Frankreich legt sich mit dem Dollar an

Artikel vom 29.05.2013

Die USA knöpfen dem französischen Ölkonzern Total fast 400 Millionen Dollar ab. Das Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC werfen dem Konzern vor, einen einflussreichen iranischen Offiziellen zwischen 1995 und 2004 mit insgesamt rund 60 Millionen Dollar bestochen zu haben, um an Förderlizenzen für Öl- und Gasfelder zu gelangen. Die USA verfolgen derartige Vergehen im Ausland unter dem „Foreign Corrupt Practices Act“. Total ist zudem an der New Yorker Börse notiert.

„Total hat illegale Zahlungen geleistet, um an Geschäfte im Iran zu gelangen“, erklärte der Chef des New Yorker SEC-Büros, Andrew Calamar, am Mittwoch. „Nun muss Total alle seine Profite aus dem korrupten Verhalten abgeben und oben drauf noch eine Strafe zahlen.“ Die SEC kassiert 153 Millionen Dollar, die restlichen 245,2 Millionen Dollar gehen an das Justizministerium. Darüber hinaus muss der Konzern seine internen Korruptionskontrollen verschärfen und steht drei Jahre lang unter Beobachtung eines unabhängigen Kontrolleurs.
In den USA ist es üblich, dass sich Unternehmen auf derartige Vereinbarungen mit der Justiz einlassen, um mögliche langwierige Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang abzuwenden. Auch deutsche Unternehmen wie Siemens, Daimler, die Telekom und die Lufthansa waren wegen Korruptionsvorwürfen bereits ins Visier der US-Behörden geraten und hatten sich auf Millionenzahlungen geeinigt.
Weiterer Ärger wegen Iran-Geschäften droht Total im Heimatland: Nach Korruptionsermittlungen sprach sich die Pariser Staatsanwaltschaft ebenfalls am Mittwoch dafür aus, einen Strafprozess gegen das Unternehmen und dessen Chef Christophe de Margerie zu eröffnen. Es sei die erste Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den USA in einem bedeutenden Fall von Bestechung im Ausland, erklärte Mythili Raman vom US-Justizministerium.
Gegen de Margerie läuft bereits seit März 2007 ein Anklageverfahren in Frankreich. Er war zur Zeit der umstrittenen Deals für das Nahost-Geschäft von Total verantwortlich. Die Entscheidung über die Ansetzung eines Prozesses obliegt nun den zuständigen Untersuchungsrichtern. Total betonte einer Stellungnahme, es habe keine Verstöße gegen französisches Recht gegeben.

viaBestechungsvorwurf: Total in USA zu Millionen-Strafe verdonnert – Industrie – Unternehmen – Wirtschaftswoche.

Artikel vom 07.07.2014

Nach China und Russland stellt jetzt auch Frankreich als erste Euro-Nation die globale Vormachtstellung des US-Dollar als Öl- und Reservewährung öffentlich in Frage. Hintergrund ist eine Strafe von neun Mrd. Dollar, die Washington der französischen Großbank BNP Paribas aufgebrummt hat – weil die Bank angeblich anderen Ländern geholfen hat, US-Sanktionen zu umgehen.

Der BNP-Fall würde zeigen, dass eine zunehmende Diversifizierung im internationalen Zahlungsverkehr notwendig sei, sagte der französische Finanzminister Michel Sapin am Wochenende der „Financial Times“. „Sogar wir Europäer handeln untereinander in Dollar. Zum Beispiel, wenn wir Flugzeuge verkaufen. Ist das notwendig? Das glaube ich nicht“, sagte Sapin.

Euro statt Dollar?

Er bekommt Unterstützung von Christophe de Margerie, CEO von Total – Frankreichs größtem Unternehmen und Europas zweitgrößtem Ölproduzenten. „Es gibt keinen Grund, für Öl in Dollar zu bezahlen. Eine Raffinerie kann sich jederzeit entscheiden, Ölzahlungen in Euro abzuwickeln“, so de Margerie. Und weiter: „Freilich wäre ein kompletter Ausschluss des Dollars aus dem Ölhandel unrealistisch. Aber es wäre gut, wenn der Euro mehr genützt würde.“

viaFrankreich legt sich mit dem Dollar an « DiePresse.com.

Der Chef des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ist bei einem Flugzeugunfall in Moskau getötet worden. Das Flugzeug sei beim Start auf dem Moskauer Flughafen Vnukovo mit einem Schneeräumfahrzeug zusammengeprallt, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Es habe dichter Nebel geherrscht, zum Zeitpunkt des Unfalls kurz vor Mitternacht habe die Sicht nur 350 Meter betragen.

De Margerie war mit einem Privatjet des Typs Falcon 50 auf dem Weg nach Paris. Er war der einzige Passagier an Bord. Außer ihm saßen drei Crew-Mitglieder in der Maschine, auch sie starben. Zunächst hatte es geheißen, auch der Fahrer des Schneepflugs sei tot, anscheinend wurde er aber nicht verletzt. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass brannte das Flugzeug aus. Der Flugbetrieb sei kurzzeitig unterbrochen gewesen. Am Morgen gaben russische Ermittler bekannt, der Fahrer des Schneepflugs sei zum Zeitpunkt des Unglücks betrunken gewesen.

viaChef von Total: Christophe de Margerie stirbt im Flugzeug in Moskau – SPIEGEL ONLINE.

Advertisements

Irak: Kurden sichern sich Ölgebiete

An der Wand hängt ein riesiger Stadtplan Kirkuks. Akribisch sind alle Plätze und Straßen der reichsten irakischen Stadt eingezeichnet, auch die turkmenischen, arabischen, kurdischen und christlichen Viertel. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Kurden hier noch in der Minderheit. Das ist heute anders. „Kirkuk gehört uns, das hier ist Kurdistan!“, sagt Abdul Rahman. Der kräftig gebaute Mann mit scharfem Blick ist außenpolitischer Sprecher der Patriotischen Union Kurdistans PUK, der stärksten politischen Kraft in der 400.000-Einwohner-Stadt.

Abdul Rahman spricht Deutsch, oder besser: Österreichisch. In Salzburg studierte er Philosophie, ehe er 2003, kurz nach dem Sturz Saddam Husseins, in seine Heimatstadt zurückkehrte. Eine Dekade später haben sich seine kühnsten Träume erfüllt. Generalstabsmäßig marschierten Peschmerga-Kämpfer der Autonomieregierung in Arbil vor knapp zwei Wochen in Stellungen ein, die die irakische Armee kampflos hinterlassen hatte.
Die Felder von Baba und Khurmala

Aus Furcht, in die Hände der Gotteskrieger des Islamischen Staats im Irak und (Groß)-Syrien (Isis) zu fallen, hatten Tausende Soldaten der 12. Division Uniformen und Marschgepäck einfach in den Staub geschmissen und sich in der autonomen Kurdenregion im Nordirak in Sicherheit gebracht. Die Kurdenführer sind so zu den großen Gewinnern des neuen Irak-Krieges geworden – und zu den neuen Herren der riesigen Ölfelder rund um die Provinzhauptstadt, die anders als Arbil, Dohuk und Suleimanije nicht zur Autonomieregion gehören.

Es geht um die ölreichste Gegend des Landes, neben Basra im schiitischen Süden: 280.000 Fass am Tag wurden zuletzt über die Kirkuk-Pipeline ausgeführt, ehe Anschläge islamistischer Terroristen die Exporte im März zum Erliegen brachten. 2001, vor der amerikanischen Invasion, waren es sogar 900.000 Fass, die von Kirkuk aus auf dem Weltmarkt landeten. Den Gewinn steckte die Zentralregierung ein. Das dürfte sich schon bald ändern: Die bei Kirkuk gelegenen Felder von Baba und Khurmala könnten zum Dreh- und Angelpunkt eines souveränen Staates Kurdistan werden – diese Vision beflügelt die Kurden seit Jahrzehnten.
Klammheimliche Freude

Auch der irakische Präsident Dschalal Talabani hat sie nie ganz vergessen, obwohl er in Bagdad eigentlich nationale Interessen zu vertreten hatte. Überall auf dem Gelände der Kurdenpartei in der verwaisten Innenstadt Kirkuks hängen Bilder des schwer erkrankten PUK-Führers, der seit Dezember 2012 in einem Berliner Krankenhaus behandelt wird. Wäre er noch handlungsfähig, sagt der jordanische Botschafter in Bagdad in einem Interview, das gerade über den Fernseher in Abdul Rahmans Büro läuft, hätte Isis es nie geschafft, das Land an den Rand des Abgrunds zu bringen.

Wohin man dieser Tage auch kommt in Kirkuk, die Menschen sitzen vor den Bildschirmen – und alle Sender zeigen Aufnahmen vom Siegeszug der Isis-Kämpfer mit ihren schwarzen Fahnen. Im Vorzimmer von Abdul Rahmans Büro haben sich Uniformierte auf Sofas unter einem Porträt Talabanis aneinandergedrängt und starren auf die Fernsehbilder. Von Angst ist nichts zu spüren – anders als in Bagdad oder Takrit, wo viele eine Rückkehr des Terrors der Jahre 2005 bis 2008 fürchten. Bei den irakischen Kurden herrscht klammheimliche Freude über den Blitzkrieg der Dschihadisten. Innerhalb weniger Tage konnten die Kurden ihr Gebiet um Hunderte Quadratkilometer erweitern.

Die seit Jahren ungelösten Streitigkeiten mit der Zentralregierung in Bagdad wurden im Handstreich beseitigt. Auch über Abdul Rahmans Schreibtisch hängt ein Bild Talabanis, des Gegenspielers von Kurdenpräsident Barzani. Barzani führt in Arbil die kurdische Konkurrenz der PUK an, die Kurdische Demokratische Partei (KDP). Über Jahre lieferten sich die Milizen der beiden Parteien einen blutigen Bürgerkrieg, ehe der Sturz der Saddam-Diktatur 2003 sie einen entscheidenden Schritt voranbrachte auf dem Weg zum eigenen Staat. Fortan zogen sie an einem Strang. Während Barzani von Arbil aus eine eigene Außenpolitik betrieb und die Verbindungen zur benachbarten Türkei ausbaute, setzte Talabani in Bagdad kurdische Interessen durch.

Mit seinem Verhandlungsgeschick wäre es dem erkrankten Staatschef sicherlich gelungen, die gemäßigten sunnitischen Unterstützer der Isis-Terroristen zu besänftigen, sagt Abdul Rahman – und sie vom gemeinsamen Kampf mit den Dschihadisten abzuhalten. Die Freude über die unerwarteten Gebietsgewinne steht ihm das ganze Gespräch über ins Gesicht geschrieben. Aber auch ohne ihren großen Führer Talabani würden die Kurden alles tun, um die atemberaubende Neuordnung des Iraks in politische Gewinne umzumünzen. In Bagdad ist Ministerpräsident Nuri al Maliki dringend auf Koalitionspartner angewiesen.
Al Maliki müsste auf die Kurden zugehen

Sollte sich der schiitische Herrscher überhaupt halten können, müsste er auf die Kurden zugehen. Schon jetzt kämpfen wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt Peschmerga-Einheiten gemeinsam mit Regierungssoldaten gegen sunnitische Milizen. In Kirkuk sorgte ein vom Gouverneur der Provinz eilends ausgehandeltes Abkommen zwischen den flüchtenden Offizieren der Bundesarmee und dem Peschmerga-Oberkommando dafür, dass die staatliche Ordnung erhalten blieb.

Nur so ließ sich der Durchmarsch von Isis-Kämpfern verhindern. Tausend Männer der kurdischen Regionalgarde seien allein am PUK-Hauptquartier im verwaisten Stadtzentrum Kirkuks stationiert, sagt Abdul Rahman. Nochmal so viele dürften es auf dem Gelände der KDP-Führung ein paar Straßen weiter sein.

Ortswechsel. Am Maschruah-Kanal, 25 Kilometer westlich von Kirkuk, weiden Schafe auf kargen Feldern. Grell lodern die Fackeln der Bohrtürme in den von der stechenden Sonne blassen Himmel. Ein paar Dutzend kurdische Soldaten haben sich in den Schatten der von Palmwedeln bedeckten Unterstände zurückgezogen. Hinten am Horizont ragt eine Hügelkette hervor. Dort haben die Isis-Kämpfer sich festgesetzt, immer wieder in den vergangenen Tagen kam es zu Gefechten mit den Peschmerga.
Alle Karten in der Hand

Weiter südlich setzten die Dschihadisten am vergangenen Dienstag sogar zum Sturm auf die beiden größten Raffinerien des Landes an. Würde die Zentralregierung in Bagdad nach den Ölfeldern von Kirkuk auch noch die Anlagen in Baidschi, rund 200 Kilometer weiter südlich, verlieren, wären Stromversorgung und Treibstoffnachschub im Land ernsthaft gefährdet. Auch deshalb hat die Kurdenführung nun alle Karten in der Hand, um Bagdad zu weitreichenden Zugeständnissen zu zwingen. Eine Verbindung zu den Ölgebieten von Avana, die die kurdische Regionalregierung seit 2008 betreibt, gebe es bereits, sagte der Minister für natürliche Ressourcen, Ashti Hawrami, vergangene Woche.

Von Avana aus führt die kurdische Pipeline zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan, es ist die Lebensader eines unabhängigen Kurdistans. Die tägliche Ausfuhr von derzeit 400.000 Fass soll schon im kommenden Jahr auf eine Million gesteigert werden, bis 2019 auf das Doppelte – und da sind die unter den Feldern westlich von Kirkuk schlummernden Reserven noch gar nicht einberechnet. Da die Nachbarländer Türkei und Iran eigene kurdische Minderheiten haben, würden sie einen eigenständigen Staat nicht akzeptieren, das wissen Präsident Massud Barzani und sein Neffe, Regierungschef Nechirvan Barzani. Doch haben sie mächtige wirtschaftliche Verbündete, die den Übergang bis zu einer tatsächlichen Unabhängigkeit schon heute versüßen.
„Da gehen wir nicht mehr weg“

Fast alle Großkonzerne der Ölbranche sind seit 2011 im Nordirak eingestiegen, trotz aller Sanktionsdrohungen der Zentralregierung. Chevron, Exxon Mobil, Hess und Total SA dealten lieber mit Arbil als mit Bagdad – auch weil der Ausbau der Infrastruktur im korrupten Süden des Landes nur schleppend vorankommt. Würde die Autonomieregion eines Tages unabhängig werden, stiege Irakisch-Kurdistan zum zehntgrößten Erdölproduzenten der Welt auf.

Für den PUK-Funktionär Abdul Rahman ist das nicht einmal nötig. „Kirkuk wird einen Status erhalten, der die Zuständigkeiten zwischen der Autonomieregierung und der Exekutive einvernehmlich regelt“, sagt er mit österreichischem Zungenschlag. Seine Sorge solle das nicht sein, schließlich sei Kirkuk die „reichste Stadt der Welt“, da falle für jeden etwas ab.

Über eine Landkarte Iraks gebeugt, fährt er mit dem Zeigefinger die neuen Hoheitsgebiete ab – von Tuz Khurmatu, nur 200 Kilometer nördlich von Bagdad, bis an die syrischen, türkischen und iranischen Grenzen. Auch auf den kleinen Kanal 25 Kilometer westlich von Kirkuk zeigt er, den Saddam Hussein einst bauen ließ, um die Äcker über den Ölfeldern der Gegend zu bewässern. „Das gehört jetzt uns“, sagt Abdul Rahman, „da gehen wir nicht mehr weg.“

viaIrak: Kurden sichern sich Ölgebiete.

Ecuadors Parlament für Ölförderung im Yasuní-Nationalpark

Das Parlament Ecuadors hat der Regierungsinitiative zur Erdölerschließung im Nationalpark Yasuní zugestimmt. Die Abgeordneten bewilligten am Donnerstagabend Ortszeit mit 108 zu 25 Stimmen die Ausbeutung von Erdölreserven in dem von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärten Naturpark im Amazonasdschungel im Nordosten Ecuadors.

Staatschef Rafael Correa hatte Mitte August die Zustimmung des Parlaments beantragt, nachdem er die sogenannte ITT-Initiative für gescheitert erklärt hatte. Die Initiative sah den Verzicht auf das Erdöl vor, wenn die Industrienationen im Gegenzug einen solidarischen Ausgleichsbetrag in einen Fonds einzahlten. In sechs Jahren seien mit 13,3 Millionen Dollar umgerechnet knapp zehn Millionen Euro jedoch nur 0,37 Prozent des erwarteten Betrags eingegangen, begründete Correa das Ende für die nach den Ölfeldern von Ishpingo, Tambococha und Tiputini ITT benannten Initiative.

Quito: Nur 0,1 Prozent Fläche betroffen

Der Gewinn aus den Ölfeldern wird auf 18,3 Milliarden Dollar (knapp 14 Milliarden Euro) geschätzt. Mit der Förderung kann in fünf Jahren begonnen werden. Davon betroffen sind nach Auskunft der ecuadorianischen Regierung nicht mehr als 0,1 Prozent des Gebiets des Yasuní-Nationalparks. Die Bohrungen sollen in den Feldern von Tiputini und Tambococha aufgenommen werden. Die Erdölvorkommen dort werden auf 420 Millionen Barrel geschätzt, im Yasuní-Park insgesamt sollen es 920 Millionen Barrel sein.

Der Park im Nordosten Ecuadors ist Heimat für ein Drittel aller im Amazonasgebiet vorkommenden Säugetiere. Allein 28 bedrohte Wirbeltierarten von der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN leben dort. Im August reichten Ureinwohner und Umweltschützer beim Verfasssungsgericht in Quito einen Antrag ein, laut dem die Bevölkerung in einem Referendum über die umstrittenen Ölbohrungen im Yasuní-Park entscheiden soll. Damit dem Antrag entsprochen weden kann, müssen die Unterschriften von 600.000 Ecuadorianern vorgelegt werden.

viaEcuadors Parlament für Ölförderung im Yasuní-Nationalpark | Aktuell Amerika | DW.DE | 04.10.2013.

ExxonMobil verpasst den Anschluss

Nachdem der US-Ölkonzern ExxonMobil den Titel des teuersten Konzerns der Welt an Apple abgeben musste, ist das Unternehmen auch beim Quartalsgewinn deutlich hinter den Kaliforniern geblieben.Im vierten Quartal legte der Überschuss nur um 1,6 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar oder 1,97 je Aktie zu. Damit bleibt Exxon Mobil unter den Erwartungen und ist weit von den 13 Milliarden Dollar entfernt, die Apple im selben Zeitraum verdient hat. Analysten hatten einen Gewinn von 2,00 Dollar je Aktie oder 9,66 Milliarden Dollar erwartet. Im dritten Quartal war der Gewinn von Exxon noch um 41 Prozent auf 10,33 Milliarden Dollar gestiegen.

Auch auf das Gesamtjahr hoch gerechnet erscheinen die Zahlen des Ölgiganten in einem deutlich helleren Licht. Danach erwirtschaftete Exxon 2011 einen Reingewinn von 41,06 Milliarden Dollar, zehn Milliarden mehr als 2010. Höher war der Gewinn nur 2008, als 45,22 Milliarden Dollar verdient wurden. Der Umsatz stieg im Vorjahr von 383,2 auf 486,4 Milliarden Dollar.

Gewinnrückgang erwartet

Lediglich in der Zeit zwischen Oktober und Dezember verdiente Exxon so wenig wie in keinem anderen Quartal des vergangenen Jahres. Als Bremse erwies sich das Geschäft mit Chemikalien und Motorenschmierstoffen. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz aber um 16 Prozent auf 121,6 Milliarden Dollar.

An der Wall Street gibt die Aktie 0,7 Prozent nach – auch weil sich die Aussichten für das laufende Jahr etwas eingetrübt haben. Analysten erwarten einen Gewinnrückgang auf 37,7 Milliarden Dollar.

Ölkonzerne profitierten derzeit von dem Preisanstieg, leiden jedoch zeitgleich unter der schwächeren Konjunktur. Rohölfutures legten in New York bis Ende des vierten Quartals um ein Viertel auf 98,83 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Der Brent-Preis stieg in dem Quartal um fünf Prozent. Der Gewinn des Exxon-Konkurrenten Chevron war im abgelaufenen Quartal wegen höherer Kosten sogar leicht gesunken.

viaboerse.ARD.de : ExxonMobil verpasst den Anschluss.

Frachtschiff „Vera“ sinkt vor türkischer Küste

Unglücksursache ist vermutlich der extreme Wellengang: Nach der Havarie eines Frachtschiffs vor der türkischen Küste werden offenbar neun Mitglieder der elfköpfigen Besatzung vermisst. Die „Vera“ ist im Schwarzen Meer gesunken.

Vor der türkischen Küste ist bei stürmischer See ein Frachtschiff untergegangen. Die türkische Küstenwache suche nach neun mutmaßlich ukrainischen Besatzungsmitgliedern, teilten die Behörden mit. Zunächst hatte es geheißen, es würden zehn polnische Seeleute vermisst. Die Zahl der Vermissten wurde später jedoch revidiert. Zwei Mannschaftsmitglieder konnten gerettet werden und wurden ins Krankenhaus gebracht.Der Frachter „Vera“ unter kambodschanischer Flagge war von Russland aus auf dem Weg nach Aliaga, als er im Schwarzen Meer vor Eregli kenterte. Als die Küstenwache nach Erhalt des Notrufs eintraf, war das Schiff schon gesunken“, sagte der Leiter der Handelskammer für die Region, Irfan Erdem, dem türkischen Fernsehsender NTV. Vermutlich sei die Ladung bei dem stürmischen Wellengang verrutscht. Das Schiff hatte offenbar Metallschrott geladen.In der Türkei herrschen seit der vergangenen Woche extreme Wetterbedingungen mit heftigen Schneestürmen. Für Dienstag galten Sturmwarnungen für Teile des Marmarameers, des Schwarzen Meers und der Ägäis. Die Bosporus-Meerenge, eine wichtige Route für den Schiffsverkehr durch Istanbul, war am Dienstag wegen schlechter Sichtverhältnisse komplett geschlossen worden.

viaSchwarzes Meer: Frachtschiff „Vera“ sinkt vor türkischer Küste – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama.

Aliağa ist eine Stadt und ein Landkreis etwa 50 km nördlich von İzmir an der türkischen Ägäisküste in der Provinz İzmir.

Eine Öl-Raffinerie, mehrere Schiffsabbruchbetriebe und der Tourismus sind die wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine Aliağas.

viaAliağa – Wikipedia.

Ban kritisiert Afrika für Umgang mit Homosexuellen

Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisiert, dass in vielen afrikanischen Staaten Diskriminierung aufgrund von sexuellen Neigungen „ignoriert oder gar gebilligt“ werde. Regierungen würden Homosexuelle wie „Bürger zweiter Klasse oder sogar Verbrecher“ behandeln, sagte er in seiner Rede vor den Staats- und Regierungschefs der AU-Mitgliedsstaaten.

In den meisten afrikanischen Staaten wird Homosexualität nicht anerkannt und unter Strafe gestellt. Lediglich Südafrika erkennt offiziell die Rechte von Schwulen und Lesben an. Afrikanische Staatschefs hatten Kritik aus dem Ausland bislang häufig mit dem Verweis zurückgewiesen, Homosexualität sei nicht Teil ihrer Kultur.

An der zweitägigen Konferenz nehmen in der äthiopischen Hauptstadt mehr als 30 Staatschefs teil, darunter der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan, Südafrikas Präsident Jacob Zuma und der kenianische Präsident Mwai Kibaki. Im Mittelpunkt des Treffens stehen die Ankurbelung des innerafrikanischen Handels und die Schaffung einer kontinentalen Freihandelszone.

Südsudan stoppt im Grenzstreit Ölproduktion

Während Ban die Regierungen des Sudans und des Südsudans vor Journalisten dringend dazu aufrief, eine Lösung für ihren schwelenden Grenzkonflikt zu finden, stoppte der Südsudan die eigene Ölproduktion vollständig. Das Land verfügt seit seiner Unabhängigkeit vom Sudan im Juli über rund Dreiviertel der Ölförderung des ehemaligen Gesamtstaates. Doch für den Export ins Ausland ist der Südsudan auf Pipelines des Sudan angewiesen. Beide Länder können sich bisher nicht auf Transitgebühren einigen. „Je länger die bestehenden Probleme ungelöst bleiben, desto schlimmer wird die Krise werden“, sagte Ban und nannte den sich zuspitzenden Konflikt eine „ernsthafte Gefahr für den Frieden und die Sicherheit in der Region“.

Die beiden Staatschefs Omar al-Baschir und Salva Kiir hätten bisher keinen politischen Willen gezeigt, um eine Einigung zu finden. Es sei Zeit, Kompromisse einzugehen und Flexibilität zu zeigen, betonte Ban.

Präsident Benins Yayi ist neuer Vorsitzender

Am Morgen hatte die aus 54 Ländern bestehende Staatengemeinschaft den Präsidenten Benins, Thomas Boni Yayi, zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst den Staatschef von Äquatorial-Guinea, Teodoro Obiang Nguema, ab, der den Posten im vergangenen Jahr innehatte. Der Vorsitz der AU wechselt jährlich zwischen den afrikanischen Staatschefs, wobei das Amt hauptsächlich repräsentative Aufgaben umfasst.

200-Millionen-Dollar-Hauptquartier von China finanziert

Das Treffen findet erstmals im neuen AU-Hauptquartier statt. Das 200 Millionen Dollar (152 Millionen Euro) teure Gebäude war komplett von China finanziert und am Samstag bei einer feierlichen Zeremonie eingeweiht worden. Mit rund 100 Metern Höhe ist der Turm mit angrenzendem Konferenzzentrum der derzeit höchste Bau in Addis Abeba.

viaBan kritisiert Afrika für Umgang mit Homosexuellen | tagesschau.de.

Neue Mehrheitsverhältnisse bei der Dillinger Stahlhütte

Artikel vom 16.12.2008 – Gegen das Vergessen!

In der saarländischen Stahlindustrie ist Bewegung. Der weltweit größte Stahlproduzent Arcelor-Mittal trennt sich nach langen Verhandlungen von 21,2 Prozent seiner Anteile an der Dillinger Hütte und gibt damit die Mehrheit ab. Als Käufer treten die Montan-Saar-Stiftung sowie die Dillinger Hütte selbst auf. Über eine Zwischenholding gehören der Montan-Saar-Stiftung damit etwa 60 Prozent, wodurch sie künftig den Kurs vorgeben kann.

Sollten die Kartellbehörden dem Deal zustimmen würde der Stahlstandort Saar nicht nur abgesichert, sondern sogar gestärkt aus einem langen Verwirrspiel hervorgehen. Vor einem halben Jahr plante Arcelor-Mittal noch eine Komplettübernahme der Hütte mit folgender Integration in den Konzern.

Nun kontrolliert der Konzern nur noch 30,1 Prozent des Dillinger Kapitals. Der Wert der Hütte wurde im Juli noch auf rund 7 Milliarden Euro geschätzt.

Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Stahlkrise benötigt der indische Weltmarktführer jedoch inzwischen dringend Kapital um nicht zu hart zu fallen. Weltweit sollen etwa 9.000 Arbeitsplätze wegfallen. Davon betroffen sind auch die deutschen Standorte in Bremen, Hamburg, Duisburg und Eisenhüttenstadt. Dem Vernehmen nach sollen für die Anteile der Dillinger jetzt circa 777 Millionen Euro geflossen sein, da die Saarländer nach dem Einsetzen des Abschwungs nur noch mit 2,6 Milliarden Euro taxiert wurden.

Die Dillinger Hütte kann auf einen Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Euro verweisen. Die 5.200 Mitarbeiter produzierten im letzten Jahr rund 2,3 Millionen Tonnen Stahl. Von der Krise wird das Unternehmen bislang vergleichsweise wenig berührt, da die Hauptabnehmer in der bisher krisenfesten Energiesparte tätig sind. Künftig soll das Unternehmen enger mit der ebenfalls von der Montan-Stiftung-Saar kontrollierten Saarstahl zusammenarbeiten, wodurch sich vermutlich Synergien in hohem Maße ergeben würden. Personelle Überschneidungen zwischen den beiden Unternehmen gibt es bereits. Die Montan-Saar-Stiftung wurde zwar mit Unterstützung des Saarlands gegründet. Allerdings betonen beide Seiten, dass sie unabhängig agiere.

viaNeue Mehrheitsverhältnisse bei der Dillinger Stahlhütte.