Vermüllte Ozeane

Die Ozeane der Erde werden immer mehr zur Müllkippe des Menschen. Erst vor wenigen Monaten zeigte eine Studie, dass Plastikmüll inzwischen selbst in entlegenen Tiefseegebieten zu finden ist. Jetzt präsentiert eine internationale Forschergruppe eine erschreckende Bilanz des an der Meeresoberfläche schwimmenden Plastiks: Demnach treiben rund 5,25 Billionen Kunststoffpartikel verschiedenster Größen in den Weltmeeren umher. Die gesamte Masse dieses Mülls beträgt fast 270.000 Tonnen – und das ist nur der schwimmende Teil dieser Kunststoffflut.

viaVermüllte Ozeane – bild der wissenschaft.

Geschirr und Behälter aus Plastik – weit über 280 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich weltweit produziert. 19,5 Millionen davon allein in Deutschland.

viaRecycling von Plastik: Wiederverwertung vs. Verbrennung – Wirtschaft – Süddeutsche.de.

Werbeanzeigen

Plastiktüten: Deutsche verwenden immer mehr Jutetaschen

Jute statt Plastik: Diesen Slogan der Umweltbewegung beherzigen die Deutschen laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) zunehmend. Der Verbrauch von Kunststofftragetaschen in Deutschland ging demnach von etwa sieben Milliarden Stück im Jahr 2000 auf rund sechs Milliarden im Jahr 2012 zurück. Das ist ein Rückgang um elf Prozent.

Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt der Studie zufolge bei 76 Stück pro Jahr; im EU-Durchschnitt sind es 198. Das liegt offenbar auch an der Wiederverwendung: Knapp drei von vier Verbrauchern (72 Prozent) sagten, sie nutzten Tragetaschen mehrfach – die letzte Verwendung sei die als Müllbeutel. Fast ein Drittel gab an, die Tüten mehr als fünfmal zu nutzen.

Von den 2012 ausgegebenen 6,1 Milliarden Kunststofftragetaschen sei fast die Hälfte wiederverwendbar gewesen, heißt es in der Studie der Verpackungsforscher. Die übrigen Tüten waren beispielsweise zu klein oder zu dünn für einen erneuten Gebrauch.

Das Fazit der Studie unter rund tausend Befragten lautet, dass Verbraucher und Handel überwiegend „sehr verantwortungsbewusst“ mit Kunststofftragetaschen umgehen. Das dürfte die Auftraggeber freuen: Die Untersuchung entstand für die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, die Plattform für Kunststoff und Verwertung und den Handelsverband Deutschland, der den deutschen Einzelhandel vertritt.

Die Branche wehrt sich gegen Eingriffe wie das von der EU geplante Verbot für dünne Plastiktüten. In der Studie wird es als „nicht notwendig“ zurückgewiesen. Der Anteil der Tragetaschen am Siedlungsabfall betrage 0,17 Prozent und sei kaum relevant. Der EU-Plan bezieht sich nur auf dünne Tüten, wie sie zum Einpacken von Obst und Gemüse im Laden verwendet werden. Dickere Tüten, die an den Kassen ausgegeben werden, wären von dem Plan nicht betroffen.

Das Umweltbundesamt (UBA) forderte den Einzelhandel dennoch auf, Tragetaschen nur noch gegen eine Gebühr abzugeben – wie dies in den meisten Supermärkten bereits der Fall ist. Dort kosten Plastiktragetaschen zwischen zehn und 30 Cent pro Stück. „Einwegtüten sind ein kurzlebiges Produkt“, sagte UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann in Berlin. Selbst bei zwei- bis dreimaligem Gebrauch seien sie nur schwer mit Abfallvermeidung und einer effizienten Nutzung der Ressourcen vereinbar. Auch biologisch abbaubare Kunststofftüten seien „keine Alternative“.

Holzmann verwies auf die vielen Plastiktüten, die an den Küsten von Nord- und Ostsee angeschwemmt werden. Sie gelangten trotz des in Deutschland hochentwickelten Abfallwirtschaftssystems in die Umwelt.

An der Nordsee seien in den Jahren 2008 bis 2012 im Schnitt 1,5 Plastik-Tragetaschen und drei kleine dünnwandige Plastiktüten pro hundert Meter Küstenlinie gefunden worden, sagte Holzmann. Diese Fragmente würden von den Meereslebewesen mit Nahrung verwechselt, könnten die Mägen der Tiere verstopfen und so zum Tod durch Verhungern oder innere Verletzungen führen. Zusätzlich könnten schädliche Weichmacher ins Meer gelangen.

viaPlastiktüten: Deutsche verwenden immer mehr Jutetaschen – SPIEGEL ONLINE.

Das Müllproblem mit dem Tee auf Knopfdruck

Der Erfolg von Kaffeekapseln soll mit Tee fortgeführt werden. Umweltfreundlich ist aber auch dieses Konzept nicht

Wenn es draußen kalt ist, geht nichts über eine Tasse Tee. Die Zubereitung ist in der Regel nicht besonders schwierig: Teebeutel oder Teemischung in die Tasse, kochendes Wasser aufgießen, ziehen lassen und fertig. Teekenner werden nun aufschreien, dass für erstklassigen Tee auf jeden Fall Wassermenge, Ziehzeit und Temperatur berücksichtigt werden müssen.

Wer jedoch keine Lust hat, aus der Teezubereitung eine eigene Wissenschaft zu machen, dem soll zum Beispiel die Teemaschine Special.T von Nestlé Abhilfe schaffen. Per Knopfdruck wird mit diesem Gerät laut aktuellem Werbespot \“jeder Tee zu einer außergewöhnlichen Reise\“.

Umweltschädliche Aluminiumkapseln

Nach dem Konzept von Nespresso funktioniert die Teemaschine ebenfalls mit Kapseln. Derzeit hat Nestlé rund 25 Sorten zur Auswahl, zehn Kapseln Schwarztee kosten beispielsweise vier Euro, das sind 40 Cent pro Tasse Tee. Doch nicht nur finanziell schlägt der Tee auf Knopfdruck zu Buche.

Denn die Aluminiumkapseln, in denen der Tee verpackt ist, sind problematisch für die Umwelt. Für deren Entsorgung der Kapseln bietet Nestlé – genau wie Nespresso – ein Recyclingprogramm an, bei dem Kunden ihre leeren Teekapseln in Nespresso-Boutiquen deponieren können. Wer keine solche in der Nähe hat, sollte die Kapseln in einem Altstoffcontainer für Metall entsorgen. Da dieser Entsorgungsaufwand vielen Menschen vermutlich zu mühsam ist, landet ein großer Teil der Kapseln am Ende direkt im Hausmüll.

Das Geschäft mit den Kapseln

Nestlé ist aber nicht das einzige Unternehmen, das mit Teekapseln Geschäfte machen will. Zum Beispiel gibt es von dem Schweizer Hersteller Cremesso ebenfalls eine Maschine, mit der sowohl Tee als auch Kaffee zubereitet werden kann. Bei den Kapseln wurde zwar auf Aluminium verzichtet, sie sind aber aus Polypropylen, einem Kunststoff, aus dem auch Abfallsäcke gefertigt werden.

Seit November ist Teekanne der erste Anbieter in Österreich, der Teekapseln für Nespresso-Maschinen verkauft. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und können in den Restmüll geworfen worden. Der Abbauvorgang dauert 900 Tage, heißt es in einem Statement von Teekanne zu derStandard.at.

Auch wenn sich die Kapselproduzenten wohl in Zukunft verstärkt mit der Umweltverträglichkeit ihrer Produkte auseinandersetzen, wächst mit der steigenden Zahl an Kapselmaschinen in den Haushalten auch der Abfallberg.

Abwarten und Beuteltee trinken

Laut einem Artikel der Tagezeitung \“Die Welt\“ vom Jänner wird in diesem Jahr in Deutschland 4.000 Tonnen Aluminium- und Plastikmüll durch Kaffeekapseln anfallen. Ein Umweltingenieur kritisiert den hohen Energiebedarf bei der Herstellung der Kapseln, ebenso wie den geringen Grad des Recyclings. Auch an der Richtigkeit der Angaben der Konzerne zu den Recyclingquoten zweifelt er.

In Österreich verwenden laut einer Gfk-Studie bereits mehr als 35 Prozent der Kaffeetrinker zu Hause eine Kapselmaschine, Tendenz steigend. Nach Angaben des Marktbeobachters Euromonitor wurden im Jahr 2012 weltweit acht Milliarden Dollar Umsatz mit den Kapseln erzielt, 5,1 Milliarden davon allein in Westeuropa.

Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage des Geschmacks. Da sich über diesen nicht streiten lässt, gilt in Anbetracht der Kosten und des Abfalls das Motto: abwarten und Beuteltee trinken.

viaDas Müllproblem mit dem Tee auf Knopfdruck – Die Ökofuzzis – derStandard.at › Panorama.

StEP-Bericht: Globaler Elektroschrott-Menge wächst rapide

Alte Handys, kaputte Kühlschränke, ausgediente Fernseher: Der globale Elektroschrott-Berg wird laut Uno binnen fünf Jahren um ein Drittel wachsen. Besonders beunruhigend: Entwicklungs- und Schwellenländer produzieren inzwischen mehr E-Müll als die Industriestaaten.

Die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts läuft, in Deutschland und anderen reichen Ländern kaufen die Menschen massenweise Elektroartikel. Doch die Tablet-Computer, Handys und Fernseher, die heute noch brandaktuell sind, werden schon morgen veraltet sein. Das meiste davon wird sich in einigen Jahren auf der Müllkippe wiederfinden.

Ein neuer Uno-Bericht kommt nun zu dem Ergebnis, dass der Elektroschrott-Berg mit atemberaubendem Tempo wächst. 2012 habe die globale Gesamtmenge knapp 49 Millionen Tonnen betragen, doch bis 2017 werde sie um ein Drittel auf mehr als 65 Millionen Tonnen steigen. Das entspreche in etwa dem 200-fachen Gewicht des Empire State Buildings, teilte die Uno-Initiative \“Solving the E-Waste Problem\“ (StEP) mit, die am Sonntag die interaktive Weltkarte des Elektroschrotts veröffentlichte.

Ein großer Teil des mitunter hochgiftigen Mülls landet auf den Halden der Dritten Welt, wo Menschen unter oft katastrophalen Bedingungen versuchen, wertvolle Rohstoffe wie etwa das Kupfer aus Kabeln zu gewinnen. Doch das alte Bild von den Luxusgeräten, die von den Reichen genutzt und dann den Armen zum Ausschlachten überlassen werden, stimmt immer weniger mit der Realität überein: Laut den neuen StEP-Zahlen produzieren die Entwicklungs- und Schwellenländer inzwischen mehr E-Müll als die Industriestaaten.

2012 seien in Staaten wie den USA und Japan sowie den EU-Mitgliedsländern zusammen 23,5 Millionen Tonnen auf dem Müll gelandet. In allen anderen Ländern seien es dagegen 25,4 Millionen Tonnen gewesen. Noch 2007 hätten die Industrienationen den größten Teil des Elektromülls produziert. Doch der jetzige Anstieg gehe vor allem auf das Konto von Entwicklungsländern sowie wirtschaftlich aufstrebenden Staaten wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

Hunger nach Technologie

\“Die Menschheit hungert nach Technologie, die das Leben erleichtert\“, sagte Rüdiger Kühr, Chef des in Bonn ansässigen StEP-Sekretariats. \“Dabei geht es nicht nur um Kommunikationstechnik, sondern auch um medizinische Geräte, Waschmaschinen und Elektrospielzeug, das zur Weihnachtszeit sehr beliebt ist.\“

2012 habe jeder Mensch auf der Welt pro Jahr durchschnittlich sieben Kilo Elektromüll produziert. Dabei liegen die Amerikaner mit fast 30 Kilo pro Person vorn, die Deutschen mit gut 23 Kilo ebenfalls weit über dem Mittelwert. In China liegt die Pro-Kopf-Produktion von E-Müll bei 5,4 Kilogramm, allerdings holt das Land schnell auf. Die Gesamtmenge an Elektroschrott lag 2012 in China mit 7,3 Millionen Tonnen nur relativ knapp hinter den USA, in denen 9,4 Millionen Tonnen anfielen. Doch das Verhältnis dürfte sich bald umkehren, denn 2012 kamen in China mehr als elf Millionen Tonnen neue Elektrogeräte auf den Markt – eine Million Tonnen mehr als in den USA.

Damit passen die StEP-Zahlen gut zu einer kanadischen Studie, die Ende Oktober erschienen ist. Sie besagt nicht nur, dass der globale Abfallausstoß noch bis zum Jahr 2075 stetig wachsen wird, allen Öko- und Recycling-Initiativen zum Trotz. Sie zeigte auch: Je wohlhabender ein Land ist, desto giftiger wird sein Müll – eben wegen des steigenden Anteils von Elektroschrott.

Parallel zum StEP-Report veröffentlichte das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine Studie über den E-Müll der USA. Demnach wurden in dem Land allein im Jahr 2010 rund 120 Millionen Handys entsorgt. Für den Großteil des Gewichts seien dagegen Fernseher und Computermonitore verantwortlich gewesen. Die Autoren des Berichts fordern nun eine bessere Überwachung von Elektroschrott-Exporten. \“Wir können die komplexen grenzüberschreitenden E-Müll-Flüsse nicht in den Griff bekommen ohne ein besseres Verständnis der Mengen und Ziele\“, sagte MIT-Professor Joel Clark.

Ein besseres Recycling alter Elektrogeräte könnte sich auch wirtschaftlich lohnen, insbesondere wegen der zuletzt stark gestiegenen Metallpreise. Beim Kupfer funktioniert das bereits leidlich: Etwa die Hälfte der deutschen Kupferproduktion wurde recycelt. Doch Gold, Silber und Palladium werden auch in Europa kaum recycelt. Nach Angaben des Uno-Umweltprogramm Unep gehen so jedes Jahr Milliarden Euro verloren. Allein in Computern kamen 2008 Gold, Silber, Kupfer, Palladium und Kobalt im Wert von 2,7 Milliarden Euro in die Geschäfte.

viaStEP-Bericht: Globaler Elektroschrott-Menge wächst rapide – SPIEGEL ONLINE.

Italien: Zehntausende demonstrieren gegen Camorra-Giftmüll

Zehntausende Demonstranten habe in Neapel eine Reinigung illegaler Giftmüllhalden in ihrer Heimat verlangt. Die Camorra genannten kriminellen Familienclans der Region sollen dort toxischen Abfall vergraben haben. Das Material komme unter anderem aus Norditalien und Deutschland, hieß es.

70.000 Menschen nahmen nach Angaben der Veranstalter an der Kundgebung teil. Die Demonstranten trugen Spruchbänder mit dem Wort Biocidio (\“Biomord\“) und Bilder von Angehörigen, die ihrer Ansicht nach an Vergiftung starben. Sie führen unter anderem viele Krebserkrankungen auf den Giftmüll zurück. Es gehe darum, an die Gestorbenen zu erinnern und die Zukunft für nachfolgende Generationen sicherer zu machen, sagten die Veranstalter.

Der Umweltaktivist und Pfarrer Maurizio Patriciello warf den Behörden vor, die Bürger nicht vor der Gefahr gewarnt zu haben. \“Alle verstecken sich hinter der Camorra. Aber irgendjemand hat die Giftstoffe weitergegeben, damit sie in diesem Boden vergraben werden\“, sagte er.

Der ehemalige Mafia-Boss Carmine Schiavone hatte 1997 vor einem Untersuchungsausschuss über die Müllgeschäfte der Camorra ausgesagt. Er erzählte damals von Millionen Tonnen giftigen Materials.

viaItalien: Zehntausende demonstrieren gegen Camorra-Giftmüll | ZEIT ONLINE.

Tsunami-Folgen : Abfall-Insel so groß wie Texas treibt auf USA zu

Ein tonnenschweres schwimmendes Trümmermonstrum treibt über den Pazifik geradewegs auf das Festland des US-Bundesstaates Kalifornien zu. Es ist eine gigantische Abfall-Insel von der Größe des Staates Texas, der mit einer Fläche von 696.241 Quadratkilometern nahezu doppelt so groß ist wie Deutschland. Die künstliche Insel setzt sich aus Trümmern zusammen, die nach dem verheerenden Tsunami in Japan 2011 ins Meer geschwemmt wurden.

Fünf Millionen Tonnen Schutt, der sich aus Überresten von Häusern, Booten, Fabriken und anderem zerstörten Leben zusammensetzt. Dies verdeutlicht ein aktueller Bericht der Nationalen Ozean- und Atmosphärenverwaltung (NOAA). Momentan befindet sich die künstliche Insel nordöstlich von Hawaii, wie eine Computersimulation der Behörde veranschaulicht. Die Situation ist ernst. Der Müll mit all seinen Giftstoffen könnte katastrophale Folgen für die Flora und Fauna der US-Westküste haben, heißt es.

Seit Monaten landet immer neuer Müll aus Japan in Kanada oder an den Stränden der US-Bundesstaaten Alaska, Kalifornien, Washington und Oregon. Schon im März 2012 tauchte ein 60 Meter langes Geisterschiff aus Japan in Kanada auf. Nach der 8000 Kilometer langen Reise über den Ozean wurde es von der US-Küstenwache spektakulär versenkt.

„Auf riesige Reinigungsaktion gefasst machen“

Andere vereinzelte Gegenstände wie etwa ein japanischer Bootsanleger oder ein Motorrad wurden ebenfalls angespült. Auch ein Fußball mit dem Namen eines japanischen Studenten darauf wurde gefunden – und an den Eigentümer in der Stadt Rikuzentakata zurückgegeben. Immer wieder werden auch japanische Plastikkanister und Styropor-Bojen, die für die Austernzucht genutzt wurden, aus dem Meer gefischt.

Doch nicht immer lassen sich die Trümmer derart identifizieren. Oft fällt es schwer, den alltäglichen inländischen Müll von dem der Tsunami-Folgen in Japan zu unterscheiden. Auch Geigerzähler würden dabei nicht helfen, denn es sei keine radioaktive Strahlung auszumachen.

Und trotzdem: „Das ist gerade mal der Anfang“, meinte im April 2012 der Ozeanograf Curtis Ebbesmeye. „Wir sollten uns auf eine riesige Reinigungsaktion gefasst machen“, prophezeite der pensionierte Meereskundler schon damals. Nun droht den USA eine regelrechte Invasion in Form der tonnenschweren schwimmenden Abfall-Insel.

viaTsunami-Folgen : Abfall-Insel so groß wie Texas treibt auf USA zu – Nachrichten Panorama – Weltgeschehen – DIE WELT.

Internes Strategiepapier: EU schmiedet Eliteteam gegen Rohstoffkrise

Firmen gehen die Hightech-Metalle aus – jetzt reagiert Europa: Einem internen Papier zufolge baut die EU an einem Netzwerk, das die kostbaren Substanzen beschaffen soll. Hausmüll kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Bei den wichtigsten Hightech-Metallen ist Europa abhängig von China: Das Land produziert 97 Prozent der weltweiten Menge an sogenannten Seltenen Erden, die für viele Hochtechnologie-Produkte wie Handys, Computer, Hybrid-Autos oder Windturbinen benötigt werden. Doch China hat seine Exporte eingeschränkt, der Preis für die Metalle hat sich in den letzten Monaten dramatisch erhöht.

 

Jetzt plant die Europäische Union nach Informationen von SPIEGEL ONLINE eine Gegenmaßnahme: Ein Netzwerk aus Forschungsinstituten, Firmen, Politikern und Nichtregierungsorganisationen aus Europa soll die drohende Rohstoffkrise abwenden. Derzeit berät der Haushaltsausschuss der EU über das Konzept, das der Berichterstatter für Rohstoffe im Europäischen Parlament, Reinhard Bütikofer, vorgelegt hat. „Es soll eine Rohstoff-Offensive einleiten“, sagt der Grünen-Politiker.Die 17 Metalle der Seltenen Erden sind geologisch nicht selten, allein die geringe Produktion sorgt für Knappheit. Die kostbaren Metalle – dazu gehören beispielsweise Lanthan, Europium und Neodym – werden nur in kleinen Mengen verwendet, sind aber unverzichtbar für die Herstellung zahlreicher Elektroprodukte.

Doch die EU hinkt bei der Beschaffung der wichtigen Stoffe hinterher, die USA und Japan hingegen haben längst auf den Engpass bei den Hightech-Metallen reagiert. „Europa ist im Wettlauf um die Seltenen Erden zurückgefallen“, sagt Bütikofer. Die USA öffnen Steinbrüche, um große Mengen der Metalle zu fördern. Japan investierte bereits letztes Jahr 750 Millionen Euro in ein sogenanntes Sofortforschungsprogramm, um vor allem das Recycling der kostbaren Metalle zu erforschen; Ziel sei es, den Verbrauch von Seltenen Erden um ein Drittel zu kürzen.

Europa hingegen hat auf politischer Ebene bislang außer Absichtserklärungen nicht viel vorzuweisen.

Auch Forschungsinstitute wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie die Fraunhofer-Gesellschaft haben eigens Expertengruppen gegründet. Europa müsse seine besten Spezialisten nun zusammenführen, sagt Bütikofer. Unter anderem sei eine Taskforce von Geowissenschaftlern geplant.Bütikofers EU-Konzept, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, soll Experten versammeln, die „spätestens 2013“ die dringendsten Fragen zu Seltenen Erden beantworten sollenDas Durchwühlen von Abfall soll dabei eine zentrale Rolle spielen: Im Müll von Industrie und Haushalten lagern massenweise Metallschätze

viaInternes Strategiepapier: EU schmiedet Eliteteam gegen Rohstoffkrise – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft.