumen. Die Drohnen sind auf US-Basen in Bamberg, Hohenfels, Vilseck, Grafenwöhr und Illesheim stationiert.

Die US-Streitkräfte hatten beantragt, einen Korridor zwischen Grafenwöhr und Hohenfels einzurichten. Dort sollten die größeren Drohnen des Typs „Hunter“ verkehren (US-Army-Drohnen über Bayern). Angeblich würden dadurch umständliche Montagen und Demontagen der Drohne vermieden. Bislang wird die „Hunter“ regelmäßig in ihre Einzelteile zerlegt und auf der Straße zwischen den Truppenübungsplätzen hin und her kutschiert. Ursprünglich sollten die Flüge im Oktober beginnen. Worin die Verzögerung begründet ist, erklärt der Staatssekretär nicht. Ein US-Sprecher hatte zunächst behauptet, ursächlich sei schlechtes Wetter.

Parlamentarische Kontrolle nicht möglich

Die Bevölkerung wurde von den geplanten Trainingsflügen zunächst nicht unterrichtet, Details kamen erst über eine parlamentarische Anfrage und einen Artikel bei Telepolis ans Licht (US-Drohnen erhalten Zulassung für den deutschen Luftraum). Daraufhin hatten bayerische Landtagsabgeordnete der SPD und der CSU weitere Aufklärung verlangt, jedoch nur unzureichend erhalten. Um die Bevölkerung milde zu stimmen, wurde ein Tag der Offenen Tür auf der Drohnen-Basis anberaumt und Bürgermeister, Polizei, Feuerwehr und Medien eingeladen. Sollte die Genehmigung bald erteilt werden, verspricht die Bundesregierung die zuständigen Landratsämter diesmal „zeitgerecht vor Aufnahme des Flugbetriebs“ zu informieren.

Laut dem Verteidigungsministerium operiert die „Hunter“ in einem Höhenspektrum von 600 bis 7.000 Metern. Die Höchstgeschwindigkeit liege bei 220 km/h, Übungsflüge würden aber mit 110 bis 150 km/h durchgeführt. Bekräftigt wird, dass in Bayern für den Krieg geübt wird: Der Flugbetrieb diene „der Aus- und Weiterbildung sowie der Inübunghaltung“ der in Grafenwöhr stationierten US-Streitkräfte. Ziel sei ihre Vorbereitung auf „Verwendungen in Einsatzgebieten“.

Die „Hunter“ kann als Aufklärungsdrohne oder auch mit Bewaffnung in die Luft steigen. Auch dies wird von der Bundesregierung bestätigt: Die Drohne sei „nach Herstellerangaben flexibel in unterschiedlichen Rollen einsetzbar“. Über den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels würde aber nur zu „optischen Aufklärungszwecken mittels Kamera“ trainiert. In Deutschland ist der Transport von Raketen also untersagt. Bislang hat sich aber niemand danach erkundigt, ob auch der Flug mit Dummies, also nicht mit Sprengstoff ausgestatteter Übungsmunition, untersagt ist.

Eine parlamentarische Kontrolle der Aktivitäten ist nicht möglich. Die Bundesregierung verlässt sich ganz auf das Versprechen der US-Streitkräfte, lediglich optische Sensorik einzurüsten. Denn sollten die Drohnen zur Aufklärung im elektromagnetischen Spektrum (die sogenannte „signalerfassende Aufklärung“) operieren, würden Belange des Gesetzes zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10-Gesetz) berührt. Im Falle deutscher Drohnen müsste hierfür die parlamentarische G 10-Kommission eingeschaltet werden. Jedoch gesteht die Bundesregierung ein, dass ausländische Behörden und Streitkräfte in Deutschland nicht ihrer Kontrolle unterliegen. Immerhin durfte die G 10-Kommission Fragen einreichen, die allerdings nicht vom US-Militär, sondern dem Verteidigungsministerium beantwortet wurden.

„Euro Hawk“ flog im gleichen Luftbeschränkungsgebiet

Die noch zu genehmigenden Flüge durch den Verbindungskorridor werden durch die militärische Flugsicherung und den Ensatzführungsdienst der Bundeswehr evaluiert. Auch die Deutsche Flugsicherung soll eingebunden werden. Dabei geht es jedoch lediglich „flugbetriebliche Aspekte“, betont das Verteidigungsministerium. Von Interesse sei etwa die Auswirkung der Flüge „auf die umgebende militärische Luftraumstruktur“.

Der Korridor wird in einem bereits bestehenden Luftbeschränkungsgebiet eingerichtet. Es trägt die Bezeichnung „Frankenalb 1“, codiert als „ED-R 210“. „Frankenalb 1“ ist ein sogenannter „Temporary Reserved Airspace“, also ein zeitweilig für die übrige Luftfahrt gesperrter Luftraum. Das erklärt wohl, warum die Flüge der US-Drohnen zunächst nur für sechs Monate genehmigt werden sollen.

Auch die Flüge der Bundeswehr-Drohne „Euro Hawk“ fanden in einem nahe gelegenen Luftbeschränkungsgebiet statt. Nach seinen zahlreichen Starts in Manching kreuzte die nun für immer gegroundete Riesendrohne die Beschränkungsgebiete „Frankenalb 2“ sowie den Übungsplatz Siegenburg, wo die US-Armee Boden-Luft-Schießtrainings durchführt.

Das vom „Euro Hawk“ durchflogene Gebiet bei Ingolstadt trägt die Kennung „ED-R 137“[1] und wird ebenfalls seit längerem für Drohnen-Tests genutzt. Unter anderem hatte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung das Forschungsprojekt „Validierung von UAS zur Integration in den Luftraum“ (VUSIL) gefördert, das schon 2008 die Integration von Drohnen in den Luftraum außerhalb von Flugbeschränkungsgebieten, also im nicht gesperrten Luftraum, untersuchte (Drohnen: Deutsche Polizisten als Luftfahrzeugfernführer). Im Gegensatz zu den Flügen der US-Drohnen war damals allerdings noch keine Kritik laut geworden.

Sollte übrigens eine der US-Drohnen abstürzen, haften die USA auf der Grundlage des NATO-Truppenstatuts und eines Zusatzabkommens. Auch dies erfuhr die Abgeordnete Bulling-Schröter vom zuständigen Staatssekretär. Die Regulierung von Schäden würde jedoch von der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt. Die zuständige Behörde wäre die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

viaDrohnen-Teststrecke in Bayern bleibt noch geschlossen | Telepolis.