Smartphones: Strahlung soll doch Krebs auslösen können

Eine breit angelegte Studie der US-Regierung befeuert die Debatte über die Frage, ob die Strahlung von Handys zur Krebsentstehung beitragen kann. Eine nach hohen wissenschaftlichen Standards durchgeführte Studie des National Toxicology Program (NTP) stellte bei männlichen Ratten einen schwachen Zusammenhang zwischen den Strahlen, wie sie von Handys emittiert werden, und zwei Tumorarten fest.Die Ergebnisse widersprechen bisherigen wissenschaftlich fundierten Studien zum Thema, die eine Krebsgefahr durch Handystrahlen überwiegend verneint hatten. Über die aktuelle Studie hatte unter anderen das „Wall Street Journal“ berichtet. Festgestellt wurde der schwache Zusammenhang für Hirntumore und Tumore im Herzen.Sollte sich der Verdacht erhärten, wäre selbst ein schwach ausgeprägter Zusammenhang zwischen der Handystrahlung und Tumoren brisant. Angesichts der enormen weltweiten Nutzung mobiler Kommunikation in allen Altersklassen hätte selbst ein geringer Anstieg einer Krankheit aufgrund der Aussetzung mit Strahlen „große Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit“, schreiben die Forscher in einem Zwischenbericht.

Eine der größten Studien zur Handystrahlung überhaupt

Laut „Wall Street Journal“ handelt es sich bei der aktuellen US-Regierungsstudie mit Kosten von 25 Millionen Dollar um eine der bislang größten und umfassendsten Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Handystrahlen.

„Es handelt sich um die lange erwarteten Ergebnisse einer wichtigen Studie, die sehr sorgfältig aufgebaut war“, sagte die Strahlenforscherin Elisabeth Cardis vom Barcelona Institute for Global Health der „Welt“. Cardis hatte die sogenannte Interphone-Studie durchgeführt, die bereits 2011 Hinweise auf einen möglichen schwachen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und den zwei Tumorarten fand, die auch Gegenstand der aktuellen Untersuchung waren: Schwannome im Herzen, Tumore des Nervensystems, und Gliome, eine Klasse von Tumoren, die im Gehirn entstehen.

Als Reaktion auf Cardis‘ Interphone-Studie bewertete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Nutzung von Mobiltelefonen seit 2011 als potenziellen Krebserreger der Stufe 2B. In dieselbe Kategorie fallen neben dem Pflanzengift DDT beispielsweise auch bestimmtes eingelegtes Gemüse oder Kaffee.

Tumor-Fallzahlen sind sehr gering

Allerdings warnt Strahlenforscherin Cardis vor voreiliger Panikmache. „Die Tumor-Fallzahlen waren in der NTP-Studie recht gering, und die Ergebnisse wurden in der Studie lediglich als ‚geringe Auftretenshäufigkeit‘ von Gliomen und Schwannomen im Herzen bezeichnet“, sagt Cardis. Aufgrund der enormen Kosten solcher extrem kontrollierter Experimente seien nur 90 männliche und ebenso viele weibliche Ratten pro Untersuchungsgruppe den Strahlen ausgesetzt worden.

Dennoch hält sie die Ergebnisse für relevant: „Weil Gehirntumore und Schwannome sowohl unter Tieren als auch unter Menschen selten sind und weil es Milliarden Handynutzer weltweit gibt, sind diese Ergebnisse sehr wichtig, um mögliche Gesundheitsauswirkungen mobiler Kommunikationstechnik zu bewerten“, sagt Cardis. Pro 100.000 Einwohner würden in Europa jährlich nur vier bis zehn Fälle von Gehirntumoren auftreten. „Die Leute, die bislang behaupteten, es gäbe gar kein Risiko, werden das künftig vermutlich nicht mehr sagen“, zitiert das „Wall Street Journal“ Ron Melnick, der die Studie bis 2009 leitete.

Eine ebenfalls im Mai veröffentlichte Studie von Forschern der Universitäten von Sydney und Neusüdwales, die in der Fachzeitschrift „Cancer Epidemiology“ veröffentlicht wurde, hatte allerdings erst kürzlich wieder Entwarnung gegeben. Weitgehend Konsens unter Forschern war bisher, dass Handystrahlung für Menschen ungefährlich ist und sich höchstens in einer leichten Erwärmung der menschlichen Zellen in unmittelbarer Nähe des Handys auswirkt.

2500 Ratten und Mäuse wurden Handystrahlung ausgesetzt

In der aktuellen NTP-Studie wurden über zwei Jahre mehr als 2500 Ratten und Mäuse in unterschiedlichen zeitlichen Abständen mit Radiofrequenzen bestrahlt, wie sie typischerweise Handys zur Kommunikation nutzen. Die Ratten wurden ihr Leben lang mit Handystrahlen des amerikanischen CDMA- und des auch in Europa genutzten GSM-Standards in einer üblichen Frequenz von 900 Megahertz bestrahlt. Die Bestrahlungen erfolgten dabei jeweils 18 Stunden am Tag, allerdings nicht durchgängig. Auf zehn Minuten mit Bestrahlung folgten zehn Minuten ohne. Zusammengerechnet wurden die Ratten so täglich neun Stunden der Strahlung ausgesetzt.

Die Mäuse wurden einer anderen typischen Handystrahlenfrequenz von 1900 Megahertz ausgesetzt. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Studie steht noch aus. Die Endauswertung haben die NTP-Forscher für Herbst 2017 angekündigt.

Die Untersuchung wurde von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), der US-Behörde für Arzneimittel- und Lebensmittelsicherheit, vor rund 20 Jahren in Auftrag gegeben. Die US-Behörde NTP hatte das IIT Research Institute in Chicago mit der Durchführung beauftragt. Laut den Forschern habe die Entwicklung des Studien-Designs aufgrund der hohen Komplexität des Themas mehrere Jahre gebraucht.

Noch ist unklar, ob die Ergebnisse auch politische Auswirkungen auf die Regulierung von Handys haben werden. Ein Sprecher der US-Regulierungsbehörde FCC sagte dem „Wall Street Journal“, dass sich die Regulierung immer nach dem Stand der Forschung richte, und deutete an, dass es aufgrund der jüngsten Erkenntnisse Anpassungen geben könnte.

Quelle: Smartphones: Strahlung soll doch Krebs auslösen können – DIE WELT

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Neue Snowden-Dokumente: Vodafone – der lange Arm des Geheimdienstes?

Neue Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden geben tiefe Einblicke in die alltägliche Zusammenarbeit zwischen Geheimdiensten und Telekommunikationsunternehmen in Großbritannien. Im Mittelpunkt steht eine Firma, die heute zum Vodafone-Konzern gehört.

Cornwall, im Südwesten Englands: Ein Paradies für Naturliebhaber, Surfer und Wanderer. Und für Spione. Dort wo die Schafe blöken, türmen sich im Hintergrund die Satellitenschüsseln des Global Communications Headquarter auf. Der GCHQ ist Großbritanniens Auslandsgeheimdienst, der durch Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden in den Ruf geraten ist, sich für alles zu interessieren, was Menschen sich zu sagen haben.

Wie die Spione dabei mit britischen Telekommunikationsunternehmen konkret zusammengearbeitet haben sollen, das ergibt sich aus bislang unveröffentlichten Dokumenten aus dem Snowden-Archiv, die NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ einsehen konnten. Darin zeigt sich: Zu einer Firma scheinen die Bande des GCHQ offenbar besonders eng gewesen zu sein: Cable & Wireless, ein Unterseekabel-Betreiber, der 2012 von Vodafone übernommen worden ist.

Deckname GERONTIC

In den Dokumenten trägt Cable & Wireless den Decknamen GERONTIC und nahezu überall wo man hinschaut, taucht dieser Deckname auf. Zum Beispiel in einer akribisch geführten Excel-Tabelle aus dem Jahr 2009, in der die GCHQ-Mitarbeiter auswerten, auf welche Kabel sie Zugriff haben und wie viele Daten sie ausleiten können.

63 Kabel sind dort aufgeführt, bei rund der Hälfte ist als Gehilfe beim Lauschen GERONTIC verzeichnet. Gleiche Datei, nächste Tabelle: Das GCHQ habe damals, 2009 Zugriff auf knapp 7000 Gigabit pro Sekunde – eine unglaubliche Menge, erst recht für die damalige Zeit. Knapp 70 Prozent davon sollen kommen von: GERONTIC.

Auch die Firma British Telecom wird in den Dokumenten genannt, unter ihrem Decknamen REMEDY oder der Kabelbetreiber Level 3, getarnt als LITTLE. Insgesamt sind es sieben Unternehmen. Aber nach den Unterlagen sei wohl keines so aktiv gewesen wie die heutige Vodafone-Tochter.

Keine Info unter dieser Nummer

Man möchte Cable & Wireless gern dazu befragen, aber das geht ja nicht, die Firma gibt es nicht mehr. Im Sommer 2012 wurde Cable & Wireless von Vodafone gekauft, für rund eine Milliarde Euro. Es war Vodafones großer Einstieg in das Geschäft mit den Kabeln. Also fragt man Vodafone nach GERONTIC und den vielen Zugängen zu den Daten der Kunden, die man dem GCHQ gab. Dort, so heißt es, habe man von konkreten Codenamen oder Operationen keine Kenntnis.

Nach Medienberichten zu der Snowden-Affäre sei man aber auf die Suche nach Altlasten in der hauseigenen Kabel-Abteilung gegangen. Das Ergebnis: Man konnte keine Hinweise auf illegales Vorgehen bei Cable & Wireless finden. Man habe stets nur das getan, was das Gesetz vorschreibt. Alles sauber im Hause Vodafone, soll das wohl heißen. Eine Antwort, die man im Zuge der Snowden-Enthüllungen sehr oft von Vodafone gehört hat.

Dokumente legen Kooperation nahe

Illegal ist das Ausleiten von Daten auch in schier unfassbaren Mengen in Großbritannien unter bestimmten Umständen nicht. Aber sauber? Wenn man die Dokumente weiter durchforstet, stößt man auf Zeugnisse der alltäglichen Zusammenarbeit zwischen dem Geheimdienst und der heutigen Vodafone-Tochter.

In wöchentlichen Status-Berichten im Intranet erzählten sich die GCHQ-Projektgruppen von ihren Fortschritten, zumindest bis 2012. Im Telegraphen-Duktus schreiben sie ihre Einträge, die zu dem Bild des gesetzlich verpflichteten Zwangshelfers so gar nicht passen wollen, das Vodafone von sich selbst und auch seiner damals eigenständigen Kabel-Tochter vermitteln möchte.

27. Juni 2008:
• „GERONTIC wurden die Spezifikationen der Kernkomponenten unseres Interesses zu internen Tests gegeben (…). Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, erlaubt das die Machbarkeitsstudie im Zielsystem.“
• Kalendereintrag: Treffen des gemeinsamen GERONTIC-Projektteams.

08. August 2008
• „Wir werden gemeinsam mit GERONTIC nachprüfen, ob es Möglichkeiten gibt, früher Vorteile aus dem Zugang zu bekommen, indem wir andere Ausleitungsrouten nutzen.“

29. August 2008
• „Was wir kommende Woche planen: (…) Über die Beziehung zu den GERONTIC-Betreiberdienstes und dem Team für besondere Beziehungen sprechen.“

03. Oktober 2008
• „GERONTIC hat einen lokalen Testaufbau ihrer Zugänge in Großbritannien aufgebaut. Damit kann GERONTIC die Funktionalität der Switch-Software überprüfen.“ Und weiter: „Wenn dieser Test erfolgreich ist, ist der nächste Schritt, dass GERONTIC so etwas alleine in ihrem eigenen Netzwerk durchführt.“

31. Oktober 2008
• „GERONTIC plant gerade den Ablauf der Abhör-Installationen“

28. November 2008
• „Update von GERONTIC zu den Möglichkeiten zukünftiger Zugänge und Datenumleitungen.“

06. Februar 2009
• „[Mitarbeiter] ist dem Team beigetreten. [Mitarbeiters] Rolle ist ein Vollzeit-Projektverwalter integriert bei GERONTIC.“

Auch Hinweise auf größere Geldflüsse tauchen in den Snowden-Dokumenten auf. So findet sich in einer Budget-Tabelle für den Februar 2009 ein Eintrag in Höhe von fast sechs Millionen Pfund, gebucht auf ein GERONTIC-Projekt. An andere Stelle sind es sogar einmal fast 20 Millionen Pfund in einem Monat.

Es bleibt ein ungutes Gefühl

Gemeinsame Projektgruppen, Millionen-Zahlungen, das eigenständige Testen von Abhör-Equipment im eigenen Netz – dazu möchte man Cable & Wireless sehr gern befragen. Aber das Problem bleibt bestehen: Die Firma heißt heute Vodafone und dass zwischen die Vorgänger-Firma und die Schnüffler vom GCHQ offenbar kaum ein Blatt Papier passte, dafür hätten interne Untersuchungen keine Anhaltspunkte ergeben, insbesondere nicht für illegale Aktivitäten.

Aber kann man sich als Kunde eines Kommunikationsanbieters wohlfühlen, wenn Dokumente nahe legen, dass ein Teil des Konzerns früher „Abhör-Installationen“ geplant hat? Wenn es nach den Unterlagen gemeinsame Projektgruppen mit dem Geheimdienst gab, offenbar sogar Spione im Unternehmen integriert waren?

Also fragt man Vodafone, wie die Firma diese Einträge bewertet. Der Konzern sagt, er habe von den geheimen Operationen nie gehört und halte sich ohnehin jederzeit an das Gesetz. Zu den Zahlungen sagt das Unternehmen zwar auch, dass es von ihnen nie gehört hat. Fügt aber hinzu, dass auch im Zuge von Maßnahmen, zu denen man gesetzlich verpflichtet sei, Kosten entstehen können. Und die bekämen Telekommunikationsunternehmen in einigen Fällen von der Regierung erstattet. Man verdiene daran nichts.

Hat Vodafone auch das Geschäftsgebaren übernommen?

Daran zweifelt Dr. Sandro Gaycken. Der Ex-Hacker ist heute IT-Sicherheitsberater und arbeitet an der Freien Universität Berlin. NDR, WDR und „SZ“ haben ihm einige Ausschnitte aus den Budget-Unterlagen des GCHQ vorgelegt. Seine Vermutung: „Wahrscheinlich wurde Vodafone zur Kooperation gezwungen und dann hat man sich gedacht: Wenn wir schon kooperieren müssen, können wir daraus auch gleich ein Geschäft machen. „

Ob Vodafone letztlich nur die Kabel von Cable & Wireless übernommen hat, oder auch das Geschäftsgebaren im Umgang mit dem Geheimdienst, lässt sich anhand der Dokumente nicht abschließend klären. Nicht, weil es die Dokumente nicht hergäben, sondern weil die GCHQ-Leaks schlicht nicht bis in die Zeit nach der Übernahme hineinreichen.

Dann ist da noch NIGELLA

Aber eine Spur in die Gegenwart des Kommunikationsriesen findet sich dann doch noch. Und die ist ausgesprochen brisant: Es geht um einen Zugang mit dem Codenamen NIGELLA – eine Abhör-Aktion an einem Untersee-Kabel, das Großbritannien mit Afrika, dem Nahen Osten und Asien verbindet. Flag Europe Asia (FEA) heißt das Kabel, auch deutsche Daten fließen hindurch, zum Beispiel wenn deutsche Unternehmer mit Geschäftspartnern in Fernost kommunizieren.

Der Betreiber ist eine indische Firma namens Reliance, die in Cornwall eine moderne Anlandestation gebaut hat. Dort wird das Kabel an das lokale Datennetz der Briten angeschlossen – und genau dort in dieser Anlandenstation, soll sich laut der Unterlagen der Geheimdienst GCHQ in das Kabel eingehackt haben. Angeblich mit Hilfe von Vodafone, das den Anschluss an das lokale Netz (Backhaul genannt) betreibt.

Wurde bei der Konkurrenz eingebrochen?

Den internen GCHQ-Dokumenten zufolge gelang es GERONTIC, dem Geheimdienst dort Zugriff auf Reliance-Infrastruktur zu verschaffen. GERONTIC soll dabei offenbar Metadaten weitergegeben haben, zum Beispiel sogenannte Performance-Statistiken der Router und Übersichten, welche Webseiten die Nutzer angesurft haben. Diese Daten sollen in ein Sammelsystem namens INCENSER geflossen sein, für das sich auch für das Jahr 2013 noch zahlreiche Unterlagen und Belege finden lassen.

Das klingt sehr technisch, würde aber im Umkehrschluss heißen: Cable & Wireless wäre offenbar für den Geheimdienst bei der Konkurrenz eingebrochen. Und das wohl auch noch nach der Übernahme durch Vodafone.

Damit konfrontiert, teilt Vodafone mit, keinen Zugriff auf Nutzerdaten andere Firmen zu gewähren. Und auf Nachfrage, wie es denn mit Protokollen, Statistiken und Metadaten so stehe, teilt das Unternehmen noch einmal mit, man habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten anderer Firmen und auch keine weitergegeben. Und Metadaten? Ein drittes Mal: keine Antwort. Abgesehen davon, natürlich, dass man sich nur an das Gesetz halte.

Vodafone auch im Visier deutscher Ermittler

Auch der deutschen Bundesregierung ist die Nähe zwischen Vodafone und dem GCHQ offenbar aufgefallen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nach den Snowden-Enthüllungen im vergangenen Jahr die Mobilfunkanbieter in Deutschland untersucht und verlangte von den Netzbetreibern in Deutschland Auskunft, ob womöglich Daten ins Ausland abgeleitet werden.

Alle Betreiber antworteten zur Zufriedenheit des BSI – bis auf einen: Vodafone. In einem als Verschlusssache eingestuften Schreiben aus dem Jahr 2013, das NDR, WDR und „SZ“ einsehen konnte, heißt es: „Die Selbstauskunft von Vodafone Deutschland lässt für mobile Kommunikation innerhalb des deutschen Rechtsraums bislang keinen eindeutigen Schluss zu, ob der Zugriff auf bzw. die Ausleitung von Metadaten (bspw. „Billing Informationen“) oder SMS in ausländische Rechtsräume unterbleibt.“

Vodafone sagt dazu, man verstehe nicht, wie das BSI zu solch einer Einschätzung komme, und könne das nicht nachvollziehen.

viaNeue Snowden-Dokumente: Vodafone – der lange Arm des Geheimdienstes? | tagesschau.de.

Brandanschläge auf Bahn legten auch Handys lahm

Unbekannte Täter haben am Samstag auf Kabelschächte an Bahnstrecken im niedersächsischen Bad Bevensen, Bremen und Karstädt in Brandenburg Brandanschläge verübt und damit auch Mobilfunkverbindungen lahmgelegt.

Die Brandanschläge in der Nacht zum Samstag auf Kabelschächte der Deutschen Bahn sollten offenbar an den Tod eines französischen Atomkraftgegners bei einem Castor-Transport aus dem französischen La Hague ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben vor zehn Jahren erinnern. Das geht aus einem Bekennerschreiben hervor, das unter dem Pseudonym „Autonome Gruppen“ auf einer Website der linken Szene veröffentlicht wurde.

Wegen der Feuer fielen die Stellwerke in Hamburg, Kiel und Lübeck, die Signalanlagen sowie der Funkverkehr zu den Zügen für mehrere Stunden aus. Die Lokführer mussten langsamer fahren und sich über Handy verständigen. In Bremen hatten die Täter gleich an zehn Stellen etwa 15 Kilogramm schweren Betonplatten von den Kabelschächten entfernt, um Feuer zu legen.

Betroffen waren nicht nur Bahn-Kunden, sondern auch Handy-Nutzer. Weil in den Kabelschächten auch Leitungen des Mobilfunkanbieters Vodafone liegen, konnten nach Angaben des Unternehmens knapp 70.000 Kunden im Großraum Bremen und Oldenburg am Samstag stundenlang nicht telefonieren. Die Bahnanlagen in Bad Bevensen und Bremen konnten nach Angaben der Bahn am Samstagabend wieder repariert werden. Die Schäden in Karstädt sollen erst im Laufe des Montags behoben werden, das laut Bahn zunächst Ersatzteile beschafft werden müssen.

Nach der Veröffentlichung des Bekennerschreibens hatten Staatsschutzabteilungen der Landespolizei die Ermittlungen von der Bundespolizei übernommen. In Brandenburg wurde eine eigene Ermittlungsgruppe beim Landeskriminalamt gebildet. Auch die Staatsanwaltschaft Lüneburg nahm Ermittlungen auf. Zur Schadenshöhe konnte die Bahn am Sonntag noch keine Angaben machen.

viaBrandanschläge auf Bahn legten auch Handys lahm | heise online.

Alarm um Handy-Urteil: Ärztekammer fordert handyfreie Zonen

Artikel vom 06.12.2012

Telefonieren mit Handy- und Schnurlostelefonen kann zu einer 80-prozentigen (!) Invalidität führen. Zu diesem Horror-Ergebnis kommt ein Urteil des italienischen Höchstgerichts. Deshalb fordert die Wiener Ärztekammer die Etablierung von handyfreien Zonen – ähnlich den rauchfreien Zonen in öffentlichen Gebäuden. Dies sei notwendig, um die Strahlenbelastung zu minimieren und die Menschen zu einem bewussteren Umgang mit der Mobilfunktechnologie zu bringen.

Ein Urteil des italienischen Höchstgerichts, wonach exzessives Telefonieren mit Handy- und Schnurlostelefonen zu einer 80-prozentigen Invalidität führen kann, lässt die österreichischen Ärzte aufhorchen. Dieses Urteil zeige deutlich, wie gefährlich der sorglose Umgang mit mobilem Telefonieren sei. Es sei äußerst bedenklich, wenn in Gesundheitsfragen ärztliche Ratschläge und Empfehlungen ignoriert würden und Handlungsbedarf erst durch Gerichtsurteile geweckt werden müsse, so die Ärztekammer.

Es stehe außer Frage, dass Mobiltelefone ein praktisches Tool zur Bewältigung von Alltagssituationen und als Alarmierungssystem in Notfallsituationen sei, so die Ärztekammer. Dass das Handy bei vielen jedoch selbst im Bett mit dabei ist, schieße weit über das Ziel hinaus. Viele Menschen hätten inzwischen sogar Entzugssymptome, wenn sie ihr Handy einmal plötzlich nicht mehr bei sich hätten.

Ärzte fordern Handypfand-System

Doch auch die Produktion von Mobiltelefonen sei äußerst umweltbedenklich: Denn hierzu werden seltene Metalle verwendet, deren Gewinnung nur unter Risiken erfolge. Ein Handypfand-System, wie die Ö3-Wundertüte – wo das Einsammeln von alten Handys und Netzgeräten zur Lukrierung von Geldern für wohltätige Zwecke verwendet wird- sei ratsam, meint die Ärztekammer.

4,6 Milliarden Handy-Nutzer

Circa 4,6 Milliarden Menschen sind weltweit als Anwender eines Mobilfunkgeräts registriert – mit steigender Tendenz. Die Gefährlichkeit einer intensiven Mobilfunk- und Schnurlostelefonie mit Studien zu untermauern, sei deshalb problematisch, weil die Etablierung dieses globalen Massenphänomens noch zu kurz sei, meinen die Ärzte.

Hier noch die 10 medizinischen Handy-Regeln

Prinzipiell so wenig und so kurz wie möglich telefonieren – Festnetz oder VoIP verwenden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Handys nur für den Notfall mitführen.

Das Handy während des Gesprächaufbaus von Kopf und Körper fernhalten (Armabstand)

Nicht in Fahrzeugen (Auto, Bus, Bahn) telefonieren – die Strahlung ist höher

Beim Versenden von SMS das Handy generell so weit wie möglich vom Körper fernhalten

Beim Kauf von Handys auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss achten

Handys nicht in die Hosentasche stecken – die Strahlung kann möglicherweise die Fruchtbarkeit bei Männern beeinträchtigen

Zu Hause über das Festnetz telefonieren und das Handy ausschalten 

Keine Spiele via Handy spielen

Bei Verwendung von Headsets oder integrierter Freisprecheinrichtung Handys möglichst weit weg vom Körper positionieren (z.B. äußere Rocktasche, Handtasche) 

Besonders Wireless LAN bzw. UMTS führen zu einer hohen Dauerbelastung

viaAlarm um Handy-Urteil: Ärztekammer fordert handyfreie Zonen | Heute.at.

Lenovo : Chinesische Attacke auf Apple und Samsung

Mit dem Kauf des Motorola-Geschäftes von Google könnte nun endlich etwas Bewegung in den Smartphone-Markt kommen. Bislang sind es ausschließlich Samsung und Apple, die dort das Sagen haben. Das dominante Duopol trägt den Kampf mehr oder weniger unter sich aus.

Das gilt vor allem, wenn es um Gewinne geht. Für andere Hersteller bleibt kaum etwas übrig. Lenovo hat nun zumindest die Möglichkeit, das zu ändern. Zum einen können die Chinesen sich nun den Größenvorteil zunutze machen. Je höher die Stückzahlen werden, desto günstiger wird die Produktion.

Zum anderen kann Lenovo die Marke Motorola als Sprungbrett nutzen. In China ist Lenovo bekannter als Motorola. Das gilt aber nicht für Europa und Amerika. Will Lenovo bei den Großen mitspielen, hilft ein bekannter Name. Zwar geht es auch ohne, aber dann dauert es länger.

Im Unterschied zu Apple spielt Lenovo mit Motorola künftig in jeder Preiskategorie mit. Damit kommt der Hersteller schon gefährlich nah an die Strategie des Weltmarktführers Samsung heran. Der Motorola-Kauf dürfte daher auch für Samsung gefährlicher sein als für Apple.

Lenovo hat schon einmal gezeigt, dass die Chinesen eine große Übernahme erfolgreich verdauen können. Als der Konzern das PC-Geschäft von IBM übernommen hat, sind viele davon ausgegangen, dass die Integration nicht gelingt. Sie haben sich geirrt. Lenovo ist nun PC-Weltmarktführer.

Das bedeutet zwar nicht, dass dieses Rezept auch im Markt für Smartphones funktioniert. Aber der Auftakt für den Versuch ist in jedem Fall gelungen. Mit seiner Risikobereitschaft zeigt Lenovo, dass es den Willen und den Mut hat zu gestalten. Das kann man nicht von vielen Unternehmen behaupten.

viaLenovo : Chinesische Attacke auf Apple und Samsung – Nachrichten Wirtschaft – DIE WELT.

NSA soll Mobilfunk in China gehackt haben

Neue Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Snowden setzen die USA unter Druck. Der Abhördienst NSA habe in China nicht nur das Internet, sondern auch den Mobilfunk ausgespäht. Auch über andere Angriffsziele berichtet er.

Der US-Geheimdienst NSA soll Millionen chinesischer Mobilfunknachrichten sowie wichtige Datenübertragungsleitungen der Tsinghua-Universität in Peking ausspioniert haben. Wie der nach Hongkong geflüchtete frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden in einem Interview der Hongkonger Zeitung South China Morning Post berichtete, soll der Abhördienst auch Mobilfunkanbieter in China angegriffen haben, um SMS-Kurznachrichten abzufangen. Im vergangenen Jahr wurden nach offiziellen Angaben fast 900 Milliarden SMS in China verschickt.

Snowden berichtet außerdem detailliert über Angriffsziele der NSA. So soll der Geheimdienst unter anderem renommierte Universitäten in China sowie Pacnet angegriffen haben.

Mit den Angriffen auf die renommierte Tsinghua-Universität in Peking zielte der Abhördienst auf eines der sechs großen Netzwerke des Landes, das Bildungs- und Forschungsnetzwerk Cernet, das dort angesiedelt ist. Es war einst das erste Internet-Netzwerk in China und hat sich zum größten Forschungsnetz entwickelt. Bei dem jüngsten Angriff im Januar seien allein an einem Tag mindestens 63 Computer und Server der Universität gehackt worden, berichtete Snowden. Er beschrieb die Angriffe als umfassend und intensiv.

USA erheben Anklage gegen Snowden

Zuvor hatte der Ex-Geheimdienstmitarbeiter schon enthüllt, dass auch die chinesische Universität in Hongkong angegriffen worden sei, die die Zentrale des Internetverkehrs in der Hafenmetropole ist.

Außerdem sagt er, dass es 2009 Angriffe auf Computer von Pacnet in Hongkong gegeben habe. Pacnet ist Betreiber eines der größten Glasfasernetze in der Asien-Pazifik-Region und wickelt auch Internetverkehr mit den USA ab. Diese Angriffe seien aber eingestellt worden.

Indes haben die USA Snowden wegen Spionage angeklagt und fordern seine Festnahme in Hongkong sowie seine Auslieferung. Die US-Behörden haben nach Berichten des Senders CNN bereits Kontakt mit den Stellen in Hongkong aufgenommen. Der Chef der dortigen Polizeibehörde wollte nicht sagen, wie sich die Behörden verhalten werden.

Wie die South China Morning Post berichtete, ist der 29-Jährige Snowden weder festgenommen noch in Polizeigewahrsam.

Experten erscheint es aber nur eine Zeitfrage, wann die Hongkonger Polizei angesichts der Anklage in den USA vor Gericht eine vorübergehende Festnahme beantragt, was auch eine Ausreise unmöglich machen würde. Allerdings kann Snowden gerichtlich dagegen vorgehen oder politisches Asyl beantragen und Berufungsinstanzen durchlaufen, was ihm weitere Zeit geben könnte.

viaNSA soll Mobilfunk in China gehackt haben – Politik – Süddeutsche.de.