Der häufigste Tod der Österreicher: Krankes Herz und Krebs

Eine Analyse der Statistik Austria hat ergeben: Rund 70 Prozent der Österreicher, die im Vorjahr verstorben sind, litten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs

Rund vier von zehn Verstorbenen (44 Prozent) des Jahres 2015 hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Konkret waren das 35.537 Menschen. An zweiter Stelle der Todesursachen verzeichnet die Statistik Austria Krebs, dem 20.349 Menschen (24,5 Prozent) zum Opfer fielen. Damit entfallen etwa sieben von zehn Sterbefällen auf diese beiden Gruppen.

Die übrigen Todesfälle verteilten sich im Vorjahr auf Krankheiten der Atmungsorgane (4.464 bzw. 5,4 Prozent), der Verdauungsorgane (2.855 bzw. 3,4 Prozent), auf sonstige Krankheiten (15.343 bzw. 18,5 Prozent) und nichtnatürliche Todesursachen (Verletzungen und Vergiftungen; 4.525 Personen bzw. 5,4 Prozent).

2015 starben in Österreich 83.073 Personen, davon 52 Prozent Frauen. Berücksichtigt man die wachsende Bevölkerung und ihre kontinuierliche demografische Alterung, so sank die Sterblichkeit in den vergangenen zehn Jahren altersstandardisiert um elf Prozent. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Abnahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Lebensmitte

Zwischen Sterbealter und Todesursachen zeigt sich ein klarer Zusammenhang: So waren 2015 gut drei Viertel (77,6 Prozent) aller Verstorbenen 70 Jahre oder älter. Am häufigsten in dieser Altersgruppe sind Herz-Kreislauf-Krankheiten, gefolgt von Krebs sowie mit großem Abstand Krankheiten der Atmungsorgane und Ernährungs- bzw. Stoffwechselkrankheiten.

Rund ein Fünftel aller Todesfälle trat zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr auf, wobei der Großteil davon auf Krebserkrankungen zurückzuführen war. Vier von zehn Sterbefällen in dieser Altersgruppe werden durch ein Karzinom verursacht. Weiters sind im mittleren Erwachsenenalter bereits die Herz-Kreislauf-Krankheiten als Todesursache von Bedeutung: Rund jeder fünfte Todesfall war darauf zurückzuführen.

Frühes Sterben

Bei Jugendlichen und Erwachsenen unter 40 Jahren, zusammen knapp zwei Prozent aller Sterbefälle, zählten Unfälle zur häufigsten Todesursache. Ebenfalls relativ häufig waren Suizide und Krebs.

Bei den wenigen Todesfällen von Kindern im Alter von ein bis unter zehn Jahren (69 Todesfälle bzw. 0,1 Prozent) waren neben Krebs, Transportmittelunfälle und Fehlbildungen die häufigsten Ursachen. Bei Säuglingen (259 Todesfälle bzw. 0,3 Prozent) führten Geburtskomplikationen und angeborene Fehlbildungen am öftesten zum Ableben. (APA, 6.7.2016)

Quelle: Der häufigste Tod der Österreicher: Krankes Herz und Krebs – Krankheit – derStandard.at › Gesundheit

Advertisements

Das Krebsrisiko lässt sich beeinflussen

Mehr als zwei von fünf Frauen (43%) und etwa jeder zweite Mann (51%) in Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs – so die aktuellen Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD), die auf den Erkrankungsraten und der derzeitigen Lebenserwartung basieren. Gemäß der Todesursachenstatistik ist heute etwa jeder fünfte Todesfall bei Frauen und jeder vierte bei Männern auf Krebs zurückzuführen. Damit sind Krebserkrankungen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Ob eine Krebserkrankung entsteht und wie sie verläuft, wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören interne Risikofaktoren wie zunehmendes Alter und erbliche Veranlagung, aber auch externe Risikofaktoren. Zu letzteren zählen Verhaltens- und Lebensweisen wie Rauchen, Alkoholkonsum, ungünstige Ernährung und Bewegungsmangel. Während genetische Voraussetzungen in aller Regel unabänderlich sind, lässt sich über Änderungen des Lebensstils und des Lebensumfelds viel erreichen, um das Krebsrisiko zu reduzieren.

Am Beispiel von Alkoholkonsum und Rauchen wird deutlich, wie hoch der Einfluss des Lebensstils auf die Krebsentstehung ist. So zeigt eine Analyse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem ZfKD, dass in Deutschland jährlich etwa 13.000 Fälle von Krebserkrankungen auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind sowie 72.000 Fälle auf das Rauchen.

Quelle: Krebs – Startseite Zentrum für Krebsregisterdaten – Das Krebsrisiko lässt sich beeinflussen

Aktuelle Daten zu Krebs in Deutschland

Im Jahr 2012 sind in Deutschland 225.890 Frauen und 252.060 Männer an Krebs erkrankt, das zeigt eine aktuelle Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten. Am häufigsten kommen bei Männern Prostatakrebs (63.710) und Lungenkrebs (34.490) vor. Frauen hingegen sind am häufigsten von Tumoren der Brustdrüse (69.550) und des Darms (28.490) betroffen.

Quelle: Krebs – Startseite Zentrum für Krebsregisterdaten – Aktuelle Daten zu Krebs in Deutschland

 

Krebsstatistiken

Für das Jahr 2016 erwarten die Wissenschaftler 498.700 neue Krebserkrankungen. Um diese Aussage treffen zu können, wurden die Schätzungen für das Jahr 2012 auf Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung des Jahres 2016 übertragen.

Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php

Krebs: Junge Menschen sterben häufiger als Kinder

Zu viele Teenager und junge Erwachsene sterben an Krebs, wie eine europaweite Studie ermittelt hat. Laut den in „Lancet Oncology“ veröffentlichten Ergebnissen ist ihre Überlebensrate bei Erkrankungen wie Leukämie deutlich geringer als bei jüngeren Kindern. Die Forscher gehen davon aus, dass Unterschiede bei den Tumoren, Verzögerungen bei der Diagnose und Behandlung sowie der Mangel an klinischen Studien für diese Altersgruppe verantwortlich sind. Deutlich schlechtere Aussichten Für die Studie wurden Daten aus 27 Ländern zu fast 57.000 Krebserkrankungen bei Kindern und 312.000 Erkrankungen bei Teenagern und jungen Erwachsenen analysiert. Insgesamt waren die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei Teenagern und jungen Erwachsenen mit 82 Prozent im Vergleich zu 79 Prozent bei Kindern höher. Diese besseren Aussichten waren jedoch großteils dadurch bedingt, dass die älteren Betroffenen an Krebsarten erkranken, die über eine bessere Prognose verfügten. Der Gesamtwert verbarg jedoch jene Besorgnis erregenden Bereiche, in denen bei acht in beiden Altersgruppen häufig auftretenden Krebsarten die Aussichten deutlich schlechter waren. Laut Forschungsleiterin Annalisa Trama von der Fondazione IRCCS Istituto Nazionale Tumori http://bit.ly/1TIyORT leben in Europa mehr Kinder, Heranwachsende und junge Erwachsene fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch. „Dennoch sterben Teenager und junge Erwachsene bei bestimmten Krebsarten vor allem an Erkrankungen des Blutes früher als Kinder.“ Überblick über Krebserkrankungen Die Fünf-Jahres-Überlebensrate lag bei akuter lymphatischer Leukämie bei Teenagern und jungen Erwachsenen bei 56 Prozent, bei Kindern jedoch bei 85,8 Prozent. Bei akuter myeloischer Leukämie lagen die Unterschiede bei 50 Prozent im Vergleich zu 61 Prozent. Beim Hodgkin-Lymphom gab es mit 93 beziehungsweise 95 Prozent bei Kindern eine geringere Differenz. Beim Non-Hodgkin-Lymphom war der Unterschiede zwischen Teenagern, jungen Erwachsenen und Kindern mit 77 zu 83 Prozent wieder deutlicher ausgeprägt. Bei Astrozytomen, einer Krebserkrankung des Gehirns, befand sich die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 46 Prozent bei den älteren Patienten und bei 62 Prozent bei den Kindern. Beim Ewing-Sarkom zeigten sich mit 49 Prozent und 67 Prozent ebenfalls deutliche Unterschiede. Beim Rhabdomyosarkom, einer Erkrankung der Weichteile, klaffte die Differenz mit 38 beziehungsweise 67 Prozent noch weiter auseinander. Bei Osteosarkomen standen 62 Prozent bei Teenagern und jungen Erwachsenen 67 Prozent bei Kindern gegenüber.

Quelle: Krebs: Junge Menschen sterben häufiger als Kinder – Krebs: Junge Menschen sterben häufiger als Kinder

Krebserregende Gifte in Ohrhörern, Tastaturen und Mäusen

Eine c’t-Analyse von 28 Technikprodukten brachte erschütternde Ergebnisse zutage: In einem Viertel der Produkte steckte der verbotene, krebserregende Stoff SCCP. Sogar in Bestandteilen mit Hautkontakt wie Maustasten und Ohrhörern fanden sich Gifte.

In Kunststoffen von Technikprodukten stecken häufig krebserregende und verbotene Giftstoffe. Das ist das Ergebnis einer von c’t in Auftrag gegebenen chemischen Analyse von 28 Produkten. Besonders beängstigend: Viele der giftigen Chemikalien fanden sich in Bestandteilen, die stundenlang die Haut berühren; zum Beispiel in Tastatur- und Maustasten sowie Ohrhörern. „Die Funde sind ein Fall für die Marktaufsicht“, kommentierte Dr. Johanna Wurbs vom Umweltbundesamt die Ergebnisse.

So entdeckte c’t in drei von acht getesteten Mäusen, zwei von sieben getesten Tastaturen und drei von vier Ohrhörern krebserregende – und vermeidbare – PAK in Teilen mit Hautkontakt. In einer Tastatur fanden sich sage und schreibe 534 mg/kg PAK. Das übersteigt den PAK-Grenzwert, der 2015 in Kraft tritt, um ein Vielfaches.

viaKrebserregende Gifte in Ohrhörern, Tastaturen und Mäusen | heise online.

Arzneimittelhersteller : Wettlauf gegen den Krebs

Rund 14 Millionen Menschen sind 2012 auf der Welt an Krebs erkrankt, 2032 werden es nach einer Prognose der Weltkrebsgesellschaft 22 Millionen sein – fast doppelt so viele. Die rasche Zunahme hängt einer am Montag veröffentlichten Studie zufolge mit der steigenden Lebenserwartung, aber auch mit ungesunden Lebensgewohnheiten zusammen. Für die Arzneimittelhersteller rund um die Welt birgt diese dramatische Entwicklung, so zynisch das klingen mag, ein großes kommerzielles Potential. Die Krebstherapie ist für die Konzerne schon jetzt ein florierendes Geschäft: Auf 65,6 Milliarden Dollar veranschlagt der Branchendienst IMS Health das Marktvolumen, so viel wie für keine andere Erkrankung. Und für die Zukunft wird überdurchschnittliches Wachstum erwartet. Der Weltkrebstag, zu dem die Gesundheitsorganisation WHO an diesem Dienstag aufruft, dürfte deshalb auch in den Kalendern vieler Pharmamanager rot angestrichen sein.

Unangefochtener Marktführer ist der Schweizer Anbieter Roche, der drei sogenannte Blockbuster-Medikamente zur Krebstherapie im Sortiment hat, wie Präparate mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar im Jahr genannt werden. Aus Deutschland mischten bisher Bayer aus Leverkusen und Merck aus Darmstadt in diesem Geschäft mit. Nun versucht auch der dritte große einheimische Anbieter, Boehringer Ingelheim, das bisher vor allem mit Herz-Kreislauf- und Atemwegspräparaten erfolgreiche Familienunternehmen aus Rheinland-Pfalz, auf dem Markt Fuß zu fassen. Zwar wird in den Laboren schon seit 15 Jahren daran geforscht, aber erst im vergangenen Herbst wurde das erste Präparat aus der neu aufgebauten Sparte, das Lungenkrebsmittel Afatinib, von der europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen.

viaArzneimittelhersteller : Wettlauf gegen den Krebs – Unternehmen – FAZ.

Der 500. Atomtest der USA fand im März 1970 auf der Nevada Test Site statt, wobei Mehrfachsprengköpfe mit einer höheren Sprengkraft getestet wurden.

viaListe von Kernwaffentests – Wikipedia.

25-30 Prozent aller Krebs-Todesfälle sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen. Wer 1-9 Zigaretten täglich raucht, stirbt statistisch gesehen 4-mal häufiger an Lungenkrebs als ein Nichtraucher. Bei 10-19 Zigaretten ist das Risiko schon 7-mal so hoch.

Starkraucher, die mehr als 30 Zigaretten am Tag rauchen, sterben 20-mal so häufig an Lungenkrebs wie Nichtraucher. Allein die Zunahme an Lungenkrebs in den letzten Jahrzehnten (250% in den letzten 50 Jahren) macht die medizinischen Fortschritte in der Heilung von Krebserkrankungen zahlenmäßig wieder zunichte. Nimmt man den Lungenkrebs aus der Statistik heraus, zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Krebs-Heilungsquoten.

viaGesundheitliche Folgen durch Rauchen | Krebsgesellschaft.

Behörden in NRW relativieren: Mehr Krebs am Atomreaktor Hamm-Uentrop

Mehr Krebs am Atomreaktor Hamm-Uentrop

Nach nur zwei Jahren Betrieb und zahlreichen Störfällen wird der Atomreaktor in Hamm-Uentrop 1987 stillgelegt. Nun werden rund um den Reaktor vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt. Dennoch geben die Behörden Entwarnung.

Rund um den stillgelegten Atomreaktor in Hamm-Uentrop in Nordrhein-Westfalen besteht möglicherweise die erhöhte Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Das ergab eine Analyse des Krebsregisters NRW, das ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko gegenüber einer Referenzregion errechnete. Vor allem seien vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt worden. Der grüne Umweltminister Johannes Remmel steht der Studie allerdings skeptisch gegenüber. Es gebe keine Hinweise auf den Atomreaktor als Verursacher, weil „typische Strahlenkrebsarten und die Schilddrüsenkrebs-Rate bei Männern unauffällig“ seien.

Biostatistiker, Strahlenbiologen und Humangenetiker suchen schon lange nach einer Erklärung, weshalb sich künstliche Strahlungen unterschiedlich auf die Geschlechter auswirken. Dazu gehört unter anderem das „Phänomen der verlorenen Mädchen“. Dazu hatten Forscher um den Biomathematiker Hagen Scherb von Helmholtz-Zentrum München in einem Radius von 40 Kilometer um das Zwischenlager Gorleben ein „eindrucksvolles Mädchendefizit“ ermittelt. Und zwar genau seit 1995, als die ersten Castor-Behälter mit radioaktivem Müll in die Region rollten.

Ähnliche Ergebnisse hatten die Forscher in der Ukraine nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl ermittelt. „Die Häufigkeit der verstörenden Befunde deutet auf grundlegende Probleme bei der geltenden Bewertung radioaktiver Niedrigstrahlung hin“, sagte der Leiter Politik und Presse der Deutschen Umwelthilfe, Gerd Rosenkranz. Er verlangte angesichts der „wachsenden Zahl gleichgerichteter Unregelmäßigkeiten“ von der Bundesregierung eine wissenschaftliche Aufklärung. Das sei man den Menschen in den betroffenen Regionen schuldig, die wegen der Befunde erheblich verunsichert seien.

Mehr Untersuchungen – mehr Fälle?

Der Leiter des Krebsregisters NRW, Oliver Heidinger, erklärt sich die Ergebnisse der jüngsten Analyse auch mit den vermehrten Vorsorgeuntersuchungen verunsicherter Menschen in der Region. Es seien überdurchschnittlich viele der Tumore in einem Anfangsstadium entdeckt worden. Der Datenschutz verhindere aber Aussagen darüber, wann und wie lange die betroffenen Frauen in der Region gelebt haben. Untersucht wurden die Krebsraten in Hamm, Beckum, Ahlen, Lippetal und Welver.

Die Anwohner in der Region verlangen Aufklärung. So sagte ein Besucher auf einer Informationsveranstaltung in Hilbeck: „Wir sind Anwohner des Kraftwerks, leben in Eilmsen-Vellinghausen. In unserer Straße ist Krebs in jedem Haus.“

Krebsraten auch ohne Atomanlagen höher

Landesumweltminister Remmel kündigte an, dass nach der Ursache weiter geforscht werde. Allerdings müsse auch darauf hingewiesen werden, dass der Schilddrüsenkrebs in Deutschland und mehreren weiteren Ländern Europas erheblich zugenommen habe. So seien auch in weiteren Regionen Nordrhein-Westfalens ohne Atomanlagen erhöhte Raten von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festzustellen.

Im Thorium-Hochtemperatur-Reaktor Hamm-Uentrop war es 1986 zu einem Störfall gekommen. In der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1986 traten radioaktive Aerosole aus, als zerbrochene Kugelbrennelemente Rohre der Beschickungsanlage verstopften. In der Folge gelangte der kontaminierte Staub der zerbrochenen Kugeln und kontaminiertes Helium in die Umgebungsluft – wie viel, konnte nie festgestellt werden, weil zu diesem Zeitpunkt die Messinstrumente abgeschaltet waren.

Die kugelförmigen Brennelemente des THTR-Reaktors waren bereits vor Jahren in Castor-Behältern ins Zwischenlager nach Ahaus gebracht worden.

viaBehörden in NRW relativieren: Mehr Krebs am Atomreaktor Hamm-Uentrop – n-tv.de.

Umwelt-Report : Das sind die giftigsten Städte der Welt

Blei, Quecksilber oder Pestizide: Umweltgifte gefährden weltweit die Gesundheit von rund 200 Millionen Menschen. Das geht aus dem Umweltgiftreport 2013 der Schweizer Stiftung Green Cross hervor, der am Dienstag in Zürich präsentiert wurde. Die zehn Orte, die am stärksten betroffen sind, liegen demnach in acht Ländern: Argentinien, Bangladesch, Ghana, Indonesien, Nigeria, Russland, Sambia und der Ukraine. So sind zum Beispiel die Bewohner im afrikanischen Niger-Delta dem Öl fast schutzlos ausgesetzt.

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Schadstoffe sind nach Angaben der Umweltorganisation Green Cross etwa gleich hoch wie die von Aids, Tuberkulose und Malaria. \“Weltweit entsteht jede fünfte Krebserkrankung wegen Umweltgiften oder Verschmutzungen\“, sagte Jack Caravanos vom Blacksmith Institut. Die international tätige Non-Profit-Organisation hat ebenfalls an der Studie gearbeitet.

Deutlich dramatischer ist die Situation in Entwicklungsländern. Fast ein Viertel aller Todesfälle und mehr als 80 Prozent aller Krankheiten sind dort dem Report zufolge auf Umwelteinflüsse zurückzuführen. Besonders betroffen sind demnach Kinder, die etwa im ukrainischen Tschernobyl oft schon vor der Geburt geschädigt werden.

Zwei Städte in Russland

Russland ist gleich mit zwei Städten vertreten: Zwischen 1930 und 1998 wurden laut Report in Dserschinsk, einer Großstadt etwa 400 Kilometer östlich von Moskau, rund 300.000 Tonnen Chemie-Abfälle unsachgemäß abgelagert. Bis heute seien Umweltgifte wie das Nervengas Sarin, Blei oder Phenole nachweisbar.

Die Lebenserwartung der rund 250.000 Bewohner liege zehn Jahre unter dem russischen Schnitt. Die sibirische Industriestadt Norilsk ist Green Cross zufolge durch Schwermetalle so stark verschmutzt, dass der Schnee dort schwarz ist.

„Wir müssen so schnell wie möglich handeln“, sagte Stephan Robinson vom Green Cross. Die richtige Entsorgung von Umweltgiften sei zwar anspruchsvoll, aber trotzdem wesentlich billiger als die Schäden im Nachhinein zu beseitigen. Der Kampf gegen Umweltverschmutzung sei nicht aussichtslos.

Globale Auswirkungen

Falscher Umgang mit Schadstoffen wie Quecksilber, etwa in einer Elektromülldeponie im westafrikanischen Ghana oder im indonesischen Kalimantan, habe nämlich auch globale Auswirkungen. Das Gift gelange in die Atmosphäre: So könnte dann verseuchtes Sushi auch bei uns auf dem Teller landen, sagte Caravanos.

Schädliche Chemikalien, die einfach in die Umgebung fließen, stellten in Gerbereien in Bangladesch die größte Herausforderung dar. In Hazaribagh seien rund 185.000 Bewohner akut bedroht. Besonders gefährdet sind den Angaben zufolge Arbeiter, die praktisch ohne Schutz Chrom ausgesetzt sind.

„Letztendlich ist global ein enormer Geldbetrag nötig, aber auch mit kleinen Einsätzen kann eine Veränderung erzielt werden“, sagte Robinson. Internationale Konventionen könnten politisch Druck auf einzelne Länder ausüben, aber auch Bürgerproteste und Einzelinitiativen zu Verbesserungen führen.

Besonders positiv hervorzuheben seien die Bemühungen Indiens in den vergangenen Jahren. „Indien hat ein gewaltiges Interesse daran, die Situation zu verbessern“, meinte Robinson. 2006 und 2007 fanden sich noch indische Orte auf der Liste der am meisten verschmutzten Gegenden der Welt, doch das habe sich mit starker finanzieller Unterstützung der Regierung geändert.

viaUmwelt-Report : Das sind die giftigsten Städte der Welt – Nachrichten Wissenschaft – Natur & Umwelt – DIE WELT.