EU-Parlament will Lebensmittelverschwendung stoppen

Fast die Hälfte aller Lebensmittel in Haushalten, Supermärkten, Restaurants landen im Müll. Währenddessen leben 79 Millionen EU-Bürger unter der Armutsgrenze und 16 Millionen Menschen sind abhängig von Lebensmittelhilfe. Das EU-Parlament will die enormen Mengen von Lebensmitteln, die täglich in den EU-Staaten weggeworfen werden, bis 2025 um die Hälfte reduzieren. Das EU-Parlament Öffnet externen Link in neuem Fensterfordert in einer am Donnerstag verabschiedeten Öffnet externen Link in neuem FensterEntschließung Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung in der EU bis 2025 um die Hälfte zu verringern und einkommensschwachen Haushalten den Zugang zu Lebensmitteln zu erleichtern.

Um die Effizienz der Lebensmittel-Logistikkette vom Produzenten bis zum Endverbraucher zu erhöhen, bedarf es einer gemeinsamen koordinierten Strategie auf EU- und nationaler Ebene, der jeden Sektor einbezieht, meinen die Abgeordneten. Andernfalls werde die Lebensmittelverschwendung laut Öffnet externen Link in neuem FensterStudien der Kommission bis 2020 um 40 Prozent zunehmen.

„Wir können der Verschwendung absolut einwandfreier Lebensmittel nicht länger tatenlos zusehen. Das ist ein ethisches, aber auch ein wirtschaftliches und soziales Problem mit enormen Auswirkungen auf die Umwelt“, erklärte der Berichterstatter Salvatore Caronna (S&D, IT) vor der Abstimmung . „Nun ist die Kommission gefordert. Wir erwarten von ihr eine überzeugende EU-Strategie, die alle 27 Mitgliedstaaten dazu anhält, das Problem systematisch anzugehen.“

Neben allgemeinen Sensibilisierungskampagnen auf EU- und nationaler Ebene sollten insbesondere Schüler und Studenten in Ernährungskursen lernen, wie Lebensmittel aufbewahrt, zubereitet und entsorgt werden. Die Abgeordneten schlagen vor, 2014 zum „Europäischen Jahr gegen Lebensmittelverschwendung“ auszurufen. „Die Zahlen sind erschreckend“, erklärt die Europaabgeordnete und Expertin für Lebensmittelgesetzgebung, Renate Sommer (CDU). „Jeder einzelne von uns verschwendet jedes Jahr durchschnittlich 179 kg essbare Lebensmittel. Man kann solche Abfälle zwar nicht komplett vermeiden. Angesichts der wachsenden Anzahl hungernder Menschen in der Welt ist das Ausmaß der Verschwendung in der EU aber beschämend,“ so Sommer.Das Gros der Lebensmittelabfälle entstehe in der landwirtschaftlichen Produktion und beim Endverbraucher. Überzogene Anforderungen an Aussehen und Form von Obst- und Gemüse führten dazu, dass fast ein Drittel der Frischware noch auf dem Feld aussortiert wird. „Die größte Verantwortung tragen aber wir selbst als Endverbraucher, denn 42 Prozent aller Lebensmittelabfälle entstehen in den privaten Haushalten. Viele Verbraucher deuten das Mindesthaltbarkeits- und das Verbrauchsdatum nicht richtig und werfen Lebensmittel zu früh in den Müll. Außerdem wissen erschreckend viele Menschen nicht mehr, wie man kocht und dass man auch aus Resten eine leckere Mahlzeit zubereiten kann,“ erklärt Sommer.

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Mögliche Lieferengpässe verteuern Kakao

Spekulationen auf Lieferengpässe im wichtigsten Anbauland Elfenbeinküste haben den Kakaopreis am Dienstag in die Höhe getrieben. An der Rohstoffbörse ICE stieg der Preis für den Märzkontrakt zeitweise auf ein Sieben-Wochen-Hoch von 2299 Dollar je Tonne. Trockenes und windiges Wetter erschwert in der Elfenbeinküste momentan die Ernte. In der vorigen Woche kam laut Exporteuren bereits deutlich weniger Kakao an den Verladehäfen des westafrikanischen Landes an.

viaMögliche Lieferengpässe verteuern Kakao (Finanznachrichten, NZZ Online).

Wie die «Agro-Mafia» Milliarden verdient

Rom (dpa) – Im leckeren Bresaola-Schinken ist Rindfleisch aus Uruguay. Im beliebten Mozzarella stecken Wachstumshormone. Und das garantiert «italienische» Olivenöl ist gepanscht. Milliarden über Milliarden Euro verdient die «Agro-Mafia» genannte organisierte Kriminalität in Italien in der Nahrungsmittelbranche.

Die Liste lässt sich verlängern, wie Verbraucherstudien und Razzien der Behörden im Land der kulinarischen Spezialitäten zeigen: «Typische» italienische Spaghetti kommen von irgendwoher, wo ihre Produktion billiger war, nur nicht aus Italien. Knackigen Keksen ist Schmieröl beigemischt und immer wieder machen Wein-Skandale Schlagzeilen.

Von einem «Anschlag auf das „Made in Italy“ der Nahrungsmittel» sprach die renommierte Zeitung «Corriere della Sera» in einer Bilanz der kriminellen Machenschaften: «Truffa DOC», Betrug mit garantierter Herkunft also, sei am Werk, wenn ein Drittel der als «italienische» Ware angebotenen Produkte mit Importiertem etwa aus anderen Ländern des Mittelmeerraumes hergestellt werde. Umfangreiches Material mit vielen Zahlen lieferte dazu eine Studie von Wissenschaftlern, die mit dem Landwirtschaftsverband Coldiretti zusammenarbeiteten.

Jüngst ging es nicht mehr nur um bakterienverseuchten «blauen Mozzarella» in Frosinone südlich von Rom, sondern vor allem um das geschätzte Olivenöl, natürliches und kaltgepresstes «extravergine d’oliva». Denn dem schreibt man besondere Qualitäten zu.

In diesem Fall war es die römische Zeitung «La Repubblica», die analysierte, wie «low cost»-Öl aus Tunesien, Griechenland, Spanien oder auch Marokko mit heimischem Olivenöl in Italien vermischt wird und mit falscher Etikettierung auf den Markt kommt.

«In den Taschen der zehn Unternehmen, die dafür ein Kartell gebildet haben, landen so jährlich fünf Milliarden Euro, auf unseren Tischen landet Betrug», fasste das Blatt zusammen. Der Zoll, die Forstbehörde und die Finanzpolizei ermitteln noch, um diesem lukrativen Geschäft den Hahn abzudrehen.

In nüchternen Zahlen geht der Coldiretti-Bericht von einem jährlichen Umsatz der «Agro-Mafia» in Höhe von mindestens 12,5 Milliarden Euro aus. Das ist nur ein Bruchteil der etwa 220 Milliarden Euro Umsatz, die das auch «Mafia AG» genannte organisierte Verbrechen in Italien nach Schätzungen des Wirtschaftsinstituts Euripides jährlich macht.

Die Mafia-Organisationen wie Camorra, ‚Ndrangheta und Cosa Nostra bauten ihre Stellung als «große Finanzholding» des Landes auf gefestigtem Grund auf. Und ein Boom-Bereich, in dem die Mafia mit illegalen Investitionen, aber auch mit «normalen», immer mehr Fuß zu fassen scheint, sind die weltweit beliebten Nahrungsmittel Italiens.

Klar, der in Krisenzeiten besonders preisbewusste Verbraucher kommt letztlich denen entgegen, die Appetit auf noch mehr Einnahmen haben und angeblich hochwertiges Olivenöl in den Supermärkten für ein paar Euro anbieten. Wie auch beim Wein ist der Preis letztlich auch ein Hinweis auf die Qualität. Italien und seine feinen Erzeugnisse der «Mittelmeer-Diät» könnten durch Mafia-Machenschaften ihren guten Ruf verlieren.

Es ist ein Feld, das die Behörden in der Tat wachsam verfolgen. «Es geht um unser gemeinsames Gut, und wir müssen alle interessiert sein, es zu verteidigen», mahnt Carmelo Maiorca von der Slowfood-Bewegung Siziliens. Also doch besser beim Erzeuger kaufen?

viaWie die «Agro-Mafia» Milliarden verdient – Panorama – Home – Westdeutsche Zeitung.

Welthungerbericht: Wer kann sich noch Essen leisten? | tagesschau.de

Wer kann sich noch Essen leisten?

Steigende Preise für Reis, Weizen und andere Grundnahrungsmittel bedrohen nach UN-Einschätzung Millionen Menschen in Entwicklungsländern. Vor allem für Bauern und Verbraucher in Afrika seien Preisschwankungen ein Armutsrisiko, heißt es im Welthungerbericht.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Für die Börsen sind Nahrungsmittel ein Handelsgut wie jedes andere. Man kann in Agrarrohstoffe, wie Mais und Weizen, investieren wie in Aktien. Man kann auf fallende oder steigende Nahrungsmittelpreise setzen. All das führt zu massiven Preisschwankungen. Innerhalb von vier Jahren sind die Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten zwei Mal massiv gestiegen, sagt Josef Schmidhuber von der Welternährungsorganisation FAO in Rom. Lebensmittel seien teurer, betont er. „Wir haben im Augenblick keinen Anlass zur Vermutung, dass sich das mittelfristig verändert.“

Die Kunden in Deutschland bemerken davon allerdings wenig. Hier geben die Haushalte nur zwischen 11 und 17 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. In vielen Ländern Afrikas und Asiens liegt dieser Anteil bei 70, 80, 90 Prozent. Da haben Preisschwankungen katastrophale Folgen. „Die hohen Preisschwankungen führen zu hohen Preisen“, sagte Schmidhuber. „Darüber hinaus haben Preisschwankungen verheerende Folgen für die Ärmsten der Armen, weil die Gefahr, dass sie in die Armut abrutschen größer ist und dann letztendlich ihr gesamtes kleines Vermögen verlieren. Und damit in eine Armutsfalle treten aus der sie nicht mehr rauskommen.“

Eine Milliarde Menschen hungert

Bis zum Jahr 2015 wollen die Vereinten Nationen den Hunger weltweit halbieren: den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung von 16 auf acht Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: Aktuell leidet etwa eine Milliarde Menschen Hunger, bis 2015 dürfen es nur noch etwa 600 Millionen sein, wenn man das ehrgeizige Milleniumsziel erreichen will. Josef Schmidhuber von der FAO ist skeptisch: „Wir sind bereits weit davon entfernt und wir haben uns wohl noch weiter davon entfernt. Im Augenblick sind wir bei 13 Prozent. Wir sind noch eine ganze Wegstrecke von den acht Prozent. Nach den jüngsten Ereignissen gibt es keinen Grund anzunehmen, dass wir das Milleniumsziel erreichen.“

Eigentlich gäbe es genügend Nahrungsmittel für alle – die aktuelle Frage ist: Wer kann sich Essen noch leisten? Die FAO fordert Sicherheitsnetze gegen die hohen und stark schwankenden Nahrungsmittelpreise und für die Bauern einen besseren Zugang zu Saatgut und Futtermitteln. Für die Verbraucher soll es im Krisenfall schnelle und kurzfristige Nahrungsmittelhilfen geben. Außerdem werden zu viele Lebensmittel verschwendet – nicht nur in den Industrieländern. In den ärmeren Ländern passiere das auch, sagte Schmidhuber, „weil die Möglichkeiten Nahrungsmittel länger aufzubewahren, relativ gering sind. Es fehlt an Speichermöglichkeiten.“

Sichtbar wird die neue Hungerkrise vor allem am Horn von Afrika: Im Bürgerkriegsland Somalia sind in den kommenden Monaten 750.000 Menschen vom Hungertod bedroht. Die Katastrophe betrifft mehr und mehr auch die Nachbarstaaten Djibuti, Äthiopien und Kenia.

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Mehr übergewichtige als hungernde Menschen auf der Welt

Knapp sieben Milliarden Menschen leben auf der Welt – und inzwischen leiden mehr an Übergewicht als an Hunger: Rund 925 Millionen Menschen, und somit 15 Prozent der Weltbevölkerung, sind unterernährt. Dagegen haben 1,5 Milliarden Menschen, also 20 Prozent der Menschheit, Übergewicht. Das geht aus dem jährlichen Weltkatastrophenbericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hervor, den die Organisation im indischen Neu Delhi vorgestellt hat.

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„Verbraucher verschwenden Lebensmittel“

Der Handel wirft den Verbrauchern vor, für die massenweise Verschwendung von Lebensmitteln hauptsächlich verantwortlich zu sein. Der Großteil der Lebensmittelabfälle stamme aus Privathaushalten, der Handel habe daran nur einen Anteil von fünf Prozent, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, Franz-Martin Rausch, dem „Tagesspiegel“.

In Deutschland werden pro Jahr bis zu 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) warb deshalb unlängst dafür, bewusster einzukaufen. Auch eine EU-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Lebensmittel, die auf dem Müll landen, aus Privathaushalten stammt. Viele Verbraucher werfen Lebensmittel weg, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, auch wenn die Ware noch nicht verdorben ist.

Rund 89 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in der Europäischen Union in den Müll geworfen. Das macht 179 Kilogramm pro EU-Bürger, teilte die EU-Kommission vergangene Woche in Brüssel mit. Abfälle aus Landwirtschaft und Fischerei sind dabei noch nicht eingerechnet. Als Gründe für die Verschwendung von Lebensmitteln gelten demnach etwa Überproduktion, Schönheitsfehler wie falsche Größe oder Form der Produkte, falsche Lagerung oder Angebote wie der Verkauf von zwei Produkten zum Preis von einem.

Die EU-Kommission erklärte zum Tag der Lebensmittelsicherheit, sie wolle der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass bis zum Ende des Jahrzehnts die Menge der weggeworfenen Lebensmittel auf 126 Millionen Tonnen steige.

via„Verbraucher verschwenden Lebensmittel“ – Handel kritisiert Kunden – N24.de.