Erdgas in der Ukraine

Exxon soll mit Petrom ukrainisches Gas erschließen

Artikel vom 16.08.2012

Die ukrainische Regierung hat das vom US-Konzern ExxonMobil angeführte Konsortium, dem unter anderem die OMV-Tochter Petrom angehört, zur Entwicklung des Schwarzmeer-Gasfeldes Skifska auserkoren. Ein entsprechender Vertrag soll nun unterzeichnet werden, erklärte der ukrainische Minister für Naturressourcen und Umwelt, Eduard Stavitsky, laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Das Gasvorkommen in dem 16.700 Quadratkilometer großen Feld wird auf 200 bis 250 Mrd. Kubikmeter geschätzt, jährlich sollen 3 bis 4 Mrd. Kubikmeter Gas gefördert werden. Die Investitionskosten werden auf 10 bis 12 Mrd. Dollar (8,15 bis 9,78 Mrd. Euro) geschätzt.

Petrom mit 15 Prozent beteiligt

Am Konsortium hält ExxonMobil 40 Prozent, Shell 35 Prozent, die OMV Petrom 15 Prozent und die staatliche ukrainische Gesellschaft Nadra Ukrayny 10 Prozent. Die OMV begrüßte die Aussage der ukrainischen Politik, wollte sich aber dazu nicht weiter äußern. Der Exxon-Konsortium setzte sich im Rennen um das Skifska-Feld gegen den russischen Konkurrenten Lukoil durch.

Heuer im Februar hatte die OMV Petrom mit ihrem US-Partner ExxonMobil einen riesigen Gasfund im Schwarzen Meer gemeldet. Den Schätzungen zufolge betragen die Vorräte 42 bis 84 Milliarden Kubikmeter Gas.

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Russischer Ölkonzern: Rosneft steigt bei Exxon Mobil Projekten ein

Artikel vom 07.03.2013

Russlands größter Ölförderer Rosneft übernimmt jeweils 30 Prozent an insgesamt 20 Projekten des US-Ölriesen ExxonMobil im Golf von Mexiko. Die Chefs der Unternehmen hätten in den USA ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, teilte Rosneft am Donnerstag in Moskau mit.

Im Gegenzug beteiligt sich ExxonMobil an der Ausbeutung von Feldern auf dem Festlandsockel in der Arktis und im Schwarzen Meer. Rosneft plane zunächst geologische Erkundungen im Golf von Mexiko, der als eine der weltgrößten Öl- und Gaslagerstätten gilt. Im April 2010 hatte eine Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon eine Umweltkatastrophe in der Region ausgelöst.

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Gasproduktion von 45 Mrd. Kubikmetern ist laut ExxonMobil für die Ukraine realistisch

Artikel vom 14.07.2013

Laut ExxonMobil-Schätzungen der ukrainischen Gasvorkommen vor der Küste und auf dem Festland könnte das Land bis 2020 eine jährliche Gasproduktion von 45 Mrd. Kubikmetern erreichen. Dies erklärte Kevin Biddle, Leiter der europäischen Exploration des Unternehmens, im Zuge eines Interviews mit kommersant.ua. Er erklärte, dass ExxonMobil an einem Ausbau seiner Geschäfte mit Erdöl-, Erdgas-, Schiefergas- und Flözgas-Reserven in der Ukraine interessiert sei, und gab positive Prognosen bezüglich des Förderpreises ab.

„Dies ermöglicht es uns, Anleger davon zu überzeugen, dass Investitionen in dieses Land rentabel sein können,“ so Biddle. Sollte ExxonMobil das gemeinsame Produktionsabkommen (Production Sharing Agreement, PSA) mit der ukrainischen Regierung unterzeichnen, würde dies eine Erstinvestition von 325 Millionen USD zur Folge haben. Biddle merkte an, dass sich das Investitionsvolumen auf mehrere Milliarden Dollar belaufen könnte, sollte das Unternehmen auf Erdgas und Erdöl stossen.

ExxonMobil bereitet sich derzeit auf die Exploration des Tiefsee-Gasfeldes Skifske im Schwarzen Meer vor. Bisher liegen dem Unternehmen die Daten der zweidimensionalen Exploration des Feldes vor. Eine Schätzung des Vorkommens wird nach Erhalt der Daten aus der dreidimensionalen Exploration möglich sein. Im August 2012 erhielten Shell, ExxonMobil, die rumänische Gesellschaft OMV Petrom und das ukrainische Staatsunternehmen Nadra eine gemeinsame Konzession zur Erschliessung der Unterwasservorkommen des Standorts.

Das Gasfeld Skifske in der Ukraine liegt neben dem rumänischen Neptun-Block, der von ExxonMobil und der OMV-Tochter Petrom erschlossen wird. Die Vorkommen im Neptun-Feld Domino-1 belaufen sich Schätzungen zufolge auf 42 bis 84 Mrd. Kubikmeter. Biddle schätzt, dass die Ukraine über ein ebenso grosses Potenzial wie Rumänien verfügt.

Die Ukraine bemüht sich um die Erschliessung inländischer Energieressourcen, um die Energiesicherheit des Landes zu erhöhen. Am 11. Juli 2013 gab Naftogaz, das staatliche Erdgasverwaltungsunternehmen der Ukraine, die Entdeckung eines grossen Ölfeldes im östlichen Teil des Landes bekannt. Schätzungen zufolge belaufen sich die Vorkommen auf ein Minimum von 13 Mio. Tonnen.

Im Mai 2012 sicherten sich Royal Dutch Shell und Chevron die Konzession zur Erschliessung der ukrainischen Schiefergasfelder Yuzivske (Ostukraine, Oblast Donezk) und Oleske (Westukraine, Oblast Lemberg). Erwartungen zufolge werden diese Felder der Ukraine die Möglichkeit bieten, im Jahr 2020 bis zu zehn Prozent des gesamten inländischen Naturgasverbrauchs zu decken.

Laut Dragon Capital belief sich der jährliche Gasverbrauch der Ukraine im Jahr 2012 auf 55,6 Mrd. Kubikmeter. Im September 2012 erklärte Ministerpräsident Mykola Asarow, dass der inländische Gasverbrauch der Ukraine bis 2013 halbiert werde.

Originaltext: Worldwide News Ukraine Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100020594 Medienmappe via RSS : http://www.presseportal.ch/de/rss/pm_100020594.rss2

Pressekontakt: Für nähere Informationen wenden Sie sich unter der Rufnummer +380443324784 oder per E-Mail an news@wnu-ukraine.com bitte direkt an Maria Ivanova, Projektmanagerin bei Worldwide News Ukraine.

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US-Ölkonzern – Warren Buffett investiert Milliarden in Exxon-Mobil

Artikel vom 15.11.2013

Ritterschlag von der Wall Street: Warren Buffett, der viertreichste Mensch der Welt, hat für fast vier Milliarden Dollar Aktien des US-Ölkonzerns Exxon-Mobil gekauft. Die Börse reagiert prompt.

US-Großinvestor Warren Buffett setzt auf Öl und Gas. Wie aus seinem neuesten Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat sich seine Investmentholding Berkshire Hathaway mit Aktien des Energiemultis Exxon-Mobil im Wert von aktuell 3,7 Milliarden Dollar eingedeckt (2,7 Milliarden Euro).

Von Exxon-Mobil hat er nun 40,1 Millionen Aktien im Portfolio liegen. Nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg ist dies Buffetts größter Aktiendeal seit dem Einstieg beim IT-Konzern IBM vor zwei Jahren für 10,7 Milliarden Dollar.

Weitere Beteiligungen im zweistelligen Milliardenbereich hält das „Orakel von Omaha“, wie Buffet bisweilen genannt wird, am Kreditkartenanbieter American Express, am Getränkekonzern Coca-Cola sowie an der Bank Wells Fargo. Buffetts eiserner Grundsatz ist, ausschließlich in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft er auch versteht.

Der US-Ölkonzern Exxon-Mobil war lange das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, bis er vom iPhone-Hersteller Apple überholt wurde. Zu Exxon Mobil gehört auch die Tankstellen-Kette Esso. Ein Investment von Buffett gilt als Ritterschlag an der Wall Street. Nach Bekanntwerden der Beteiligung stieg die Aktie von Exxon-Mobil nachbörslich um ein knappes Prozent.

Buffett hält auch Anteile am Exxon-Rivalen ConocoPhillips und dessen abgespaltener Raffinerie- und Tankstellensparte Phillips 66. Die Beteiligungen an den Großkonzernen hatten zuletzt den Gewinn von Buffetts Berkshire Hathaway nach oben getrieben. Er selbst ist nicht nur Chef, sondern auch Hauptaktionär. Sein Vermögen wird vom US-Magazin Forbes auf 58,5 Milliarden Dollar geschätzt, was ihn zum viertreichsten Menschen der Welt macht.

viaUS-Ölkonzern – Warren Buffett investiert Milliarden in Exxon-Mobil – Wirtschaft – Süddeutsche.de.

 

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Russland-Ukraine-Konflikte-Energie : Gazprom fordert Ukraine zur Begleichung offener Gasrechnungen auf

Der russische Energiekonzern Gazprom hat die Ukraine zur Begleichung offener Rechnungen aufgefordert. Kiew habe Gaslieferungen im Gesamtwert von 1,55 Milliarden Dollar (1,12 Milliarden Euro) nicht bezahlt, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Falls die Ukraine ihren Verpflichtungen nicht nachkomme, könne Moskau nicht länger einen Rabatt auf die Gaslieferungen anbieten. Die Vereinbarung sehe „eine vollständige und pünktliche Zahlung vor“, betonte der Gazprom-Sprecher.

viaRussland-Ukraine-Konflikte-Energie : Gazprom fordert Ukraine zur Begleichung offener Gasrechnungen auf – Nachrichten – DIE WELT.

Angst vor Mega-Explosion auf Bohrinsel – Nordsee droht Katastrophe – Gasleck ausser Kontrolle

Dramatischer Kampf mit dem Gas in der Nordsee: Der französische Energiekonzern Total versucht nach einem am Sonntag bekanntgewordenen Leck an einer Bohrinsel fieberhaft, die undichte Stelle zu finden.

Und es strömt weiter ungehindert Gas vor der schottischen Ostküste ins Meer. Für die inzwischen verlassene Förderplattform „Elgin“, die etwa 240 Kilometer von der Stadt Aberdeen entfernt liegt, herrscht Explosionsgefahr.

Jake Molloy von der Gewerkschaft RMT, in der Bohrinsel-Arbeiter organisiert sind, sagte der BBC: „Wenn es irgendwie einen Zündfunken gibt, könnte es sein, dass wir eine komplette Zerstörung sehen.“

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Explosion der BP -Förderplattform „Deepwater Horizon“ und die anschließende Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko vor knapp zwei Jahren.

Die norwegische Umweltgruppe „Bellona“ sprach von einem Horrorszenario. „Das Problem ist außer Kontrolle geraten“, sagte Bellona-Chef Frederic Hauge.

Nach Angaben des Total-Sprechers handelt es sich bei dem austretenden Stoff um ein Gas-Kondensat, das in flüssiger Form gefördert wird. Es sei entzündlich und potenziell explosiv. Das Gas-Kondensat sei sehr leicht und verflüchtige sich.

Es hat sich ein erkennbarer Film auf der Wasseroberfläche gebildet, teilte Total mit. Der Teppich ist sechs Seemeilen lang. Die Plattform ist von einer Gaswolke umgeben.

Experten halten es für möglich, dass das Gas für Menschen giftig ist. Das Unternehmen versucht alles, um die Situation unter Kontrolle zubringen, hieß es von Total.

Doch der Konzern muss zugeben: Gegenwärtig seien jedoch weder die Menge des ausströmenden Gases noch der genaue Ort des Lecks bekannt.

Und es könne Wochen oder Monate dauern, bis das Leck gestopft sei. Eine Entlastungsbohrung, die das ausströmende Gas kanalisieren könnte, könne bis zu sechs Monate dauern.

Der Unfall sei „ein weiterer Beweis für die Unbeherrschbarkeit von Bohrungen in großer Meerestiefe“, erklärte der Meeresschutzexperte Stephan Lutter vom WWF Deutschland und forderte ein Moratorium für solche Anlagen.

Sollte der Gasaustritt länger andauern, könnten„Todeszonen in der Umgebung entstehen und das Ökosystem der Nordsee schädigen“, warnte Lutter.

Von zwei benachbarten Bohrstationen vor der schottischen Ostküste zog der Energiekonzern Shell am Dienstag vorsichtshalber große Teile seines Personals ab, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Küstenwache errichtete um die leckgeschlagene Plattform eine Zwei-Meilen-Sperrzone für Schiffe und eine Drei-Meilen-Zone für Flugzeuge.

viaAngst vor Mega-Explosion auf Bohrinsel – Nordsee droht Katastrophe – Gasleck ausser Kontrolle – News Ausland – Bild.de.

Russland will mit neuen Leitungen mehr Gas in die EU liefern

Als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa feierten Deutsche und Russen die neue Ostsee-Pipeline Nord Stream im November. Doch nun beklagen Energieunternehmen, dass mitten in der Extremkälte nicht genug russisches Gas ankomme. Für Moskau ist die Schuldfrage geklärt.

Moskau (dpa) – Für Russlands «obersten Gasmanager» Wladimir Putin liegt die Ursache für die Probleme bei den Energielieferungen an Deutschland und andere EU-Länder auf der Hand. Ja, die Energiegroßmacht müsse in der Extremkälte zuerst an den gestiegenen Eigenbedarf denken und erst dann an die Kunden im Westen. Das betont der Regierungschef bei einem Treffen mit der Spitze des Staatskonzerns Gazprom. Aber dass Versorger in der EU Lieferkürzungen bis zu 30 Prozent bei russischem Gas beklagen, zeige nur, wie nötig neue Gasleitungen von Russland nach Westen seien, sagt Putin.

Die Gazprom-Führung gibt bei dem Treffen mit Putin erstmals zu, nicht im gewünschten Umfang an den Westen liefern zu können. Betroffen ist auch Deutschland als größer Gas-Abnehmer in der EU. Eine Notlage bestehe allerdings nicht, weil die Speicher gut gefüllt seien, betonen die Energieversorger. Tagelang hatte Gazprom jede Schuld für die Kürzungen von sich gewiesen. Nun bestätigt die Konzernleitung, dass die Lieferungen nur zeitweise um etwa zehn Prozent gedrosselt worden und jetzt wieder auf Vertragsniveau seien.

Schuld an der Lage hätten diejenigen, die sich lange gegen die Ostseepipeline Nord Stream gewehrt hätten, meint Putin. Die Inbetriebnahme des ersten Strangs der Leitung feierten Deutsche und Russen im vergangenen November in Lubmin als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa. Putin fehlte bei dem Festakt. Hätte es keine Verzögerungen gegeben, sagt er nun, wäre längst schon der zweite Strang der 1224 Kilometer langen Pipeline zwischen Russland und Deutschland am Netz.

«Gazprom könnte schon neue Förderstätten erschlossen haben, darunter auch in Bowanenkowskoje. Auch auf dem Stockman-Feld in der Barentssee könnte das Unternehmen aktiver arbeiten. Ich bin sicher, dass es dann solche Probleme nicht gegeben hätte», sagt Putin. Er hatte unlängst vorgeschlagen, entlang der Nord-Stream-Leitung weitere  Stränge verlegen zu lassen. Im Dezember soll drei Monate früher als geplant die South-Stream-Leitung in den Bau gehen.

Russland will bei Bedarf seinen Gasexport in die EU von derzeit etwa 125 Milliarden Kubikmeter bis 2020 auf 200 Milliarden Kubikmeter erhöhen können. Doch vorerst muss der größte  Gasförderer und -Exporteur der Welt passen. Es gebe technische Grenzen, teilt die Gazprom-Spitze beim Treffen mit Putin mit. Allein die Gasförderung von Gazprom sei auf ein Maximum von 1,6 Milliarden Kubikmeter am Tag gestiegen. Zudem würden noch die Speicher angezapft.

Der Grund ist der seit Tagen herrschende Extremfrost mit bisweilen um die minus 50 Grad in Sibirien und im äußersten Osten. Deshalb ist der Gasverbrauch im größten Land der Erde erstmals überhaupt auf mehr als zwei Milliarden Kubikmeter am Tag gestiegen. Das seien 300 bis 400 Millionen Kubikmeter mehr als normal, heißt es.

Wegen des Megafrosts sei die Gasförderung gestiegen, hatte Konzernvize Alexander Medwedew mehrfach erklärt, als der Westen Kürzungen beklagte. Einmal mehr lenkte er den Blick auf die Ukraine, das wichtigste Transitland in die EU. Die Ex-Sowjetrepublik sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, illegal russisches Gas abzuzapfen. Auch die Ukraine, die stets zu hohe Preise für russisches Gas kritisiert, hat angesichts von Temperaturen von gebietsweise um die minus 30 Grad Celsius einen Rekordverbrauch.

Doch auch am Wochenende weisen der ukrainischen Energieversorger Naftogas sowie die Regierung in Kiew Vorwürfe zurück, sie würden mehr entnehmen als vereinbart. Die Ukraine sei sogar bereit, aus eigenen Speichern die russischen Lieferzusagen an den Westen abzusichern. Das sind ungewohnt freundliche Worte, nachdem Kiew und Moskau zuletzt 2009 einen «Gas-Krieg» ausgefochten hatten. Damals blieben auch in der EU viele Wohnungen kalt, als Russland den Gashahn im Streit um den Preis ganz abgedreht hatte.

Und am Rande der Sicherheitskonferenz in München spricht sich Kiews Präsident Viktor Janukowitsch russischen Agenturen zufolge dafür aus, das nur zu zwei Dritteln genutzte Pipelinenetz der Ukraine für den Transit zu modernisieren. An einem Pipeline-Konsortium, um das marode Transitnetz auf Vordermann zu bringen, hat auch Putin immer wieder Interesse gezeigt.

viaEU-Info.Deutschland – Russland will mit neuen Leitungen mehr Gas in die EU liefern Von Ulf Mauder, dpa.

Arktis-Klima kurz vor Kippe

– Nirgendwo auf dem Planeten tritt die Erderwärmung deutlicher in Erscheinung als in der Arktis. Die Anzeichen dafür häufen sich, dass in dieser Region bereits ein „gefährlicher Klimawandel“ vor sich geht, wenn man die Definition des Weltklimarates IPCC heranzieht. Kritische Punkte seien hier bereits in Reichweite, bei denen kleine Veränderungen das gesamte System verändern können, schreiben spanische Polforscher vom Consejo Superior de Investigaciones Científicas http://csic.es in der Zeitschrift „Nature Climate Change“.

Viele Domino-Effekte möglich

Oft verlieren sich Forscher und Medien in der Frage, ob das schmelzende Meereis der Arktis wieder ein neues Minimum erreicht hat, kritisiert Studienleiter Carlos Duarte im pressetext-Interview. „Die Meereseis-Fläche ist jedoch kein absoluter Indikator für den Zustand der Arktis, da sich die Widerstandskraft der Region höchstens aus der Dicke des Eises ergibt.“ In weniger als 20 Jahren könnte der arktische Ozean im Sommer völlig eisfrei sein, so der Experte. Die absehbaren Folgen: Das freigesetzte Süßwasser verändert die Ozeanzirkulation, von der wiederum vielerorts das Regionalklima und die Fähigkeit des Ozeans zur CO2-Speicherung abhängt.

Dabei gibt es in der Arktis jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Kippelemente. „Das Auftauen der Permafrost-Böden gehört etwa dazu, da es große Vorkommen des Klimagases Methan in die Atmosphäre freisetzen könnte, oder die Rückgänge der Taiga-Nadelwälder, einem wichtigen CO2-Speicher. Das Schwinden des Grönlandgletschers lässt die Meere steigen, das Trocknen der Torfböden erleichtert unkontrollierte Flächenbrände wie in Russland 2010 und die steigende Meerestemperatur lässt Methanhydrate freikommen“, zählt Duarte auf.

Klima schneller als Anpassung

Grundsätzlich rechnet die Forschung damit, dass Kippelemente ab einer Erwärmung von zwei Grad über dem Temperaturniveau von 1990 in Bewegung kommen. In der Arktis dürfte dies wesentlich früher der Fall sein, erhitzt sie sich doch schneller – um ein Grad pro Jahrzehnt. Die natürliche Anpassung der Ökosysteme der Region ist deutlich langsamer als die Klimaerwärmung.

„Wichtig ist es deshalb, jene Alarmsignale zu identifizieren, die Anhaltspunkte über die genaue Situation dieser Kippelemente geben. Dadurch erst kann auch die Politik bessere Präventiv- und Anpassungsmaßnahmen einleiten“, so Duarte. Denn die Reaktion des Menschen auf den arktischen Klimawandel ist bisher kontraproduktiv: Man beschränkt sich weitgehend darauf, Vorteile der Eisschmelze für Transport, Schiffverkehr und Erdöl- sowie Gasgewinnung auszubeuten, weshalb Fachleute die Region bereits als neuen „Wilden Westen“ bezeichnen

viaArktis-Klima kurz vor Kippe – Arktis-Klima kurz vor Kippe.

„Fracking“: EU will keine neuen Gesetze für umstrittene Gasförderung

Die Bohrungen nach Gas im Gestein können weitergehen: EU-Energiekommissar Günther Oettinger hält schärfere Gesetze für die Förderung von Schiefergas derzeit für unnötig. Die EU-Kommission stellte am Freitag in Brüssel eine externe Studie zum Thema vor.

 

Schiefergas, mit dem die EU bei der Energieversorgung unabhängiger werden will etwa von russischem Gas, lagert tief im Gestein. Die zur Förderung nötige „Fracking“-Technik ist in Deutschland heftig umstritten: Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in das Gestein gepresst, in dem das Gas gebunden ist.

Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es wegen Umweltbedenken starken Widerstand gegen das Verfahren. Bund und Länder prüfen derzeit härtere Umweltauflagen. Kritiker befürchten, dass die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verseuchen könnten.

Eine Beraterfirma hat nun im Auftrag der EU-Kommission untersucht, ob die EU-Umweltgesetzgebung den möglichen Risiken der Schiefergas-Förderung gerecht wird. „Die rechtliche Untersuchung bestätigt, dass es keine unmittelbare Notwendigkeit gibt, unsere EU-Gesetzgebung zu ändern“, teilte Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) mit. Dies gelte aber nur für die Erkundung der Vorkommen. Deutschland kann aber selbst festlegen, ob es seine Gesetze beim „Fracking“ verschärfen will.

In Europa gibt es nach Angaben der EU-Kommission derzeit 20 bis 30 Probebohrungen, die Hälfte davon in Polen. In Schweden, Frankreich und Großbritannien wurden Felder erkundet. In Deutschland gab es laut Umweltbundesamt fünf Probebohrungen in Niedersachsen, Unternehmen haben weitere Genehmigungen für Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für den Abbau hätten die Behörden bisher keine Genehmigungen erteilt.

Die Öffentlichkeit muss besser informiert werden

Für die Studie hat die Beraterfirma die Situation in Deutschland, Frankreich, Schweden und Polen untersucht. Eine der Schlussfolgerungen: Wenn die Bevölkerung rechtzeitig informiert und nach ihrer Meinung gefragt werde, würden Bohrungen eher akzeptiert. Doch das geschehe nicht flächendeckend: „Die Teilnahme der Öffentlichkeit ist ziemlich begrenzt“, heißt es dazu in dem Papier.

Dabei sieht die EU-Umweltgesetzgebung vor, dass die Bevölkerung ein Wörtchen mitredet. Größere Bauvorhaben müssen auf ihre Umweltverträglichkeit abgeklopft werden, dabei soll auch die Meinung der Öffentlichkeit eingeholt werden. Wie und wann das geschehen soll, bleibt aber den Gesetzgebern in den EU-Staaten überlassen. In Deutschland beispielsweise ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung laut Studie erst ab einer Fördermenge von 500.000 Kubikmetern pro Tag vorgeschrieben.

via„Fracking“: EU will keine neuen Gesetze für umstrittene Gasförderung – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft.

Militärputsch in Papua-Neuguinea

Ein pensionierter Oberst wollte in Papua-Neuguinea die alten Verhältnisse wieder herstellen, angezettelt vom ehemaligen Premier. Der Oberst stellte den Militär-Chef unter Hausarrest. Aber die ist Rebellion gescheitert.
Etwa die Hälfte der 30 an der Meuterei beteiligten Soldaten sei unter Arrest, teilte der stellvertretende Premierminister Belden Namah am Donnerstag mit. Namah forderte den früheren Militär-Oberst Yaura Sasa auf, sich zu ergeben. Er hatte die Rebellion angeführt und Militärchef General Francis Agwi unter Hausarrest gestellt.
Der Stellvertreter des amtierenden Regierungschefs O´Neill, Belden Namah, forderte Sasa zur Aufgabe auf. 15 der 30 beteiligten Offiziere seien bereits festgenommen worden. Sasa drohe die Todesstrafe wegen Verrats. Das australische Außenministerium bestätigte „Probleme“ in den Kasernen in Port Moresby und forderte eine schnellstmögliche Klärung der Situation. Eine Sprecherin der ehemaligen Kolonialmacht sagte, bei der Armee liefen Verhandlungen über eine Lösung des Problems.
Die jüngere Geschichte Papua-Neuguineas ist von Instabilität, Korruption und Gewalt geprägt. In dem an natürlichen Ressourcen reichen Land leben sechs Millionen Menschen, die 800 verschiedene Sprachen sprechen.

In Papua-Neuguinea hat es offenbar einen Militärputsch gegeben. Der australische Sender „ABC“ berichtet, mindestens zwölf Soldaten hätten das Hauptquartier der Streitkräfte in der Hauptstadt Port Moresby gestürmt. Danach stellten sie den Angaben zufolge Militärchef Francis Agwi unter Hausarrest. Der Anführer der Putschisten, Sasa, bestimmte sich zum Nachfolger Agwis. Sasa forderte das Parlament auf, den ehemaligen Ministerpräsidenten Somare innerhalb einer Woche wieder ins Amt zu heben. Dies hatte auch das Oberste Gericht Papua-Neuguineas verlangt.

viaMilitärputsch in Papua-Neuguinea – dradio.de.

Die meisten Menschen wurden im Schlaf von dem Erdrutsch überrascht, der sich am Dienstag nahe der Stadt Tari im südlichen Hochland Papua-Neuguineas ereignete. Tonnen aus Schlamm und Geröll hinterliessen eine Spur der Verwüstung, wie der US-Entwicklungshelfer Nanduka Yandi telefonisch berichtete.

Der Erdrutsch habe 42 Häuser unter sich begraben. Lediglich „drei oder vier Menschen“ hätten sich retten können. Alle anderen seien gestorben, sagte Yandi.

Laut Medienberichten wurden bis Mittwoch 40 Leichen geborgen und noch 20 weitere Menschen vermisst. Die Katastrophenschutzbehörde konnte zunächst keine genauen Angaben zur Zahl der Toten machen.

ExxonMobil beschuldigt

Während meist starke Regenfälle für Erdrutsche verantwortlich sind, gaben Einheimische einer Sprengung in einem nahegelegenen Abbaugebiet für Flüssig-Erdgas des US-Konzerns ExxonMobil die Schuld an dem Unglück.

Eine Sprecherin von ExxonMobil sagte, das Unternehmen arbeite eng mit der Behörde für Katastrophenschutz zusammen. Die Arbeiten in den umliegenden Gebieten seien ausgesetzt worden. ExxonMobil will ab 2014 Flüssig-Erdgas in Papua-Neuguinea fördern.

Es seien mehrere kleine Ortschaften von dem Erdrutsch getroffen worden, sagte Behördenchef Martin Mosi. Er schickte mehrere Mitarbeiter in die Region, damit sich diese ein Bild von der Lage machen können. Auch Regierungschef Peter O’Neill machte sich auf den Weg zum Unglücksort.

Die Region sei „extrem abgelegen“, sagte Entwicklungshelfer Yandi. Am Dienstag habe deshalb niemand nach den Verschütteten suchen oder den Menschen helfen können. Die Einheimischen stünden „unter Schock“, sagte er. Seinen Angaben zufolge hatte es zum Zeitpunkt des Unglücks in der Region geregnet.

viaErdrutsch reisst in Papua-Neuguinea wohl 60 Menschen in den Tod – International – Aargauer Zeitung.

Keine Insel der Seligen

Megakonzerne investieren Milliarden in Papua-Neuguinea. Vom gigantischen Erdgasprojekt profitieren voraussichtlich nur wenige

Von Raoul Rigault *

Knapp elf Milliarden Euro wollen der US-Konzern Exxon-Mobil und die australische Firma Oil Search in Papua-Neuguinea investieren. Es geht um ein Erdgasprojekt, das zu den größten der Welt zählt. Ab 2014 sollen im Hochland der Insel nördlich von Australien dreißig Jahre lang 6,6 Millionen Tonnen Gas pro Jahr gefördert werden. Über eine 300 Kilometer lange Pipeline gelangt es dann an die Küste und wird von dort weitere 415 Kilometer unter Wasser in eine Raffinerie nahe der Hauptstadt Port Moresby gepumpt, so die Planungen. Verflüssigt soll es dann in alle Welt transportiert werden. 22,4 Mil­liarden Euro Gewinn erwarten sich die Betreiber von dem Projekt. Im Land bleiben wird davon wenig, denn die Regierung ist nur über eine knapp 17prozentige Minderheitsbeteiligung an Oil Search mit von der Partie.

Dabei hätte der drittgrößte Inselstaat der Welt Einnahmen bitter nötig, um den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben und die Entwicklung voranzutreiben. Nur an wenigen Orten der Erde stehen potentieller Reichtum und massenhafte Armut in derart scharfem Gegensatz wie in der erst 1975 unabhängig gewordenen, ehemaligen deutschen, später britischen und australischen Kolonie. Auf dem Human Development Index der UNO rangiert Papua knapp vor Sudan und Haiti auf Platz 148 von 182 Staaten. 37,5 Prozent der 6,7 Millionen Einwohner leben in extremer Armut. Zwar verkündet Premierminister Michael Somare (73) von der National Alliance Party gern, daß »in den Dörfern jeder etwas zu essen hat«, doch stimmt das nur, weil 85 Prozent seiner Untertanen von der Subsistenzwirtschaft leben. Ohne die Süßkartoffeln, Bananen, Taro und Yams aus eigenem Anbau sowie ein wenig Viehzucht sähe die Lage laut den vor Ort tätigen Entwicklungsorganisationen dramatisch aus.

In katastrophalem Zustand befinden sich auch die medizinische Versorgung und das Bildungswesen. Auf 11000 Einwohner kommt gerade mal ein Arzt, obwohl der Anteil der HIV-Infizierten zu den höchsten der Welt zählt. Da überrascht es nicht, daß die Lebenserwartung der Männer laut Weltbank 2007 nur bei 54,6 und die der Frauen bei 60,4 Jahren lag – im Schnitt 24 Jahre weniger als in Australien. Ein Drittel der Bewohner kann weder lesen noch schreiben. Es ist eine hausgemachte Misere. Das Land verfügt nicht nur über riesigen Erdgasreserven, es gibt auch erhebliche Öl-, Gold- und Kupfervorkommen. Geld bringen ebenfalls Tropenhölzer und die Ernten der großen Kaffee-, Kopra-, Kakao- und Palmölplantagen. Die entsprechenden Gesellschaften befinden sich allerdings ganz überwiegend in ausländischem Besitz.

Auch beim Außenhandel hat sich am halbkolonialen Status des »Unabhängigen Staates Papua-Neuguinea«, wie er offiziell heißt, wenig geändert. 50,9 Prozent der Importe kamen 2007 aus Australien. China und Japan folgten mit 7,7 bzw. 5,5 Prozent weit abgeschlagen noch nach Singapur (11,3 Prozent). Mit gut einem Viertel war die letzte Kolonialmacht vor Japan (9,5) und China (5,8 Prozent) auch größter Exportpartner.

So ist der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes, John Paska, schon hochzufrieden, daß es Ende Januar nach einem harten, 16 Jahre währenden Kampf endlich gelang, den gesetzlichen Mindestwochenlohn von 22 auf 100,76 Kina, umgerechnet von sechs auf 27,60 Euro zu erhöhen. Ergebnis ist ein Stundenlohn von 61 Euro-Cent. Umgerechnet 270 Millionen Euro werden seiner Schätzung zufolge auf diese Weise im Land bleiben. Doch auch in der Südsee gilt: Kein Gewerkschaftsabkommen ohne Öffnungsklauseln, denn erstmals sind weitreichende Ausnahmen für die Landwirtschaft sowie für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen vorgesehen, die rote Zahlen schreiben. Fraglich bleibt auch die Umsetzung, denn im privaten Sicherheitsgewerbe erhielten schon bislang 90 Prozent der Wachleute weniger als den kargen Mindestsatz.

Gleichzeitig zeugen in Port Moresby luxuriöse Villenviertel vom Wohlstand einer kleinen, einheimischen Oberschicht. Der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Regierungsbeamte Laurence Chandy vergleicht den Kapitalfluß in Neuguinea mit der »schlechten Durchblutung eines Körpers«. Die weitverbreitete Subsistenzwirtschaft führe in Verbindung mit dem nach wie vor dominanten Stammessystem, fehlenden staatlichen Strukturen, kaum vorhandenen Verkehrswegen und einem unzureichenden Banken- und Finanzsystem zur Zersplitterung der Gesellschaft und lokaler Beschränktheit. Angesichts von über 800 Sprachen und fast eben so vielen Volksgruppen seien Korruption und Clanherrschaft an der Tagesordnung. Die ohnehin geringen Einnahmen der Regierung aus Steuern und Bergbaulizenzen werden vom Kabinett zum Großteil an die Stammesfürsten weitergeleitet, um sich deren Loyalität zu sichern.

Jenny Hayward-Jones von der australischen Denkfabrik »Lowy Institute for International Policy« in Sydney sieht daher im Augenblick »nur geringe Chancen«, daß die Erträge aus dem Erdgasmegaprojekt in nennenswertem Umfang den Armen zugute kommen könnten. Dagegen spricht auch die geplante Unterbringung der mehreren tausend Arbeiter in den Minencamps. Deren Quartiere werden Internierungslagern ähneln. Um eine HIV-Infizierung durch Prostituierte zu verhindern, sollen sie von der Außenwelt hermetisch abgeriegelt werden.

* Aus: junge Welt, 24. März 2010

viaPapua-Neuguinea: Keine Insel der Seligen, 26.03.2010 (Friedensratschlag).