US-Bundesstaat Ohio: Trinkwasser verseucht

400 000 Menschen müssen im US-Bundesstaat Ohio vorerst auf frisches Trinkwasser aus der Leitung verzichten – der Gouverneur des Staates hat den Notstand ausgerufen. Schuld an der Verunreinigung sind vermutlich sogenannte Blaualgen.

Trinkwasser für 400 000 Menschen im US-Bundesstaat Ohio verseucht. Auslöser ist vermutlich das Gift von Blaualgen aus dem Eriesee.
Der Gouverneur des Staates ruft den Notstand aus und schickt die Nationalgarde zur Versorgung der Bevölkerung mit Wasser.
Das Trinken des verunreinigten Wassers kann Nierenschäden verursachen.

Verseuchtes Trinkwasser betrifft 400 000 Menschen

Es ist vermutlich das Gift von Cyanobakterien, sogenannten Blaualgen, im Eriesee, das das Trinkwasser für 400 000 Menschen im Nordwesten des US-Bundesstaats Ohio verseucht hat. Besonders betroffen sind die Stadt Toledo und ihre Umgebung, wie die Zeitung Detroit News berichtete. Dort wurde Kindern und Menschen mit kranker Leber davon abgeraten, mit dem Wasser zu duschen oder darin zu baden.

Der Gouverneur des Staates, John Kasich, rief den Notstand in der Region aus und schickte die Nationalgarde, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen. Kirchengruppen und andere Freiwillige halfen mit. Zuvor waren Wasserflaschen in den Läden in einem Umkreis von 80 Kilometern rar geworden.
Vergiftetes Wasser kann durch Kochen noch toxischer werden

Die städtischen Behörden hatten erstmals am Samstag vor dem Genuss des Trinkwassers gewarnt, nachdem bei Messungen in einer Wasserreinigungsanlage deutlich erhöhte Microcystinen-Werte festgestellt worden waren. Am Sonntag waren die Werte gesunken, aber weitere Tests seien nötig, um Risiken auszuschließen, zitierte die Detroit News Bürgermeister Michael Collins.

Demnach kann das Trinken des verseuchten Wassers Nierenschäden verursachen. Gewarnt wurde auch davor, das Wasser zu kochen: Dadurch werde die Giftkonzentration noch höher.

viaUS-Bundesstaat Ohio: Trinkwasser verseucht – Panorama – Süddeutsche.de.

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Wasser im Erdmantel bestätigt

Der Verdacht erhärtet sich: Im Erdmantel gibt es offenbar tatsächlich ein gewaltiges Wasservorkommen. Schon vor einigen Monaten berichteten Forscher von gebundenem Wasser im Mantelmineral Ringwoodit. Jetzt liefern weitere Laborversuche und seismische Messungen ein weiteres Indiz für den Wasservorrat in der Tiefe. An einigen Stellen unter Nordamerika haben US-Forscher ein verräterisches Schmelzen des Mantelgesteins in 660 Kilometern Tiefe nachgewiesen – und damit in genau der Zone, in der wasserhaltiges Ringwoodit vorkommt. Das Ringwoodit aber schmilzt unter den dort herrschenden Bedingungen nur dann, wenn es auch Wasser enthält, wie ein Laborexperiment belegt. Tief unter unseren Füßen gibt es demnach sehr viel mehr Wasser, als man bisher dachte.

Im März 2014 lieferte eine Studie erstmals Hinweise darauf, dass es im Erdmantel große Mengen Wasser geben könnte. Beleg dafür war ein winziges Körnchen des Minerals Ringwoodit, das einst von einem Vulkan aus der Tiefe an die Oberfläche befördert worden war. Das Ringwoodit enthielt 1,5 Gewichtsprozent Wasser, gebunden als Hydroxyl-Molekül. Da dieses Mineral in der Übergangszone vom oberen zum unteren Erdmantel in 410 bis 660 Kilometern Tiefe in größerer Menge vorkommt, könnte dies bedeuten, dass der Erdmantel dort sehr viel wasserreicher ist als angenommen. Drei Mal so viel Wasser wie in allen Weltmeeren zusammen könnte dort gespeichert sein. „Aber ob diese Ringwoodit-Probe tatsächlich repräsentativ für das Erdinnere stand oder nicht, war nicht bekannt“, erklärt Steve Jacobsen von der Northwestern University in Evanston, einer der beiden Erstautoren.

Das fehlende Indiz für die Präsenz von so viel Wasser im Erdmantel liefern nun Jacobsen, der Seismologe Brandon Schmandt von der University of New Mexico in Albuquerque und ihre Kollegen. Der Ausgangspunkt waren dabei Beobachtungen an im Labor hergestelltem hydratisiertem Ringwoodit. Dieses setzten Jacobsen und sein Team mit Hilfe einer Diamantpresse hohem Druck und Temperaturen von 1.600 Grad Celsius aus – den Bedingungen, wie sie in der Übergangszone des Mantels herrschen. Dabei wandelt sich das Ringwoodit in andere Mineralformen um. Doch es geschah noch etwas: Auf dem winzigen Mineralbröckchen bildeten sich Zonen, in denen das Mineral geschmolzen war. Für dieses sogenannte Dehydrations-Schmelzen ist das im Ringwoodit gebundene Wasser verantwortlich, wie die Forscher erklären. Fehlt das Wasser, tritt diese Form des Schmelzens nicht auf.

Schmelztaschen im Mantelgestein

Genau dieses Dehydrations-Schmelzen wiesen die Wissenschaftler kurz darauf auch im Erdmantel nach. Dies gelang mit Hilfe des USArray, einem dichten Netzwerk von mehr als 2.000 über die USA verteilten Seismometern. Wenn sich Erdbebenwellen durch das Erdinnere ausbreiten, werden sie durch verschiedene Gesteinsarten, aber auch festes und geschmolzenes Gestein auf charakteristische Weise verändert. Das Seismometer-Netz fängt diese veränderten Wellen auf und erlaubt so eine Art Röntgenblick in den Erdmantel. Und dieser enthüllte tatsächlich ein Schmelzen des Gesteins in 660 Kilometern Tiefe, und damit an der Unterkante der Übergangszone im Erdmantel. „Wir haben Belege für ein umfassendes Schmelzen des Mantelgesteins unter Nordamerika entdeckt – in genau der Tiefe, in der Ringwoodit dehydratisiert wird“, sagt Jacobsen. Zonen geschmolzenen Gesteins zeigten sich dabei vor allem dort, wo Gestein entlang der tektonischen Plattengrenzen in die Tiefe gedrückt wird.

Nach Ansicht der Forscher sprechen diese Ergebnisse dafür, dass es in der Übergangszone des Erdmantels tatsächlich ein umfangreiches Wasserreservoir gibt. „Wissenschaftler suchen seit Jahrzehnten nach diesem fehlenden Tiefenwasser“, sagt Jacobsen. Denn schon lange vermutet man, dass der Wasserkreislauf unseres Planeten auch das Erdinnere mit einbezieht. Dieses Reservoir in der Tiefe wird durch abtauchendes Gestein von der Oberfläche gespeist und gibt seinerseits Wasser ab, wenn das Gestein im Laufe der Jahrmillionen wieder an die Oberfläche gelangt. „Jetzt sehen wir endlich Belege für einen solchen, die ganze Erde umfassenden Wasserkreislauf“, konstatiert Jacobsen.

viaWasser im Erdmantel bestätigt – bild der wissenschaft.

Astronomie: Quelle im All

Woher stammt unser Wasser? Kometen sollen es aus dem Weltraum auf die Erde gebracht haben

Es regnet vom Himmel, macht unser Klima, spült Geschirr. In Wasserwerfern nutzen wir es als Munition, es dient dem Gütertransport. Und als Hauptbestandteil menschlichen Bluts (92 Prozent) hilft es, Gifte zu entsorgen und Nahrung zu liefern. Wasser ist der Stoff, den wir nach der Luft am nötigsten brauchen – nach vier Tagen gehen dem Körper die Reserven aus. Die Erde, der »blaue Planet«, ist zu drei Vierteln damit bedeckt. In den Urmeeren entstand einst das Leben. Und heute beherbergen Gewässer, süß und salzig, den Großteil aller tierischen Arten.

Doch wo kommt das lebensnotwendige blaue Gold überhaupt her? Es gab nachweislich eine Zeit, in der unser Planet trocken war. Die Proto-Erde war schlicht zu heiß, als dass sich leichte chemische Verbindungen darauf hätten niederlassen können. »Solange es keine Erdkruste gab, ist alles Wasser immer wieder verdampft«, erklärt der Physiker Paul Hartogh vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg. Erst vor 4,3 bis 3,9 Milliarden Jahren, das lassen Funde aus Australien und Grönland vermuten, gab es zum ersten Mal Wasser auf der Erde.

Seit Jahrzehnten diskutieren Wissenschaftler daher seine Herkunft. Eine zentrale Frage ist, ob das Wasser überhaupt irdischen Ursprungs ist oder ob es nicht einst aus dem Weltraum auf den Planeten kam – und falls es aus dem Kosmos kam, auf welche Weise?

Der kürzlich verstorbene Geologe Michael Drake von der Universität von Arizona, plädierte für die These, dass unser Wasser aus dem Erdinneren stammt. Zunächst im Gestein eingeschlossen, sei es mit der Auskühlung des Planeten als Gas aus dem Magma ausgeströmt und schließlich flüssig geworden, so lautet die eine These. Zum Teil mag das stimmen, doch die riesigen Wasservorkommen der Erde lassen sich damit nur schwer erklären. Denn der Planet liegt sehr nah an der heißen Sonne. »Genügend Wasser gibt es eigentlich erst hinter der ›solaren Schneegrenze‹ , die im Asteroidengürtel liegt«, sagt der Physiker Hartogh.

1961 vertrat der Astrobiologe John Oró daher erstmals die Theorie, dass Kometen einst lebenswichtige biochemische Verbindungen auf die Erde gebracht hätten. Sie beruht auf der Annahme, dass das innere Sonnensystem vor rund vier Milliarden Jahren vom »kosmischen Bombardement« getroffen wurde. Kometen, die auf langen Bahnen um die Sonne flogen, seien damals vermehrt und mit enormer Wucht auf die Erde eingeschlagen. »Manche dieser ›schmutzigen Schneebälle bestehen bis zu 90 Prozent aus Wasser. Die Vermutung lag daher nahe, dass Kometen das Nass auf die Erde gebracht haben«, sagt Hartogh. Die These hielt sich – bis zur europäischen Giotto-Mission in den 1980er Jahren und der Erkundung des Halleyschen Kometen, kurz Halley genannt.

Halley stammt aus der Oortschen Wolke, einer echten Schutthalde mit massenhaft Kometen am äußersten Rand unseres Sonnensystems. »Das Problem war, dass die Zusammensetzung des Halley-Wassers nicht mit dem unserer Ozeane übereinstimmte«, sagt Hartogh. Weitere Kometen wurden einer Isotopenanalyse unterzogen: Die chemische Zusammensetzung des Wassers sprach gegen die Oortsche Wolke als Herkunftsort und maßgeblich gegen die Theorie von John Oró und den schmutzigen Schneebällen. »Plötzlich hieß es«, erzählt Hartogh, »dass nur ein Bruchteil des Wassers auf der Erde von Kometen stammen könne.« Den Rest habe man Asteroiden, also Kleinplaneten zu verdanken.

Diese Annahme haben die Max-Planck-Forscher um Paul Hartogh nun im Fachblatt Nature widerlegt. Sie identifizierten eine Gruppe von Kometen im Sonnensystem, die als außerirdische Wasserquelle durchaus infrage kommen: die Jupiter-Familie. Mehr als 480 Mitglieder sind bekannt, in Wirklichkeit sei die Anzahl aber viel größer, sagt Hartogh. So konnte das Team des Physikers nachweisen, dass es auf dem Kometen 103P/Hartley 2 eine Form von Wasser gibt, das aufgrund der Isotopenzusammensetzung mit jenem auf der Erde exakt übereinstimmt.

Vom Boden aus konnten die Forscher keine brauchbaren Messungen durchführen. Die Erdatmosphäre erschwert den Blick ins All. Zudem ist Hartley 2 ein kleiner Komet und produziert nur wenig Wasserdampf, wenn er von der Sonne aufgeheizt wird. Genau diesen mussten Hartogh und Kollegen jedoch analysieren.

Die entscheidenden Daten lieferte schließlich das empfindliche Weltraumteleskop Herschel, das 2009 ins All geschickt worden war. Die Sonde hat einen nahezu unbehinderten Blick in die unendlichen Weiten – und auf den dunklen Hartley 2. Mithilfe des hochauflösenden Spektrometers (HIFI) an Bord des Teleskops konnten die Forscher die Isotopenzusammensetzung des Wassers auf dem Kometen bestimmen. Hierfür haben sie das Verhältnis von herkömmlichem zu schwerem Wasserstoff gemessen – es stimmt mit dem Vienna Standard Mean Ocean Water (VSMOW) überein, dem Referenzwert für das reine Nass der Ozeane auf unserem Planeten.

Der Komet Hartley 2 ist anderen Ursprungs als Halley. Er stammt aus dem Kuipergürtel. Die ringförmige, relativ flache Region erstreckt sich in unserem Sonnensystem jenseits der Umlaufbahn des Neptuns und beherbergt mindestens 70.000 Objekte, deren Durchmesser größer ist als 100 Kilometer. Dort dürfte also der Ursprung des irdischen Wassers liegen. »Anhand unserer Messung können wir nicht explizit sagen, dass die Kometen der Jupiter-Familie das Wasser zu uns gebracht haben. Aber sie kommen infrage«, sagt Hartogh. Es gelte eben nicht mehr die Einschränkung, dass gerade mal zehn Prozent des Wassers auf der Erde von Kometen stamme. »Die Wanderung und die Entstehung der Planeten sowie unseres Sonnensystems können nun neu überdacht werden.«

Die Wahrheit über unsere Lebensgrundlage – sie liegt irgendwo dort draußen.

viaAstronomie: Quelle im All | Wissen | ZEIT ONLINE.

Rund 333 Millionen Kinder leben weltweit in Slums

Kein Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen oder Schulen – Kinder und Jugendliche leiden oft unter MangelernährungFast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen dieser Welt wachsen mittlerweile in Städten auf. Das entspricht einer Zahl von rund einer Milliarde Menschen. Davon leben laut Schätzungen des Kinderhilfswerks UNICEF rund 333 Millionen in „einem übervölkerten Slum“. Die Folgen sind kein ausreichender Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen, Gesundheitsversorgung oder Schulen für diese Gruppe. Das geht aus dem UNICEF-Bericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2012″ hervor.“Weltweit sind Städte für Millionen von Kindern ein Ort eines brutalen Überlebenskampfes“, sagte Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich. Damit verweist sie unter anderem auf den steigenden Anteil von unter- oder fehlernährten Kindern in den Städten. Alleine in den Slums von Indien würden 54 Prozent der armen Kinder an den Folgen von Mangelernährung leiden. Zivilgesellschaft wird aufgerufenUm an einen Liter Wasser zu gelangen, müssten die ärmsten Familien zudem etwa 50-mal mehr an private Wasserverkäufer zahlen als reichere Menschen. Und das ist nicht immer leicht zu bewerkstelligen, da bereits 50 bis 80 Prozent des gesamten Einkommens für Nahrung aufgewendet werden müssen. Kinder, die auf der Straße leben und arbeiten sowie sozialer Ungleichheit und Kriminalität ausgeliefert sind, leiden außerdem häufig an Angst, Depression und Aggression.Mit dem Bericht will die UNICEF die „Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft“ zum Handeln aufrufen. Unter anderem sollen den ärmsten Familien dauerhafte und sichere Unterkünfte gewährt werden. Die armen Bevölkerungsgruppen müssten zudem mehr Mitspracherecht bei der Planung und Entwicklung von Stadtteilen und Gemeinden haben. Als einer der wichtigsten Punkte wird allerdings die Dokumentation hervorgehoben. In den meisten Metropolen würden umfassende Informationen zur Lage der armen Menschen fehlen. „Diese sind notwendig, damit ihre Interessen von der Politik nicht länger übersehen werden“, heißt es in einer UNICEF-Aussendung. red, derStandard.at, 28.2.2012

viaRund 333 Millionen Kinder leben weltweit in Slums – Welt-Chronik – derStandard.at › Panorama.

Israelisch-türkischer Konflikt: Erdgas und Wasser

Dass Erdgas bei dem Streit mit Israel eine zentrale Rolle spielt, zeigt eine weitere Äußerung Erdogans: Die Türkei werde es nicht zulassen, dass Israel „einseitig“ die riesigen Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer ausbeute. Bislang profitiert vor allem Israel von den Bodenschätzen in der Küste vor Gaza – eine etwaige Anerkennung des Palästinenserstaates durch die UN, die darüber noch im September abstimmen will, sowie eine Einigung zwischen der Hamas und der palästinensischen Selbstverwaltung im Westjordanland, würde Israel eine weitere Förderung schwerer machen. via Türkische Drohungen: Beim Streit mit Israel geht es um Erdgas vor Gaza – Nachrichten Politik – Ausland – WELT ONLINE.

In den Palästinensergebieten herrscht chronischer Wassermangel. Jeder Palästinenser muss im Durchschnitt mit einem Viertel dessen auskommen, was der Nachbar in Israel oder in den Siedlungen konsumiert. Die Weltbank macht in einem Bericht dafür sowohl das Missmanagement der Palästinensischen Autonomiebehörde als auch die Restriktionen Israels verantwortlich. Dazu gehören sowohl die Kontrolle von Wasserquellen als auch eingeschränkte Bewegungsfreiheit für jene Palästinenser im Westjordanland, die in Gegenden wohnen, die entweder ganz oder teilweise von Israel kontrolliert werden. via Israels Wasserproblem: In de Palästinensergebieten gibt es noch weniger Wasser | Wissen | ZEIT ONLINE.

British Gas (BG Group) und ihrem Partner, der in Athen ansässigen internationalen Consolidated Contractors Company (CCC), die der libanesischen Sabbagh und Khouri-Familie gehört, wurden die Öl- und Gasausbeutungsrechte in einem 25Jahres-Abkommen gewährt, das im November 1999 mit der Palästinensischen Behörde unterzeichnet worden war. Die Rechte der küstennahen Gasfelder sind aufgeteilt: British Gas (60%); Consolidated Contractors (CCC) (30%); und der Investment Fund der Palästinensischen Behörde (10%). (nach Haaretz vom 21.10.07)

Die BG-Lizenz deckt das gesamte küstennahe Gaza-Gebiet ab, das an mehrere israelische Gaseinrichtungen angrenzt. Es sollte angemerkt werden, dass 60% der Gasreserven entlang der Gaza-Israel-Küste zu Palästina gehören. Die BG-Group bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1 und Gaza Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4 Trillionen cubic-foot geschätzt, die einen Wert von annähernd 4 Milliarden US-Dollar haben sollen. Diese Zahlen wurden von der British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas Gasreserven könnte viel größer sein. via Krieg und Erdgas: Die israelische Invasion und Gazas küstennahe Gasfelder | Kriege.

(aus 2004) Im Stillen haben Israels Premier Ariel Scharon und der türkische Energieminister Zeki Cakan zu Beginn der Woche in Jerusalem einen Vertrag mit weit reichenden Folgen für die nahöstliche Region geschlossen. Das Abkommen steigert die militärische Potenz der Türkei – und bewahrt Israel vor dem Verdursten. In den kommenden 20 Jahren liefert die Türkei jährlich 50 Millionen Kubikmeter Frischwasser aus dem anatolischen Fluss Manavgat an Israel. Die Menge, die mit gigantischen Tankschiffen transportiert wird, entspricht dem Jahres-Verbrauch einer Million Deutscher. Im Gegenzug wird Israel den Nato-Staat Türkei mit Panzern und Luftwaffentechnologie beliefern. Für einen Kubikmeter Wasser wird dabei etwa ein Dollar berechnet. via Wasser für Kanonen: Die Türkei bezahlt Israels Waffenlieferungen mit Naturalien.

Vergeltung gehört im Nahen Osten zu den politischen Axiomen. Kein Schuss verhallt ohne donnerndes Echo, kein Angriff bleibt ohne Antwort. In altgewohnter Art hat Israel deshalb auf die Terrorattacken im Süden des Landes regiert – und erst einmal um sich gefeuert. Doch kaum hat sich der erste Rauch gelegt, muss die Regierung in Jerusalem erkennen, dass sie weit übers Ziel hinausgeschossen hat. Zerstört wurden nämlich nicht nur Terrorbasen im Gaza-Streifen. Beschädigt wurden auch die Beziehungen zu Ägypten. Und das droht die nahöstlichen Händel auf eine ganz neue, gefährliche Ebene zu heben.Als Erstes hatte Verteidigungsminister Ehud Barak unmittelbar nach den Terrorangriffen im Süden die ägyptischen Militärführer als Mitschuldige bezeichnet, weil sie den Sinai außer Kontrolle geraten ließen. Er mag damit recht haben, obwohl auch unter Mubarak die Wüstenregion kaum unter Kontrolle war. Klug war es gewiss nicht, die neuen Machthaber so öffentlich an den Pranger zu stellen. Denn als dann bekannt wurde, dass den israelischen Vergeltungsschlägen versehentlich auch fünf ägyptische Grenzpolizisten zum Opfer gefallen sind, drehte die Führung in Kairo den Spieß um. Sie droht nicht nur mit dem Abzug ihres Botschafters aus Tel Aviv, sondern sie lässt auch dem Volkszorn freien Lauf. Wie sehr das die israelische Regierung erschreckt haben muss, ist an der eiligen Entschuldigung zu merken, die Verteidigungsminister Barak noch am Samstag zum Tod der Grenzwächter abgeben hat. So schnell dreht Israel sonst nicht bei – die türkische Regierung beispielsweise wartet immerhin schon mehr als ein Jahr auf eine Entschuldigung für den Tod von neun Menschen, die von der israelischen Marine beim Sturm auf ein Hilfsschiff für den blockierten Gaza-Streifen erschossen wurden. Der Streit darüber hat die strategisch bedeutsamen israelisch-türkischen Beziehungen ruiniert, selbst die Vereinigten Staaten haben die Regierung in Jerusalem hier nicht zu einer weicheren Haltung bewegen können.

Doch einen Bruch mit Ägypten kann sich Israel noch viel weniger leisten als den mit der Türkei. Mittlerweile ist es allerdings fraglich geworden, ob dieser Bruch überhaupt noch zu vermeiden ist. Schließlich geht es um viel mehr als um eine israelische Entschuldigung im aktuellen Fall, die der ägyptischen Führung überdies noch nicht klar und kleinlaut genug war. Es geht darum, dass Israel die Zeichen der Zeit richtig deutet und angesichts all der Veränderungen ringsum nicht mehr stur lediglich den alten Reflexen und den alten Axiomen folgt. via Frostige ägyptisch-israelische Beziehungen – Über das Ziel hinausgeschossen – Politik – sueddeutsche.de.