„Das Great Barrier Reef ist 2016 gestorben“

Höchste Alarmstufe: 2016 war ein Horrorjahr für das Great Barrier Reef. Die beispiellose Korallenbleiche über Hunderte Quadratkilometer hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Und: Es könnte noch schlimmer kommen.

Wie ein Nachruf auf eines der spektakulärsten Naturwunder hört sich der Text auf einem populären Wissenschaftsportal an: „Das Great Barrier Reef in Australien ist nach langer Krankheit 2016 gestorben. Es war 25 Millionen Jahre alt.“ Natürlich ist es eine Polemik, mit der Autor Rowan Jacobsen im Oktober 2016 wachrütteln wollte. Aber Wissenschaftler schlagen selbst Alarm: das größte Korallenriff der Welt ist nach der schlimmsten je registrierten Korallenbleiche sozusagen auf der Intensivstation.

„Die Korallen haben 400 Millionen Jahre Veränderungen auf dem Planeten überlebt, aber wenn jetzt nicht weltweit deutlich mehr gegen den Klimawandel getan wird, haben wir im Jahr 2100 höchstens noch hier und da ein paar Korallen, aber keine Riffe mehr“, sagt David Wachenfeld, bei der Marineparkbehörde (GBRMPA) für die Wiederherstellung des Riffs verantwortlich.

Korallenriffe sind zwar auch eine Touristenattraktion und ein Wirtschaftsfaktor. So bringen die Besucher rund fünf Milliarden australische Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro) pro Jahr ins Land, und der Sektor beschäftigt 70.000 Menschen. Eine entscheidende Rolle haben Korallenriffe jedoch für den Lebensraum Meer: Sie sind die Kinderstube zahlreicher Fischarten. Wenn sich die kleinen Fische nicht mehr vor Raubfischen in den Korallen verstecken können, werden sie gefressen, bevor sie ausgewachsen sind und sich fortpflanzen. Die Folge: ein dramatischer Rückgang der weltweiten Fischbestände.
Horrorjahr für Great Barrier Reef

2016 war ein Horrorjahr für das Great Barrier Reef. Extrem hohe Wassertemperaturen, teils 33 Grad, haben besonders im nördlichen, bislang intaktesten Teil des 2300 Kilometer langen Riff-Systems mit unzähligen Korallenbänken verheerende Folgen gehabt. Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe. Aus der Luft waren im Frühjahr kilometerweit weiße Korallenstöcke zu sehen.

Ihm seien bei einem Überflug die Tränen gekommen, berichtete Terry Hughes, der das Institut für Korallenforschung an der James Cook-Universität leitet, freimütig. In einer 700 Quadratkilometer großen Region seien mehr als zwei Drittel der Korallen abgestorben. Es gab schon zwei Bleichen, 1998 und 2002, aber nichts von derartigem Ausmaß. Auch früher nicht, wie Hughes betont: Ähnlich wie bei Bäumen an den Jahresringen kann man in Korallenstöcken sehen, ob sie in längst vergangenen Jahren Stresssituationen erlebt haben. Nichts dergleichen sei je passiert.

Quelle: http://www.n-tv.de/wissen/Das-Great-Barrier-Reef-ist-2016-gestorben-article19421891.html

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Milliardenschäden durch Umweltverbrechen : Illegaler Handel dient Terrornetzen

Die Zuwachsrate bei Umweltverbrechen ist alarmierend. Ob illegaler Handel mit Elfenbein, illegale Fischerei oder illegale Entsorgung von Elektroschrott – alles nutzen Mafia, Terroristen oder Rebellen als Einnahmequelle. Weltweiter Schaden: 230 Milliarden Euro. Umweltverbrechen haben die Weltwirtschaft 2015 bis zu 258 Milliarden Dollar (rund 230 Milliarden Euro) gekostet. Der Wert steigerte sich damit um 26 Prozent im Vergleich zu 2014, teilten die Umweltbehörde der Vereinten Nationen (UNEP) und Interpol mit. Etwa die Hälfte davon seien der Abholzung von Wäldern zuzuschreiben. Die unrechtmäßige Entsorgung von elektronischem Abfall bringe rund vier Milliarden Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) ein. „Umweltverbrechen nehmen in einem besorgniserregenden Tempo zu“, sagt Interpol-Chef Jürgen Stock. Die Vielschichtigkeit der kriminellen Absichten verlange nach einer umfassenden Antwort. Goldabbau wird für Geldwäsche missbraucht In Kolumbien werde zum Beispiel der Abbau von Gold zur Geldwäsche missbraucht. In Afrika finanzieren sich Rebellenorganisationen und Terroristen zum Teil aus dem Handel mit Elfenbein. Im vergangenem Jahrzehnt wurden allein in Tansania jedes Jahr rund 3000 Elefanten getötet. Zu den Umweltverbrechen zählen auch illegale Fischerei und der illegale Handel von Rohstoffen. Damit liegen Umweltverbrechen nach Drogenhandel, Fälschungen und Menschenhandel an vierter Stelle der kriminellen Geschäfte weltweit, so heißt es in dem Bericht von UNEP und Interpol. Im Vergleich dazu betrage der Wert von illegalem Handel mit Feuerwaffen pro Jahr nur rund drei Milliarden Dollar. Schwache Justiz, schwache Sicherheitskräfte Eine schwache staatliche Justiz und unterfinanzierte Sicherheitskräfte der Länder würden weltweit agierende kriminelle Netzwerke, Rebellen- und Terrororganisationen erst möglich machen, heißt es in dem UN-Bericht weiter. Zudem schädige illegaler Handel das Ökosystem und trage zum Artensterben bei, so die UN-Behörde. Deshalb fordern UNEP und Interpol die Staaten dringend auf, Umweltverbrechen ernst zu nehmen und Resourcen für deren Bekämpfung zu schaffen.

Quelle: Milliardenschäden durch Umweltverbrechen : Illegaler Handel dient Terrornetzen | tagesschau.de

Vermüllte Ozeane

Die Ozeane der Erde werden immer mehr zur Müllkippe des Menschen. Erst vor wenigen Monaten zeigte eine Studie, dass Plastikmüll inzwischen selbst in entlegenen Tiefseegebieten zu finden ist. Jetzt präsentiert eine internationale Forschergruppe eine erschreckende Bilanz des an der Meeresoberfläche schwimmenden Plastiks: Demnach treiben rund 5,25 Billionen Kunststoffpartikel verschiedenster Größen in den Weltmeeren umher. Die gesamte Masse dieses Mülls beträgt fast 270.000 Tonnen – und das ist nur der schwimmende Teil dieser Kunststoffflut.

viaVermüllte Ozeane – bild der wissenschaft.

Geschirr und Behälter aus Plastik – weit über 280 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich weltweit produziert. 19,5 Millionen davon allein in Deutschland.

viaRecycling von Plastik: Wiederverwertung vs. Verbrennung – Wirtschaft – Süddeutsche.de.

Doch kein Schlamm auf australischen Korallen

Nach internationalen Protesten sind die Pläne des indischen Rohstoffgiganten Adani vom Tisch, der seinen Aushub im Great Barrier Reef ablagern wollte – mit Genehmigung der australischen Regierung. Jetzt wird nach einer Lösung am Land gesucht.

Medienberichten zufolge will die indische Adani-Gruppe noch diese Woche eine Alternative zur umstrittenen Ablagerung von Aushub aus einer Hafenerweiterung im australischen Great Barrier Reef anbieten.

Ein von Adani geführtes Konsortium, zu dem auch der Kohleförderer GVK Hancock gehört, hatte von der australischen Regierung grünes Licht erhalten, mindestens drei Millionen Tonnen Kubikmeter Schlamm im Gebiet des Riffs versenken zu dürfen.

Internationale Proteste führten schließlich zum Entscheid mehrerer Banken, das umstrittene Projekt zur Erweiterung des Adani-Kohleverladehafens Abbot Point nicht zu finanzieren.

Deutsche Bank ausgestiegen

Auch die Deutsche Bank hatte während ihrer jüngsten Jahresversammlung im Frühjahr auf Druck von diversen Umweltverbänden entschieden, den Ausbau nicht unterstützen zu wollen. Zuvor hatte die Uno-Kulturkommission Unesco gedroht, das mit über 2300 Kilometern Länge größte Korallenriff der Welt als „gefährdetes“ Weltnaturerbe einzustufen.

Adani will die bisherige Umschlagskapazität von Abbot Point von derzeit etwa 156 Millionen Tonnen pro Jahr auf insgesamt 944 Millionen Tonnen Kohle ausweiten. Wissenschafter hatten gewarnt, die Ablagerung des Aushubs aus der Hafenerweiterung könnte nicht wieder gutzumachenden Schaden an dem durch Klimawandel und chemische Verschmutzung bereits geschwächten Riff verursachen.

Sedimente des Schlammes würden sich auf die Korallen legen und diese ersticken, so die Ansicht von Experten. Trotzdem hatten der konservative Umweltminister Greg Hunt sowie die zuständige Behörde dem Projekt grünes Licht erteilt.
„Umweltschutzmäßig absolut akzeptabel“

Proteste der Tourismusbranche und internationaler Organisationen führten nun offenbar zu einem Umdenken: Der konservative Abgeordnete George Christensen, in dessen Wahlkreis Abbot Point liegt, hatte zuvor bekannt gegeben, er ziehe seine Unterstützung für das Entsorgungsprojekt zurück. Obwohl er glaube, die Endlagerung des Schlammes sei „umweltschutzmäßig absolut akzeptabel“, habe er auf seine Wähler gehört.

Adani will offenbar noch diese Woche eine Alternative zum „Dumping“ im Riff vorlegen. Laut einem Sprecher des Konsortiums werde evaluiert, ob eine Endlagerung an Land infrage komme. Meeresbiologen hatten sich erstaunt gezeigt, dass Adani und die Behörden die Lagerung im Riff als „umweltfreundlicher“ bezeichnet hatten. Experten zufolge ist die Entsorgung des Schlamms an Land mit höheren Kosten verbunden.

Adani macht Druck

Beobachter gingen am Dienstag davon aus, dass eine Wiederaufnahme des Bewilligungsprozesses den Ausbau des Hafens weiter verzögern könnte. Adani hatte im Juni gewarnt, die Pläne für die Hafenerweiterung fallenzulassen, falls die Arbeiten nicht bis Juni kommenden Jahres abgeschlossen werden könnten.

Das Unternehmen hofft, ab 2017 auch Kohle aus der von der Regierung bewilligten Carmichael-Mine exportieren zu können. Im sogenannten „Galilee-Becken“, einem besonders kohlereichen geologischen Gebiet im Bundesstaat Queensland, sollen auf einer Fläche von 200 Quadratkilometern zwei Tagebau-Förderstätten mit einer Jahresproduktion von insgesamt 60 Millionen Tonnen Kohle entstehen.

Beobachter glauben jedoch, Adani werde es kaum gelingen, in Zeiten sinkender Preise und schwindender Nachfrage für den schadstoffbeladenen Rohstoff die Finanzierung dieser riesigen Kohlegruben sichern zu können.

viaDoch kein Schlamm auf australischen Korallen  – Umwelt – derStandard.at › Panorama.

Vogelschwund durch Pestizide

Als Bienenkiller stehen die Pestizide der Neonicotinoid-Gruppe schon länger in der Kritik. Immerhin drei von ihnen dürfen deshalb in der EU nur noch eingeschränkt eingesetzt werden. Jetzt enthüllen niederländische Forscher eine weitere fatale Wirkung dieser Pflanzenschutzmittel: Sie sind wahrscheinlich mitschuld am allmählichen Schwinden typischer Feld- und Wiesenvögel. Denn die Pestizide reichern sich in den Gewässern an und töten dort die Larven der Insekten, die vielen Singvögeln als Nahrung für sich und ihre Jungen dienen. Als Folge gehen überall dort, wie wo viel Neonicotinoid in der Umwelt nachweisbar ist, die Vogelzahlen zurück.

Bisher galten Neonicotinoide als schädlich nur für Insekten und andere wirbellose Tiere. Denn die Pestizide dieses Typs binden an einen bestimmten Rezeptor im Nervensystem der Wirbellosen und lösen so Lähmungen und letztlich den Tod aus. Weil Wirbeltiere einen modifizierten Rezeptor besitzen, sind sie für das Gift weniger anfällig. „Diese Eigenschaft hat die Neonicotinoide in den letzten zwei Jahrzehnten zu beliebten und stark verbreiteten Agrochemikalien gemacht“, erklären Caspar Hallmann von der Radboud Universität in Nijmegen und seine Kollegen. Allerdings ist der Einsatz dieser Pestizide in den letzten Jahren in die Kritik geraten. Denn Studien zeigen, dass die Neonicotinoide Bienen und Wasserorganismen stärker schädigen als angenommen. Zudem werden diese Pestizide nur langsam abgebaut, sie bleiben daher in Wasser und Boden lange erhalten, wie die Forscher berichten. Bisher war allerdings unklar, welche Folgen diese Anreicherung für die Nahrungskette und im Speziellen für höhere Tiere hat.

Klarer Zusammenhang erkennbar

Um das zu untersuchen, werteten die Forscher Daten der Jahre 2003 bis 2010 von zwei Langzeit-Studien aus: einer landesweiten regelmäßigen Zählung häufiger Brutvögel und zum anderen Messungen der Wasserqualität. Dadurch konnten sie vergleichen, ob es einen Zusammenhang zwischen erhöhten Pestizidwerten in den Gewässern und der Vogelhäufigkeit gab. Das Ergebnis war überraschend eindeutig: Für 14 von 15 untersuchten Vogelarten gab es eine Korrelation: Überall dort, wo die Konzentration des Neonicotinoids Imidacloprid im Wasser 20 Nanogramm pro Liter überstieg, sanken die Vogelzahlen um 3,5 Prozent pro Jahr ab, wie die Forscher berichten. Um sicherzustellen, dass nicht eine veränderte Landnutzung oder andere Faktoren an diesem Schwund schuld war, überprüften die Wissenschaftler zusätzlich die Entwicklung der Vogelpopulationen von 1984 bis 1995 – und damit in der Zeit vor der Einführung des Pestizids. Wie sich zeigte, gab es klare Unterschiede zum aktuellen Trend.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Imidacloprid zur Abnahme der lokalen Vogelpopulationen beigetragen hat“, sagen die Forscher. Ihren Angaben nach ist dafür weniger eine akute Vergiftung der Vögel verantwortlich, als vielmehr eine indirekte Wirkung über die Nahrungskette. „Alle 15 untersuchten Vogelarten füttern ihre Jungen ausschließlich mit wirbellosen Tieren“, erklären Hallmann und seine Kollegen. Bei neun Arten sind zudem auch die Erwachsenen Insektenfresser.  Eine der wichtigsten Futterquellen für die Vögel sind dabei Insekten, deren Larvenstadien im Wasser leben. Doch wie sich zeigte, nimmt die Zahl dieser Insektenlarven in Gewässern mit höheren Pestizidkonzentrationen deutlich ab. Als Folge leiden die Vögel in diesen Gegenden unter Futtermangel und können ihre Jungen nicht ausreichend versorgen. Dies könnte nach Ansicht der Wissenschaftler den Rückgang der Vögel erklären.

„Neonicotinoide galten bisher immer als selektive Gifte“, sagt Koautor Hans de Kroon von der Radboud Universität. „Aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie das gesamte Ökosystem beeinträchtigen.“ Diese Pestizide stellen damit ein viel größeres Risiko dar als erwartet, wie die Forscher betonen. Es sei nun dringend nötig, diese indirekten, über die Nahrungskette wirkenden Effekte der Pestizide genauer zu untersuchen  – und auch in der zukünftigen Gesetzgebung zu berücksichtigen.

viaVogelschwund durch Pestizide – bild der wissenschaft.

Bayer – Standort Monheim – Agrarinnovationen bringen die Landwirtschaft in Afrika voran und lindern Hunger und Armut

Qualitativ hochwertiges Saatgut und Pflanzenschutzmittel steigern die Produktivität / Partnerschaften verschaffen Kleinbauern Zugang zu Technologien und Finanzmitteln / Einheitliche Gesetzgebung und Schutzrechte sind Voraussetzungen für Innovationen.

Monheim, 20. Januar 2014 – Bayer CropScience will einen Beitrag zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Afrika leisten, indem das Unternehmen den Kleinbauern Zugang zu Innovationen und Know-how verschafft, erklärte Marc Reichardt, Mitglied des Executive Committee von Bayer CropScience und Leiter Agricultural Commercial Operations, auf dem dritten AGCO Africa Summit in Berlin.

In seiner Rede mit dem Titel „Innovationen für Afrika“ stellte Reichardt heraus, dass die afrikanische Landwirtschaft ein großes Potenzial habe, die Lebensmittelproduktion nachhaltig zu steigern. „Die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent wächst und wächst. Unterernährung ist ein großes Problem“, führte er weiter aus und wies dabei insbesondere auf den mangelnden Zugang zu Produktionsmitteln wie Dünger, qualitativ hochwertiges Saatgut, innovative chemische und biologische Pflanzenschutzlösungen sowie Maschinen und andere wichtige landwirtschaftliche Geräte hin.

Die Aktivitäten von Bayer CropScience in Afrika reichen von Saatgut und modernen Pflanzenschutztechnologien über Schulungen in guter landwirtschaftlicher Praxis und im Umweltschutz bis hin zu Product-Stewardship-Programmen. „Partnerschaften sind wichtig für die ländliche Entwicklung und den Wohlstand der Landbevölkerung, weil sie den Zugang der Kleinbauern zu modernen Technologien radikal verändern können. Das verhilft ihnen zu höherer Produktivität und einem besseren Auskommen“, sagte Marc Reichardt. Bayer CropScience unterhält bereits Public-Private-Partnerships entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette – von landwirtschaftlichen Lieferketten über eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung und die Agrarforschung bis hin zur Mikrofinanzierung – und das Unternehmen beabsichtigt, seine Aktivitäten in Afrika weiter auszubauen.

Neue Produkte erhöhen die Sichtbarkeit von Bayer CropScience in Afrika

„Wir erzielen heute rund 20 Prozent unseres Jahresumsatzes in Afrika mit neuen Produkten, die wir im Jahr 2013 auf den Markt gebracht haben, und wir wollen diesen Anteil bis 2020 auf 90 Prozent erhöhen“, führte Reichardt an. Zugleich unterstrich er die Entschlossenheit von Bayer CropScience, sein geistiges Eigentum vehement zu verteidigen und den illegalen Handel mit Pflanzenschutzmitteln zu verhindern. Das Unternehmen kämpft aktiv gegen Produktfälschungen, nicht nur um seine Wettbewerbsfähigkeit zu schützen, sondern auch im Interesse von Kunden, Verbrauchern und der Umwelt. „In Afrika sind immer noch zu viele illegale und nicht zugelassene Produkte im freien Umlauf. Damit wir erfolgreich dagegen vorgehen können, müssen Gesetze und Datenschutzbestimmungen vereinheitlicht werden“, fügte Reichardt hinzu.

Maßgeschneiderte Lösungen für Kleinbauern

Die maßgeschneiderten Lösungen von Bayer CropScience sind passgenau auf die Bedürfnisse der afrikanischen Landwirte abgestimmt. So bietet das Unternehmen den Bauern beispielsweise Pflanzenschutzmittel in kleinen Packungsgrößen an, mit denen sich die richtige Dosierung leichter berechnen lässt. Dies trägt zu einer sicheren Verwendung und Entsorgung der Pflanzenschutzmittel bei. „Darüber hinaus bieten wir hervorragende Hochertragssorten für verschiedene Anbaukulturen wie Gemüse, Baumwolle und Hybridreis“, erklärte Reichardt. Bayer CropScience testet zurzeit verbesserte Saatgutsorten für den Reisanbau und hat bereits mit der Züchtung von Baumwollsaatgut für den afrikanischen Markt begonnen.

Ausbau der Präsenz in Afrika

Bayer CropScience besitzt sechs Gesellschaften und zwei Niederlassungen in acht afrikanischen Ländern und unterhält ein breites Spektrum an erfolgreichen Kooperationen mit Distributoren und anderen Partnern in der Lebensmittel-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen will bis 2015 neue Gesellschaften in der Elfenbeinküste und Nigeria sowie Niederlassungen in Äthiopien und Sambia gründen. Insgesamt soll der Mitarbeiterstamm in Afrika bis zum Jahr 2015 um mehr als 40 Prozent zunehmen.

„Afrikanische Kleinbetriebe können einen großen Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung leisten. Ihre Produktivität lässt sich durch Innovationen in der landwirtschaftliche Praxis erheblich steigern“, fasste Reichardt zusammen. Zugleich forderte er höhere öffentliche Investitionen im sozialen Bereich und in die Infrastruktur – vor allem in die Verkehrs- und Versorgungsnetze sowie die landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung, um die Agrarproduktion in Afrika weiter zu steigern.

Der AGCO Africa Summit ist eine Gemeinschaftsinitiative von AGCO, Bayer CropScience, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), der Rabobank, der John Agyekum Kufuor (JAK) Foundation und De Lage Landen.

Über Bayer CropScience
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Agrarwirtschaft sowie hochwertige Materialien. Bayer CropScience verantwortet als Teilkonzern der Bayer AG das Agrargeschäft und zählt mit einem Umsatz von 8,383 Milliarden Euro im Jahr 2012 zu den weltweit führenden, innovativen Crop-Science-Unternehmen mit den Tätigkeitsbereichen Saatgut, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine herausragende Produktpalette mit hochwertigem Saatgut, innovativen Pflanzenschutzlösungen auf chemischer und biologischer Basis sowie einen umfassenden Kundenservice für die moderne nachhaltige Landwirtschaft. Im Bereich der nicht-landwirtschaftlichen Anwendungen verfügt Bayer CropScience über ein breites Portfolio von Produkten und Dienstleistungen zur Bekämpfung von Schädlingen in Heim und Garten bis hin zur Forstwirtschaft. Das Unternehmen beschäftigt 20.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in mehr als 120 Ländern vertreten.

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Bienenvölker wegen Faulbrut vernichtet – Zentralschweiz

Der letzte Faulbrut-Fall in den Urkantonen liegt bereits einige Zeit zurück. Gemäss dem Bieneninspektor des Kantons Schwyz Bruno Reihl ist 1998 im Raum Immensee die Tierseuche letztmals aufgetreten: «Bei der Faulbrut handelt es sich um ein sehr aggressives Bakterium, das die Brut angreift.» Dabei zerfällt die gesamte Körperstruktur der Larve. Würden die betroffenen Völker nicht sofort vernichtet, hätte dies verheerende Folgen: «Die Krankheit würde sich schlagartig in der ganzen Schweiz verbreiten und zu riesigen Verlusten von Bienenvölkern führen», sagt Reihl.

Um die Ausbreitung der Faulbrut zu bekämpfen, wurden die Bienenvölker am betroffenen Standort in Schwyz vernichtet. Gleichzeitig musste ein Sperrgebiet von zwei Kilometer Radius um den Bienenstand errichtet werden. «Das Ein- und Ausführen von Bienen ist in diesem Gebiet verboten», so Reihl. Zudem dürfen jegliche Gerätschaften, die mit der Imkerei zu tun haben, nicht mit anderen Bienenständen in Kontakt geraten.

Personen, die sich nicht an die Vorschriften halten, können nach Tierseuchengesetz angezeigt werden – ihnen droht dabei eine Busse von bis zu 20’000 Franken. Die Schwyzer Bieneninspektoren kontrollierten alle Bienenstände im Sperrgebiet sehr genau. «Bei den insgesamt 18 kontrollierten Bienenständen waren alle Bienen gesund», sagt Reihl.

Höhere Bienendichte, höheres Risiko

Doch worin liegt die Ursache dieser Tierseuche? Der stellvertretende Kantonstierarzt der Urkantone Toni Linggi erklärt: «Grundsätzlich ist dieses Bakterium weit verbreitet.» Absolute Präventivmassnahmen, die vor einer Ansteckung schützen, gäbe es dabei keine. Ob ein Volk befallen wird, sei oft eine Frage des Zufalls. Laut Linggi werde die Faulbrut in den Urkantonen seit 10 Jahren rigoros bekämpft. «Wir führen konsequent Kontrollen durch, um solche meldepflichtigen Tierseuchen schon in frühem Stadium zu erkennen.» Er ist nicht der Ansicht, dass die Faulbrut durch den Imker-Boom der vergangenen Jahre vermehrt auftreten könnte: «Es ist aber natürlich so, dass sich bei einer höheren Bienendichte solche Krankheiten eher ausbreiten können.»

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