Bayer – Standort Monheim – Agrarinnovationen bringen die Landwirtschaft in Afrika voran und lindern Hunger und Armut

Qualitativ hochwertiges Saatgut und Pflanzenschutzmittel steigern die Produktivität / Partnerschaften verschaffen Kleinbauern Zugang zu Technologien und Finanzmitteln / Einheitliche Gesetzgebung und Schutzrechte sind Voraussetzungen für Innovationen.

Monheim, 20. Januar 2014 – Bayer CropScience will einen Beitrag zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Afrika leisten, indem das Unternehmen den Kleinbauern Zugang zu Innovationen und Know-how verschafft, erklärte Marc Reichardt, Mitglied des Executive Committee von Bayer CropScience und Leiter Agricultural Commercial Operations, auf dem dritten AGCO Africa Summit in Berlin.

In seiner Rede mit dem Titel „Innovationen für Afrika“ stellte Reichardt heraus, dass die afrikanische Landwirtschaft ein großes Potenzial habe, die Lebensmittelproduktion nachhaltig zu steigern. „Die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent wächst und wächst. Unterernährung ist ein großes Problem“, führte er weiter aus und wies dabei insbesondere auf den mangelnden Zugang zu Produktionsmitteln wie Dünger, qualitativ hochwertiges Saatgut, innovative chemische und biologische Pflanzenschutzlösungen sowie Maschinen und andere wichtige landwirtschaftliche Geräte hin.

Die Aktivitäten von Bayer CropScience in Afrika reichen von Saatgut und modernen Pflanzenschutztechnologien über Schulungen in guter landwirtschaftlicher Praxis und im Umweltschutz bis hin zu Product-Stewardship-Programmen. „Partnerschaften sind wichtig für die ländliche Entwicklung und den Wohlstand der Landbevölkerung, weil sie den Zugang der Kleinbauern zu modernen Technologien radikal verändern können. Das verhilft ihnen zu höherer Produktivität und einem besseren Auskommen“, sagte Marc Reichardt. Bayer CropScience unterhält bereits Public-Private-Partnerships entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette – von landwirtschaftlichen Lieferketten über eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung und die Agrarforschung bis hin zur Mikrofinanzierung – und das Unternehmen beabsichtigt, seine Aktivitäten in Afrika weiter auszubauen.

Neue Produkte erhöhen die Sichtbarkeit von Bayer CropScience in Afrika

„Wir erzielen heute rund 20 Prozent unseres Jahresumsatzes in Afrika mit neuen Produkten, die wir im Jahr 2013 auf den Markt gebracht haben, und wir wollen diesen Anteil bis 2020 auf 90 Prozent erhöhen“, führte Reichardt an. Zugleich unterstrich er die Entschlossenheit von Bayer CropScience, sein geistiges Eigentum vehement zu verteidigen und den illegalen Handel mit Pflanzenschutzmitteln zu verhindern. Das Unternehmen kämpft aktiv gegen Produktfälschungen, nicht nur um seine Wettbewerbsfähigkeit zu schützen, sondern auch im Interesse von Kunden, Verbrauchern und der Umwelt. „In Afrika sind immer noch zu viele illegale und nicht zugelassene Produkte im freien Umlauf. Damit wir erfolgreich dagegen vorgehen können, müssen Gesetze und Datenschutzbestimmungen vereinheitlicht werden“, fügte Reichardt hinzu.

Maßgeschneiderte Lösungen für Kleinbauern

Die maßgeschneiderten Lösungen von Bayer CropScience sind passgenau auf die Bedürfnisse der afrikanischen Landwirte abgestimmt. So bietet das Unternehmen den Bauern beispielsweise Pflanzenschutzmittel in kleinen Packungsgrößen an, mit denen sich die richtige Dosierung leichter berechnen lässt. Dies trägt zu einer sicheren Verwendung und Entsorgung der Pflanzenschutzmittel bei. „Darüber hinaus bieten wir hervorragende Hochertragssorten für verschiedene Anbaukulturen wie Gemüse, Baumwolle und Hybridreis“, erklärte Reichardt. Bayer CropScience testet zurzeit verbesserte Saatgutsorten für den Reisanbau und hat bereits mit der Züchtung von Baumwollsaatgut für den afrikanischen Markt begonnen.

Ausbau der Präsenz in Afrika

Bayer CropScience besitzt sechs Gesellschaften und zwei Niederlassungen in acht afrikanischen Ländern und unterhält ein breites Spektrum an erfolgreichen Kooperationen mit Distributoren und anderen Partnern in der Lebensmittel-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen will bis 2015 neue Gesellschaften in der Elfenbeinküste und Nigeria sowie Niederlassungen in Äthiopien und Sambia gründen. Insgesamt soll der Mitarbeiterstamm in Afrika bis zum Jahr 2015 um mehr als 40 Prozent zunehmen.

„Afrikanische Kleinbetriebe können einen großen Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung leisten. Ihre Produktivität lässt sich durch Innovationen in der landwirtschaftliche Praxis erheblich steigern“, fasste Reichardt zusammen. Zugleich forderte er höhere öffentliche Investitionen im sozialen Bereich und in die Infrastruktur – vor allem in die Verkehrs- und Versorgungsnetze sowie die landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung, um die Agrarproduktion in Afrika weiter zu steigern.

Der AGCO Africa Summit ist eine Gemeinschaftsinitiative von AGCO, Bayer CropScience, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), der Rabobank, der John Agyekum Kufuor (JAK) Foundation und De Lage Landen.

Über Bayer CropScience
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Agrarwirtschaft sowie hochwertige Materialien. Bayer CropScience verantwortet als Teilkonzern der Bayer AG das Agrargeschäft und zählt mit einem Umsatz von 8,383 Milliarden Euro im Jahr 2012 zu den weltweit führenden, innovativen Crop-Science-Unternehmen mit den Tätigkeitsbereichen Saatgut, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine herausragende Produktpalette mit hochwertigem Saatgut, innovativen Pflanzenschutzlösungen auf chemischer und biologischer Basis sowie einen umfassenden Kundenservice für die moderne nachhaltige Landwirtschaft. Im Bereich der nicht-landwirtschaftlichen Anwendungen verfügt Bayer CropScience über ein breites Portfolio von Produkten und Dienstleistungen zur Bekämpfung von Schädlingen in Heim und Garten bis hin zur Forstwirtschaft. Das Unternehmen beschäftigt 20.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in mehr als 120 Ländern vertreten.

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Autismus durch Pflanzenschutzmittel

Gefräßige Raupen, Blattläuse und Co – die chemische Keule ist für Bauern oft die einzige Möglichkeit, ihre Lebensgrundlage zu sichern. Doch was Schädlingen den Gar ausmacht, birgt auch Risiken für den Menschen – das hat nun erneut eine US-Studie aufgezeigt. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Mutter ein Kind mit Autismus oder einer anderen geistigen Entwicklungsstörung zur Welt bringt, deutlich erhöht, wenn sie in der Nachbarschaft von landwirtschaftlichen Flächen lebt.

Die Ergebnisse der Forscher um Irva Hertz-Picciotto von der University of California in Davis basieren auf dem Abgleich der Häufigkeit von geistigen Entwicklungsstörung bei Kindern und der Nähe des Wohnortes ihrer Mütter zu landwirtschaftlich genutzten Flächen, auf denen regelmäßig Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Die Wissenschaftler nutzten dazu die Informationen des California Pesticide Use Reports. Darin müssen Bauern angeben, wo, wie viel und welche Pflanzenschutzmittel sie wann eingesetzt haben. Diese Daten konnten die Forscher dann mit Informationen verknüpfen, welche die Adressen von ungefähr 1.000 Familien umfassten, in denen in einigen Fällen ein Kind mit einer geistigen Entwicklungsstörung lebte.

Durch Fragebögen erfassten die Forscher bei diesen Familien zusätzlich, wo genau sich die jeweiligen Mütter der Kinder während ihrer Schwangerschaft aufgehalten hatten. Mit den gesammelten Informationen entwickelten sie Karten, aus denen sowohl die Einsatzorte bestimmter Pflanzenschutzmittel hervorgingen als auch die räumliche Häufigkeitsverteilung von geistigen Entwicklungsstörungen. Die meisten Wirkstoffe der eingesetzte Pflanzenschutzmittel konnten die Forscher der Gruppe der Organophosphorverbindungen zuordnen. Darauf folgten die sogenannten Pyrethroide und auch Pestizide auf der Basis von Carbamaten.

Bedenkliche Nachbarschaft

Aus den statistischen Auswertungen ging hervor: Mütter, die im Umkreis von 1,25 bis 1,75 Kilometer von Farmen und Feldern gelebt hatten, wo während ihrer Schwangerschaft gespritzt wurde, besaßen durchschnittlich ein um zwei Drittel höheres Risiko, ein Kind mit Autismus oder einer geistigen Entwicklungsstörung zu bekommen. Dabei folgt der Zusammenhang einem Gradienten: Je weiter die Entfernung zu den Feldern, desto geringer ist das Risiko und umgekehrt. Die stärkste negative Wirkung scheinen die Pflanzenschutzmittel im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel zu haben, legen die Daten nahe.

Es ist bereits bekannt, dass das Gehirn von Kindern während der Entwicklung im Mutterleib besonders empfindlich auf bestimmte Substanzen reagiert. Frühere Untersuchungen haben auch schon darauf hingewiesen, dass Pestizide die Bildung und Funktion von Hirnstrukturen stören und damit geistige Entwicklungsstörungen verursachen können. Die aktuelle Studie unterstreicht dies nun erneut eindrucksvoll. Offenbar sind spezielle Hirnfunktionen betroffen, auf denen Stimmungen, Lernen und soziale Verhaltensweise beruhen. Dadurch ergibt sich der Zusammenhang mit Autismus und Co.

„Wir müssen zwar noch herausfinden, ob bestimmte Gruppen von Menschen besonders empfindlich auf die Substanzen reagieren, aber die grundsätzliche Botschaft ist klar: Schwangere sollten bestmöglich jeden Kontakt zu Pflanzenschutzmitteln vermeiden“, sagt Hertz-Picciotto. Den Studienergebnissen zufolge gilt das offenbar nicht nur im Zusammenhang mit der Ernährung, sondern auch mit der räumlichen Nähe zu Orten, wo die entsprechenden Wirkstoffe in die Umwelt gelangen. Hertz-Picciotto zufolge sei eine Auseinandersetzung mit dem Problem sowohl auf gesellschaftlicher als auch persönlicher Ebene nötig, um die Situation zu verbessern. „Ich wollte mit meiner Familie nicht an einem Ort wohnen, wo in der Nähe Pestizide ausgebracht werden“, so die Forscherin.

viaAutismus durch Pflanzenschutzmittel – bild der wissenschaft.