Briten wollten laut Guardian Regimekritiker an Gaddafi ausliefern

Ein Dankeschön für die „exzellente Zusammenarbeit“: Wie der „Guardian“ berichtet, hat die britische Regierung enger als bisher bekannt mit dem ehemaligen libyschen Machthaber Gaddafi zusammengearbeitet.

„Enthüllt: Wie Blair heimlich mit dem Gaddafi-Regime zusammenarbeitete“: Unter diesem Titel berichtet der britische „Guardian“, dass die Regierung in Großbritannien Kritiker des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi massiv unter Druck gesetzt und enger mit dem Regime zusammengearbeitet hat, als bisher bekannt war. Das gehe aus Dokumenten hervor, die nach Gaddafis Sturz 2011 in Tripolis sichergestellt wurden und die nun als Grundlage für eine Schadensersatzklage von Dissidenten dienen sollen, berichtet die Zeitung.

 

Unter anderem hat sich der frühere Premierminister Tony Blair demnach 2007 in einem Brief bei Gaddafi entschuldigt, dass ein Gericht die Auslieferung von Regimegegnern nach Libyen verhindert habe. Zudem habe er sich für die „exzellente Zusammenarbeit“ bei der Bekämpfung von Terroristen bedankt. Unterschrieben ist der Brief demnach mit „Best wishes yours ever, Tony“.

Londoner Anwälte bereiten dem Bericht zufolge eine Klage im Namen von zwölf Gaddafi-Gegnern vor: Sechs Libyer, die Witwe eines weiteren sowie fünf Briten, die aus Libyen und Somalia stammten, werfen der britischen Regierung demnach unter anderem Freiheitsentzug, Erpressung und Amtsmissbrauch vor.

Ein Sprecher Blairs sagte, es sei kein Geheimnis, dass Libyen und Großbritannien bei der Terrorbekämpfung kooperiert hätten. Der Labour-Politiker, der von 1997 bis 2007 britischer Premier war, steht zudem wegen der verzögerten Veröffentlichung einer Untersuchung zum Irakkrieg unter Druck.

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Neue Snowden-Dokumente: Vodafone – der lange Arm des Geheimdienstes?

Neue Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden geben tiefe Einblicke in die alltägliche Zusammenarbeit zwischen Geheimdiensten und Telekommunikationsunternehmen in Großbritannien. Im Mittelpunkt steht eine Firma, die heute zum Vodafone-Konzern gehört.

Cornwall, im Südwesten Englands: Ein Paradies für Naturliebhaber, Surfer und Wanderer. Und für Spione. Dort wo die Schafe blöken, türmen sich im Hintergrund die Satellitenschüsseln des Global Communications Headquarter auf. Der GCHQ ist Großbritanniens Auslandsgeheimdienst, der durch Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden in den Ruf geraten ist, sich für alles zu interessieren, was Menschen sich zu sagen haben.

Wie die Spione dabei mit britischen Telekommunikationsunternehmen konkret zusammengearbeitet haben sollen, das ergibt sich aus bislang unveröffentlichten Dokumenten aus dem Snowden-Archiv, die NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ einsehen konnten. Darin zeigt sich: Zu einer Firma scheinen die Bande des GCHQ offenbar besonders eng gewesen zu sein: Cable & Wireless, ein Unterseekabel-Betreiber, der 2012 von Vodafone übernommen worden ist.

Deckname GERONTIC

In den Dokumenten trägt Cable & Wireless den Decknamen GERONTIC und nahezu überall wo man hinschaut, taucht dieser Deckname auf. Zum Beispiel in einer akribisch geführten Excel-Tabelle aus dem Jahr 2009, in der die GCHQ-Mitarbeiter auswerten, auf welche Kabel sie Zugriff haben und wie viele Daten sie ausleiten können.

63 Kabel sind dort aufgeführt, bei rund der Hälfte ist als Gehilfe beim Lauschen GERONTIC verzeichnet. Gleiche Datei, nächste Tabelle: Das GCHQ habe damals, 2009 Zugriff auf knapp 7000 Gigabit pro Sekunde – eine unglaubliche Menge, erst recht für die damalige Zeit. Knapp 70 Prozent davon sollen kommen von: GERONTIC.

Auch die Firma British Telecom wird in den Dokumenten genannt, unter ihrem Decknamen REMEDY oder der Kabelbetreiber Level 3, getarnt als LITTLE. Insgesamt sind es sieben Unternehmen. Aber nach den Unterlagen sei wohl keines so aktiv gewesen wie die heutige Vodafone-Tochter.

Keine Info unter dieser Nummer

Man möchte Cable & Wireless gern dazu befragen, aber das geht ja nicht, die Firma gibt es nicht mehr. Im Sommer 2012 wurde Cable & Wireless von Vodafone gekauft, für rund eine Milliarde Euro. Es war Vodafones großer Einstieg in das Geschäft mit den Kabeln. Also fragt man Vodafone nach GERONTIC und den vielen Zugängen zu den Daten der Kunden, die man dem GCHQ gab. Dort, so heißt es, habe man von konkreten Codenamen oder Operationen keine Kenntnis.

Nach Medienberichten zu der Snowden-Affäre sei man aber auf die Suche nach Altlasten in der hauseigenen Kabel-Abteilung gegangen. Das Ergebnis: Man konnte keine Hinweise auf illegales Vorgehen bei Cable & Wireless finden. Man habe stets nur das getan, was das Gesetz vorschreibt. Alles sauber im Hause Vodafone, soll das wohl heißen. Eine Antwort, die man im Zuge der Snowden-Enthüllungen sehr oft von Vodafone gehört hat.

Dokumente legen Kooperation nahe

Illegal ist das Ausleiten von Daten auch in schier unfassbaren Mengen in Großbritannien unter bestimmten Umständen nicht. Aber sauber? Wenn man die Dokumente weiter durchforstet, stößt man auf Zeugnisse der alltäglichen Zusammenarbeit zwischen dem Geheimdienst und der heutigen Vodafone-Tochter.

In wöchentlichen Status-Berichten im Intranet erzählten sich die GCHQ-Projektgruppen von ihren Fortschritten, zumindest bis 2012. Im Telegraphen-Duktus schreiben sie ihre Einträge, die zu dem Bild des gesetzlich verpflichteten Zwangshelfers so gar nicht passen wollen, das Vodafone von sich selbst und auch seiner damals eigenständigen Kabel-Tochter vermitteln möchte.

27. Juni 2008:
• „GERONTIC wurden die Spezifikationen der Kernkomponenten unseres Interesses zu internen Tests gegeben (…). Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, erlaubt das die Machbarkeitsstudie im Zielsystem.“
• Kalendereintrag: Treffen des gemeinsamen GERONTIC-Projektteams.

08. August 2008
• „Wir werden gemeinsam mit GERONTIC nachprüfen, ob es Möglichkeiten gibt, früher Vorteile aus dem Zugang zu bekommen, indem wir andere Ausleitungsrouten nutzen.“

29. August 2008
• „Was wir kommende Woche planen: (…) Über die Beziehung zu den GERONTIC-Betreiberdienstes und dem Team für besondere Beziehungen sprechen.“

03. Oktober 2008
• „GERONTIC hat einen lokalen Testaufbau ihrer Zugänge in Großbritannien aufgebaut. Damit kann GERONTIC die Funktionalität der Switch-Software überprüfen.“ Und weiter: „Wenn dieser Test erfolgreich ist, ist der nächste Schritt, dass GERONTIC so etwas alleine in ihrem eigenen Netzwerk durchführt.“

31. Oktober 2008
• „GERONTIC plant gerade den Ablauf der Abhör-Installationen“

28. November 2008
• „Update von GERONTIC zu den Möglichkeiten zukünftiger Zugänge und Datenumleitungen.“

06. Februar 2009
• „[Mitarbeiter] ist dem Team beigetreten. [Mitarbeiters] Rolle ist ein Vollzeit-Projektverwalter integriert bei GERONTIC.“

Auch Hinweise auf größere Geldflüsse tauchen in den Snowden-Dokumenten auf. So findet sich in einer Budget-Tabelle für den Februar 2009 ein Eintrag in Höhe von fast sechs Millionen Pfund, gebucht auf ein GERONTIC-Projekt. An andere Stelle sind es sogar einmal fast 20 Millionen Pfund in einem Monat.

Es bleibt ein ungutes Gefühl

Gemeinsame Projektgruppen, Millionen-Zahlungen, das eigenständige Testen von Abhör-Equipment im eigenen Netz – dazu möchte man Cable & Wireless sehr gern befragen. Aber das Problem bleibt bestehen: Die Firma heißt heute Vodafone und dass zwischen die Vorgänger-Firma und die Schnüffler vom GCHQ offenbar kaum ein Blatt Papier passte, dafür hätten interne Untersuchungen keine Anhaltspunkte ergeben, insbesondere nicht für illegale Aktivitäten.

Aber kann man sich als Kunde eines Kommunikationsanbieters wohlfühlen, wenn Dokumente nahe legen, dass ein Teil des Konzerns früher „Abhör-Installationen“ geplant hat? Wenn es nach den Unterlagen gemeinsame Projektgruppen mit dem Geheimdienst gab, offenbar sogar Spione im Unternehmen integriert waren?

Also fragt man Vodafone, wie die Firma diese Einträge bewertet. Der Konzern sagt, er habe von den geheimen Operationen nie gehört und halte sich ohnehin jederzeit an das Gesetz. Zu den Zahlungen sagt das Unternehmen zwar auch, dass es von ihnen nie gehört hat. Fügt aber hinzu, dass auch im Zuge von Maßnahmen, zu denen man gesetzlich verpflichtet sei, Kosten entstehen können. Und die bekämen Telekommunikationsunternehmen in einigen Fällen von der Regierung erstattet. Man verdiene daran nichts.

Hat Vodafone auch das Geschäftsgebaren übernommen?

Daran zweifelt Dr. Sandro Gaycken. Der Ex-Hacker ist heute IT-Sicherheitsberater und arbeitet an der Freien Universität Berlin. NDR, WDR und „SZ“ haben ihm einige Ausschnitte aus den Budget-Unterlagen des GCHQ vorgelegt. Seine Vermutung: „Wahrscheinlich wurde Vodafone zur Kooperation gezwungen und dann hat man sich gedacht: Wenn wir schon kooperieren müssen, können wir daraus auch gleich ein Geschäft machen. „

Ob Vodafone letztlich nur die Kabel von Cable & Wireless übernommen hat, oder auch das Geschäftsgebaren im Umgang mit dem Geheimdienst, lässt sich anhand der Dokumente nicht abschließend klären. Nicht, weil es die Dokumente nicht hergäben, sondern weil die GCHQ-Leaks schlicht nicht bis in die Zeit nach der Übernahme hineinreichen.

Dann ist da noch NIGELLA

Aber eine Spur in die Gegenwart des Kommunikationsriesen findet sich dann doch noch. Und die ist ausgesprochen brisant: Es geht um einen Zugang mit dem Codenamen NIGELLA – eine Abhör-Aktion an einem Untersee-Kabel, das Großbritannien mit Afrika, dem Nahen Osten und Asien verbindet. Flag Europe Asia (FEA) heißt das Kabel, auch deutsche Daten fließen hindurch, zum Beispiel wenn deutsche Unternehmer mit Geschäftspartnern in Fernost kommunizieren.

Der Betreiber ist eine indische Firma namens Reliance, die in Cornwall eine moderne Anlandestation gebaut hat. Dort wird das Kabel an das lokale Datennetz der Briten angeschlossen – und genau dort in dieser Anlandenstation, soll sich laut der Unterlagen der Geheimdienst GCHQ in das Kabel eingehackt haben. Angeblich mit Hilfe von Vodafone, das den Anschluss an das lokale Netz (Backhaul genannt) betreibt.

Wurde bei der Konkurrenz eingebrochen?

Den internen GCHQ-Dokumenten zufolge gelang es GERONTIC, dem Geheimdienst dort Zugriff auf Reliance-Infrastruktur zu verschaffen. GERONTIC soll dabei offenbar Metadaten weitergegeben haben, zum Beispiel sogenannte Performance-Statistiken der Router und Übersichten, welche Webseiten die Nutzer angesurft haben. Diese Daten sollen in ein Sammelsystem namens INCENSER geflossen sein, für das sich auch für das Jahr 2013 noch zahlreiche Unterlagen und Belege finden lassen.

Das klingt sehr technisch, würde aber im Umkehrschluss heißen: Cable & Wireless wäre offenbar für den Geheimdienst bei der Konkurrenz eingebrochen. Und das wohl auch noch nach der Übernahme durch Vodafone.

Damit konfrontiert, teilt Vodafone mit, keinen Zugriff auf Nutzerdaten andere Firmen zu gewähren. Und auf Nachfrage, wie es denn mit Protokollen, Statistiken und Metadaten so stehe, teilt das Unternehmen noch einmal mit, man habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten anderer Firmen und auch keine weitergegeben. Und Metadaten? Ein drittes Mal: keine Antwort. Abgesehen davon, natürlich, dass man sich nur an das Gesetz halte.

Vodafone auch im Visier deutscher Ermittler

Auch der deutschen Bundesregierung ist die Nähe zwischen Vodafone und dem GCHQ offenbar aufgefallen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nach den Snowden-Enthüllungen im vergangenen Jahr die Mobilfunkanbieter in Deutschland untersucht und verlangte von den Netzbetreibern in Deutschland Auskunft, ob womöglich Daten ins Ausland abgeleitet werden.

Alle Betreiber antworteten zur Zufriedenheit des BSI – bis auf einen: Vodafone. In einem als Verschlusssache eingestuften Schreiben aus dem Jahr 2013, das NDR, WDR und „SZ“ einsehen konnte, heißt es: „Die Selbstauskunft von Vodafone Deutschland lässt für mobile Kommunikation innerhalb des deutschen Rechtsraums bislang keinen eindeutigen Schluss zu, ob der Zugriff auf bzw. die Ausleitung von Metadaten (bspw. „Billing Informationen“) oder SMS in ausländische Rechtsräume unterbleibt.“

Vodafone sagt dazu, man verstehe nicht, wie das BSI zu solch einer Einschätzung komme, und könne das nicht nachvollziehen.

viaNeue Snowden-Dokumente: Vodafone – der lange Arm des Geheimdienstes? | tagesschau.de.

Nackt-Wanderer: Stephen Gough verliert vor Europäischem Gerichtshof

Stephen Gough ist jahrelang splitterfasernackt durch Großbritannien gelaufen. Nur seine Wanderschuhe und einen olivgrünen Armeerucksack trug der 54-jährige Engländer bei seinen Touren am Körper. Das missfiel einigen Bürgern und der Polizei: Dutzende Male wurde Gough wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen, oft musste er für längere Zeit ins Gefängnis. Schließlich klagte Gough gegen die Bestrafungen und berief sich dabei auf sein Recht auf Privatleben und seine Meinungsfreiheit.

Der Fall ging bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Nun ist das Urteil gefallen. Die Richter überzeugte die Argumentation des ehemaligen Marinesoldaten nicht, sie wiesen seine Beschwerde zurück. Gough sei völlig klar gewesen, dass sein nacktes Auftreten in der Öffentlichkeit anstößig sei und gegen die gesellschaftlichen Regeln verstoße, hieß es in dem Urteil. Daraus eine Verletzung des Rechts auf Privatleben abzuleiten, sei kaum ernst zu nehmen.
Seine Meinung über das öffentliche Nacktsein und die dagegen bestehenden Gesetze hätte der Engländer auch auf vielerlei andere Hinsicht kundtun können, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Sich in der Öffentlichkeit nackt zeigen, sei hierfür nicht erforderlich.

Goughs Nudistenleben begann, als er kurz nach der Jahrtausendwende mit seiner damaligen Lebensgefährtin und den beiden gemeinsamen Kindern ins kanadische Vancouver zog. Er hatte viel Zeit zum Nachdenken und kam zu dem Schluss, dass der menschliche Körper nichts ist, wofür man sich schämen braucht. Er begann, sich öffentlich nackt zu zeigen und empfand dies als Selbstbefreiung.

Zurück in der Heimat, im südenglischen Eastleigh bei Southampton, plante der Lastwagenfahrer 2003 seine erste Nacktwanderung. In Land’s End, dem westlichsten Punkt Großbritanniens, stapfte er im Juni los, das Ziel war John O’Groats an der Nordspitze Schottlands. Im Laufe der Jahre erlangte Gough als „Naked Rambler“ in Großbritannien eine gewisse Berühmtheit. Regelmäßig tauchte er in den Schlagzeilen auf, seine Wanderungen quer durch Großbritannien ließen sich über die Lokalpresse recht gut verfolgen.

Seit seiner ersten Reise ist Gough mehr als 30-mal wegen Nacktheit in der Öffentlichkeit festgenommen worden. Zwischen 2003 und 2012 saß er insgesamt mehr als sieben Jahre in Großbritannien im Gefängnis – in einer Einzelzelle, weil er auch hinter Gitter jede Kleidung ablehnte. Anfangs waren die Haftstrafen milde, doch im Zuge der zahlreichen Rückfälle wurden die Richter in Schottland strenger. Mehrfach wurde Gough bereits am Ausgangstor des Gefängnisses wieder festgenommen.

viaNackt-Wanderer: Stephen Gough verliert vor Europäischem Gerichtshof – SPIEGEL ONLINE.

Kinderpornografie-Vorwürfe: Berater des britischen Premiers festgenommen

Ein enger Berater des britischen Premierministers David Cameron ist im Zusammenhang mit Kinderpornografie-Vorwürfen festgenommen worden. Wie die britische Regierung am Montag in London mitteilte, wurde der 62-jährige Patrick Rock bereits am 13. Februar in seinem Haus festgenommen. Cameron sei sofort informiert worden.

Die Ermittlungen seien im Gange und würden nicht weiter kommentiert, hieß es in der Erklärung von Downing Street, dem Sitz des Regierungschefs. Kinderpornografische Bilder seien jedoch „abscheulich“, und wer damit zu tun habe, müsse sich vor Gesetz verantworten.

Rock diente der konservativen Partei Camerons seit drei Jahrzehnten als Berater. Unter anderem arbeitete er mit daran, die Richtlinien für Internetfilter zur Abwehr pornografischer Inhalte auszuarbeiten.

viaKinderpornografie-Vorwürfe: Berater des britischen Premiers festgenommen – Ausland – FAZ.

Geheimdienste : Das NSA-Handbuch der Verleumdung und Lügen

Wer sich im Internet verleumdet sieht, Blog, Foto, Biografie verfälscht, Korrespondenzen erfunden und seinen Leumund beschädigt, kann nun ahnen, wer hinter dem Angriff steckt: der britische Geheimdienst GCHQ, genauer die Arbeitsgruppe Joint Threat Research and Intelligence Group (JTRIG).

Das behauptet Glenn Greenwald in seiner neuesten Veröffentlichung von Dokumenten, die sein Gewährsmann Edward Snowden dem US-Dienst NSA entwendete. In dem amerikanischen Online-Medium „The Intercept“ stellt Greenwald ein Handbuch der Verleumdung und Lügen vor, das sich ebenso gegen „Hacktivisten“ wie brave Bürger richten kann.

Ob JTRIG die Taktik der Rufmordkampagne im Netz nur plante oder auch anwendet, weiß Greenwald nicht. Dem Journalisten und Enthüllungsgefährten Snowdens genügt die Entwicklung von Diffamierungsattentaten durch westliche Dienste im Diskurs des Internets. Und zwar in einem scheinbar rechtsfreien Raum gegen „Menschen, die keines Verbrechens angeklagt, geschweige denn wegen Verbrechen verurteilt sind“.

Eine Person bei Nachbarn oder Freunden diffamieren

Wie Geheimagenten „das Internet infiltrieren, um zu manipulieren, zu täuschen und Rufmorde zu begehen“ ist das Stück in „The Intercept“ überschrieben. John le Carré hätte die Geschichte ungefähr so in „Der Mann, der aus der Cyberkälte kam“ entworfen.

„False flag operation“ nennen sich im Jargon des JTRIG Aktionen, die eine Person bei Nachbarn oder Freunden diffamieren. Gefälschte Opferblogs sollen die Netzumwelt von der Bösartigkeit des Zielobjekts überzeugen oder mindestens Zweifel säen.

Auch gegen Unternehmen sollen sich falsche Zeugnisse von Kunden, Klienten oder Konkurrenten richten. Bis zur klassischen Sexfalle – modernisiert möglicherweise mit Pädophilieverdacht – soll das Gespinst von Lügen und Verleumdung sich erstrecken.

Neu ist der Schauplatz – das Internet

„Maske, Mimikry“ lautet eine Eintragung in einem Schaubild, das aus einer PowerPoint-Präsentation des JTRIG zu stammen scheint. Seltsam ist der fette Druckfehler: „Cyber Offsensive (sic) Session“ heißt es in einer Überschrift. Oder sollte „offsensive“ eine besonders perfide und geheime Variante von „offensive“ sein?

In den mutmaßlichen JTRIG-Folien findet sich nichts, was nicht aus der psychologischen Kriegsführung bekannt wäre und in Grundkursen für Spionage-Romanciers gelehrt würde. Neu ist allein der Schauplatz des Internets, neu sind die Werkzeuge.

Die Rufmorde werden in Chatrooms statt Salons und Bars begangen. Verleumdung ist leichter geworden, sie wird beschleunigt und verbreitet mit Gigabytes pro Sekunde. Anonym war sie immer. Traue niemandem, gebe nie etwas preis: Offline ist das einzig sichere Online.

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GCHQ-Chef Ian Lobban räumt seinen Posten beim britischen Geheimdienst

Der britische Geheimdienst steckt nach neuesten Enthüllungen um ausgespähte Smartphone-Apps noch mitten im Spähskandal – nun räumt auch noch der Chef des GCHQ seinen Posten. Ian Lobban werde zum Jahresende von seinem Amt zurücktreten, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums. Sein Abgang ist demnach aber keine Konsequenz aus den Ausspäh-Enthüllungen. Vielmehr sei der Schritt schon lange geplant gewesen.

Die Stelle sei nun offiziell ausgeschrieben worden, damit ein Nachfolger für einen lückenlosen Übergang gefunden werden könne, teilte das Ministerium in London weiter mit. \“Iain Lobban hat herausragende Arbeit als Chef des GCHQ geleistet. Heute geht es ganz einfach darum sicherzustellen, dass ein würdiger Nachfolger bereit ist, wenn er wie geplant zum Jahresende abtritt\“, zitiert der britische \“Guardian\“ aus dem Statement. Lobban hatte den Geheimdienst mit mehr als 6000 Mitarbeitern seit 2008 geleitet.

Nun hinterlässt er eine nicht ganz einfache Aufgabe. Seit der NSA-Whistleblower Edward Snowden im Juni Zehntausende Geheimdienstdokumente an Journalisten weitergegeben hatte, steht der GCHQ weltweit am Pranger. Lobban musste deshalb auch im November vor einem Parlamentarischen Kontrollgremium aussagen. Gemeinsam mit den amerikanischen Kollegen von der NSA sollen die britischen Abhörspezialisten sich systematisch Zugang zu privaten Daten von Millionen Internetnutzern verschafft haben.

Zuletzt waren Details zum Spähfilter \“Squeaky Dolphin\“, quietschender Delfin, der Briten bekannt geworden. Damit kann der GCHQ in Echtzeit verfolgen, welche Videos auf YouTube angesehen werden, welche Inhalte auf Facebook ein \“Gefällt mir\“ bekommen und welche Seiten auf Googles-Blogplattform Blogger.com gelesen werden.

Die Social-Media-Analyse ist jedoch nur eines von vielen Werkzeugen, mit denen sich der GCHQ den täglich abgezapften Datenberg vornimmt. \“Guardian\“, \“New York Times\“ und \“ProPublica\“ hatten gerade enthüllt, dass die Geheimdienste im Internetverkehr auch nach Daten suchen, die von Smartphone-Apps übertragen werden und persönliche Informationen enthalten.

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Nordirland : Killerkommandos der britischen Armee in Belfast

Der Bürgerkrieg in Nordirland lässt die britische Insel nicht los. Mitten in die Diskussion um eine mögliche Amnestie für Straftaten, die vor dem nordirischen Friedensabkommen von 1998 begangen wurden, platzt eine BBC-Dokumentation: Eine Sondereinheit der britischen Armee soll in Nordirland unbewaffnete Zivilisten kaltblütig erschossen haben.

Sieben ehemalige Mitglieder der Military Reaction Force (MRF) sprachen mit dem BBC-Team, drei davon direkt in die Kamera. Zunächst berichteten sie, die nicht uniformierte Einheit, die aus etwa 40 britischen Soldaten unterschiedlicher Truppenverbände bestand, habe in anderthalb Jahren in West-Belfast – dem Kernland der katholischen Terrororganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) – als Straßenreiniger oder Obdachlose verkleidet geheime Überwachungsdienste geleistet. Aber dabei blieb es nicht: Man habe Jagd auf mutmaßliche Mitglieder der IRA gemacht – mit dem Ziel, sie zu töten. Bis zu zehn unbeteiligte Zivilisten seien ebenfalls von dieser Einheit getötet worden. Die meisten Übergriffe fielen ins Jahr 1972. Mehr als 500 Menschen starben in diesem Jahr.

Die MRF war berüchtigt, doch die neue Dokumentation enthält erstmals Zeugenaussagen von Beteiligten. Diese begründeten ihre Zusammenarbeit mit der BBC offenbar damit, dass ihr Anteil an der Bekämpfung der IRA bisher zu wenig gewürdigt worden sei.

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