Vatikan besorgt über Ausbeutung von Kindern für Organhandel

Menschen aus armen Ländern, darunter häufig Kinder, werden oft vom organisierten Verbrechen für Organhandel ausgebeutet: Davor warnt die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ in ihrer aktuellen deutschsprachigen Wochenausgabe. Der wissenschaftliche Fortschritt habe neue, „schreckliche“ Formen der Unterdrückung von Menschen entstehen lassen, von denen niemand den Blick abwenden dürfe und die einen Nachdenkprozess erforderten. Es sei keine „zweitrangige Frage“, in der Kosten-Nutzen-Rechnung für Organtransplantation deren ethische Schäden zu berücksichtigen, so die Zeitung. In zunehmendem Ausmaß gerieten „Niemandskinder“ in die Fänge der Organmafia, so der „Osservatore“. Eine wachsende Zahl von auf sich allein gestellten Kindern – oft sogar Kleinkinder im Alter von drei bis vier Jahren – würden von Kriminellen auch über das Mittelmeer geschmuggelt. Teils seien diese Kinder von ihren eigenen Eltern weggeschickt worden in der Hoffnung auf Zuflucht aus der Gefahr eines Krieges oder von Drogenhändlern, teils hätten die Kinder ihre Eltern unterwegs verloren oder seien Waisen.

Die Nachfrage nach Organen wächst in den reichen Ländern immer mehr, während die Zahl der Organspender aus Altersgründen zurückgeht. Dies verleite zu „böswilligen Handlungen, die immer die Ausbeutung armer Menschen einschließen und auch zu regelrechten Verbrechen werden können“, so die Zeitung. Reiche alte Menschen würden somit durch Ausbeutung armer Menschen in anderen Ländern ihr Leben retten oder verlängern. Vor diesem „Produkt der Moderne und des wissenschaftlichen Fortschritts“ würden selbst die Sklaverei oder der Menschenhandel zum Zweck der Prostitution erblassen.

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China: Bischof beklagt Kampagne gegen Kirchen

Der Bischof der chinesischen Diözese Wenzhou, Vincent Zhu Waifang, beklagt laut der vatikanischen Nachrichtenagentur AsiaNews eine Kampagne der Regierung gegen katholische und evangelische Kirchen.

Bereits seit Monaten würden die Behörden immer wieder Kirchengebäude zerstören und Kreuze von diesen entfernen, so der Bischof in seinem jüngsten Hirtenbrief. Das trage zur „sozialen Instabilität“ bei und komme einer realen Christenverfolgung gleich. Die Diözesanwebsite, auf der Zhus Brief vergangene Woche veröffentlicht wurde, wurde am Samstag von der Regierung geschlossen.

viaChina: Bischof beklagt Kampagne gegen Kirchen – news.ORF.at.

Papst kritisiert Mafia bei Besuch in Kalabrien

Papst Franziskus hat die italienische Mafia scharf kritisiert. „Jene, die in ihrem Leben dem Pfad des Bösen in solch einer Form folgen wie es die Mafiosi tun, leben nicht in Verbundenheit mit Gott. Sie sind exkommuniziert“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche an diesem Samstag vor zehntausenden Menschen im italienischen Sibari. „Dieses Übel muss bekämpft werden, es muss aus dem Weg geschafft werden. Wir müssen „Nein“ dazu sagen.“ Die Kirche werde ihre ganze Kraft einsetzen, um Organisierte Kriminalität zu bekämpfen.

Das sind die schärfste Worte eines Papstes gegen die Mafia seit der Kritik von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1993. Schon im März hatte Franziskus Mafiosi zur Umkehr aufgefordert.

Viele Bereiche in Italien sind von der Mafia dominiert, Politiker werden bedroht. Die drei wichtigsten kriminellen Organisationen – die ‚Ndrangheta aus Kalabrien, die Cosa Nostra aus Sizilien und die Camorra aus Neapel – haben nach Uno-Schätzungen zuletzt einen Umsatz von insgesamt 116 Milliarden Euro erwirtschaftet.

viaPapst kritisiert Mafia bei Besuch in Kalabrien – SPIEGEL ONLINE.

Papst: Weltweites Wirtschaftssystem «unerträglich»

Papst Franziskus hat das weltweite Wirtschaftssystem als «unerträglich» bezeichnet. «Wir schließen eine ganze Generation junger Leute aus», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern der Welt.

«Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben», betonte Franziskus in einem Interview der spanischen Zeitung «La Vanguardia». «Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen.»

Die führenden Volkswirtschaften in der Welt sanierten ihre Bilanzen mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen. Sie opferten den Menschen dem Idol des Geldes. «Wenn man Fotos von unterernährten Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt sieht, kratzt man sich am Kopf. Das versteht man nicht», sagte der Papst. «Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.»

viaPapst: Weltweites Wirtschaftssystem «unerträglich» – Yahoo Nachrichten Deutschland.

Weltbild-Verlag: „Die Kirche handelt asozial“

Der Insolvenzverwalter des Weltbild-Verlages hat die Löhne der Mitarbeiter vorerst gesichert. Bereits am Wochenende sei die Vorfinanzierung der Gehälter gelungen, teilte Arndt Geiwitz am Montag nach Gesprächen mit der Belegschaft mit. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt nun bis zu drei Monate Insolvenzgeld. Zu den Zukunftschancen des bisher kirchlichen Verlags hielt sich Geiwitz bedeckt. Es sei noch keine sichere Prognose möglich. Es liefen Gespräche mit allen Seiten, auch mit Lieferanten, Großkunden und Finanzierungspartnern.

Die katholische Kirche hatte den Verlag mit seinen 6300 Mitarbeitern am Freitag in die Pleite geschickt. Die kirchlichen Gesellschafter wollten kein Geld mehr in das zuletzt verlustreiche Unternehmen investieren. Der Schritt stieß bei der Gewerkschaft auf heftige Kritik: „Die Kirche handelt asozial und jagt fast 7.000 Mitarbeiterinnen zum Teufel“, schimpfte Verdi. „Die Geistlichen haben den Glauben an ihr Unternehmen verloren, obwohl die Fachleute im Aufsichtsrat, Unternehmensberater und Banken Grünes Licht für ein Sanierungskonzept gegeben hatten.“ Weltbild sei zu retten, „wenn die Kirchenfürsten Wort halten“. Die Pleite bedeute den moralischen Bankrott der katholischen Kirche.

Auch die bayerische Staatsregierung sieht in erster Linie die Kirche in der Pflicht. Das Kabinett erinnerte die Kirche am Montag an ihre „besondere Verantwortung“. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) schloss Staatshilfe kategorisch aus. „Es werden hier definitiv keine Steuergelder für die Rettung eingesetzt“, sagte sie dem „Münchner Merkur“ (Dienstag). Am Donnerstag werde sie zusammen mit Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) mit den betroffenen Mitarbeitern sprechen.

Der Klerus wehrt sich gegen die Schuldzuweisungen. „Wir konnten es als Gesellschafter nicht verantworten, auf absehbare Zeit dreistellige Millionensummen aus Kirchensteuermitteln zu investieren“, sagte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir sind überrascht worden von dem Kapitalbedarf“, sagte Marx. Die Kirche stehe „in Verantwortung für die Mitarbeiter, aber wir haben auch Verantwortung für die Kirchensteuerzahler“. Marx selbst tat sich in der Vergangenheit als Sozialethiker seiner Kirche hervor und kritisierte während der Finanzkrise öffentlich die Auswüchse des zeitgenössischen Kapitalismus.

Die Eigentümer hatten zuletzt mangels Käufern versucht, Weltbild in eine Stiftung zu überführen. Nachdem das Geschäft aber im zweiten Halbjahr 2013 unerwartet schlecht gelaufen war, scheiterte dieser Vorstoß. Nach Unternehmensangaben wollten Eigner und Kreditgeber überraschend kein Geld mehr zuschießen. Einer der Auslöser sei ein Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr gewesen.

Marx räumte aber auch Fehler bei der Unternehmensführung ein. „Uns war klar, dass Bischöfe keine Unternehmer sein können“, sagte er. Daher hätte es eine neue Gesellschafterstruktur und „professionelle Medienexperten von außen“ als Geschäftsführer geben sollen.

Die bayerische Staatsregierung sieht in erster Linie die Kirche in der Pflicht. Das Kabinett erinnerte sie in einer Sitzung am Montag an ihre „besondere Verantwortung“. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Sozialministerin Emilia Müller stünden im Kontakt mit dem Insolvenzverwalter, „um mit den Mitteln, die möglich sind, zu helfen“, sagte Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (alle CSU) nach der Kabinettssitzung.

Der Kirche missfiel immer wieder das Programm des Augsburger Verlags. Nachdem sich die Kurie unter Führung von Papst Benedikt XVI. an erotischen und esoterischen Angeboten gestoßen hatte, wollten die deutschen Bistümer Weltbild zunächst erfolglos verkaufen. Später sollten die Anteile in einer Stiftung gebündelt werden, die mit frischem Kapital ausgestattet werden sollte.

Die Kirchenmänner holten einen Berufssanierer an Bord und liebäugelten mit dem Erwerb der Mehrheit am Online-Händler buecher.de, dem größten inländischen Konkurrenten des US-Konzerns Amazon. Mit der Pleite muss sich nun auch die Handelskette Hugendubel beschäftigen, die gemeinsam mit Weltbild rund 400 Filialen unter den beiden Markennamen betreibt.

viaWeltbild-Verlag: „Die Kirche handelt asozial“ – IT + Medien – Unternehmen – Handelsblatt.

Insolvenz des kirchlichen Verlags: Ver.di: Jahrelang fett Gewinne abgeschöpft – Seehofer: Weltbild-Mitarbeiter werden nicht alleine gelassen

Ein derart hoher finanzieller Aufwand könne angesichts verbleibender Unsicherheiten nicht verantwortet werden. Die Gesellschafter bedauerten diese Entwicklung sehr. „Die Gesellschafter stehen in dieser schwierigen Situation zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagte Beer. Man werde Mittel zur Abfederung sozialer Härten bereitstellen. Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte, seine Diözese werde \“gemeinsame Hilfsansätze solidarisch und auch materiell mittragen\“. Er ließ mitteilen, es sei eine „herbe Enttäuschung, dass die intensiven Bemühungen um ein Sanierungskonzept letztlich nicht aussichtsreich waren“. Er habe sich noch im Herbst in Gesprächen im Gesellschafterkreis „persönlich für die Sicherung eines Zukunftskonzepts für die Verlagsgruppe eingesetzt“.

Die Gewerkschaft Ver.di kritisierte die katholische Kirche scharf. Jahrelang habe die Kirche fette Gewinne abgeschöpft und auch mit der Insolvenz praktiziere sie Kapitalismus in Reinkultur, sagte ein Augsburger Verdi-Sprecher. Betriebsratschef Peter Fitz sagte: „Unser Unternehmen ist zukunftsfähig, davon waren wir immer überzeugt und sind es immer noch“.

Kirche will sich schon länger von Verlag trennen

Der Verlag hat seit Langem zu kämpfen. Im Internet verkauft Weltbild wie der Konkurrent Amazon nicht nur Bücher, sondern auch andere Ware wie DVDs, Spielzeug oder Elektronik. Im klassischen Verlagsgeschäft ist Weltbild ebenso aktiv und bringt jedes Jahr Hunderte Titel raus – von religiösen Büchern bis zu Kochratgebern.

Für Schlagzeilen hatte das kirchliche Unternehmen in der Vergangenheit wegen seines Erotik- und Esoterikangebotes gesorgt. Die Kirche will sich seit längerem von dem Verlag trennen, nur über den Weg herrschte bisher Uneinigkeit. Zuvor hatte es bereits im Sommer Berichte über eine mögliche Insolvenz gegeben. Der Buchhandel leidet seit Jahren unter der wachsenden Konkurrenz durch den Internethandel und hat mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen.

viaInsolvenz des kirchlichen Verlags: Ver.di: Jahrelang fett Gewinne abgeschöpft – Seehofer: Weltbild-Mitarbeiter werden nicht alleine gelassen – FOCUS Online – Nachrichten.

Bad Homburg : Ist das Sankt-Martins-Fest diskriminierend?

In einer hessischen Kita soll das Fest zum Heiligen Sankt Martin „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ heißen – um andere Kulturkreise nicht zu diskriminieren, heißt es von Eltern. Auch Muslime sind irritiert.

Christliche Feste sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Wurden sie in der DDR jahrzehntelang staatlich bekämpft, so erledigen im Westen Gleichgültigkeit und eine bizarre Form von Religionstoleranz den Rest. Da werden Weihnachtsfeste in Jahresendfeiern umbenannt und dürfen Weihnachtsmärkte in Berlin-Kreuzberg nur noch als \“Wintermärkte\“ firmieren.

In Solingen wird über ein \“Konzept Winterlicht\“ anstelle einer christlichen Adventsbeleuchtung nachgedacht. In dieses Bild passt der Fall einer Kita im hessischen Bad Homburg. Die örtliche Zeitung hatte kürzlich berichtet, dass in der städtischen Einrichtung das Fest zum Heiligen Sankt Martin künftig als \“Sonne-Mond-und-Sterne-Fest\“ zelebriert werden soll.

Eltern gaben an, ihnen gegenüber sei die Namensänderung damit begründet worden, dass Kinder anderer Kulturkreise nicht diskriminiert werden dürften. Die Leitung der Kita will sich nicht äußern. Bei der Stadt ist man bemüht, den Vorfall herunterzuspielen.

\“Offizielle Umbenennung hat es nicht gegeben\“

Weil bei einem früheren Martinsfest eine Suppe mit Nudeln in Form von Sonne, Mond und Sternen ausgeschenkt wurde, sei der Begriff auf internen Eltern-Listen als Name für das Fest aufgetaucht, sagt Stadtsprecher Andreas Möring: \“Eine offizielle Umbenennung hat es nicht gegeben.\“

Im Übrigen befinde sich die Kita in einem bürgerlichen Viertel mit geringem Ausländeranteil. Eine Umbenennung würde sich daher \“gar nicht anbieten\“. Die Kita feiere Sankt Martin wie in den Jahren zuvor mit Umzug und \“Martinsfeuer\“. Auch die christliche Botschaft werde thematisiert.

Doch scheint es auch gar kein Bedürfnis nach Umbenennung zu geben: Selbst der Zentralrat der Muslime kann die sprachliche Verrenkung nicht nachvollziehen. \“Ich habe gerne mit meiner Mutter in der Grundschulzeit mitgemacht\“, sagte der Vorsitzende, Aiman A. Mazyek, über seine Erfahrungen mit Martinsumzügen.

Dass St. Martin ein katholischer Heiliger sei, stelle für Muslime keinen Hinderungsgrund da. \“Das Leben von St. Martin ist doch geradezu vorbildlich, auch für Muslime. Der Gedanke des Teilens spiele auch im Islam eine große Rolle.

viaBad Homburg : Ist das Sankt-Martins-Fest diskriminierend? – Nachrichten Politik – Deutschland – DIE WELT.