Ungewöhnliche Uran-Funde im Urin von Patienten

In Deutschland und in der Schweiz wurden Anfang 2017 außergewöhnlich hohe Mengen Uran im Urin mehrerer Patienten nachgewiesen. Woher der Stoff kam, ist bis heute rätselhaft. Eine Spurensuche.

Uran im Urin – „Wir konnten das nicht glauben!“
Als der Schweizer Arzt Thomas Carmine das Uran bei seinen Patienten nachwies, vermutete er zunächst einen Messfehler: „Wir konnten das nicht glauben!“. In den Monaten zwischen Februar und Mai 2017 hatte er 39 Patienten untersucht und in ihrem Urin dabei unüblich hohe Mengen Uran 238 nachgewiesen.* Die Werte waren acht bis zehnmal so hoch wie normal, so Carmine gegenüber dem SWR. Die Proben wurden von zwei unabhängigen Labors in den USA und in der Schweiz per Massenspektrometrie analysiert. Die Patienten wohnen verstreut in einem Gebiet, das große Teile der deutschsprachigen Schweiz abdeckt. Vor und nach diesem Zeitraum dagegen war kaum mehr Uran zu finden. Was war passiert?
Uranspuren auch in Deutschland
Das Rätsel wurde noch größer, als gleiche Resultate aus Deutschland auftauchten. Thomas Fischer, Präsident der Ärztegesellschaft für klinische Metalltoxikologie, konnte im Raum Düsseldorf in 250 Urinproben ebenfalls einen kontinuierlichen Anstieg von Uran im Urin feststellen – im gleichen Zeitraum! Sowohl die Schweizer als auch die Düsseldorfer Daten hat Thomas Carmine auch im Netz veröffentlicht.
Nun kommt Uran natürlich im Erdboden vor. Das radioaktive Element stammt aus der Entstehungszeit des Universums. In unseren Regionen sind die größten natürlichen Konzentrationen im Granit. Mehr als 99 Prozent dieses Natur-Urans bestehen aus dem Isotop Uran 238. Doch dieses natürliche Uran im Gestein ist für den Menschen nicht gefährlich.
Allerdings ist Uran ein sogenannter Alphastrahler. Er hat zwar nur eine sehr geringe Reichweite, dafür eine sehr hohe Energie. Wenn Uran vom menschlichen Organismus aufgenommen wird, kann es die Zellkerne mit den Erbinformationen schädigen.
Woher stammt das Uran, das 2017 im menschlichen Urin nachgewiesen wurde?
Die Suche nach dem Ursprung der ungewöhnlichen Uranfunde gestaltet sich wie ein Krimi. Immerhin gibt es verschiedene Mosaiksteine:

  • Der Schweizer Mediziner Carmine ist sicher: „Es muss irgendwie Anfang des Jahres eine größere Menge Uran insofern freigesetzt worden sein, dass Menschen das inkorporiert haben. Auf welchem Weg auch immer – sei es übers Trinkwasser, über die Nahrung oder über die Atmung. Ich denke mittlerweile, dass der Weg über die Einatmung der wahrscheinlichste ist, weil die regionale Verteilung sehr groß war.“
  • Eine entscheidende Rolle spielte offenbar auch das Wetter. Es herrschte damals nämlich eine ungewöhnlich lange austauscharme Wetterperiode. So konnten sich viele Schadstoffe, darunter Uran, in der bodennahen Luft anreichern. In der letzten Januarwoche und Mitte Februar 2017 entstanden windschwache Inversionswetterlagen. Dabei sind die oberen Luftschichten wärmer als die unteren und halten diese am Boden. Und genau in dieser Zeit fanden die Mediziner in der Schweiz und in Deutschland den uranbelasteten Urin.
  • Uranaerosole, die durch den Einsatz von Uranmunition freigesetzt werden. Uranmunition wird intensiv eingesetzt seit 1990 in weltweiten Konflikten. So auch im Irak, in Afghanistan, Lybien, der Ukraine und in Syrien. Bei einem Treffer mit dieser Munition beginnt das auf über 3.000 Grad Celsius erhitzte Metall zu brennen. So entsteht ein Uranoxid-Aerosol, eine Gaslösung mit feinen Uranpartikeln, die der Wind fortträgt und weiträumig verteilt.
  • Uranaerosole zum Beispiel aus dem Syrienkrieg können bis zu uns nach Mitteleuropa gelangen, sagt der Kernphysiker Martin Kalinowski. Er ist zuständig für weltweite Radioaktivitätsmessungen bei der „Organisation über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen“ mit Sitz in Wien. Diese radioaktiven Schwebeteilchen können beliebig lange in der Luft bleiben und lange Reisen vornehmen, sie können aber auch als Staub zur Erde fallen oder von Regen und Schnee herunter gewaschen werden. Das ist nach einer langen Trockenperiode wahrscheinlich mit dem Uran geschehen, das Anfang 2017 in der Schweiz und im Raum Düsseldorf im Urin von Menschen gefunden worden ist.

Weitere Uran-Quellen in unserem Lebensumfeld

  • Uran gelangt durch die Verbrennung von Kohle in die Luft
  • Europas gefährlichste uranhaltige Quelle für Flugasche sind die beiden Uralt-Braunkohlekraftwerke in der Nähe von Pristina im Kosovo. Die Weltbank bezeichnete das Werk „Kosova A“ bereits vor vielen Jahren als die „größte punktuelle Quelle für Umweltverschmutzung in Europa“ – die schlimmste Dreckschleuder auf dem Kontinent. Dessen Schadstoffausstoß, verteilt über riesige Gebiete, überschreitet die europäischen Grenzwerte bisweilen um das 70-Fache.
  • Uran steckt in den meisten Phosphatdüngern und gelangt so in Ackerboden und Trinkwasser
  • Seit Jahrzehnten sammelt sich in unseren Ackerböden Uran. Enthalten ist es in den meisten Phosphatdüngern. Die meisten natürlichen Phosphatvorkommen waren früher Meere, die dann ausgetrocknet sind. Im Meerwasser ist Phosphat und Uran drin. Wenn das austrocknet, gibt es Ablagerungen. Deshalb stecken in solchen natürlichen Phosphaten erhebliche Mengen an Uran.
  • Allein die deutsche Landwirtschaft hat bisher in all diesen Jahrzehnten um die 15.000 Tonnen Uran ausgebracht. Konservativ geschätzt. Ein Teil davon sammelt sich nicht in den Ackerböden, sondern gelangt ins Grundwasser gelangt und damit in unser Trinkwasser. Deswegen ist verseuchtes uranbelastetes Trinkwasser die wohl unmittelbarste Gefahr, die vom Uran ausgeht.

Quelle: swr.de

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Kirowograd Ukraine

Kirowograd ist die Hauptstadt der Region Kirowograd (Oblast). Kirowograd Oblast wurde in seiner heutigen Grenzen im Jahr 1939 gebildet. Sein Gebiet ist 24.600 km ², die 4,1% der gesamten Territorium der Ukraine macht, mit der Bevölkerung von 1.168.500 Menschen, die 2,4% des in der Ukraine ist. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 48 Personen / sq. km, gegen 83 Personen / sq. km in das Land als Ganzes. Die Oblast umfasst 21 administrative Rayons, 12 Städte, 4 von ihnen sind jene der regionalen Unterordnung, 26 Siedlungen städtischen Typs und 1024 Land-Art Siedlungen. Die städtische Bevölkerung macht 61,2% der Gesamtzahl in der Region, gegen 67,9% in der Ukraine. Über 30 ethnische Gruppen sind in der Oblast vertreten: 85,3% Ukrainer, Russen 11,7%, und andere.

Die Kirowograd Region befindet sich im Zentrum der Ukraine, im Dnjepr und dem südlichen Buh interfluves. Eine Markierung des geografischen Zentrum der Ukraine wurde im Rayon Dobrovelychkivka setzen.

Das gemäßigte warme Klima, die Verfügbarkeit der Einlagen von Radon und Mineralwässern (Reserven von rund 150.000 cu. M / Jahr), Waldflächen, Wiesen und Flüsse schaffen günstige Voraussetzungen für die Organisation von kurz-und langfristige Erholung sowie eine Netz von Resort-Einrichtungen therapeutisch.

Die Oblast Position im Zentrum der ukrainischen kristalline Massiv bestimmt die Herkunft der große Vorkommen an seltenen Metallen. Die Verfügbarkeit einer ganzen Reihe von Erzen Erscheinungsformen: Wolfram, Kupfer, Molybdän, Apatit, Uran, Gold und Silber, Wismut, Zinn, Blei, Beryllium, Antimon, Tantal und Niob, ist das charakteristische Merkmal der Kirowograd metallogene Zone

Die Mineral-und Rohstoff Potenzial der Region umfasst über 340 Lagerstätten von Mineralien, wobei 107 von ihnen entwickelt. Diese sind: Braunkohle, Erz Rohstoffe, Rohstoffe für die Atomindustrie (Uran), Nicht-Erz Mineralien.

Die wichtigsten Menge an Mineralien ist von offenen Gruben, die günstige Bedingungen schafft für die Entwicklung des Bergbaus in der Region ausgegraben.

Die Gold-Lagerstätten in den letzten Jahrzehnten entdeckt, sind die Grundlage für die zukünftige Gestaltung der Goldgewinnung und Gold-verarbeitenden Sektor in der Region. Laut Geologen Stellungnahme kann die Ablagerungen von Platin, Diamanten, Chrom, Wolfram und seltene Metalle sowie entdeckt zu werden.

Die Region ist seit Kirowograd längst als eine Region mit gut entwickelten landwirtschaftlichen Produktion bekannt. Die natürlichen klimatischen Bedingungen und Tiefschwarz Böden (Schwarzerde) sind günstig für den Anbau landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. Eine Reihe von organisatorischen, Agrar-und Wald-Rückgewinnung, Wasserkraft und andere technische Maßnahmen mit dem Ziel der rationellen Nutzung der Bodenressourcen worden.

Die Oblast ist positiv und liegt geographisch hat ein entwickeltes Verkehrsnetz.

Die Kirowograd Region wird von Haupt-Eisenbahnen für den Transport im Donbass-Karpaten Richtung Verknüpfung der wichtigsten industriellen und landwirtschaftlichen Regionen des Südens mit der Süd-West und Zentrum der Ukraine überquert. Das Verkehrsnetz umfasst 926 km von Eisenbahnen. Die Netzdichte ist 38 km je 1000 km ². Die Region verfügt über 10 Kirowograd Autobahnen 728,7 km lang in praktischen Richtungen, die Ukraine führt mit den Ländern der GUS und Mittel-und Südeuropa. Die Autostraßen Dichte ist 308,5 km je 1000 km ².

Die Kirowograd Flughafen entspricht der 3. Kategorie der ICAO. Verkehrsmittel Flugzeug wird vom Staat Luftfahrtunternehmen “Ukrainian Airlines” durchgeführt. Es gibt zwei kommerzielle Fluggesellschaften: “Urga” und “Tschaika”, arbeitet an International Air Lines

viaKirowograd Ukraine – – Uran StudieArtikel und Übersetzungen.

Ukraine: Zustände wie in der Sowjetunion

Artikel vom 17.02.2011

Die Menschen in der Ukraine leiden immer noch unter den Folgen und Altlasten der sowjetischen und ukrainischen Atompolitik.

Die Sowjetunion hatte nur ein Ziel. Sie wollte mit ihrem Klassenfeind den USA auf Augenhöhe sein. Um von den Vereinigten Staaten ernst genommen zu werden, musste der Kreml während des gesamten kalten Krieges enorm in seine Rüstungsindustrie investieren. Oberste Priorität hatten Atomwaffen. Deren Produktion wurde gnadenlos vorangetrieben.

Menschen zahlen hohen Preis

Bei der Rohstoffbeschaffung hat die sowjetische Führung massenhaft Menschenleben verheizt, denn die Sicherheitsvorkehrungen in den meisten Uranminen waren miserabel. Die Arbeiter waren hoher Radioaktivität ausgesetzt, viele haben schwere Gesundheitsschäden davongetragen. Schilddrüsen-, Blut- und Lungenkrebs waren die häufigsten Folgekrankheiten des Uranabbaus.

Altlasten

Unrentable Minen haben die Sowjets einfach verfallen lassen, an Rückbau hat keiner gedacht. An diesem Erbe haben die Nachfolgestaaten der Sowjetunion bis heute zu kauen. In der Ost-Ukraine ist die Situation besonders ernst: Dort stehen einige alte Uranfabriken, radioaktiv verseucht und frei zugänglich. In der verfallenen Urananlage Dowgiwka liegt die Strahlenbelastung stellenweise bei über 2000 Mikroröntgen pro Stunde. Die natürliche Radioaktivität beträgt etwa 18 Mikroröntgen.

Leben im verseuchten Umfeld

Eigentlich dürften im Umkreis von mehreren Kilometern keine Menschen wohnen. Die umliegenden Dörfer müssten evakuiert werden. Doch die ukrainischen Behörden tun nichts dergleichen, sie ignorieren das Problem und überlassen die Dorfbewohner sich selbst. Viele sind gezwungen, in dem radioaktiv verseuchtem Umfeld zu leben, weil sie kein Geld haben, um wegzuziehen.

Behörden ignorieren Gesundheitsschäden

In den nahen Städten Kirowograd und Shelti Wodi wird nach wie vor Uran abgebaut und angereichert. Die ukrainischen „Atomshiki“ machen daraus Brennstoff für ihre Kernkraftwerke. Etwas mehr als 10 Prozent der Einwohner beider Städte leiden an Schilddrüsenkrebs, weil die Sicherheitsvorkehrungen ähnlich lausig sind wie früher. Das Elend in dem Uranfördergebiet beweist, dass die ukrainischen Behörden immer noch nach dem alten Sowjetmuster ticken. Einzelschicksale interessieren keinen.

viaUkraine: Zustände wie in der Sowjetunion | Zustände wie in der Sowjetunion | ARTE Journal | Welt | de – ARTE.

Der staatliche ukrainische Uranproduzent Skhidnyj HZK plant den Ausbau der Förder- und Verarbeitungsanlagen an der Uranlagerstätte Nowokonstantinowskoje nahe der Ortschaft Aleksejewka im Gebiet Kirowograd. Wie ukrainische Medien unter Verweis auf eine entsprechende Regierungsverordnung berichten, sind dafür Investitionen in Höhe von insgesamt 6,51 Mrd UAH (610 Mio EUR) vorgesehen. Die Finanzierung des Projekts ist vor allem über Kredite staatlicher ukrainischer Banken geplant, die mit der künftigen Produktion des Urankomplexes besichert werden sollen. Die neuen Anlagen sollen über Förderkapazitäten von jährlich etwa 1,5 Mio t Uranerz verfügen.

viaMärkte weltweit.

„Megatons to Megawatts“: Die letzte Fuhre Uran

Artikel vom 03.12.2013

Zwei Jahrzehnte befeuerten US-Atomkraftwerke ihre Reaktoren auch mit Uran aus russischen Atomwaffen. Nun endet das Programm „Megatons to Megawatts“, das zum erfolgreichsten Abrüstungsprojekt der Nachkriegszeit wurde – trotz vieler Probleme.

Was sich seit 20 Jahren weitgehend unbemerkt zwischen Russland und den USA abspielt, kommt dem Ideal der Friedensbewegung gleich: „Schwerter zu Pflugscharen“. Die Schwerter sind in diesem Fall Megatonnen an Atombomben und Nuklearsprengköpfen aus der sowjetischen Ära, die im Zuge mehrerer Abrüstungsverträge der 80er- und frühen 90er-Jahre zerlegt worden waren.

Dabei stellte sich die Frage: Was tun mit dem hochangereicherten Uran? Die Lösung: Herabmischen bzw. herunterblenden, so dass es nicht mehr für Waffen genutzt werden kann, wohl aber für friedliche Zwecke der Energiegewinnung, wie Steven Pifer berichtet. Er hatte jenen Vertrag von 1993 mitverhandelt, der zu den Pflugscharen in Form von Megawatt führte.

Schwerter zu Pflugscharen

„Die USA sollten Russland dafür bezahlen, dass es das hochangereicherte Uran von 90 bis 95 Prozent auf rund 3,5 bis fünf Prozent heruntermischt und dann nach Amerika verschifft. Dort würde es in Brennstäbe für amerikanische Atomreaktoren umgewandelt.“ Im Laufe der 20 Jahre habe Russland 500 Tonnen heruntergemischt, was etwa 20.000 Atombomben entspreche, erklärt der ehemalige US-Botschafter. „Amerika gewinnt inzwischen rund zehn Prozent des Stroms aus diesen sowjetischen Atomwaffen.“

Wie viele und welche Waffen es genau sind, ist den Amerikanern nicht bekannt. Der Vertrag von 1993 verpflichtet Moskau nicht, dies offenzulegen. Doch es dürfte sich um strategische wie taktische Atomwaffen handeln, meint Pifer, der heute die Abteilung Abrüstung und Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen im Washingtoner Brookings-Institut leitet.

Er bestätigt, dass die Amerikaner den russischen Ingenieuren anfangs nicht zugetraut hatten, die Technik zu meistern und das in verschiedenen Ecken der Welt sehr gefragte waffenfähige Material vor Diebstahl zu schützen. Doch beides ist gelungen. Gelöst wurde später auch die Frage, was nach dem Zerfall der Sowjetunion mit den in der Ukraine stationierten Atomwaffen zu tun sei.

„Megatons to Megawatts“

Innerhalb der 20 Jahre gab es immer wieder mal Probleme, etwa durch die Privatisierung der „US Enrichment Corporation“, die als kommerzieller Makler das gefragte Nuklearmaterial entgegennahm und „mit ordentlichem Gewinn“ an die amerikanischen Kraftwerksbetreiber verkaufte. Außerdem waren da wechselnde Machthaber und Spannungen zwischen den Präsidenten George W. Bush, Wladimir Putin und Barack Obama.

Doch auch das US-Energieministerium bestätigte jüngst, dass das Projekt „Megatons to Megawatts“ von beiden Seiten stets zuverlässig umgesetzt worden sei. „In der Vertragslaufzeit konnte Russland 17 Milliarden Dollar einnehmen“, sagt Pifer. „Das Programm war für die russische Wirtschaft sehr wichtig, und speziell in deren Krise Anfang bis Mitte der 90er-Jahre war der stabile Einnahmefluss positiv.“

„Politische und kommerzielle Aspekte aufs Glücklichste gefügt“

Für die amerikanischen Nuklearwaffen, die überflüssig geworden sind, ist dem Abrüstungsexperten keine ähnlich gelagerte friedliche Nutzung bekannt. Doch ganz klar, so Pifer: „Megatons to Megawatts“ sei ein großartiges Modell. Hier hätten sich politische und kommerzielle Aspekte aufs Glücklichste gefügt.

„Da war hochangereichertes Uran, für das die Russen keinerlei militärische Verwendung mehr haben würden. Statt das Material aufzubewahren und zum begehrten Schmuggel-Ziel von bösen Leuten zu machen, war es besser, Hunderte Atomingenieure in Lohn und Brot zu halten, das Uran durch Herunterblenden nutzlos für Waffen zu machen und an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Dort wiederum war diese Ressource für Brennstäbe sehr gefragt.“

„Ein großer Sieg für Abrüstung und Sicherheit“

Eine „Win-Win-Situation“ in kommerzieller Hinsicht und ein „großer Sieg für Abrüstung und Sicherheit“, meint Pifer, denn Amerika und Russland verwenden sehr viel Geld und Personal darauf, ihre Atomwaffenlager zu sichern. „‚Megatons to Megawatts‘ zeigt, wie man veraltete Atomwaffen loswerden kann.“

Am 14. November hatte der US-Frachter „M.V. Atlantic“ im russischen St. Petersburg abgelegt. Er bringt die letzte Uran-Ladung dieses Programms an die US-Atlantikküste und wird am 10. Dezember im Hafen von Baltimore erwartet.

via„Megatons to Megawatts“: Die letzte Fuhre Uran | tagesschau.de.

Ukraine und Uran

Uranförderung

Im Jahr 2011 betrug die weltweite Uranförderung 54.610 Tonnen, dies entsprach nahezu der Förderung des Vorjahres (2010: 54.660 Tonnen).[2] Im Vergleich der letzten 5 Jahre hat sich die Förderung seit 2007 um etwa ein Drittel (32,2%) erhöht.

Die wichtigsten Förderländer waren Kasachstan (19.451 Tonnen), Kanada (9.145 Tonnen) und Australien (5.963 Tonnen), auf die knapp zwei Drittel (63,3%) der Weltförderung entfielen. In Europa fördern derzeit nur die Ukraine (890 Tonnen), Tschechien (229 Tonnen) und Rumänien (77 Tonnen) Uran. Die Uranbergwerke in Russland befinden sich im asiatischen Teil des Landes.

viaUran/Tabellen und Grafiken – Wikipedia.

Energieverbrauch Ukraine

Die Ukraine gehört zu den Ländern mit dem höchsten Energieverbrauch in Europa. Im Jahre 2007 war der Verbrauch doppelt so hoch wie in Deutschland. 27,4 % der Energie werden aus Kohle gewonnen, etwa 20 % aus Erdgas, 47,5 % aus Atomenergie und 5 % aus Wasserkraft. 50 Kilometer von der Großstadt Saporischschja steht das größte Kernkraftwerk der Welt mit einer elektrischen Gesamtleistung von 6000 Megawatt, außerdem befindet sich dort eine der größten Talsperren Europas. Diese Talsperre dient auch als Speicherkraftwerk und hat eine elektrische Leistung von 1500 Megawatt.

viaUkraine – Wikipedia.

Endlagerung von Atommüll

Die Endlagerung in Litauen (2), Ukraine (13/2), Tschechien (6), Slowakei (6/2), Ungarn (4) und Bulgarien (4) wird wohl an den AKW Standorten als atomare Zwischenlagerung erfolgen.

viaaaa Nr.163-164 Endlagerung weltweit.

China: Japan bringt latente Sicherheitsrisiken

Das falsche Geschichtsbild japanischer Spitzenpolitiker beeinträchtige die Stabilität in der Region und bringe latente Sicherheitsrisiken.

Die Aussage gilt als eine Reaktion auf den jüngsten Bericht des US-Kongresses, in dem Besorgnis über das Geschichtsbild des japansichen Premierministers Abe Shinzo ausgedrückt wurde. Es könnte sich gegen das Geschichtsbild der Amerikaner vergehen.

Ferner forderte die Sprecherin Japan dazu auf, seine Bestände an waffenfähigem Plutonium und hoch angereichertem Uran zu deklarieren.

Darüber hinaus äußerte sich die Sprecherin tief besorgt über die erneuten bewaffneten Konflikte im Südsudan. Beide Konfliktparteien müssten das Waffenstillstandsabkommen umsetzen und auf friedlichem Weg die Differenzen bewältigen, so Hua.

viaChina: Japan bringt latente Sicherheitsrisiken – China Observer – China Nachrichten und News.

Radioaktivität : Fässer mit Atommüll verrotten im Ärmelkanal

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert versenkten acht europäische Staaten Tausende Fässer mit Atommüll in Atlantik und Ärmelkanal. Vergessen sollte man den Müll nicht – denn er strahlt noch immer.

Die Sünden liegen Jahrzehnte zurück, doch sie strahlen weit in die Zukunft. Und das im wörtlichen Sinn: Acht europäische Staaten hatten zwischen 1949 und 1982 atomaren Abfall einfach dem Meer überlassen, insgesamt versenkten sie 222.732 mit Beton oder Asphalt verstärkte Metallfässer an 14 Stellen westlich der europäischen Küste sowie in einem „Hurd Deep“ genannten Gebiet im Ärmelkanal.

Viele Fässer sind längst verrostet und geben allmählich ihren radioaktiven Inhalt frei. Der Sender Arte widmet dem „Endlager Meeresgrund“ am Dienstag einen Themenabend. Er machte sich auf die Suche nach der Altlast.

114.726 Tonnen Atommüll schlummern vor dem europäischen Kontinentalsockel, meist in Tiefen von mehr als 4000 Metern. Nach offiziellen Angaben enthalten sie schwach- bis mittelradioaktiven Abfall der Atomindustrie, aus Forschung und Medizin; Kritiker wie der britische Atomphysiker John Large gehen jedoch davon aus, dass zum Teil auch hochradioaktiver Müll beigemischt war.

Nach einer Aufstellung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA summiert sich die in Fässern verpackte Radioaktivität auf 42.320 Terrabecquerel (TBq) – zum Vergleich: Die Gesamtaktivität im maroden Atommülllager Asse II betrug Anfang 2010 rund 2900 TBq.

Was genau strahlt ist ungewiss

Allein 35.000 TBq stammen aus Großbritannien. Weitere 6500 TBq steuerten die Schweiz und Belgien bei. Deutschland hat nur im Jahr 1967 Atommüll mit einer Gesamtaktivität von 0,2 TBq versenken lassen. Allerdings ist die Gesamtaktivität nur ein Anhaltspunkt für das Ausmaß des Problems. Denn die Zusammensetzung des Mülls aus den verschiedenen Radionukleide (radioaktiven Atomsorten) ist nicht vollständig bekannt.

Deshalb lässt sich anhand von Halbwertszeiten kaum kalkulieren, wie hoch die Gesamtaktivität heute ist. „Zudem können sich Isotope gebildet haben, die noch stärker strahlen als die Ausgangssubstanzen“, sagt Susanne Neubronner, Atomexpertin bei Greenpeace in Hamburg.

1981 waren die Versenkungsaktionen von Atommüllfässern ins Gerede gekommen. Greenpeace dokumentierte damals den bis dahin weitgehend unbekannten „Entsorgungsweg“ der europäischen Atomindustrie. Mit Schlauchbooten manövrierten sich die Aktivisten unter die Abrollrampen der Versenkungsschiffe.

Diese stellten das Dumpen aber nicht ein, so dass mehrmals ein mehrere 100 Kilo schweres Fass ein Schlauchboot traf. Die Umweltschützer gerieten in Lebensgefahr und mussten die Aktionen einstellen. Aber sie hatten die Abfallentsorgung auf Kosten der Meere öffentlich gemacht.

20 Kilometer vor der Kanalinsel Alderney

Harald Zindler, 68, saß damals in einem der Greenpeace-Schlauchboote. Vor einigen Monaten fuhr er mit dem Arte-Filmteam zu dem besonders brisanten Versenkungsgebiet: Bis 1963 hatte Großbritannien Atomfässer auch im Ärmelkanal verklappt. Hier fielen die Behälter nur 90 bis 140 Meter tief und liegen nur rund 20 Kilometer vor der Kanalinsel Alderney.

Schon bei der ersten Suche mit einem Unterwasserroboter entdeckte das Team eine Tonne, äußerlich unversehrt. Beim zweiten Anlauf wurde es wieder fündig: Ein völlig verrostetes Fass geriet ins Visier der Kamera.

Der von Rost zerfressene Behälter versinnbildlicht das damalige Entsorgungskonzept: Dilution is the solution (Verdünnung ist die Lösung). „Die Fässer waren nicht konzipiert, um einen dauerhaften Einschluss der Radionukleide am Meeresboden zu gewährleisten. Insofern muss davon ausgegangen werden, dass sie zumindest teilweise nicht mehr intakt sind und Radionukleide freigesetzt wurden“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Bundestagsabgeordneten der Grünen im August 2012.

Wird im Meer alles verdünnt?

Doch was genau geschieht am Meeresboden? Nur vereinzelt gab es in der Vergangenheit Forschungsfahrten in die Versenkungsgebiete. So machte die damalige Bundesforschungsanstalt für Fischerei mit ihrem Schiff „Walter Herwig III“ in den Jahren 1996, 1998 und 2000 Fahrten in die Iberische Tiefsee vor Spanien, um zu prüfen, ob sich in den dortigen Meerestiefen von 4700 Meter radioaktive Spuren im Ökosystem Meer finden lassen. Gesucht wurde nach Plutonium, Cäsium und Strontium.

„Die ermittelte Gesamt-Plutonium-Aktivität war nicht signifikant von der des Vergleichsgebietes oder des übrigen Atlantiks verschieden“, heißt es in der Regierungsantwort im August 2012. Auch für Cäsium-137 und Strontium-90 seien keine erhöhten Aktivitäten gemessen worden. Zudem seien andere Studien zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko, dass die Radioaktivität über Meerestiere in „höher gelegene Wassertiefen der kommerziellen Fischerei“ transportiert wird, vernachlässigbar sei.

Der französische Molekularbiologe Pierre Barbey (Universität Caen) sieht das anders: Über die Nahrungskette könne sich die Radioaktivität anreichern, sagte er dem Sender Arte, wenn Fische am Meeresboden fressen, könnten sie die Radioaktivität in höhere Wasserschichten transportieren.

„Über die Nahrungskette kommt die Strahlung nach oben“, sagt auch Greenpeacerin Neubronner. Zudem könnten Meeresströmungen die radioaktiven Altlasten weiträumig transportieren. Sie fordert, die ehemaligen Versenkungsgebiete zu kartieren und nach den Hinterlassenschaften des frühen Atomzeitalters zu suchen. Dort, wo noch intakte Fässer liegen, sollten diese geborgen werden.

Auch Wiederaufbereitung schadet der Umwelt

Allerdings weist Neubronner auch darauf hin, dass die Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague am Nordwestzipfel Frankreichs und Sellafield im Nordwesten an der Irischen See noch heute im noch größerem Maße mit Radioaktivität belasten, wobei Sellafield den Hauptbeitrag leistet. Beide Anlagen nahmen auch ausgediente Brennstäbe aus deutschen Kernkraftwerken entgegen – als Entsorgungsnachweis, damit die deutschen Kraftwerke überhaupt betrieben werden konnten.

Weiträumige Einflüsse der Anlagen zeigten Messungen im Rahmen des Meeresschutzabkommens für den Nordostatlantik OSPAR. Demnach driften Radionukleide aus La Hague durch den Ärmelkanal und von Sellafield mit einem Golfstrom-Ableger in die Nordsee und darüber hinaus bis nach Nordnorwegen und in die Barentssee. Auch Untersuchungen des Thünen-Instituts für Fischerei (ehemals Bundesforschungsanstalt für Fischerei) zeigten den Einfluss der Wiederaufarbeitungsanlagen in der Nordsee.

Nach dem in 2011 veröffentlichten Bericht waren Ostseefische noch durch den Reaktor-GAU in Tschernobyl belastet, Sprotten und Heringe der Nordsee jedoch durch die Wiederaufarbeitungsanlagen. „Seit Ende der 1990er Jahre überwog in dem Sellafield-Eintrag in die Nordsee das aus dem Sediment der Irischen See remobilisierte ,alte‘ Sellafield-Cäsium-137 gegenüber den deutlich reduzierten direkten jährlichen Einleitungen“, heißt es in dem Bericht. Auch in der Irischen See schlummert also eine atomare Altlast.

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