China macht Umerziehungslager offiziell

China hat die Existenz von Umerziehungslagern erst bestritten, nun sind diese per Gesetz offiziell gemacht worden – allen internationalen Protesten zum Trotz. Ein Gesetz in der Provinz Xinjiang erlaubt, Menschen in Trainingszentren „zu erziehen und zu transformieren“. Betroffen davon ist die muslimische Minderheit der Uiguren.

Grundlage der Legalisierung sei ein Beschluss des Parlaments des Autonomen Gebiets im Nordwesten der Volksrepublik, hieß es am Mittwoch. Das Gebiet gilt wegen der Spannungen zwischen den Uiguren und den Han-Chinesen als Konfliktherd.

2009 kam es zu Unruhen, später zu mehreren Terroranschlägen. Die Uiguren beklagen politische, wirtschaftliche und religiöse Unterdrückung, während ihnen die Chinesen Separatismus vorwerfen. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten die Region der Volksrepublik einverleibt, was auf Widerstand stieß.

Inhaftierung ohne Urteil

Das neue Gesetz erlaubt die Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren und die Indoktrination in den Lagern. „Durch ideologische Erziehung gegen Extremismus, psychologische Behandlung und Verhaltenskorrekturen soll die Transformation der Insassen gefördert werden, damit sie zur Gesellschaft und ihrer Familie zurückkehren können“, heißt es in Artikel 33. Neben berufsbildenden Maßnahmen sollen die Zentren auch Chinesisch sowie Recht und Gesetz unterrichten.

Menschenrechtsorganisationen und die UNO kritisierten die Masseninhaftierungen mehrfach scharf. Nach offiziell unbestätigten Berichten sollen Hunderttausende Menschen in den Lagern interniert sein. China bestritt lange deren Existenz und sprach von Berufsausbildungszentren. Es säßen meist Personen ein, die sich kleinerer Vergehen schuldig gemacht hätten. Europäische Diplomaten in Peking äußerten sich „sehr besorgt“ über die Lage in Xinjiang und verlangen Zutritt für ausländische Experten.

Warnung vor der „Pan-Halalisierung“

Parteifunktionäre der chinesischen Führung begannen in der Hauptstadt der Region, Ürümqi, auch eine Kampagne gegen Lebensmittel und Produkte, die von Muslimen als „halal“ und damit als „erlaubt“ eingestuft werden. Die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt von Xinjiang rief „entschlossen zum Kampf gegen die ‚Pan-Halalisierung‘“ auf. Als „halal“ bezeichnen Muslime alles, was ihnen der Koran erlaubt. Nicht zulässig sind etwa Schweinefleisch und Lebensmittel, die aus Schweinefleisch hergestellt werden. Auch müssen Tiere auf eine bestimmte Weise geschlachtet werden, um als „halal“ zu gelten.

Schwur auf die Partei

Da Parteimitglieder und Beamte ohnehin nicht religiös seien, sei die Ernährung unproblematisch, befand die Staatsanwaltschaft von Ürümqi. Kantinen sollen „reformiert“ werden, damit alle „die Küche der verschiedenen ethnischen Gruppen probieren können“. In Chinas Staatsmedien stieß das Vorgehen auf Unterstützung. Indem vieles als „halal“ eingestuft werde, falle man leicht „in den Morast des religiösen Extremismus“, befand die Zeitung „The Global Times“.

Die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft von Ürümqi seien auch aufgefordert worden, in Sozialen Netzwerken einen Schwur zu verbreiten, der laute: „Ich bin ein treues Mitglied der Kommunistischen Partei. (…) Ich glaube an den Marxismus-Leninismus, nicht an eine Religion. Ich muss fest und entschlossen bis zum Tode gegen die ‚Pan-Halalisierung‘ kämpfen.“

Berichte über Folter und Todesfälle

Erst im September hatte sich das Europaparlament „zutiefst besorgt über die immer drakonischeren Unterdrückungsmaßnahmen“ gegen ethnische Minderheiten in China generell geäußert. Vor allem die muslimischen und turkstämmigen Uiguren und Kasachen würden verfolgt, in Internierungslager gesperrt und dort häufig gefoltert, stellte das Straßburger Parlament in einer Entschließung fest.

Die Abgeordneten verwiesen auf Meldungen über den Tod mehrerer Uiguren in Umerziehungslagern. Besonders besorgniserregend seien zudem die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur „umfassenden Überwachung“ in Xinjiang, der Heimat von rund elf Millionen Uiguren und Kasachen, hieß es weiter. Dazu greife man auf GPS-Ortung von Fahrzeugen und Gesichtserkennungsscannern an Kontrollpunkten, Bahnhöfen und Tankstellen zurück. Die USA drohten China zuletzt wegen seines Umgangs mit der muslimischen Minderheit mit Sanktionen.

Quelle: https://orf.at/stories/3057861/

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„World Wealth Report“: Fast 1,2 Millionen Millionäre in Deutschland

Die Zahl der Millionäre in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 1.198.700 gestiegen. Damit gehört Deutschland neben den Vereinigten Staaten, Japan und China zu den vier Ländern mit den meisten Millionären auf der Welt und hatte auch im globalen Vergleich überdurchschnittliche Zuwächse. Das geht aus dem „World Wealth Report 2016“ hervor, den die Unternehmensberatung Capgemini in Frankfurt vorgelegt hat. Für diesen Bericht werden jährlich seit nunmehr 20 Jahren umfangreiche statistische Daten ausgewertet. Zudem wurden mehr als 5200 Millionäre aus 23 Ländern sowie mehr als 800 Vermögensverwalter befragt.

Als Millionär, genauer als „High Net Worth Individual“ (HNWI) gilt man in dieser Zählweise, wenn man ein investierbares Vermögen von mehr als einer Million Dollar besitzt, selbstgenutzte Immobilien würden dabei nicht mitgerechnet, heißt es. In dieser Zählweise gibt es weltweit ungefähr 15,4 Millionen Millionäre, deren Vermögen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 58,7 Billionen Dollar gewachsen ist. Seit 1996 habe sich hat Vermögen der Millionäre auf der Welt demnach vervierfacht, heißt es in der Studie. Capgemini wagte die Prognose, unter optimistischen Annahmen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werde das Vermögen der Millionäre bis zum Jahr 2025 die Grenze von 100 Billionen Dollar übersteigen.

Als einen wichtigen Grund für die überdurchschnittliche Entwicklung der Millionärszahlen in Deutschland nannte Klaus-Georg Meyer, Vice President  bei Capgemini, den überproportionalen Anstieg der Immobilienpreise. Millionäre, die über ihre selbstgenutzte Immobilie hinaus in diesem Bereich investiert seien, hätten davon profitiert.

Starke Millionärszuwächse in China

Global betrachtet gab es offenbar eine Verschiebung hinsichtlich der Regionen mit den meisten Millionären. Der asiatisch-pazifische Raum hat mittlerweile Nordamerika nicht nur bei der Zahl der Millionäre, sondern auch beim Volumen des Millionärs-Vermögens überholt. In der Asien-Pazifik-Region gab es demnach 2015 rund 5,1 Millionen Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 17,4 Billionen Dollar, in Nordamerika hingegen besaßen 4,8 Millionen Millionäre rund 16,6 Billionen Dollar.

Auffällig starke Zuwächse bei der Zahl der Millionäre gab es in China (plus 16 Prozent auf 1,03 Millionen) und Japan (plus 11 Prozent auf 2,7 Millionen). In den Vereinigten Staaten hingegen hat die Millionärszahl unterdurchschnittlich zugenommen (plus 2 Prozent auf 4,5 Millionen), in Kanada war sie sogar leicht rückläufig (minus 3 Prozent auf 321.000).

Die Krise vor allem in Brasilien machte sich für die Zahl der Millionäre in Lateinamerika bemerkbar, sie ging um 2,2 Prozent zurück. Auch in Afrika nahm die (ohnehin niedrige) Zahl von Millionären ab, um 1,8 Prozent. Russland und Brasilien tauschten in der Rangfolge der Länder mit den meisten Millionären ihren Platz: Russland verlor etwa 3000 Millionäre auf  152.000, Brasilien verlor 12.000 Millionäre auf 149.000 und landete damit hinter Russland. Auch Taiwan und Mexiko tauschten die Plätze, weil Mexiko 2000 Millionäre verlor, während Taiwan 2000 mehr verzeichnete. Indien konnte etwas aufsteigen und hat jetzt 200.000 Millionäre, etwa 2000 mehr als im Vorjahr.

In Spanien (plus 8 Prozent) und  in Frankreich (plus 6 Prozent) hat die Zahl der Millionäre zwar prozentual stärker zugenommen als in Deutschland, insgesamt gibt es der Studie zufolge dort aber deutlich weniger als hierzulande.

Große Ungleichheit auch unter Millionären

Zu der grundsätzlichen Frage, ob sich die Schere zwischen Arm und Reich in der Welt öffnet, hält der „World Wealth Report“ sich bedeckt. Er streicht vor allem heraus, dass sich das Vermögen der Reichen weiter erhöht hat. Zudem differenziert er nochmal zwischen ärmeren, mittelreichen und ganz reichen Millionären. Und zeigt, dass es auch dort keineswegs eine gleichmäßige Verteilung des Vermögens gibt.

Die oberste Gruppe, die „Ultra-HNWI“ mit einem Vermögen von 30 Millionen Dollar oder mehr, machten weltweit zahlenmäßig nur 0,9 Prozent aus, also einen verschwindend kleinen Anteil unter den Reichen insgesamt. Diese Superreichen aber besäßen 34,1 Prozent des gesamten Millionärsvermögens. Die mittlere Gruppe, mit 5 bis 30 Millionen Dollar, machten zahlenmäßig 9 Prozent aller Millionäre aus und besäßen etwa 22,5 Prozent des gesamten Millionärsvermögens. Die unterste Gruppe mit 1 bis 5 Millionen Dollar Vermögen, die „Millionaires Next Door“, die „Millionäre von Nebenan“, wie der Bericht es formuliert, kämen zwar zahlenmäßig auf 90 Prozent aller Reichen – sie besäßen aber „nur“ 43,3 Prozent des gesamten Millionärsvermögens.

Immobilien und Aktien besonders beliebte Geldanlagen

Der Bericht beschäftigt  sich auch damit, wie die Reichen ihr Geld anlegen. Dabei fällt global für 2015 ein hoher Anteil von Aktien (26,8 Prozent), aber auch von Cash (25,6 Prozent) auf. Regional gibt es offenbar noch Unterschiede. Die Millionäre in Nordamerika stecken mehr in Aktien, die in Europa mehr in Immobilien. Auch die Anlage in börsengehandelte Indexfonds (ETF) ist offenbar unter Millionären insgesamt beliebter geworden. Hinsichtlich der Digitalisierung bescheinigt der Report den Millionären noch Nachholbedarf, allerdings äußern sie sich grundsätzlich aufgeschlossen, auch digitalen Instrumenten bei der Vermögensverwaltung zu vertrauen.

In Deutschland sollen die Millionäre ihr Geld zu 26,4 Prozent in Aktien gesteckt haben, zu 22,2 Prozent in Immobilien, zu 16,6 Prozent in Anleihen, zu 15,3 Prozent in alternative Investments wie Private Equity, Hedgefonds oder Rohstoffe und zu 19,5 Prozent in Bar oder in Bargeld entsprechenden Anlagen halten. Damit war der Anleihen-Anteil deutlich kleiner als im weltweiten Durchschnitt und vor allem der Immobilienanteil deutlich größer. Anders als der Durchschnittsdeutsche sind die Millionäre in Deutschland aber offenbar sogar leicht überdurchschnittlich in Aktien investiert.

Für die Zukunft hat Capgemini unterschiedliche Szenarien untersucht und daraus Prognosen abgeleitet. Unter dem optimistischen Wachstumsszenario kämen die Millionäre bis 2025 auf ein Vermögen von zusammen immerhin 106 Billionen Dollar. Damit würde erstmals die Grenze von 100 Billionen Dollar überschritten. Das wäre nahezu eine Verdreifachung des Vermögens der Reichen seit 2006. Starke Zuwächse zwischen 2015 und 2025 hätten nach dieser Prognose vor allem die Millionäre im asiatisch-pazifischen Raum (plus 142 Prozent) und im Mittleren Osten (plus 92 Prozent). In Europa würden die Reichen ihr Vermögen in diesen zehn Jahren um rund 46 Prozent steigern. Als besonders interessante Branchen werden dabei die Finanzindustrie und die High-Tech-Branche eingestuft, als besonders interessante Märkte China, die Vereinigten Staaten und Indien.

Quelle: „World Wealth Report“: Fast 1,2 Millionen Millionäre in Deutschland

Beunruhigende Statistik – Unfallursache? Rätselhaft!

Bei immer mehr Verkehrsunfällen bleibt die genaue Ursache ungeklärt.

Die meisten Unfallforscher bringen diesen Trend mit der gestiegenen Ablenkung am Steuer, beispielsweise durch Smartphones, in Zusammenhang.

Andere Experten sehen in der gestiegenen Nutzung von Medikamenten, vor allem von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie Antidepressiva, einen Hauptgrund für die höhere Zahl an „Unfällen aus ungeklärter Ursache“.

viaBeunruhigende Statistik – Unfallursache? Rätselhaft! – Auto & Mobil – Süddeutsche.de.

Steuern und Abgaben: Nur in Belgien im OECD-Vergleich noch höher

Die Belastung durch Steuern und Abgaben ist für Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gesunken – in absoluten Zahlen ist sie aber immer noch hoch. Ein unverheirateter Angestellter ohne Kind und mit durchschnittlichem Verdienst wurde 2013 mit 49,3 Prozent belastet, wie aus einer OECD-Studie hervorgeht.

Im Vergleich mit den 33 weiteren Mitgliedern des Industrienationenclubs liegt der Anteil von Steuern und Abgaben an den Arbeitskosten demnach lediglich in Belgien noch höher. Im Jahr 2012 lag der Anteil in Deutschland allerdings noch bei 49,6 Prozent, im Jahr 2000 sogar noch bei 52,9 Prozent.

Für den leichten Rückgang 2013 dürfte die Senkung des Rentenversicherungsbeitrags Anfang des Jahres verantwortlich sein. Der Rückgang bei der Abgabenlast war der Studie zufolge nicht nur bei Unverheirateten, sondern auch bei den anderen untersuchten Familienkonstellationen zu verzeichnen. Am meisten schrumpften demnach die Steuern und Abgaben für Doppelverdiener-Ehepaare ohne Kinder. Ihr Anteil lag bei 45,1 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte unter dem von 2012.

Trotz des weiterhin hohen Abgabenniveaus in der Bundesrepublik hat sich der Abstand zu den anderen Industrienationen verringert. Denn in 21 der 34 OECD-Staaten ist die Belastung der Studie zufolge gestiegen, am stärksten in Portugal, der Slowakei und den USA. Im Schnitt mussten in den Industrienationen unverheiratete Angestellte ohne Kind 35,9 Prozent des Arbeitseinkommens an Steuern und Abgaben zahlen – 0,2 Prozentpunkte mehr als 2012.

„Damit setzt sich ein 2011 begonnener Trend fort“, resümiert die OECD. Bis 2010 hingegen war die Belastung in der Regel noch gesunken. Die Steuer- und Sozialabgabenlast auf die Arbeitskosten berechnet sich laut OECD vor allem aus der Einkommensteuer sowie den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber, abzüglich etwa des Kindergeldes.

viaSteuern und Abgaben: Nur in Belgien im OECD-Vergleich noch höher – SPIEGEL ONLINE.

Mehr gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Vorjahr

402 gleichgeschlechtliche Paare haben im Vorjahr ihre Partnerschaft eintragen lassen, das sind 9,2 Prozent mehr als noch 2013 (368 Paare), berichtete die Statistik Austria heute. 2010, als die Möglichkeit der Verpartnerung erstmals bestand, machten 705 Paare davon Gebrauch.

Im Vorjahr gaben einander österreichweit überwiegend männliche Paare (55,2 Prozent) das Jawort, nur in Niederösterreich und Oberösterreich waren es mehr Frauen. Das Alter der Partner lag vor allem (58 Prozent) zwischen 30 und 49 Jahren, fast 85 Prozent waren zuvor ledig. Die meisten Partnerschaften (46 Prozent) wurde in Wien geschlossen, gefolgt von der Steiermark, Nieder- und Oberösterreich.

Bei über 60 Prozent hatten beide Teile die österreichische Staatsbürgerschaft, in 31,1 Prozent nur einer der Partner, bei den restlichen 8,5 Prozent keiner der beiden. „Wonnemonat“ der Verpartnerungen war 2014 der Juli (58 Prozent), gefolgt von August (57) und Juni (43).

viaMehr gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Vorjahr – news.ORF.at.