Erdgas-Pipeline: Russland legt South-Stream-Projekt auf Eis

Russland sucht nach Wegen, seine Gasexporte nach Westeuropa an der Ukraine vorbei zu führen. Die South-Stream-Pipeline durch das Schwarze Meer war einer davon. Aber jetzt kommt es offenbar anders.

Russland hat seine milliardenschweren Pläne für den Bau der Erdgasleitung South Stream zur Versorgung Südeuropas überraschend aufgegeben. Das Projekt sei durch die „Blockadehaltung“ der EU sinnlos geworden, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Montag in Ankara.

„Die russischen Energieressourcen gehen dann auf andere Märkte – Europa wird solche Umfänge jedenfalls nicht bekommen. Russland kann nicht Hunderte Millionen Dollar investieren und dann an der bulgarischen Grenze steckenbleiben“, fügte Putin hinzu.
„Das war’s. Das Projekt ist geschlossen“, betonte auch Gazprom-Chef Alexej Miller. „Es gibt kein Zurück mehr.“ Als Alternative hätten Russland und die Türkei den Bau einer Offshore-Pipeline vereinbart, sagte Miller.

Die EU-Kommission hatte die geplante Leitung South Stream auch kritisiert, weil das Projekt aus Sicht Brüssels gegen das Dritte EU-Energiepaket verstößt. Putin kritisierte scharf, dass sich vor allem Bulgarien auf Geheiß der EU querstelle. „Die Position der EU-Kommission ist nicht konstruktiv und entspricht nicht den Wirtschaftsinteressen Europas“, sagte er.

„Der Präsident persönlich hat entschieden, das Projekt anzuhalten“, sagte Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass. Formell ist für einen Stopp ein Beschluss des Aufsichtsrats nötig. Allerdings hat dort Russland als Mehrheitseigner das gewichtigste Wort.

Moskauer Medien zufolge hat Russland bisher rund 4,66 Milliarden US-Dollar (etwa 3,74 Mrd. Euro) in das Projekt investiert. Doch die Energiegroßmacht ist derzeit erheblich geschwächt, weil der Ölpreis sehr niedrig ist und die Konjunktur auch wegen der westlichen Sanktionen wegen der Ukrainekrise schwächelt. Beobachter schließen nicht aus, dass dies zur Entscheidung beigetragen haben könnte.

Erhöhung der russischen Gaslieferungen an die Türkei

„Wenn Bulgarien außerstande ist, sich wie ein souveräner Staat zu benehmen, so soll es von der EU-Kommission das Geld für den nicht erhaltenen Vorteil einfordern“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Allein aus dem Transit von russischem Gas könnte Sofia „mindestens 400 Millionen Euro im Jahr“ einnehmen.
Stattdessen wolle Russland auf eine Kooperation mit der Türkei setzen, bei der ein großer Gasumschlagplatz nahe der griechischen Grenze gebaut werden könnte, sagte Putin nach einem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan.

Putin kündigte eine Erhöhung der russischen Gaslieferungen an die Türkei an. Der Ausbau des bilateralen Handels ist eines der erklärten Ziele seines Türkei-Besuchs, zu dem er mit einer großen Wirtschaftsdelegation eingetroffen war. Beide Seiten hatten vorab zu verstehen gegeben, dass sie den Wirtschaftsthemen Priorität vor den Differenzen zum Bürgerkrieg in Syrien geben wollen.

Die South-Stream-Pipeline sollte russisches Gas durch das Schwarze Meer nach Bulgarien und von dort über Serbien bis nach Westeuropa leiten. Putins Absage kam, nachdem die Europäische Investitionsbank der Ukraine einen Kredit über 150 Millionen Euro für die Modernisierung ihrer Gaspipelines zugesagt hatte. Mit dem Geld sollen die Kosten für den Transport um 20 Prozent sinken, sagte der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk am Montag. Über die Pipelines wird Gas aus Russland nach Europa transportiert.

Jazenjuk sagte, dass sich mit den Erfolgen der proeuropäischen Kräfte in der Ukraine und am Vortag bei der Wahl in Moldau auch ein Einlenken bei South Stream abzeichnen könnte. „Ich hoffe, South Stream wird nicht an der Ukraine vorbeiführen. South Stream ist ein russisches politisches Projekt.“

Russland ist für Türkei Hauptlieferant von Erdgas

Putin kam in Begleitung von zehn Ministern nach Ankara, die mit ihren türkischen Gesprächspartnern nach offiziellen Angaben vor allem handelspolitische Fragen diskutieren sollten. Beide Regierungen haben das Ziel ausgegeben, den bilateralen Handel von umgerechnet 26 Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro zu erhöhen.

Russland ist für die Türkei Hauptlieferant von Erdgas und baut zudem das erste türkische Atomkraftwerk. In Russland sind viele türkische Baufirmen tätig und Millionen russischer Touristen besuchen jährlich die Türkei.

Allerdings gibt es politische Differenzen: Russland ist weiterhin der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, während die Türkei die syrische Opposition unterstützt. Erdogan hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er Assad von der Macht entfernt sehen möchte. Zudem ist Ankara wegen der Annexion der Krim und dem Schicksals der Krimtataren besorgt, die eine turksprachige Ethnie sind.

Vor dem Parlament in Ankara demonstrierte am Montag eine kleine Solidaritätsgruppe für die Krimtataren. In Istanbul demonstrierten laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu 50 Kinder aus dem Kaukasus, darunter aus Tschetschenien, gegen Putins Besuch.

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Russland: Putin kritisiert USA wegen Kritik an South-Stream-Pipeline

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die USA beschuldigt, den Bau der in Europa umstrittenen South-Stream-Pipeline zu behindern. Die Vereinigten Staaten wollten demnach Europa mit ihrem eigenen Gas vielmehr selbst versorgen, sagte er bei einem Besuch in Wien. „Daran ist nichts ungewöhnlich. Das ist Wettbewerb und politische Mittel werden dabei eingesetzt.“ Die USA hatten zuvor die um die Ukraine herum geführte Pipeline kritisiert.

Putin verteidigte die geplante Gasleitung mit dem Verweis auf Europas Energieinteressen. „Dieses Projekt ist gegen niemanden gerichtet“, sagte Putin, vielmehr diene sie der „Energiestabilität in ganz Europa.“ Der Gaskrieg zwischen Russland und der Ukraine dauert seit rund acht Jahren an.

South-Stream ist ein vom russischen Gas-Monopolisten Gazprom vorangetriebenes Projekt. Auf fast 2400 Kilometern Länge soll eine Erdgasleitung die russische Stadt Anapa am Schwarzen Meer mit dem italienischen Grenzort Tarvisio verbinden. Geplant ist, dass Pipelines südlich der Ukraine durch das Schwarze Meer verlaufen sollen.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise ist die Pipeline zwischen Moskau und der EU zunehmend umstritten. Die serbische Regierung hatte vor gut einer Woche erklärt, der Bau der Pipeline liege im nationalen Interesse – und Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte den Start der Bauarbeiten im serbischen Abschnitt für Juli an. Das Transitland Bulgarien dagegen musste unlängst auf Druck aus Brüsselseine Vorarbeiten an dem Projekt auf Eis legen. Die EU-Kommission hatte beklagt, dass die Bauaufträge nicht in Einklang mit EU-Recht stünden.

Am Rande von Putins Besuch in Wien erklärten jetzt Vertreter des österreichischen Gaskonzern OMV ihre Beteiligung an dem Pipeline-Projekt. Sie unterzeichneten mit Gazprom einen entsprechenden Vertrag über den Bau des österreichischen Abschnitts. Neben Österreich hatte auch Slowenien zuletzt seine Unterstützung an dem Projekt zugesichert.

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Medien: Bulgarien stoppt Bauarbeiten für South-Stream-Pipeline auf Drängen der EU

Der bulgarische Regierungschef Plamen Orescharski hat Medienberichten zufolge die Arbeiten am Bau der Erdgaspipeline South Stream von Russland nach Südeuropa auf Forderung der EU-Kommission aussetzen lassen.

„Im Zusammenhang mit einer Anfrage von der EU-Kommission stellen wir die Arbeiten am Projekt ein“, sagte Orescharski am Sonntag nach Angaben des Nachrichtenportals novinite.bg. Weitere Entscheidungen würden nach Beratungen mit Brüssel getroffen werden. Dieses Statement gab Orescharski nach einem Treffen mit John McCain und anderen US-Senatoren ab, die am Wochenende Bulgarien besucht hatten. Die EU-Kommission hatte Bulgarien zum Stopp der Arbeiten an der South-Stream-Pipeline aufgefordert, um zu prüfen, ob das Projekt mit EU-Recht vereinbar ist.

Das Energieministerium in Moskau hat von Bulgarien keine offizielle Benachrichtigung über einen Baustopp bekommen. „Wir wollen am Montag bei Gesprächen mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger diese Frage erörtern“, teilte eine Sprecherin RIA Novosti mit.

Das Gros der russischen Gasexporte wird durch die Ukraine nach Europa geliefert. Um die Abhängigkeit von dem instabilen Transitland zu verringern, hat Gazprom gemeinsam mit westeuropäischen Partnern die Ostsee-Pipeline Nord Stream direkt nach Deutschland gebaut und plant mit South Stream eine Direktleitung nach Südeuropa. Die ersten Lieferungen via South Stream sind für 2016 geplant. Zwei Jahre später soll die Pipeline die Vollleistung von 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr erreichen. Das sind etwa 35 Prozent des europäischen Gesamtbedarfs an Erdgas.

viaMedien: Bulgarien stoppt Bauarbeiten für South-Stream-Pipeline auf Drängen der EU | Politik | RIA Novosti.

EU-Energiekommissar: Bau von South Stream hängt von Haltung Russlands zur Ukraine ab

Eine politische Lösung für den Bau der Gaspipeline South Stream ist laut dem EU-Energiekommissar Günther Oettinger unmöglich, solange Russland die Regierung in Kiew nicht anerkannt hat.

Wie Oettinger in einem Interview für die Sonntagsausgabe der deutschen Zeitung Frankfurter Allgemeine sagte, wird die EU die Verhandlungen fortsetzen, wenn die russischen Partner an den völkerrechtlichen Gepflogenheiten festhalten und bereit sein werden, auf der Grundlage der Energiegesetze der EU zusammenzuarbeiten.

Die Pipeline South Stream soll Gas durch das Schwarze Meer hindurch nach Süd- und Mitteleuropa bringen. Damit sollen die Exportrouten für russisches Gas diversifiziert werden. Die Bauarbeiten hatten am 7. Dezember 2012 im Raum von Anapa begonnen. Der erste Strang der Gasleitung soll Ende 2015 in Betrieb genommen werden. South Stream Pipeline wird aus vier jeweils mehr als 930 Kilometer langen Strängen bestehen.

Der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexej Miller, hatte zuvor geäußert, dass die Europäische Kommission die Umsetzung des Projektes nicht stoppen kann und das erste Gas im Dezember 2015 durch den See-Abschnitt nach Bulgarien strömen wird.

viaEU-Energiekommissar: Bau von South Stream hängt von Haltung Russlands zur Ukraine ab | Wirtschaft | RIA Novosti.

Krim-Krise : Bundesregierung überlässt RWE-Gas den Russen

Die Bundesregierung hat sich zurückhaltend zum geplanten Verkauf des deutschen Öl- und Gasförderers Dea an den russischen Investor Michail Fridman geäußert. RWE hatte mitgeteilt, ihre Tochter Dea für 5,1 Milliarden Euro an dessen Investmentgesellschaft LetterOne verkaufen zu wollen.

Die Bundesregierung erklärte lediglich, sie behalte sich eine Prüfung des geplanten Geschäfts grundsätzlich vor, wie eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin sagte. Noch sei das Geschäft den Kartellbehörden nicht gemeldet worden, betonte die Sprecherin: Sobald dies passiert sei, wäre eine Prüfung jederzeit möglich.

Weniger alternative Bezugsquellen für Energie

Die Regierung kann nach dem Außenwirtschaftsgesetz bei ausländischen Übernahmen deutscher Firmen unter bestimmten Voraussetzungen ihr Veto einlegen, etwa wenn ein Investor mehr als 25 Prozent der Anteile erwirbt. Dies gilt aber nur, wenn die „strategische Infrastruktur“ oder die „öffentliche Sicherheit“ gefährdet sind. Gabriels Sprecherin betonte aber, man befürchte durch einen möglichen Dea-Verkauf keinerlei Einschränkungen der Versorgungssicherheit.

Allerdings besitzt RWE-Dea Explorationslizenzen und Förderaktivitäten in einer Vielzahl von Ländern, darunter Norwegen, Großbritannien, Libyen, Ägypten sowie Trinidad und Tobago, die nun alle an den von Russland kontrollierten Fonds übergehen sollen. Die strategische Option eines deutschen Rückgriffs auf nicht-russische Gas- und Ölvorkommen wird dadurch schwieriger.

„Grundsätzlich spricht nichts gegen den bereits 2013 in die Wege geleiteten Verkauf des deutschen Öl- und Gasförderers Dea an einen russischen Investor“, sagte der Wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer auf Nachfrage: „Allerdings sollte angesichts der aktuellen Lage genau geprüft werden, ob die Verkaufsverhandlungen nicht auf Eis gelegt beziehungsweise ausgesetzt werden sollten.“

Das deutsche Außenwirtschaftsrecht biete „entsprechende Möglichkeiten für die Bundesregierung“, so Pfeiffer weiter. Europa zähle aber seit Jahrzehnten zu Russlands wichtigsten und verlässlichsten Gasabnehmern, der aufgrund der Pipeline-Gebundenheit der Gaslieferungen auch nicht ohne Weiteres ersetzbar wäre, betonte der Bundestagsabgeordnete: „Ich denke, es ist im beidseitigen Interesse, die Energielieferbeziehungen stabil zu halten.“

Keine Gefährdung der Versorgung

Schon der Verkauf großer deutscher Erdgasspeicher und Handelsaktivitäten der BASF-Tochter Wintershall an die russische Gazprom war in der vergangenen Woche für die Bundesregierung kein Thema.

„Gazprom ist bereits seit langem über die mit Wintershall betriebenen Gemeinschaftsunternehmen auf dem Handels- und Speichermarkt in Deutschland vertreten“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium auf Nachfrage der „Welt“: „Das in den Medien angesprochene Tauschgeschäft ist eine unternehmerische Entscheidung, die das BMWI grundsätzlich nicht bewertet.“

Beim Wintershall-Gazprom-Geschäft bestehe nach Auffassung des Ministeriums ebenfalls keine Gefährdung der Gasversorgung: „Deutschland ist und bleibt auch künftig offen für ausländische Investitionen“, so der Gabriel-Sprecher.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte vor den heutigen Verhandlungen der EU-Außenminister über Sanktionen gegen Russland für Vorsicht plädiert: Nötig sei „eine Reaktion, die so bemessen sein wird, dass sie einerseits in Russland klar verstanden wird, andererseits die Wege und Möglichkeiten offen hält, eine weitere Eskalation, die zur Spaltung Europas führen könnte, verhindert.“

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Krim-Krise : Finanzmärkte erteilen Russland schmerzhafte Lektion

Während die Politik noch ratlos ist, wie sie mit der Krim-Krise umgehen soll, zeigen die Kapitalmärkte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bereits den Preis auf, den er für die Eskalation auf der Krim zu zahlen hat.

Als Reaktion auf die steigende Kriegsgefahr in der Ukraine zogen Investoren am Montag im großen Stil Geld von den russischen Kapitalmärkten ab. Damit könnten sie die Volkswirtschaft des Riesenreiches weiter schwächen, die zuletzt bereits unter den Folgen der Schwellenländer-Turbulenzen zu leiden hatte.

Infolge der Verkäufe erlebte der russische Aktienmarkt am Montag einen Crash. Der in Dollar ermittelte RTS-Index sackte zeitweise um 13 Prozent ab. Der größte Index-Titel, der Öl- und Gasproduzent Gazprom, verlor auf einen Schlag 19 Prozent an Börsenwert.

Etwa die Hälfte der Gaslieferungen des halbstaatlichen Energie-Giganten laufen durch die Ukraine, wovon sich Experten zufolge nur zwei Drittel umleiten lassen.

Moskaus Milliarden lösen sich in Luft auf

Insgesamt büßte die Moskauer Börse am Montag rund 43 Milliarden Euro an Marktwert ein. Rund drei Viertel der frei gehandelten russischen Aktien befinden sich in ausländischem Besitz, insofern können die Verluste als Misstrauensvotum der Märkte gewertet werden. Für die Moskauer Börse war es der größte Einbruch seit dem Kollaps der Investmentbank Lehman im Jahr 2008.

Auch russische Staatsanleihen wurden abgestoßen. Die Rendite schoss vorübergehend auf neun Prozent nach oben. Das war der höchsten Stand seit zwei Jahren. Investoren veranschlagen die Pleitewahrscheinlichkeit der Russischen Föderation nunmehr auf 29 Prozent binnen zehn Jahren.

Die russische Währung erlebte ebenfalls einen schwarzen Tag: Der Russische Rubel fiel gegenüber der Leitwährung Dollar und dem Euro auf einen historischen Tiefstand. Das Tagesminus betrug 1,7 Prozent. Seit Herbst vergangenen Jahres hat der Rubel zum Dollar bereits zwölf Prozent an Boden verloren, zum Euro beträgt das Minus sogar rund 14 Prozent.

Um den Rubel zu stützen und die Kapitalflucht zu stoppen, erhöhte die russische Zentralbank den Leitzins von 5,5 auf sieben Prozent. Das ist die stärkste Zinsanhebung seit Ende der Neunzigerjahre, als das Land einen Staatsbankrott erlebte. Die Aktion der Moskauer Zentralbanker verpuffte, wie die Entwicklung an den Märkten zeigte.

„Die Zuspitzung der Krise in der Ukraine ist ein Schock und lastet erheblich die Stimmung“, sagt Benoit Anne, Ökonom bei der französischen Großbank Société Générale (SG).

Die Börsenturbulenzen blieben jedoch nicht auf Moskau beschränkt. Internationale Investoren stießen auch europäische Aktien und risikobehaftete Anlageformen insgesamt ab, wenngleich nicht so extrem wie in Russland selbst.

Turbulenzen auch an der Deutschen Börse

Der Deutsche Aktienindex Dax brach über drei Prozent ein. Noch härter erwischte es die Anrainer-Staaten der Ukraine: An der Börse Warschau ging es in der Spitze um rund vier Prozent nach unten. Für Polen steht einiges auf dem Spiel. Fast neun Prozent aller Exporte geht in die Ukraine und nach Russland.

Im Gegenzug waren „sichere Häfen“ gefragt: Gold verteuerte sich auf knapp zwei Prozent auf 1350 Dollar. Das war der höchste Stand seit vier Monaten. Auch deutsche Staatsanleihen legten zu. Das Angstbarometer VDax klettert um mehr als ein Fünftel auf 20 Punkte. Das ist zwar ein erhöhtes Niveau, von Panik wollte jedoch niemand sprechen.

„Die Krim-Krise kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Weltwirtschaft“, hieß es auf dem Parkett. In Amerika waren die letzten Wirtschaftsdaten schwach, und noch ist unsicher, ob es wirklich nur am klirrend kalten Winter lag. Auch aus China kamen zuletzt enttäuschende Zahlen, und Europa hat noch nicht bewiesen, dass der Aufschwung sich selbst trägt.

Hohe Pleite-Wahrscheinlichkeit

Experten sehen mehrere Unsicherheitsfaktoren für die Geldanlage daraus erwachsen: „Frage Nummer eins ist, ob die Krise, ähnlich wie der 11. September, das gesamte Weltfinanzsystem zum Wanken bringen kann“, sagt Lena Komileva, Ökonomin bei G+ Economics.

Die zweite Frage sei, ob die Ukraine in den Staatsbankrott rutsche, und die Wahrscheinlichkeit dafür ist deutlich gestiegen. Gemessen an Kreditausfallversicherungen liegt das Risiko dafür bereits bei deutlich über 50 Prozent.

Frage Nummer drei ist, wer am Ende für die Kosten des Konflikts aufkommt. „Für Investoren hat sich gerade eine neue Flanke aufgetan“, befürchtet Komileva.

„Die unsichere Lage in der Ukraine und das schwelende Risiko einer Eskalation erfordern bis auf weiteres eine vorsichtigere Ausrichtung für Anleger“, rät Daniel Lenz, Stratege bei der DZ Bank.

Österreichs Banken in Gefahr

Zum Problem werden könnte ein längerer Konflikt vor allem für Europas Banken, und da richtet sich der Blick nicht zuletzt auf Österreich.

Rund 230 Milliarden Dollar haben die Kreditinstitute des Landes in Osteuropa verliehen, das entspricht 56 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung. Die Börse Wien stand am Abend 3,6 Prozent im Minus. Einige Bankaktien verloren fast zweistellig.

Zu den Verlierern gehörte die Raiffeisenbank. Rund 16 Prozent des gesamten Kreditvolumens entfallen auf Russland und die Ukraine. Sollte sich die Krise ausweiten, stünde noch mehr Geld im Feuer. Nach Berechnungen der RBS hat die Raiffeisenbank rund 70 Prozent ihrer Kredite in Osteuropa vergeben.

Nicht alle Marktbeobachter wollten sich jedoch dem Schwanengesang anschließen: „Die aktuelle Unsicherheit bedeutet zunächst einmal Druck auf die Kurse“, sagt Wolfgang Engelmayer von der KapitalForum Schwaben/Allgäu e. V. Doch sei Angst allein ein schlechter Ratgeber für die Geldanlage. Sogar am russischen Aktienmarkt sieht Engelmayer Chancen.

„Die ohnehin schon niedrigen Bewertungen werden durch die Krise weiter gedrückt und bieten für den antizyklisch denkenden Investor hervorragende Kaufgelegenheiten.“

Einstiegskurse in Moskau?

Aus Sicht des Strategen sollten mutige Investoren Osteuropa-Fonds mit Schwerpunkt Russland ins Auge fassen: „Russland hat kaum Staatsschulden und besitzt ein Investment-Grade-Rating.“ Damit stehe es besser da als viele westeuropäische Staaten. Auch Euro-Anleihen russischer Emittenten seien für längerfristig denkende Investoren einen Blick wert.

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Erdgas in der Ukraine

Exxon soll mit Petrom ukrainisches Gas erschließen

Artikel vom 16.08.2012

Die ukrainische Regierung hat das vom US-Konzern ExxonMobil angeführte Konsortium, dem unter anderem die OMV-Tochter Petrom angehört, zur Entwicklung des Schwarzmeer-Gasfeldes Skifska auserkoren. Ein entsprechender Vertrag soll nun unterzeichnet werden, erklärte der ukrainische Minister für Naturressourcen und Umwelt, Eduard Stavitsky, laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Das Gasvorkommen in dem 16.700 Quadratkilometer großen Feld wird auf 200 bis 250 Mrd. Kubikmeter geschätzt, jährlich sollen 3 bis 4 Mrd. Kubikmeter Gas gefördert werden. Die Investitionskosten werden auf 10 bis 12 Mrd. Dollar (8,15 bis 9,78 Mrd. Euro) geschätzt.

Petrom mit 15 Prozent beteiligt

Am Konsortium hält ExxonMobil 40 Prozent, Shell 35 Prozent, die OMV Petrom 15 Prozent und die staatliche ukrainische Gesellschaft Nadra Ukrayny 10 Prozent. Die OMV begrüßte die Aussage der ukrainischen Politik, wollte sich aber dazu nicht weiter äußern. Der Exxon-Konsortium setzte sich im Rennen um das Skifska-Feld gegen den russischen Konkurrenten Lukoil durch.

Heuer im Februar hatte die OMV Petrom mit ihrem US-Partner ExxonMobil einen riesigen Gasfund im Schwarzen Meer gemeldet. Den Schätzungen zufolge betragen die Vorräte 42 bis 84 Milliarden Kubikmeter Gas.

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Russischer Ölkonzern: Rosneft steigt bei Exxon Mobil Projekten ein

Artikel vom 07.03.2013

Russlands größter Ölförderer Rosneft übernimmt jeweils 30 Prozent an insgesamt 20 Projekten des US-Ölriesen ExxonMobil im Golf von Mexiko. Die Chefs der Unternehmen hätten in den USA ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, teilte Rosneft am Donnerstag in Moskau mit.

Im Gegenzug beteiligt sich ExxonMobil an der Ausbeutung von Feldern auf dem Festlandsockel in der Arktis und im Schwarzen Meer. Rosneft plane zunächst geologische Erkundungen im Golf von Mexiko, der als eine der weltgrößten Öl- und Gaslagerstätten gilt. Im April 2010 hatte eine Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon eine Umweltkatastrophe in der Region ausgelöst.

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Gasproduktion von 45 Mrd. Kubikmetern ist laut ExxonMobil für die Ukraine realistisch

Artikel vom 14.07.2013

Laut ExxonMobil-Schätzungen der ukrainischen Gasvorkommen vor der Küste und auf dem Festland könnte das Land bis 2020 eine jährliche Gasproduktion von 45 Mrd. Kubikmetern erreichen. Dies erklärte Kevin Biddle, Leiter der europäischen Exploration des Unternehmens, im Zuge eines Interviews mit kommersant.ua. Er erklärte, dass ExxonMobil an einem Ausbau seiner Geschäfte mit Erdöl-, Erdgas-, Schiefergas- und Flözgas-Reserven in der Ukraine interessiert sei, und gab positive Prognosen bezüglich des Förderpreises ab.

„Dies ermöglicht es uns, Anleger davon zu überzeugen, dass Investitionen in dieses Land rentabel sein können,“ so Biddle. Sollte ExxonMobil das gemeinsame Produktionsabkommen (Production Sharing Agreement, PSA) mit der ukrainischen Regierung unterzeichnen, würde dies eine Erstinvestition von 325 Millionen USD zur Folge haben. Biddle merkte an, dass sich das Investitionsvolumen auf mehrere Milliarden Dollar belaufen könnte, sollte das Unternehmen auf Erdgas und Erdöl stossen.

ExxonMobil bereitet sich derzeit auf die Exploration des Tiefsee-Gasfeldes Skifske im Schwarzen Meer vor. Bisher liegen dem Unternehmen die Daten der zweidimensionalen Exploration des Feldes vor. Eine Schätzung des Vorkommens wird nach Erhalt der Daten aus der dreidimensionalen Exploration möglich sein. Im August 2012 erhielten Shell, ExxonMobil, die rumänische Gesellschaft OMV Petrom und das ukrainische Staatsunternehmen Nadra eine gemeinsame Konzession zur Erschliessung der Unterwasservorkommen des Standorts.

Das Gasfeld Skifske in der Ukraine liegt neben dem rumänischen Neptun-Block, der von ExxonMobil und der OMV-Tochter Petrom erschlossen wird. Die Vorkommen im Neptun-Feld Domino-1 belaufen sich Schätzungen zufolge auf 42 bis 84 Mrd. Kubikmeter. Biddle schätzt, dass die Ukraine über ein ebenso grosses Potenzial wie Rumänien verfügt.

Die Ukraine bemüht sich um die Erschliessung inländischer Energieressourcen, um die Energiesicherheit des Landes zu erhöhen. Am 11. Juli 2013 gab Naftogaz, das staatliche Erdgasverwaltungsunternehmen der Ukraine, die Entdeckung eines grossen Ölfeldes im östlichen Teil des Landes bekannt. Schätzungen zufolge belaufen sich die Vorkommen auf ein Minimum von 13 Mio. Tonnen.

Im Mai 2012 sicherten sich Royal Dutch Shell und Chevron die Konzession zur Erschliessung der ukrainischen Schiefergasfelder Yuzivske (Ostukraine, Oblast Donezk) und Oleske (Westukraine, Oblast Lemberg). Erwartungen zufolge werden diese Felder der Ukraine die Möglichkeit bieten, im Jahr 2020 bis zu zehn Prozent des gesamten inländischen Naturgasverbrauchs zu decken.

Laut Dragon Capital belief sich der jährliche Gasverbrauch der Ukraine im Jahr 2012 auf 55,6 Mrd. Kubikmeter. Im September 2012 erklärte Ministerpräsident Mykola Asarow, dass der inländische Gasverbrauch der Ukraine bis 2013 halbiert werde.

Originaltext: Worldwide News Ukraine Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100020594 Medienmappe via RSS : http://www.presseportal.ch/de/rss/pm_100020594.rss2

Pressekontakt: Für nähere Informationen wenden Sie sich unter der Rufnummer +380443324784 oder per E-Mail an news@wnu-ukraine.com bitte direkt an Maria Ivanova, Projektmanagerin bei Worldwide News Ukraine.

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US-Ölkonzern – Warren Buffett investiert Milliarden in Exxon-Mobil

Artikel vom 15.11.2013

Ritterschlag von der Wall Street: Warren Buffett, der viertreichste Mensch der Welt, hat für fast vier Milliarden Dollar Aktien des US-Ölkonzerns Exxon-Mobil gekauft. Die Börse reagiert prompt.

US-Großinvestor Warren Buffett setzt auf Öl und Gas. Wie aus seinem neuesten Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat sich seine Investmentholding Berkshire Hathaway mit Aktien des Energiemultis Exxon-Mobil im Wert von aktuell 3,7 Milliarden Dollar eingedeckt (2,7 Milliarden Euro).

Von Exxon-Mobil hat er nun 40,1 Millionen Aktien im Portfolio liegen. Nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg ist dies Buffetts größter Aktiendeal seit dem Einstieg beim IT-Konzern IBM vor zwei Jahren für 10,7 Milliarden Dollar.

Weitere Beteiligungen im zweistelligen Milliardenbereich hält das „Orakel von Omaha“, wie Buffet bisweilen genannt wird, am Kreditkartenanbieter American Express, am Getränkekonzern Coca-Cola sowie an der Bank Wells Fargo. Buffetts eiserner Grundsatz ist, ausschließlich in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft er auch versteht.

Der US-Ölkonzern Exxon-Mobil war lange das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, bis er vom iPhone-Hersteller Apple überholt wurde. Zu Exxon Mobil gehört auch die Tankstellen-Kette Esso. Ein Investment von Buffett gilt als Ritterschlag an der Wall Street. Nach Bekanntwerden der Beteiligung stieg die Aktie von Exxon-Mobil nachbörslich um ein knappes Prozent.

Buffett hält auch Anteile am Exxon-Rivalen ConocoPhillips und dessen abgespaltener Raffinerie- und Tankstellensparte Phillips 66. Die Beteiligungen an den Großkonzernen hatten zuletzt den Gewinn von Buffetts Berkshire Hathaway nach oben getrieben. Er selbst ist nicht nur Chef, sondern auch Hauptaktionär. Sein Vermögen wird vom US-Magazin Forbes auf 58,5 Milliarden Dollar geschätzt, was ihn zum viertreichsten Menschen der Welt macht.

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