Der häufigste Tod der Österreicher: Krankes Herz und Krebs

Eine Analyse der Statistik Austria hat ergeben: Rund 70 Prozent der Österreicher, die im Vorjahr verstorben sind, litten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs

Rund vier von zehn Verstorbenen (44 Prozent) des Jahres 2015 hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Konkret waren das 35.537 Menschen. An zweiter Stelle der Todesursachen verzeichnet die Statistik Austria Krebs, dem 20.349 Menschen (24,5 Prozent) zum Opfer fielen. Damit entfallen etwa sieben von zehn Sterbefällen auf diese beiden Gruppen.

Die übrigen Todesfälle verteilten sich im Vorjahr auf Krankheiten der Atmungsorgane (4.464 bzw. 5,4 Prozent), der Verdauungsorgane (2.855 bzw. 3,4 Prozent), auf sonstige Krankheiten (15.343 bzw. 18,5 Prozent) und nichtnatürliche Todesursachen (Verletzungen und Vergiftungen; 4.525 Personen bzw. 5,4 Prozent).

2015 starben in Österreich 83.073 Personen, davon 52 Prozent Frauen. Berücksichtigt man die wachsende Bevölkerung und ihre kontinuierliche demografische Alterung, so sank die Sterblichkeit in den vergangenen zehn Jahren altersstandardisiert um elf Prozent. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Abnahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Lebensmitte

Zwischen Sterbealter und Todesursachen zeigt sich ein klarer Zusammenhang: So waren 2015 gut drei Viertel (77,6 Prozent) aller Verstorbenen 70 Jahre oder älter. Am häufigsten in dieser Altersgruppe sind Herz-Kreislauf-Krankheiten, gefolgt von Krebs sowie mit großem Abstand Krankheiten der Atmungsorgane und Ernährungs- bzw. Stoffwechselkrankheiten.

Rund ein Fünftel aller Todesfälle trat zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr auf, wobei der Großteil davon auf Krebserkrankungen zurückzuführen war. Vier von zehn Sterbefällen in dieser Altersgruppe werden durch ein Karzinom verursacht. Weiters sind im mittleren Erwachsenenalter bereits die Herz-Kreislauf-Krankheiten als Todesursache von Bedeutung: Rund jeder fünfte Todesfall war darauf zurückzuführen.

Frühes Sterben

Bei Jugendlichen und Erwachsenen unter 40 Jahren, zusammen knapp zwei Prozent aller Sterbefälle, zählten Unfälle zur häufigsten Todesursache. Ebenfalls relativ häufig waren Suizide und Krebs.

Bei den wenigen Todesfällen von Kindern im Alter von ein bis unter zehn Jahren (69 Todesfälle bzw. 0,1 Prozent) waren neben Krebs, Transportmittelunfälle und Fehlbildungen die häufigsten Ursachen. Bei Säuglingen (259 Todesfälle bzw. 0,3 Prozent) führten Geburtskomplikationen und angeborene Fehlbildungen am öftesten zum Ableben. (APA, 6.7.2016)

Quelle: Der häufigste Tod der Österreicher: Krankes Herz und Krebs – Krankheit – derStandard.at › Gesundheit

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Mehr gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Vorjahr

402 gleichgeschlechtliche Paare haben im Vorjahr ihre Partnerschaft eintragen lassen, das sind 9,2 Prozent mehr als noch 2013 (368 Paare), berichtete die Statistik Austria heute. 2010, als die Möglichkeit der Verpartnerung erstmals bestand, machten 705 Paare davon Gebrauch.

Im Vorjahr gaben einander österreichweit überwiegend männliche Paare (55,2 Prozent) das Jawort, nur in Niederösterreich und Oberösterreich waren es mehr Frauen. Das Alter der Partner lag vor allem (58 Prozent) zwischen 30 und 49 Jahren, fast 85 Prozent waren zuvor ledig. Die meisten Partnerschaften (46 Prozent) wurde in Wien geschlossen, gefolgt von der Steiermark, Nieder- und Oberösterreich.

Bei über 60 Prozent hatten beide Teile die österreichische Staatsbürgerschaft, in 31,1 Prozent nur einer der Partner, bei den restlichen 8,5 Prozent keiner der beiden. „Wonnemonat“ der Verpartnerungen war 2014 der Juli (58 Prozent), gefolgt von August (57) und Juni (43).

viaMehr gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Vorjahr – news.ORF.at.

Wie Österreich in Russland rüstet

Ausfuhren an Russland beschränken sich derzeit auf Munition, Sport- und Jagdwaffen sowie Dual-Use-Güter.

Die EU erwäg, im Zuge der Ausweitung der Sanktionen gegen Russland auch ein Waffenembargo einzusetzen. Österreichs Außenminister Sebastian Kurz hat sich zuletzt mehrmals dafür ausgesprochen: Es gehe darum, dass sich die EU als Gesamtes bekennen sollte, keine Waffen an Russland zu liefern, „in einer Phase, in der wir erleben, dass Waffen immer wieder an Separatisten weitergegeben werden“. Je nachdem, wie umfassend ein solches Embargo definiert wird, könnte auch Österreichs Rüstungsunternehmen stark davon betroffen sein.

Rückgang seit 2013

Bis 2012 haben österreichische Firmen laut EU-Waffenexportbericht in regelmäßigen Abständen Schusswaffen an Russland geliefert. Das Geschäftsvolumen im Jahr 2012 inklusive Munition betrug beispielsweise rund sieben Millionen Euro. Damit lag Österreich zwar deutlich hinter den großen Rüstungslieferanten Großbritannien, Frankreich und Deutschland, allerdings im Vergleich mit allen anderen EU-Staaten weit vorne. Nur Belgien und Tschechien kamen auf ein ähnliches Geschäftsvolumen.

Doch seither dürfte der Export von Kriegsmaterial wieder stark zurückgefahren worden sein. 2013 wurde nur mehr ein Bescheid vom Innenministerium ausgestellt. „Er betraf die Ausfuhr von 4.500 Stück Munition“, sagt Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck gegenüber derStandard.at. Nach dem Kriegsmaterialgesetz muss jede Ausfuhr von Rüstung vom Innenministerium unter Assistenz des Außen- und Verteidigungsministeriums genehmigt werden. Das österreichische Bundesheer selbst liefert keine Waffen an Russland, so Oberstleutnant Alexander Barthou.

Sport- und Jagdwaffen kein Kriegsmaterial

Nicht betroffen von dieser Regelung ist aber beispielsweise der Export von Sport- und Jagdwaffen sowie von Dual-Use-Gütern, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden könnten. Für sie ist das Wirtschaftsministerium zuständig. Einsicht darüber, wer in der Vergangenheit Geschäfte mit Russland getätigt hat, gibt es nicht. „Die Genehmigungspraxis orientiert sich aber an den EU-Vorgaben“, heißt es dazu aus dem Wirtschaftsministerium.

Derzeit gibt es noch keine genauen Informationen darüber, wie ein Waffenembargo gegen Russland letztendlich aussehen könnte. Betrifft es nur die Ausfuhr von tatsächlichem Kriegsmaterial, wären dies keine großen Geschäftseinbußen für österreichische Firmen. Sollten aber auch zum Beispiel Dual-Use-Güter, wie Drehmaschinen, darunter fallen, würde ein beträchtliches Handelsvolumen erreicht werden. Da von einem Waffenembargo sehr viele unterschiedliche Interessen berührt sein würden, könnte es aber auch zu einer schrittweisen Lösung kommen, in der nach und nach unterschiedliches Rüstungsmaterial verboten wird.

Die Waffenhersteller Steyr-Mannlicher und Glock waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Zuletzt gab es im Mai einen Bericht, dass Waffenhersteller Steyr-Mannlicher eine Kooperation mit der russischen Rüstungsfirma Rostec plant.

viaWie Österreich in Russland rüstet – Rüstung – derStandard.at › International.

Korruption : „Österreich, wach auf, Oligarchen kaufen dich ein“

Am Ende seiner politischen Karriere wollte Mykola Asarow keine Zeit verlieren. Am 28. Januar trat er von seinem Amt als Ministerpräsident der Ukraine zurück. Nur wenige Stunden danach setzte sich der Vertraute Viktor Janukowitschs per Privatjet ins Ausland ab. Jedoch nicht etwa ins befreundete Russland, sondern mitten in die Europäische Union, die er politisch zuvor so oft angegriffen hatte. Asarow flog nach Wien.

In Österreich lebende Ukrainer hat die Nachricht, die ein Sprecher des Außenministeriums gegenüber der „Wiener Zeitung“ bestätigte, nicht überrascht. Das Alpenland gilt als beliebter Zufluchtsort für ukrainische (Ex-)Funktionäre, Oligarchen sowie deren Angehörige und Vermögen. Der ehemalige Regierungschef Asarow dürfte bei seiner Schwiegertochter Lilija untergekommen sein, die – wie früher auch ihr Ehemann Oleksej – im Wiener Nobelbezirk Währing gemeldet ist.

Vereine wie „Die Demokratische Ukraine“ oder die „Gesellschaft Ukrainischer Jugend in Österreich“ machen Asarow für die Einführung der „diktatorischen Gesetze“ vom 16. Januar verantwortlich, die persönliche Freiheitsrechte stark beschränken und die Verhaftung von Andersdenkenden legitimieren würden. Sie zitieren ihn in einem Brief an die österreichische Innenministerin mit den Worten, die Menschen seien „selber schuld, dass sie erschossen wurden“, und werten seinen Aufenthalt in Wien als weiteres Indiz dafür, dass die frühere ukrainische Elite in Österreich bequem „blutiges Geld waschen“ könne.

Kritik wegen Untätigkeit der Behörden

In mehr als 30 Aktionen zur Unterstützung der Protestbewegung auf dem Maidan haben diese Auslandsukrainer deshalb nicht nur das Vorgehen der Regierung Janukowitsch, sondern auch die Untätigkeit der Behörden ihrer Wahlheimat angeprangert.

„Österreich, wach auf, Oligarchen kaufen dich ein“, skandierten sie bei Demonstrationen, und in einer Petition an die österreichische Bundesregierung forderten sie: „Lassen Sie es nicht zu, dass das österreichische Finanzsystem durch korrupte ukrainische Politiker missbraucht und dadurch Gesetzlosigkeit in der Ukraine unterstützt wird.“

Franz Fiedler, Vorsitzender des österreichischen Ablegers der Antikorruptionsorganisation Transparency International, hält die massive Kritik für gerechtfertigt. „Die Vorwürfe kommen nicht von ungefähr“, sagt der frühere Staatsanwalt und Rechnungshofpräsident. „Das österreichische Bankgeheimnis ist deutlich strenger als in den meisten anderen Staaten der EU.“

Anders als in Deutschland genüge nicht das Vorliegen eines Verdachts, damit eine Bank über Konten informieren muss, sondern es bedürfe der Einleitung eines Strafverfahrens. Selbst dann sei das Prozedere jedoch so kompliziert, dass bis zu einer Auskunft Monate vergehen können. Darüber hinaus biete das Stiftungsrecht „zahlreiche Verschleierungsmöglichkeiten“, sagt Fiedler. „Auch das ist natürlich ein Anreiz, hier Gelder zu parken, wenn man anonym bleiben will.“

Steuervorteile als weiteren Grund

Für den Wiener Anwalt Leopold Specht, dessen Kanzlei über eine Subfirma Alleingesellschafterin einer GmbH war, die Asarows Sohn Oleksej gegründet und bis 2011 als Geschäftsführer geleitet hat, sind hingegen Steuervorteile der wichtigste Grund für die Beliebtheit Österreichs bei reichen Ukrainern.

„Wenn sie über eine österreichische Holding eine Beteiligung in der Ukraine strukturieren oder eine Investition über Österreich in einem Drittland machen, werden die Dividenden unter gewissen Bedingungen mit null besteuert“, sagte Specht vor Kurzem dem „Kurier“.

„Und diese sind leicht zu erfüllen.“ Der Anwalt betonte gegenüber der Zeitung auch, dass der Aufenthalt von Asarow senior in Wien keine „Flucht“ gewesen sei, sondern der Ex-Regierungschef lediglich zwei Tage lang seine Familie „besucht“ habe.

Zielgruppe sind die „Superreichen“

Asarows Kritiker gehen davon aus, dass er auch nach den Geschäften der Familie gesehen hat. Schwiegertochter Lilija gehört laut Firmenbuch die Hälfte einer Gesellschaft, die mit dem „Vienna Deluxe Magazin“ Wiens „einziges Luxus-Hochglanzmagazin“ mit Berichterstattung auf Deutsch, Englisch und Russisch sowie ähnliche Publikationen für St. Moritz, die Côte d’Azur und Dubai herausgibt.

Als Zielpublikum nennt das Unternehmen auf seiner Webseite die Gruppe der „Ultra High Net Worth Individuals“ – auf Deutsch meist einfach „Superreiche“ genannt.

Im selben Haus wie die Publishing Deluxe Holding GmbH, dem barocken Palais Breuner im ersten Bezirk Wiens, ist auch die Garda Handels- und Beteiligungs GmbH registriert, in der Lilija Asarowa bis 2012 die Geschäftsführung innehatte. Dem Investigativjournalisten Serhij Leschtschenko von der Kiewer Internet-Zeitung „Ukrainska Prawda“ zufolge kontrolliert die Familie Asarow über diese Firma die Fabrik Metalist in Donezk, die von staatlichen ukrainischen Subventionen stark profitiert hat.

„Inkubator von Scheinfirmen“

Am Parkring gegenüber dem Wiener Stadtpark betreibt Asarows Schwiegertochter eine Galerie, die moderne ukrainische Kunst populär machen soll. Diese exklusive Adresse wiederum teilt sie mit einem Unternehmen namens Compaserve, das unter anderem in Liechtenstein ein Büro betreibt, unter dessen Anschrift auch jene Firma registriert ist, der die großzügige gelbe Asarow-Villa in Währing gehört.

Compaserve gehört einem gebürtigen Liechtensteiner mit österreichischem Pass namens Reinhard Proksch. Laut eigenen Angaben ist er Anwalt, stammt aus Salzburg, lebt aber in Miami. Sein Unternehmen hat sich auf die Gründung und Verwaltung von Firmen spezialisiert und bietet unter anderem bereits gegründete „Vorratsgesellschaften“ an: Im Online-Katalog von Compaserve finden sich neben österreichischen oder Schweizer GmbHs auch Liechtensteiner Stiftungen (ein „Mozart Trust“ kostet beispielsweise 44.900 Schweizer Franken) oder Gesellschaften auf den British Virgin Islands (ab 2500 Dollar).

Für die Kiewer Nichtregierungsorganisationen wie PEPwatch (PEP steht für „politisch exponierte Personen) oder das Anti-Corruption Action Centre (Antac) ist die Compaserve „ein Inkubator von Scheinfirmen“, zu deren Kunden nicht nur die Familie Asarow, sondern auch der ehemalige Chef des Präsidialamtes, Andrej Kljujew, und sein Bruder Sergej sowie Ex-Präsident Janukowitsch selbst zählen würden. Sie stützen sich dabei auch auf die Recherchen von Serhij Leschtschenko.

Vorwurf „politischer Einflussnahme“

Andrej Kljujew, der nach der Flucht mit Janukowitsch angeschossen wurde, haben die Kritiker der früheren ukrainischen Regierung schon lange im Visier. Bereits 2012 hat der damalige Oppositionspolitiker Anatolij Hryzenko in einem gemeinsam mit Antac und Leschtschenko formulierten Brief an das österreichische Bundeskriminalamt den Janukowitsch-Vertrauten der Geldwäsche beschuldigt.

Kljujew habe staatliche Subventionen in Höhe von umgerechnet 18 Millionen Euro an eine Halbleiterfabrik in Saporischschja veranlasst und dabei verschleiert, dass diese über die österreichische Gesellschaft Activ Solar indirekt ihm gehöre, schrieben Hryzenko und Leschtschenko. Das betroffene Unternehmen wies vor zwei Wochen den Vorwurf „politischer Einflussnahme“ zurück und betonte, die Slav AG der Gebrüder Kljujew habe ihre Anteile bereits 2008 verkauft.

Es bestritt aber nicht, dass es sich bei dem Käufer um Sergej Kljujews Schwiegersohn handelte und der seine Anteile 2009 der Liechtensteiner Treuhandgesellschaft P&A Corporate Trust übertrug. Diese ist ebenfalls unter der Adresse des Vaduzer Büros von Reinhard Prokschs Compaserve registriert.

Unterstützung bei der Geldwäsche über Scheinfirmen

Laut Angaben von PEPwatch und Antac ist P&A Corporate Trust außerdem die Gründerin jener englischen Gesellschaft, der über eine weitere Zwischenfirma – bis zu deren Verkauf an Sergej Kljujew im September 2013 – die einstige Staatsdatscha Meschigorje gehörte. Janukowitsch hatte sie zu einer eigenwilligen Mischung aus Camp David, Versailles und Neverland ausbauen lassen und bis zu seiner Flucht als Residenz genützt.

Auch die Firmenkonstruktion, die hinter der 30.000-Hektar-Eigenjagd steht, über die Janukowitsch zusätzlich verfügte, endet den Nichtregierungsorganisationen zufolge an einer Adresse von Reinhard Proksch, diesmal jener des Londoner Büros von Compaserve.

Die ukrainischen Korruptionsbekämpfer ziehen aus ihren Recherchen den Schluss, dass „entgegen den Anti-Geldwäsche-Vorschriften für Amtsträger und Politiker Herr DDr. Proksch die ukrainischen Machtträger bei der Geldwäsche und Hehlerei über Scheinfirmen unterstützt hat und nach wie vor unterstützt“.

Vorwürfe als „Witz“ zurückgewiesen

Proksch selbst nennt die Vorwürfe „einen Witz“. Er halte oder verwalte keine Gelder von ukrainischen Politikern oder sonstigen Politikern, teilte er per Mail mit. „Ich kenne Janukowitsch nicht und auch niemanden aus seinem Umfeld.“ Vielmehr sei er seit Monaten für ein hohes Amt im UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) im Gespräch – „damit scheidet ja offiziell aus, dass ich ein korruptes Regime unterstütze“.

Nachfragen zu seinen Firmenbeteiligungen wollte er nicht beantworten, stattdessen verwies er auf frühere Äußerungen gegenüber österreichischen Medien. In einem am Dienstag ausgestrahlten Bericht des ORF-Fernsehens hatte er zu den Firmen hinter Meschigorje gesagt: „Der Sinn dieser Konstruktionen war es, einen Freizeitpark zu bauen.“ Für Janukowitsch?, fragte der Reporter. „Nein, ein normales Hotel, so eine Art Disneyland.“ Er selbst habe den Präsidenten dem Namen nach nicht gekannt: „Also mir wäre das nicht einmal aufgefallen, wenn ich den Vertrag gesehen hätte.“

Die EU hat vergangenen Donnerstag Sanktionen gegen die ehemalige ukrainische Führung beschlossen. Angesichts der noch andauernden Diskussion über deren Umsetzung hat Österreich nun – wie die Schweiz und Liechtenstein – die Sperrung der Konten von Janukowitsch und 17 seiner Vertrauten angeordnet. Die ukrainische Regierung habe in jedem der Fälle eine Begründung geliefert, warum das Konto eingefroren werden sollte, sagte Außenminister Sebastian Kurz am Freitag.

Es gehe um den Verdacht von Menschenrechtsverletzungen beim blutigen Machtkampf in der Ukraine sowie um Korruptionsverdacht. Laut übereinstimmenden Berichten von österreichischen Medien sollen sowohl Mykola Asarow als auch Andrej Kljujew auf der Liste stehen.

Strafverfahren gegen Janukowitsch und seinen Sohn

Anders als in der Schweiz, wo die Genfer Staatsanwaltschaft am Donnerstag ein Strafverfahren gegen Janukowitsch und seinen Sohn eröffnete und eine Firma des Sohns durchsuchen ließ, sind in Österreich keine Ermittlungen gegen die früheren Machthaber in der Ukraine bekannt geworden. Gegen Andrej Kljujew habe es Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien. Das Verfahren ist jedoch vergangenes Jahr nach mehrmonatigen Erhebungen eingestellt worden, weil keine Vortat zu beweisen war.

Mykola Asarow soll nicht mehr in Wien sein, heißt es. Dafür ist laut einem Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ Donnerstag vergangener Woche das Privatflugzeug von Sergej Kljujew in Wien gelandet. Anschließend sei er mit mehreren Angehörigen zu jener Villa am Rande des Wienerwaldes gefahren, in der seine Frau gemeldet ist.

Im Grundbuch stehen auch die Kljujews nicht, sondern eine GBM Handels-und Vertretungs GmbH. Über ihre Besitzer, zwei Limited Companys, gibt das österreichische Firmenbuch keine Auskunft, aufschlussreicher ist da schon die Adresse: Sie führt zum Hauptsitz des Kljujew-Konzerns Slav in der Wiener Innenstadt. Gegenüber „Ukrainska Prawda“ legte Sergej Kljujew trotzdem Wert auf die Feststellung, dass seine Familie nur zur Miete wohne.

viaKorruption : „Österreich, wach auf, Oligarchen kaufen dich ein“ – Nachrichten Politik – Ausland – DIE WELT.

Alarm um Handy-Urteil: Ärztekammer fordert handyfreie Zonen

Artikel vom 06.12.2012

Telefonieren mit Handy- und Schnurlostelefonen kann zu einer 80-prozentigen (!) Invalidität führen. Zu diesem Horror-Ergebnis kommt ein Urteil des italienischen Höchstgerichts. Deshalb fordert die Wiener Ärztekammer die Etablierung von handyfreien Zonen – ähnlich den rauchfreien Zonen in öffentlichen Gebäuden. Dies sei notwendig, um die Strahlenbelastung zu minimieren und die Menschen zu einem bewussteren Umgang mit der Mobilfunktechnologie zu bringen.

Ein Urteil des italienischen Höchstgerichts, wonach exzessives Telefonieren mit Handy- und Schnurlostelefonen zu einer 80-prozentigen Invalidität führen kann, lässt die österreichischen Ärzte aufhorchen. Dieses Urteil zeige deutlich, wie gefährlich der sorglose Umgang mit mobilem Telefonieren sei. Es sei äußerst bedenklich, wenn in Gesundheitsfragen ärztliche Ratschläge und Empfehlungen ignoriert würden und Handlungsbedarf erst durch Gerichtsurteile geweckt werden müsse, so die Ärztekammer.

Es stehe außer Frage, dass Mobiltelefone ein praktisches Tool zur Bewältigung von Alltagssituationen und als Alarmierungssystem in Notfallsituationen sei, so die Ärztekammer. Dass das Handy bei vielen jedoch selbst im Bett mit dabei ist, schieße weit über das Ziel hinaus. Viele Menschen hätten inzwischen sogar Entzugssymptome, wenn sie ihr Handy einmal plötzlich nicht mehr bei sich hätten.

Ärzte fordern Handypfand-System

Doch auch die Produktion von Mobiltelefonen sei äußerst umweltbedenklich: Denn hierzu werden seltene Metalle verwendet, deren Gewinnung nur unter Risiken erfolge. Ein Handypfand-System, wie die Ö3-Wundertüte – wo das Einsammeln von alten Handys und Netzgeräten zur Lukrierung von Geldern für wohltätige Zwecke verwendet wird- sei ratsam, meint die Ärztekammer.

4,6 Milliarden Handy-Nutzer

Circa 4,6 Milliarden Menschen sind weltweit als Anwender eines Mobilfunkgeräts registriert – mit steigender Tendenz. Die Gefährlichkeit einer intensiven Mobilfunk- und Schnurlostelefonie mit Studien zu untermauern, sei deshalb problematisch, weil die Etablierung dieses globalen Massenphänomens noch zu kurz sei, meinen die Ärzte.

Hier noch die 10 medizinischen Handy-Regeln

Prinzipiell so wenig und so kurz wie möglich telefonieren – Festnetz oder VoIP verwenden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Handys nur für den Notfall mitführen.

Das Handy während des Gesprächaufbaus von Kopf und Körper fernhalten (Armabstand)

Nicht in Fahrzeugen (Auto, Bus, Bahn) telefonieren – die Strahlung ist höher

Beim Versenden von SMS das Handy generell so weit wie möglich vom Körper fernhalten

Beim Kauf von Handys auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss achten

Handys nicht in die Hosentasche stecken – die Strahlung kann möglicherweise die Fruchtbarkeit bei Männern beeinträchtigen

Zu Hause über das Festnetz telefonieren und das Handy ausschalten 

Keine Spiele via Handy spielen

Bei Verwendung von Headsets oder integrierter Freisprecheinrichtung Handys möglichst weit weg vom Körper positionieren (z.B. äußere Rocktasche, Handtasche) 

Besonders Wireless LAN bzw. UMTS führen zu einer hohen Dauerbelastung

viaAlarm um Handy-Urteil: Ärztekammer fordert handyfreie Zonen | Heute.at.

Aufregung um jungen Taschendieb – Bursch abgängig

Der womöglich erst zwölfjährige Taschendieb, der am Freitag im Wiener Straflandesgericht nach 16 Tagen im Gefängnis freigesprochen wurde, ist abgängig. Der nach eigenen Angaben am 31. März 2001 geborene Bub war am Freitag in die „Drehscheibe“ – eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – gebracht worden. Dort dürfte er nicht übernachtet haben, so Jugendamtssprecherin Herta Staffa.

Als sein Fehlen bemerkt wurde, wurde sofort eine Abgängigkeitsanzeige bei der Polizei erstattet. „Wir können ihn nicht einsperren“, erklärte Staffa. Ein Richter hatten den Bursch – im Unterschied zum Staatsanwalt – im Zweifel für unter 14 und damit für strafunmündig gehalten. Der Prozess gegen den Buben hatte am Freitag unter anderem deshalb für Aufregung gesorgt, weil der Staatsanwalt die Geschlechtsorgane des Kindes untersuchen lassen wollte, um seine Strafunmündigkeit zu klären.

Zuvor hatte der Bub keine Auskünfte über seine Person, sein Alter oder seine Herkunft erteilt, „er redet nicht darüber“, sagte Staffa. Bereits vor seiner Festnahme am 22. Jänner soll sich der Bub öfters in der „Drehscheibe“ aufgehalten haben, allerdings stets nur tageweise.

Dem nur 1,55 Meter großen, schmächtigen und ausgesprochen kindlich wirkenden Buben war vorgeworfen worden, seit vergangenem November in der Bundeshauptstadt gewerbsmäßig und als Teil einer kriminellen Vereinigung 25 Personen – vorwiegend Touristen – bestohlen zu haben. Er dürfte einer auf Taschendiebstähle spezialisierten, europaweit tätigen „Kinderbande“ angehört haben.

Der Amtsarzt hielt den gebürtigen Bosnier, der Analphabet ist und nie eine Schule besucht hat, für jedenfalls 14 Jahre, wahrscheinlich 16 bis 18 Jahre. Dem widersprach allerdings ein zahnärztliches Gutachten, das Richter Andreas Hautz in Auftrag gegeben hatte. Demnach sind einige Zähne im Unterkiefer noch nicht ganz durchgebrochen, laut der Sachverständigen ist der Bub um die 14 Jahre.

Staatsanwalt Jörgen Santin hatte beim Prozess am Freitag mit aller Kraft versucht, dem Kind nachzuweisen, dass es bereits das 14. Lebensjahr vollendet hatte. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Bub unter einem Alias-Namen bereits in Belgien straffällig geworden ist, ehe er in Österreich festgenommen wurde. Im dortigen Strafverfahren hatte er angegeben, am 1. Jänner 1999 geboren zu sein, sagte Gerhard Jarosch, Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft am Freitag der APA. Auch in einem zweiten Verfahren habe der Bub 1999 als Geburtsjahr genannt. Anhand von Fingerabdrücken stehe fest, dass es sich um denselben Bub handelte.

Dies kam im Prozess am Freitag nicht zur Sprache. Santin beantragte nach der Erstattung des zahnärztlichen Gutachtens eine Untersuchung des linken Handwurzelknochens des Burschen. Als dies vom Richter abgewiesen wurde „die körperliche Untersuchung des Angeklagten, insbesondere der Geschlechtsorgane“. „Jetzt wird’s lächerlich“, entfuhr es da dem Richter, ehe er diesen Antrag abschmetterte, weil es sich dabei um einen „unzulässigen Erkundungsbeweis“ handle.

Schließlich zog Santin einen offenen Festnahmeauftrag aus dem Hut, der während der 16 Tage U-Haft wegen später bekannt gewordener Taschendiebstähle erlassen worden war. Zur Exekution dieser Anordnung hatte der Staatsanwalt vorsorglich zwei Polizeibeamte im Saal Platz nehmen lassen. Der Bub wurde nach dem Freispruch lautlos weinend von der Justizwache abgeführt und zur Polizei gebracht, wo er zur Nachtragsanzeige befragt wurde. Richter Hautz reagierte auf das Vorgehen des Staatsanwalts mit Kopfschütteln: „Das ruft bei mir höchstes Befremden hervor.“

Nach dieser Einvernahme bei der Polizei wurde vom Vollzug der Festnahmeordnung Abstand genommen und der Bub in der „Drehscheibe“ übergeben. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien kündigte noch Freitagabend an, das Vorgehen der Staatsanwaltschaft rechtlich zu prüfen.

viaAPA – Austria Presse Agentur: Aufregung um jungen Taschendieb – Bursch abgängig.

Das Müllproblem mit dem Tee auf Knopfdruck

Der Erfolg von Kaffeekapseln soll mit Tee fortgeführt werden. Umweltfreundlich ist aber auch dieses Konzept nicht

Wenn es draußen kalt ist, geht nichts über eine Tasse Tee. Die Zubereitung ist in der Regel nicht besonders schwierig: Teebeutel oder Teemischung in die Tasse, kochendes Wasser aufgießen, ziehen lassen und fertig. Teekenner werden nun aufschreien, dass für erstklassigen Tee auf jeden Fall Wassermenge, Ziehzeit und Temperatur berücksichtigt werden müssen.

Wer jedoch keine Lust hat, aus der Teezubereitung eine eigene Wissenschaft zu machen, dem soll zum Beispiel die Teemaschine Special.T von Nestlé Abhilfe schaffen. Per Knopfdruck wird mit diesem Gerät laut aktuellem Werbespot \“jeder Tee zu einer außergewöhnlichen Reise\“.

Umweltschädliche Aluminiumkapseln

Nach dem Konzept von Nespresso funktioniert die Teemaschine ebenfalls mit Kapseln. Derzeit hat Nestlé rund 25 Sorten zur Auswahl, zehn Kapseln Schwarztee kosten beispielsweise vier Euro, das sind 40 Cent pro Tasse Tee. Doch nicht nur finanziell schlägt der Tee auf Knopfdruck zu Buche.

Denn die Aluminiumkapseln, in denen der Tee verpackt ist, sind problematisch für die Umwelt. Für deren Entsorgung der Kapseln bietet Nestlé – genau wie Nespresso – ein Recyclingprogramm an, bei dem Kunden ihre leeren Teekapseln in Nespresso-Boutiquen deponieren können. Wer keine solche in der Nähe hat, sollte die Kapseln in einem Altstoffcontainer für Metall entsorgen. Da dieser Entsorgungsaufwand vielen Menschen vermutlich zu mühsam ist, landet ein großer Teil der Kapseln am Ende direkt im Hausmüll.

Das Geschäft mit den Kapseln

Nestlé ist aber nicht das einzige Unternehmen, das mit Teekapseln Geschäfte machen will. Zum Beispiel gibt es von dem Schweizer Hersteller Cremesso ebenfalls eine Maschine, mit der sowohl Tee als auch Kaffee zubereitet werden kann. Bei den Kapseln wurde zwar auf Aluminium verzichtet, sie sind aber aus Polypropylen, einem Kunststoff, aus dem auch Abfallsäcke gefertigt werden.

Seit November ist Teekanne der erste Anbieter in Österreich, der Teekapseln für Nespresso-Maschinen verkauft. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und können in den Restmüll geworfen worden. Der Abbauvorgang dauert 900 Tage, heißt es in einem Statement von Teekanne zu derStandard.at.

Auch wenn sich die Kapselproduzenten wohl in Zukunft verstärkt mit der Umweltverträglichkeit ihrer Produkte auseinandersetzen, wächst mit der steigenden Zahl an Kapselmaschinen in den Haushalten auch der Abfallberg.

Abwarten und Beuteltee trinken

Laut einem Artikel der Tagezeitung \“Die Welt\“ vom Jänner wird in diesem Jahr in Deutschland 4.000 Tonnen Aluminium- und Plastikmüll durch Kaffeekapseln anfallen. Ein Umweltingenieur kritisiert den hohen Energiebedarf bei der Herstellung der Kapseln, ebenso wie den geringen Grad des Recyclings. Auch an der Richtigkeit der Angaben der Konzerne zu den Recyclingquoten zweifelt er.

In Österreich verwenden laut einer Gfk-Studie bereits mehr als 35 Prozent der Kaffeetrinker zu Hause eine Kapselmaschine, Tendenz steigend. Nach Angaben des Marktbeobachters Euromonitor wurden im Jahr 2012 weltweit acht Milliarden Dollar Umsatz mit den Kapseln erzielt, 5,1 Milliarden davon allein in Westeuropa.

Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage des Geschmacks. Da sich über diesen nicht streiten lässt, gilt in Anbetracht der Kosten und des Abfalls das Motto: abwarten und Beuteltee trinken.

viaDas Müllproblem mit dem Tee auf Knopfdruck – Die Ökofuzzis – derStandard.at › Panorama.